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Wiener Moderne

2018 feiert Wien die Moderne und vier ihrer wichtigsten Protagonisten, die das gemeinsame Todesjahr 1918 eint. Die Maler und , der Architekt und der Universalkünstler prägten Wien um 1900 nachhaltig. Ihrer wird in zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen gedacht. Damals wie heute ist die Metropole Wien ein Zentrum und Sammelplatz für Kunst und Kreativität.

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Der österreichische Literat Hermann Bahr hatte zweifelsfrei recht, als er Wien um 1900 mit dem Satz charakterisierte: "Es muss damals in Wien ganz interessant gewesen sein." Viele der bekanntesten Meisterwerke auf dem Gebiet der Malerei, Architektur und Design, die heute in der ganzen Welt für Wien stehen, wurden in dieser Zeit geschaffen: etwa Gustav Klimts "Der Kuss", Egon Schieles "Bildnis Wally Neuzil", Otto Wagners und Koloman Mosers Entwürfe für die Wiener Werkstätte. Diesen vier Protagonisten ist es neben anderen zu verdanken, dass die vorvergangene Jahrhundertwende für Wien und Österreich zu einer künstlerisch so bedeutenden wurde. Klimt, Schiele, Wagner und Moser eint das gemeinsame Todesjahr 1918. 2018 - 100 Jahre danach – soll das Schaffen dieser und anderer Ausnahmekünstler der "Wiener Moderne" in den Fokus gerückt werden.

Wiener Moderne: Egon Schiele
Foto © Andreas Hollinek

Wiener Moderne

Die Zeit von 1890 bis 1918 stellt einen hochinteressanten Abschnitt der österreichischen Geschichte dar. Die habsburgische Doppelmonarchie Österreich-Ungarn schwankte zwischen Schönheit und Abgrund. Zahlreiche Neuerungen in Kunst, Literatur, Architektur, Musik, Psychologie, Philosophie und der Gesellschaft prägten die "Wiener Moderne". Künstler waren die Wegbereiter, sie brachen die verkrustete Habsburger-Monarchie auf. Revolutionäres in allen Disziplinen des Lebens entstand. Bis die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges über den Globus fegten - eine erste Zäsur. Die zweite folgte mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938.

Klimts Frauenporträts, Schieles schonungslose Selbstbildnisse, Wagners Ideen für eine moderne Großstadt, Mosers Designs, Sigmund Freuds Psychoanalyse, Arnold Schönbergs Zwölftonmusik, Gustav Mahlers moderne Sinfonien (beide Komponisten sind im "Haus der Musik" prominent vertreten), Ludwig Wittgensteins "Logisch-philosophische Abhandlung" (er plante auch das Wittgenstein-Haus in Wien mit) und Arthur Schnitzlers "Seelenlandschaften" waren nur einige der wichtigsten Errungenschaften dieser Zeit. Überall in Wien poppte Neues auf. In den Kaffeehäusern der Stadt - vor allem in den Cafés Museum, Central und Griensteidl - diskutierten Literaten wie Karl Kraus und Peter Altenberg mit anderen Intellektuellen und Künstlern. Architekten wie Adolf Loos, Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich errichteten Bauwerke abseits des historisierenden Ringstraßen-Stils und nützten neue Materialien.

Klimt Villa Hietzing 2 Klimt Villa Hietzing 1 vergrößern

In den Salons jüdischer Großbürgerinnen diskutierten Künstler, Politiker und Wissenschaftler. Überhaupt emanzipierten sich Frauen zusehends: Alma Mahler-Werfel, Rosa Mayreder, Grete Wiesenthal, Lina Loos, Gina Kaus und Berta Zuckerkandl sind nur einige der wichtigsten.

Die Protagonisten

Wien, das 1910 zwei Millionen EinwohnerInnen (und damit mehr als heute) zählte, wurde zu einem der intellektuellen und künstlerischen Zentren Europas. In diesem Biotop von Kreativität und Aufbruchsstimmung erreichten Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner und Koloman Moser den Höhepunkt ihres Schaffens.

Secession und Wiener Jugendstil

1897 trat Gustav Klimt mit anderen Künstlern aus dem konservativen Künstlerhaus aus und gründete unter dem Namen eine neue Künstlervereinigung. Dies gilt in der österreichischen Kunst als Geburtsstunde der Moderne. Ziel war das Gesamtkunstwerk, die Durchdringung und Verschönerung des ganzen Lebens mit Kunst. Kunsthandwerk und Kunstgewerbe wurde gleichberechtigt mit Malerei und Skulptur gesehen, Architekten und Maler betätigten sich auch als Designer und Produktgestalter.

An der Wienzeile beim Naschmarkt errichtete Joseph Maria Olbrich 1897/98 für die neue Künstlervereinigung ein modernes Ausstellungsgebäude im Jugendstil, das heute zu den bekanntesten Bauten Wiens zählt. Das Gebäude trägt mit "Secession" den gleichen Namen wie die Künstlervereinigung, über seinem Eingangsportal ist deren Leitspruch angebracht: "Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit." Im Untergeschoß der Secession ist Gustav Klimts "Beethovenfries" zu besichtigen. Das 34 Meter lange, von Klimt 1902 angefertigte Werk ist eine virtuose Interpretation von Beethovens 9. Symphonie. Die Secession ist das erste Ausstellungshaus Mitteleuropas, das der modernen Kunst gewidmet war.

Architektur des Aufbruchs

Neben der Secession, die der jungen Künstlergruppe um Klimt als Stammhaus diente, gibt es in Wien viele weitere architektonisch interessante Gebäude, die noch heute an die damalige Aufbruchsstimmung erinnern.

Es war vor allem Otto Wagner, der das Bild der österreichischen Hauptstadt prägte. Wesentlicher Bestandteil seiner Bauten waren Ornamente: Marmor, Glas, Fliesen, Metallapplikationen, bunter Stuck, florale Elemente und Vergoldungen veredelten die Häuser. Otto Wagner bevorzugte einen geometrischen Stil. Seine Gebäude sind klare, meist symmetrisch angeordnete Baukörper. Die wichtigsten Wagner-Bauten in Wien sind die Stationen der ehemaligen Stadtbahn (heute U-Bahnlinien U4 und U6), drei Häuser an der Linken Wienzeile (Nummer 38 ist mit Ornamenten von Kolo Moser geschmückt), die erste "moderne" Kirche Europas (St. Leopold am Steinhof) und die Österreichische Postsparkasse an der Ringstraße - eines seiner Meisterwerke. Ebenfalls sehenswert: Otto Wagners Villa in der Hüttelbergstraße im 14. Bezirk, in der heute das Ernst Fuchs Museum untergebracht ist, und das Nußdorfer Wehr am Donaukanal im 19. Bezirk.

Die Wagner-Schüler Josef Plečnik (1872-1957) und Max Fabiani (1865-1962) zeichnen für Heilig-Geist-Kirche bzw. Artaria-Haus und Urania verantwortlich. Oskar Laske (1874-1951) gestaltete 1901/02 die wunderschöne Engel-Apotheke im ersten Bezirk.

Im Unterschied zu den bisher genannten Architekten wehrte sich Adolf Loos (1870-1933) gegen jegliche Beschmückung seiner Häuser: Er propagierte eine funktionelle Architektur und distanzierte sich vom Jugendstil. Ein Meilenstein moderner Wiener Architektur ist sein Haus am Michaelerplatz, das er 1909 bis 1911 für das Nobelgeschäft "Goldmann & Salatsch" entwarf. An die Stelle des Ornaments trat bei diesem Bau eine schlichte Fassade. Von Loos stammt auch die "American Bar" in einer Seitengasse der Kärntner Straße. 1908 eröffnet, ist die sogenannte Loos-Bar heute mit 27 Quadratmeter Grundfläche eine der kleinsten Cocktailbars Wiens. Am Graben findet sich der von Loos gestaltete Herrenausstatter "Kniže". Und im 13. Bezirk stehen fünf Häuser dieses außergewöhnlichen Architekten.

Josef Hoffmann (1870-1956) war ein weiterer bedeutender Baumeister seiner Zeit. Er war nicht nur Mitbegründer der Wiener Werkstätte, sondern hinterließ auch architektonische Spuren in Wien: Seine Villen im 19. Bezirk sind ebenso sehenswert wie seine für die Werkbundsiedlung errichteten Wohnhäuser. Die Werkbundsiedlung im 13. Bezirk war ein Projekt des sozialen Wohnbaus und wurde in den Jahren 1930 bis 1932 von berühmten Architekten wie Hoffmann, Josef Frank, Loos und vielen weiteren errichtet. Die Häuser der Siedlung zählen zu den bedeutendsten Bauten der Moderne in Österreich.

Wiener Werkstätte

Die Durchdringung des gesamten Alltags mit Kunst war das erklärte Ziel der "Wiener Werkstätte" (1903-1932). Josef Hoffmann, Koloman Moser und der Wiener Industrielle Fritz Waerndorfer als Mäzen gründeten sie nach dem Vorbild der englischen und schottischen Arts-and-Crafts-Bewegung. Der Kunstbegriff sollte auf der Basis des Kunstgewerbes und der handwerklichen Gediegenheit erneuert werden. Nach diesem Prinzip fertigte die Wiener Werkstätte hochwertige Produkte, um alle Bereiche des alltäglichen Bedarfs zu veredeln: Möbel, Interieurs, Porzellan, Glas, Schmuck und Mode. In ihrer erfolgreichsten Zeit wurden Verkaufsstellen nicht nur in Wien, sondern auch in New York, Berlin und Zürich betrieben.

Viele von den Künstlern der Wiener Werkstätte entworfenen Produkte werden auch heute noch hergestellt: Exklusive Leuchten nach den Originalentwürfen der Wiener Werkstätte und des Jugendstils fertigt Woka Lamps Vienna. In den Schauräumen in der Innenstadt sind die hochwertigen Reproduktionen zu besichtigen und zu erwerben: Josef Hoffmanns Kristalllüster für das Palais Stoclet in Brüssel, Otto Wagners Stadtbahn-Leuchten und Adolf Loos' Entwürfe für das Wiener Herrenmodegeschäft Kniže. Die Leuchten werden ausschließlich in Handarbeit und unter teilweiser Verwendung der Originalwerkzeuge gefertigt, jedes Stück wird mit einem Echtheitszertifikat ausgeliefert.

Der Wiener Glas- und Beleuchtungshersteller Lobmeyr ist nicht nur deswegen ein Traditionsunternehmen, weil er bereits in sechster Generation als Familienbetrieb geführt wird. Auch die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen wird in der 1823 gegründeten Firma seit langem gepflegt. Mit der Wiener Werkstätte entstanden Klassiker, die heute noch im Programm sind, etwa die Trinkglas-Serie "B" von Josef Hoffmann.

Auch die Porzellanmanufaktur Augarten realisiert bis heute Entwürfe von Josef Hoffmann. Das "Melonenservice" aus dem Jahr 1929, ein Mokkageschirr mit gerippten und bemalten Tassen, wird seit 1929 produziert, ebenso das Teeservice "Atlantis" (1930).

Die Wiener Silber Manufactur hat ebenfalls ein reiches Erbe der Wiener Werkstätte. Die heutige Manufaktur wurzelt in einem der ältesten heimischen Kunsthandwerksbetriebe und war um 1900 ein wichtiger Partner der Wiener Werkstätte. Hier sind Tafelbesteck und Schalen nach Originalentwürfen von Josef Hoffmann erhältlich sowie Kerzenleuchter, Kaffee- und Teegeschirr von Otto Prutscher, darunter das berühmte "Kürbisservice".

Das MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst verwahrt die größte in einem Museum vorhandene Sammlung von Wiener-Werkstätte-Objekten und deckt damit die gesamte Schaffensperiode der Wiener Werkstätte ab. Unter anderem besitzt das MAK den umfassendsten Bestand an Möbeln, Objekten und Entwürfen Josef Hoffmanns weltweit.

Ausstellungen 2018

2018 verdeutlichen zahlreiche Ausstellungen, wie Künstler, Wissenschaftler, Architekten und viele mehr das Wien um 1900 nachhaltig prägten.

Unteres Belvedere

Februar-Mai 2018: Österreich-Ungarn 1918. Das letzte Jahrzehnt der Monarchie markiert den Beginn der Moderne in Österreich-Ungarn. Die Ausstellung beleuchtet die spannungsreiche Kunstentwicklung dieser Zeit. Wiener Größen wie Gustav Klimt (1862-1918) und Egon Schiele (1890-1918) werden mit herausragenden tschechischen Kubisten, ungarischen Künstlern der Gruppe Nyolcak, Vertretern der slowenischen Sava-Gruppe und vielen weiteren in Dialog treten. Parallelen, Divergenzen und Austausch im Schaffen der Künstler des multikulturellen Habsburgerreichs werden durch die Exponate sichtbar gemacht.

Juni-September 2018: Egon Schiele im Belvedere. Das Belvedere stellt seinen umfangreichen Top-Bestand an Ölgemälden von Schiele in den Fokus dieser Schau. Jedes Werk soll mithilfe vorbereitender Skizzen, verwandter Arbeiten, Kunstwerken von Zeitgenossen sowie Archivmaterial und Fotografien kontextualisiert werden. Der hohe Stellenwert der Schiele-Sammlung des Belvedere, das bereits zu Lebzeiten des Künstlers die ersten Werke erwarb, wird damit in den Mittelpunkt und ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

Oktober 2018-Februar 2019: Reflektionen: Klimt im internationalen Kontext. In Kooperation mit dem Van Gogh Museum Amsterdam zeigt das Belvedere eine umfassende Schau, die den internationalen Einflüssen Gustav Klimts gewidmet ist. Die ausgewählten Vergleiche seiner Bilder mit Kunstwerken, die ihn nachweislich inspiriert und beeinflusst haben, ermöglichen spannungsvolle Konfrontationen mit Künstlern wie Monet, Van Gogh oder Whistler.

Belvedere - Unteres Belvedere & Orangerie, Rennweg 6, 1030 Wien, .

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst

Dezember 2018-April 2019: Koloman Moser. Das MAK besitzt das Archiv der 1903 von Koloman Moser, Josef Hoffmann und Fritz Waerndorfer gegründeten Wiener Werkstätte. Ziel dieser international bekannten Werkstättengemeinschaft war es, alle Bereiche des Menschen mit Kunst zu erfüllen. Moser, der bis 1907 als Maler, Grafiker und Kunsthandwerker für die Wiener Werkstätte tätig war, unterrichtete von 1899 bis 1918 auch an der Wiener Kunstgewerbeschule. Die Ausstellung präsentiert sein umfassendes Werk. MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Stubenring 5, 1010 Wien, www.mak.at.

Wien Museum Karlsplatz

März-September 2018: Otto Wagner. Zum 100. Todestag Otto Wagners (1841-1918) widmet das Wien Museum diesem "Weltstadtarchitekten" die erste umfassende Ausstellung seit mehr als 50 Jahren. Sie setzt Wagners Schaffen in Beziehung zu seinen Wegbegleitern und Gegnern, beleuchtet das künstlerische, kulturelle und politische Umfeld und macht die internationale Strahlkraft des Architekten anhand einzigartiger Objekte aus der Sammlung des Wien Museums - kostbare Zeichnungen, Modelle, Möbel, Gemälde und persönliche Gegenstände - anschaulich.
Wien Museum Karlsplatz, Karlsplatz 8, 1040 Wien, www.wienmuseum.at

Leopold Museum

Ab März 2018: Egon Schiele. Expression und Lyrik. Anlässlich Schieles 100. Todestages treten dessen Gemälde und Grafiken erstmals in einen Dialog mit seinen Autografen und Gedichten sowie Dokumenten, Fotografien und Gegenständen aus seinem Leben. Die Ausstellung eröffnet so neue Sichtweisen auf Schieles persönliches Erleben und auf sein lyrisches Talent. Parallel gezeigte Gegenwartskunst reflektiert auf Schieles Werk aus heutiger Perspektive. Im Kontext des Themenjahres zeigt das Museum weiters Arbeiten auf Papier aus dem umfassenden Klimt-Grafikbestand der Sammlung und Blätter Koloman Mosers. Leopold Museum, MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.leopoldmuseum.org.

Kunsthistorisches Museum Wien

6.2.-21.5.2018: Die nackte Wahrheit. Klimt konfrontiert. Gustav Klimts Gemälde "Nuda Veritas" macht die Wahrhaftigkeit der Kunst zum Programm. Im Spannungsfeld von Zumutung und Blöße, selbstgewisser Konfrontation und ungeschützter Verletzlichkeit wird sie zum Sinnbild künstlerischer Identität. In kompromissloser Offenheit fordert sie den Betrachter heraus; der vorgehaltene Spiegel wird zur programmatischen Haltung. Die Ausstellung präsentiert Klimts nackte Wahrheit in Gegenüberstellung mit anderen exemplarischen Positionen der Selbstwahrnehmung. Kunsthistorisches Museum Wien, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien, .

Secession

März-Oktober 2018: Wiener Secession - Gustav Klimt, Koloman Moser und die Kunst ihrer Zeit. Ein zentrales Element der Secession war der von Moser entworfene Fries der Kranzträgerinnen. Sein Reigen tanzender Mädchen bildete ein wichtiges Gegenüber zu den Lorbeerranken in der Kuppel und an der Außenwand. Das Putzrelief auf der Rückseite der Secession wird rekonstruiert und bildet einen Höhepunkt der Schau. Neben Materialien zur Rekonstruktion der Kranzträgerinnen werden Werke und Dokumente aus der frühen Zeit der Künstlervereinigung gezeigt. Klimts Beethovenfries ist permanent zu sehen.
Secession, Friedrichstraße 12, 1010 Wien, www.secession.at.

Jüdisches Museum Wien

April-Oktober 2018: Arnstein, Todesco, Zuckerkandl. Gastgeberinnen und ihre Salons zwischen Kunst und Politik
Das Networking in Wien fand früher in den Salons statt. Die Damen des Hauses führten als Gastgeberinnen Menschen zusammen. Die Ausstellung stellt den Salon als kultivierten Ort der Politik und als politischen Ort der Kultur vor und macht die Leistungen der zumeist jüdischen Gastgeberinnen für die Wiener Kultur-, Wirtschafts- und Politikszene begreiflich. Die Schau fragt nicht zuletzt auch nach dem Verschwinden der Salonkultur, das mit Ende der k.-u.-k-Monarchie einsetzte. Fanny von Arnstein, Sophie von Todesco, Berta Zuckerkandl und Hilde Spiel zählten zu den wichtigsten Salonnièren.
Jüdisches Museum Wien, Palais Eskeles, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, www.jmw.at

Arnold Schönberg Center

14.3.-29.6.2018: Arnold Schönberg & Jung-Wien. Das Café Griensteidl war in den 1890er-Jahren beliebter Treffpunkt der Künstler- und Intellektuellenszene Wiens. Auch der junge Schönberg kam hierher. Die Zentralfiguren des Cafés kamen aus dem "Jung-Wiener" Literatenkreis um Peter Altenberg, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Felix Salten. Hermann Bahr fungierte als Mentor der Gruppe. Die Ausstellung geht den Jung-Wiener Wirkungskreisen Schönbergs nach und zeigt ihn als Akteur in (nicht nur) musikalischen Hemisphären. Arnold Schönberg Center, Zaunergasse 1-3, 1030 Wien, www.schoenberg.at.

Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien

21.3.-7.10.2018: Wagner, Hoffmann, Loos und das Möbeldesign der Wiener Moderne. Künstler, Auftraggeber, Produzenten. Die Ausstellung stellt die führenden Architekten der Wiener Moderne - Otto Wagner, Adolf Loos und Josef Hoffmann - als Innenarchitekten und Möbeldesigner vor und beleuchtet ihre unterschiedlichen Positionen zum Wohnen und Einrichten. Ein weiterer Teil der Schau zeigt die Hersteller der Möbel und Interieurs wie Portois & Fix oder die Gebrüder Thonet und beschäftigt sich mit den teils prominenten Auftraggebern (z. B. Berta Zuckerkandl). Mit großen Architekturfotos von Walter Zednicek werden darüber hinaus zentrale Bauten der Wiener Moderne gezeigt. Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien, www.hofmobiliendepot.at.

Literaturmuseum

April 2018-Februar 2019: Berg, Wittgenstein, Zuckerkandl: Zentralfiguren der Wiener Moderne. Berta Zuckerkandl war Publizistin und Salonnière und mit zahlreichen Künstlern befreundet. Ludwig Wittgensteins Werk beeinflusste Philosophen und Literaten seiner Zeit. Und Alban Berg wurde mit der Vertonung von Texten Peter Altenbergs berühmt (und berüchtigt). Ihnen und ihren Netzwerken, die deutliche Verbindungslinien zwischen Literatur, Kunst, Musik, Architektur und Philosophie aufweisen, ist diese Ausstellung gewidmet. Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, Johannesgasse 6, 1010 Wien, www.onb.ac.at/museen/literaturmuseum.

Bulgarisches Kulturinstitut "Haus Wittgenstein"

Mitte Oktober-Ende November 2018: Ludwig Wittgenstein: die Tractatus Odyssee (100 Jahre Tractatus Logico-Philosophicus). Im August 1918 diktierte Ludwig Wittgenstein die endgültige Fassung seiner Logisch-Philosophischen Abhandlung: ein Werk, das unter dem Titel "Tractatus Logico-Philosophicus" Weltruhm erlangte und unzählige Werke der Literatur, Musik, Malerei, Architektur und des Films beeinflusste. Im Wittgenstein-Haus, seit 1975 im Besitz der Republik Bulgarien und Heimat des Bulgarischen Kulturinstituts, werden das Leben des Philosophen mit Originaldokumenten und die Entstehung des Tractatus und dessen Wirkung auf die Kulturgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts nachgezeichnet. Haus Wittgenstein, Kulturabteilung der Bulgarischen Botschaft, Parkgasse 18, 1030 Wien, www.haus-wittgenstein.at.

Ernst Fuchs Museum

Juni-September 2018: Die Salonkultur des alten Wien - Glanzvolle Bühne einer Gesellschaft. In den Originalräumen der Jugendstilvilla, die Otto Wagner einst bewohnte, wird der Geschichte der Salons auf den Grund gegangen. Die Ausstellung zeichnet durch Vereinigung der kulturellen, politischen und soziologischen Komponenenten ein möglichst genaues und umfassendes Porträt der Epoche nach. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Biografien der prägenden Persönlichkeiten dieser Zeit. Ernst Fuchs Museum in der Otto Wagner Villa, Hüttelbergstraße 26, 1140 Wien, www.ernstfuchsmuseum.at.

"Klimt Villa" / Gustav Klimt Atelier

Im Erdgeschoß der 1911 bis 1918 von Klimt als Atelier genutzten Villa sind sowohl eine Rekonstruktion der Einrichtung als auch eine Dokumentation über Klimts Schaffen zu sehen. Rund 50 Ölgemälde und hunderte Zeichnungen enstanden hier. Die Klimt Villa ist die einzige Originalwirkungsstätte des Malers, die in Wien erhalten ist. Veranstaltungen und Führungen 2018: "Gustav Klimt, Leben und Werk", "Internationaler Jugendstil", "Japonismus", "Gustav Klimt und Emilie Flöge", "Hietzing - Künstleradressen, Architektur, Wien um 1900" u. v. m. (Termine auf Anfrage und auf der Webseite)."Klimt Villa" / Gustav Klimt Atelier, Feldmühlgasse 11, 1130 Wien, www.klimt-atelier.at, www.klimt.at.

Von der Wiener Klassik zur Zweiten Wiener Schule

Das musikalische Zeitalter der Wiener Moderne wird anhand von Gustav Mahler (1860-1911) sowie Arnold Schönberg (1874-1951) gewidmeten Ausstellungsräumen beleuchtet. In Mahlers Werk findet die traditionelle klassische Musik ihren vorläufigen Höhepunkt, bevor die "Zweite Wiener Schule" um Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg mit den bisherigen Konventionen bricht und eine neue Ära begründet. Haus der Musik – Das Klangmuseum, Seilerstätte 30, 1010 Wien, .

Spezialtouren

Ausgewählte Touren widmen sich dem Jahresthema und geben Einblicke in die Zeit der Wiener Moderne und des Jugendstils.

Otto-Wagner-Spital: Otto Wagner errichtete im 14. Bezirk ein Gesamtwerk: die "Weiße Stadt", bestehend aus Krankenhaus, Jugendstiltheater und der Kirche zum Heiligen Leopold.
Führungen 2018: Otto Wagners "Weiße Stadt" (auf Anfrage in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch). Otto-Wagner-Kirche zum Heiligen Leopold (öffentliche Führungen ohne Anmeldung in Deutsch Samstag 15 und Sonntag 16 Uhr; auf Anfrage auch in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch). Otto-Wagner-Spital, Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien, , Kontakt: katharina.baier@wienkav.at.

Sigmund Freud Museum: Sigmund Freud und die Wiener Moderne: ein Stadtrundgang. Die Führung zeigt jene Plätze, an denen Freud Patientinnen traf, sich mit Freunden verabredete und mit Kollegen austauschte: Ringstraßen-Palais und -Cafés, die Universität Wien und das frühere Allgemeine Krankenhaus. Im Preis inkludiert: Eintritt ins Sigmund Freud Museum. Touren individuell buchbar. (Kontakt: museum@freud-museum.at). Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien, .

: 2018 werden Führungen (auf Anfrage!) in Deutsch, Englisch und Französisch durch den großen und den kleinen Kassensaal sowie durchs Museum WAGNER:WERK mit einer Dauerausstellung zu Wagners Schaffen angeboten. (Kontakt: museum@ottowagner.com). Österreichische Postsparkasse, Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien, .

Touren geprüfte FremdenführerInnen

Zahlreiche geprüfte Wiener Fremdenführer bieten Führungen zur Wiener Moderne, zum Jugendstil, zur Architektur der Jahrhundertwende, zu Klimt, Schiele, Wagner und Moser etc. an: www.findaguide.at/Wien. Einige haben Spezialtouren für das Themenjahr 2018 entwickelt:

  • Ursula Schwarz: Aufbruch & Abgesang – Wiener Moderne 1918/2018; Blühender Jugendstil zwischen Stadtpark und Hietzing; Jugendstil, Secession und die Moderne; Jugendstil und Art Déco in Döbling; Jugendstil & Jahrhundertwende – vom Looshaus zur Postsparkasse. .
  • Marieta Teich: Die Tour beginnt mit Klimts Beethovenfries in der Secession und endet am Gelände des Alten Allgemeinen Krankenhauses (Dauer: 3 Stunden). .
  • Sonia Montiel de Muhm: Architekturführungen Wiener Moderne & Jugendstil-Spaziergänge; Protagonisten der Wiener Moderne; Wiener Jugendstil; Wiener Architektur und Design; Wiener Innenstadt u. a. .
  • Nini Leydolt: Themenführungen: Otto Wagners Wien; Die drei Wiener Schulen der Psychotherapie: Freud, Adler, Frankl; Sigmund Freuds Wien um 1900. .
  • Katharina Ebner: Spezialführungen 2018: Otto Wagner – Jubiläumstour: der Mann, der Wien modern machte; Die gerade und die geschwungene Linie: Wiener Kunst und Design um 1900 bis heute; Neu Wien: Die Geburt der Moderne. .

Biografie Otto Wagner

1841: Otto Wagner wird am 13. Juli in Wien geboren.
1861: Nach dem Studium an der Königlichen Bauakademie Berlin kehrt Wagner nach Wien zurück.
1862: Wagner beendet sein Studium der Architektur an der Akademie der bildenden Künste bei den Architekten Siccardsburg und van der Nüll (erbauten die Wiener Staatsoper) und übernimmt einen Job im Atelier des Ringstraßenplaners Ludwig von Förster.
1867: Teilnahme am Wettbewerb zum Bau des Berliner Doms.
1879: Entwurf der Dekoration für das Hofzelt, das anlässlich der Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares im Rahmen des "Makart-Festzuges" vor dem Äußeren Burgtor errichtet wird.
1886-1888: Am westlichen Stadtrand von Wien baut Wagner eine Villa für seine Familie. In der Otto Wagner Villa I ist heute das Ernst Fuchs Museum untergebracht.
1890: Wagner bringt den ersten Band von "Einige Skizzen, Projekte und ausgeführte Bauwerke" im Eigenverlag auf den Markt. Weitere Bände folgen 1897, 1906 und 1922.
1893: Einer der beiden Preise beim Wettbewerb für den "Generalregulierungsplan" für Wien geht an Wagner. Er wird zum künstlerischen Beirat der Kommission für die Wiener Verkehrsanlagen und der Donau-Regulierungskommission bestellt. Was folgt, sind seine revolutionären Entwürfe und Bauten für die Wiener Stadtbahn (heute U4 und U6) und den Donaukanal.
1894: Ernennung zum ordentlichen Professor und zum Leiter einer Spezialschule für Architektur an der Akademie der bildenden Künste.
1898/99: Wagner errichtet drei Wohn- und Geschäftshäuser an der Linken Wienzeile: Majolikahaus, Wohnhaus mit vergoldeten Medaillons von Kolo Moser und Wohnhaus in der Köstlergasse.
1903-1907: Bau der Kirche am Steinhof nach Entwürfen Wagners.
1904: Baubeginn der Österreichischen Postsparkasse an der Ringstraße (1906 fertiggestellt).
1913: Die Villa Wagner II gleich neben der Villa I, die er 1911 verkaufte, wird errichtet.
1918: Am 11. April stirbt Wagner an Rotlauf. Sein Grab befindet sich am Hietzinger Friedhof.

Wagner-Hotspots in Wien

Österreichische Postsparkasse, Kirche am Steinhof, Wienzeile-Häuser, Wien Museum Karlsplatz, Pavillon Karlsplatz (mit Dauerausstellung), Hofpavillon Hietzing, ehemalige Stadtbahn (heute Teil der U-Bahn-Linie U4 und U6 sowie der S-Bahn S45).

Biografie Koloman Moser

1868: Koloman Moser wird am 30. März in Wien geboren.
1886: Beginn des Studiums der Formgebung und Malerei an der Akademie der bildenden Künster in Wien.
1892-93: Moser ist der Zeichenlehrer der Kinder Erzherzog Karl Ludwigs (Vater von Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und Großvater Kaiser Karls I.).
1893-95: Studium des Grafikdesigns an der Kunstgewerbeschule, wo er ab 1900 auch Professor ist.
1897: Als eines der Gründungsmitglieder der Secession entwirft er den Briefkopf und konzipiert maßgeblich die Vereinszeitschrift Ver Sacrum.
1898: Für das in diesem Jahr eröffnete Secessionsgebäude entwirft Moser Fassadenschmuck (u.a. den Fries der Kranzträgerinnen) sowie ein Glasfenster für die Eingangshalle.
1903: Gemeinsam mit Josef Hoffmann und Fritz Waerndorfer gründet er die Wiener Werkstätte. Bis 1907 ist Moser mit Hoffmann deren künstlerischer Leiter.
1904-05: Moser entwirft die Glasfenster für Otto Wagners Kirche am Steinhof.
1905: Kolo Moser tritt gemeinsam mit der "Klimt-Gruppe" aus der Secession aus.
1907: Nach Streitigkeiten mit Waerndorfer verlässt er die Wiener Werkstätte und widmet sich wieder verstärkt der Malerei.
1908: Moser nimmt an der von der "Klimt-Gruppe" organisierten Kunstschau Wien teil.
1911: Einzige Einzelausstellung Mosers in der Galerie Miethke in Wien und Teilnahme an der Internationalen Kunstausstellung in Rom.
1912: Teilnahme an der Großen Kunstausstellung in Dresden.
1916: Moser stellt bei der Wiener Kunstschaus in Berlin aus.
1918: Kolo Moser stirbt am 18. Oktober an Kehlkopfkrebs. Er wird am Hietzinger Friedhof begraben.

Moser-Hotspots in Wien

MAK, Leopold Museum, Kirche am Steinhof.

Infos

www.wienermoderne2018.info

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Siehe auch

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