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Kniearthrose Eigenblutbehandlung

Schön, dass wir alle immer älter werden! Allerdings nehmen dadurch aber auch Abnützungserscheinungen wie Arthrosen zu. "Betroffene wollen heute nicht einfach schmerzfrei sein, sie möchten auch rasch ihre Sportlichkeit oder zumindest die vorherige Belastbarkeit ihrer Gelenke wiedererlangen", berichtet Dr. Florian Müller, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie im Unfallkrankenhaus Salzburg. Für Ärzte eine ebenso quantitative wie qualitative Herausforderung.

Missing Link zwischen konservativer und operativer Behandlung

Reicht nämlich der Griff zu Schmerztabletten nicht mehr aus und bleiben auch herkömmliche Spritzenkuren (z.B. Cortison oder Hyaluronsäure) ohne nachhaltigen Erfolg, wird irgendwann ein künstliches Kniegelenk zum Thema. Als "missing link" zwischen konservativer Therapie und Gelenksoperation hat sich in den letzten Jahren eine ursprünglich aus der Alternativmedizin stammende Methode etabliert: Die so genannte ACP Eigenbluttherapie konnte sich dank überzeugender Studienergebnisse (1, 2, 3) und positiven Feedbacks zahlreicher Patienten bei vielen Orthopäden und Sportärzten einen guten Namen machen.

Gut durchblutet geht es dem Knorpel besser

"ACP" steht für "autologes konditioniertes Plasma", das aus dem Blut gewonnen wird. Die Wirkungsweise ist besonders effizient, da das herausisolierte Plasma die dreifache Konzentration an Thrombozyten (Blutplättchen) enthält. Außerhalb der Blutbahn wirken diese entzündungshemmend und setzen auch Wachstumsfaktoren frei, die die Neubildung von Zellen im Muskel-, Sehnen- und Knorpelgewebe steigern und letztlich auch den Zusammenhalt des körpereigenen Gewebes begünstigen. "Dadurch kann auch eine manchmal bereits ins Auge gefasste Operation vermieden werden", erzählt Dr. Bernd Hiller, Unfallchirurg und Sportarzt in Salzburg-Stadt.

Doppelspritze ist steril und schützt vor Infektionen

Er erläutert die insgesamt rund 15-minütige, ambulante Behandlung: "Zunächst entnehmen wir dem Patienten eine kleine Menge Blut mit dem innovativen, sicheren Doppelspritzensystem aus der Armvene. Anschließend werden die Blutbestandteile mithilfe einer Spezialzentrifuge bei Hochgeschwindigkeit getrennt und bereits nach rund fünf Minuten setzt sich das plättchenreiche, hochkonzentrierte Blutplasma ab. Das wird dann direkt in die betroffene Region, zum Beispiel ins Gelenk, injiziert." Eine Methode, die absolut sicher ist, seit sich das geschlossene, sterile und dadurch auch infektionsgeschützte System der ACP-Doppelspritze durchgesetzt hat. Dr. Hiller: "Die Anwendung ist körpereigen und dadurch auch 100-prozentig biologisch und verträglich. Nach zumeist fünf Behandlungen, jeweils im Abstand einer Woche durchgeführt, ist bei den meisten Patienten ein nachhaltiger Erfolg erreichbar."

Kniearthrose Eigenblutbehandlung
Foto © Roland Unger

Was sagen Betroffene?

So auch bei Dietmar Weppler, der schon von Kindesbeinen an sehr sportlich war. Mit sechs startete der gebürtige Deutsche mit Fußball, spielte dann im Erwachsenenalter in der Regionalliga und wurde Fallschirmspringer bei der Bundeswehr. Nach einem Unfall, bei dem der heute 54-Jährige einen Meniskus- und Kreuzbandriss erlitt, beschränkte er sich auf aktiven Freizeitsport, wie Tennis, Ski fahren, Fußball, Joggen und Radfahren. Im Laufe der Jahre wurden die Probleme im bereits angeschlagenen Knie immer größer. Sogar beim Spazierengehen stellten sich nach längstens 20 Minuten Schmerzen ein, die ein Weitergehen verhinderten.

"Die ACP-Therapie war meine letzte Rettung", erzählt Dietmar Weppler heute, der sich im Frühjahr 2018 dieser Behandlung unterzog. Bereits nach der ersten Spritze spürte der mittlerweile in Bad Ischl Beheimatete eine deutliche Verbesserung. Ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen waren endlich wieder schmerzfrei möglich. Vor kurzem unterzog er sich vorsichtshalber einer Folgebehandlung, da ihm längere Spaziergänge wieder leichte Beschwerden bereiteten. "Schon nach der ersten Spritze ging es mir wieder so gut, dass ich mich unmittelbar danach aufs Rad setzen und schmerzfrei trainieren konnte", erzählt der 54-Jährige erleichtert.

Patientenvorteile im Vergleich mit anderen Therapien

In der Vergangenheit wurde bei Arthrosen häufig Cortison gegeben. Dieser Behandlung sind Grenzen gesetzt, da die Substanz den Knorpel negativ beeinflusst. Auch lässt sich Cortison nicht mit anderen Therapien wie etwa einer Stoßwellenbehandlung kombinieren. "Es sollte auch nicht in die Nähe von Sehnen, schon gar nicht in die Achillessehne, gespritzt werden, da dies die Rupturgefahr erhöht", warnt Dr. Hiller. All diese Risiken entfallen bei der Eigenbluttherapie.

Hyaluronsäureinjektionen wurden wiederum in einer großen Patienten-Vergleichsstudie des Paolo Colombo Hospitals in Rom mit der ACP-Therapie verglichen. Dabei wurde nachgewiesen, dass die ACP-Therapie bereits in den Arthrose Stadien I und II signifikant bessere Heilungsergebnisse erbrachte als eine Injektionskur mit Hyaluronsäure. Im Stadium III konnte Patienten mit Hyaluronsäure – im Gegensatz zu der mit Eigenblut behandelten Gruppe – überhaupt nicht mehr geholfen werden. (1)

Weiterer Benefit: Fördert die Heilung nach Gelenksoperation

Auch Patienten, die sich zuvor einer Gelenksoperation unterziehen mussten, können von der Eigenblutbehandlung profitieren. Dr. Bernd Hiller: "Wie die Erfahrungen zeigen, hat die ACP-Behandlung einen positiven Effekt auf die Heilung nach Kreuzband-Plastiken oder Eingriffen am Meniskus und am Knorpel. Weder Cortison noch Hyaluronsäure wären dafür geeignet."

Überzeugende Studienergebnisse

In den letzten Jahren wurde die ACP-Eigenbluttherapie bei Tennisellbogen, Patella Spitzen-Syndrom (Springer-Knie), Fersensporn, Reizungen der Achillessehne sowie bei Knorpelschäden in verschiedenen Gelenken zahlreichen wissenschaftlichen Studien unterzogen. Sie dokumentieren, dass damit die Heilung von Muskelverletzungen, aber auch von Sehnen- und Knorpelproblemen größtenteils signifikant beschleunigt und verbessert werden kann. (2, 3) Unverträglichkeiten traten bis dato (Stand: Dezember 2019) nicht auf.

Quellenangaben: (1) Cerza F, et al: Comparison between Hyaluronic Acid and Platelet-Rich Plasma,Intra-articular Infiltration in the treatment of Gonarthrosis. American Journal of Sports Medicine; publ. 2012, Vol XX, No. X. – (2) Smith PA: Intra-articular Autologous Conditioned Plasma Injections Provide Safe and Efficacious Treatment for Knee Osteoarthritis. The American Journal of Sports Medicine. 2016;44(4):884-891. – (3) Lebiedzinski R, et al: A Randomized Study Of Autologous Conditioned Plasma And Steroid Injections In The Treatment Of Lateral Epicondylitis. International Orthopaedics (SICOT) 2015, DOI 10.1007/s00264-015-2861-0.

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