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Konfuzianismus / Konfuzius

Weltreligion, dessen Begründer der chinesische Lehrer und Berater Konfuzius war. Konfuzius ist die latinisierte Form des Namens Kung Fu-tse, übertragen "Meister Kung aus Fu". Katholische Missionare, die über China Europa Berichte erstatteten, benutzten den latinisierten Namen, so dass sich dieser im Abendland in dieser Form etablierte. Der persönliche Geburtsname des Konfuzius war Chíu (bedeutet Hügel), sein Männername lautete Chung-ni (bedeutet mittlerer Ni). Er wurde im Jahr 551 v.Chr. in Tsche-fo, einer Provinzstadt in Lu (heutiges Schantung), geboren. Er war der Sohn eines Heerführers und stammte aus einer vornehmen, jedoch verarmten Familie. Konfuzius erhielt eine gute Erziehung und zeigte früh starkes Interesse an den geistigen Traditionen Chinas. Er war als Lehrer an einem Fürstenhof tätig, musste jedoch wegen Konflikten mit Regierungsstellen öfters seinen Aufenthaltsort wechseln. Er war als Lehrer und Berater tätig. Im Jahr 501 v.Chr. wurde er Verwaltungschef eines Bezirks und stieg schließlich zum Justizminister des Fürsten von Lu auf. Er trat jedoch von seinem Amt zurück und wanderte 13 Jahre lang mit seinen Schülern durch das Land. Im Jahr 483 v.Chr. durfte er in seine Heimat, das Fürstentum Lu zurückkehren. Konfuzius starb im Jahr 479 v.Chr.

Der Charakter von Konfuzius wird als unvoreingenommen, sanft, selbstbewußt und würdevoll gesehen. Konfuzius lebte bescheiden und enthaltsam. Er widmete sich den Prinzipien der Ordnung und der Geschichte, um seinem Bestreben einer Erneuerung von Kultur und Sittlichkeit nachzukommen. Nach seinem Tod galt Konfuzius als Staatslehrer konservativer Kreise und chinesischer Beamte.

Die Ethik des Konfuzius (später erweiter durch Meng-tse), geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus gut ist. Alles Böse entspringt aus mangelnder Einsicht. Das oberste Gebot ist die Erziehung des Menschen zu Tugend und Harmonie. Weise Männer der Geschichte gelten als Vorbilder. Davon abgeleitet: die Ehrerweisung gegenüber den Eltern und Vorfahren.

Ziel des Konfuzianismus ist die Erziehung zu Wahrheitsliebe, Güte, Großzügigkeit sowie die Pflege der Familienbeziehungen und höflichen Umgangsformen. Besonders wichtig war ihm die kosmische Harmonie. Konfuzius glaubte an die Kraft ritueller Handlungen, da er der Meinung war, dass diese das Herz des Menschen zur Einsicht bringen. Ebenso strebt der Konfuzianismus ein bestimmtes Mäßigkeitsideal ohne Askese an und beruht auf der sogenannten "Goldenen Regel", welche Gegenseitigkeit im Umgang meint. Ein Mensch soll das Ganze, die kosmischen Zusammenhänge bedenken und das Gemeinwesen sowie das Staatsinteresse im Auge behalten. Der Konfuzianismus entwickelt eine hohe Ethik, ohne sich dabei auf göttliche Gebote oder Offenbarungen zu berufen. Aus religiöser Sicht wurde dem Konfuzianismus deshalb der Vorwurf gemacht, er entwickle eine autonome Ethik ohne metaphysische Grundlagen ("Staatsphilosophie"). Konfuzius war nämlich ein Gegner der Religion, er war ein konservativer Aristokrat, jedoch befürwortete er die traditionellen Riten. Er machte keine Aussagen über das Jenseits oder ein Leben nach dem Tod, bejahte jedoch den Ahnenkult. Er vermied alle Spekulationen über transzendente Dinge, was aber nicht verhindern konnte, dass sich sein philosophisches Modell durch kultische Zeremonien und Riten sowie seine Verehrung als Person eine Art Religion entwickelte.

Im Zentrum der konfuzianischen Lehre steht der Begriff "jen". Dieser bedeutet "Menschlichkeit" und setzt sich aus 5 Tugenden zusammen: Würde, Großzügigkeit in den Anschauungen, Treue bzw. Aufrichtigkeit, Fleiß und Wohltätigkeit. Die zuletzt genannte Tugend steht für die Erfüllung der sozialen und politischen Pflichten des Menschen im organisch gedachten staatlichen Zusammenleben. Die Aufrichtigkeit im Herzen hängt mit dem Streben nach persönlicher Vervollkommnung zusammen. Die Achtung vor den Riten regelt die soziale Ordnung durch einen Bezug der Gegenwart zu den Ahnen und dem Raum der Geschichte.

Der Konfuzianismus entwickelte sich zu einer wesentlichen sowie ideellen Stütze des chinesischen Kaiser- und Staatskultes. Jedoch kam es zeitweise auch zu einer starken Intoleranz gegen den aufkommenden Taoismus Lao-tses und später gegen den Buddhismus. Eine Anerkennung als einzig legitime "Staatsreligion" Chinas sollte sich durchsetzen. In späterer Zeit drangen jedoch taoistische und buddhistische Gedanken in den Konfuzianismus ein. Dadurch wurde er metaphysischer und spekulativer. Der Mensch wurde nun als Kampfplatz guter und böser Kräfte gedacht, die als das immaterielle und materielle Prinzip verstanden wurden. Der Mensch besteht demnach aus Materie und Vernunft. Es kam immer wieder zu Reformierungen des Konfuzianismus, wie zum Beispiel durch noekonfuzianische Schulen ("Lehre des Prinzips", "Lehre des Sinnes", Erreichen von Weisheit durch Studium bzw. direkte Erleuchtung). Aus der konfuzianischen Schule gingen eine Reihe bedeutender Juristen und Staatrechtler hervor.

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