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Arteriitis temporalis Horton

Als Arteriitis temporalis Horton bezeichnen Mediziner ein Krankheitsbild, welches durch das Auftreten einer Gefäßwandentzündung speziell großer Arterien gekennzeichnet ist ("Vaskulitis bzw. Arteriitis").

Dabei handelt es sich um die häufigste Gefäßwandentzündung überhaupt, wobei vor allem Menschen ab ihrem 5. Lebensjahrzehnt besonders oft davon betroffen sind. Für die Entstehung der Arteriitis temporalis Horton werden autoimmunologische Prozesse verantwortlich gemacht. Kommt es z.B. im Rahmen von Alterungsprozessen und/oder jahrelanger UV-Belastung zu Veränderungen in der Gefäßwandzusammensetzung, kann dies Auftakt dazu sein, dass sich das Abwehrsystem fälschlicherweise gegen körpereigene Gefäßstrukturen wendet und Entzündungen hervorruft.

Untersucht man befallene Arterienabschnitte, erkennt man typische Gewebeveränderungen, "Granulome" genannt, welche Riesenzellen beherbergen und Namensgeber für eine weitere Bezeichnung dieser Gefäßerkrankung waren: "Riesenzellarteriitis". Die Granulome engen das Gefäß ein und führen langsam zu einer Verminderung der Durchblutung. Im weiteren Krankheitsverlauf treten häufig Thromben und komplette Gefäßverschlüsse auf.

Betroffene Gefäße

Die Erkrankung betrifft hauptsächlich Gefäße im Kopfbereich, wobei vor allem Arterien der Schläfe und der Augenhöhle entzündliche Veränderungen zeigen. Selten sind Gehirn- oder Hirnstammgefäße am Krankheitsprozess beteiligt. Die Entzündung etabliert sich in der Regel beidseitig.

Symptome

Die Arteriitis temporalis Horton verläuft in mehreren Stadien:

Unspezifische Beschwerden, oft über Jahre hinweg bestehend

  • Müdigkeit
  • Appetitmangel
  • Gewichtsverlust
  • Erhöhte Temperatur
  • Kopfschmerzen
  • Morgendliche Muskelsteife und heftige Muskelschmerzen im Bereich von Schulter / Beckengürtel (Polymyalgia rheumatica) bei etwa der Hälfte der Patienten

Akutes Stadium (in mehreren Schüben)

  • Erhebliches Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Starke, oft pulsierende Kopfschmerzen im Bereich der Schläfenregion und Richtung Ohr und Stirn ausstrahlend
  • Schläfe ist gerötet, angeschwollen, berührungsempfindlich und zeigt eine knotig verdickte, tastbare und pulslose oberflächliche Schläfenarterie

Chronisches Stadium

  • Die oberflächliche Schläfenarterie erscheint hart, ist jedoch nicht mehr schmerzhaft
  • Defektheilung möglich

Komplikationen

  • Beteiligung von Arterien der Augenhöhle: Doppelbilder, Visusminderung und Gefahr der Erblindung auf Grund einer akuten Minderdurchblutung der Sehnervenpapille (betrifft in 75 Prozent innerhalb weniger Stunden beide Augen)
  • Schmerzen beim Kauen
  • Gehör- und Gleichgewichtsschaden
  • (selten)

Diagnose

  • Anamnese
  • Labor: Typisch ist eine stark erhöhte Blutsenkung (Blutkörperchensenkung). Weitere mögliche Abweichungen: Erhöhung von CRP und der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) sowie Senkung der roten Blutkörperchen ()
  • Beweisend für das Vorliegen der Arteriitis temporalis Horton ist allerdings ausschließlich die Begutachtung von Arterienwandmaterial unter dem Mikroskop (mittels Biopsie der oberflächlichen Schläfenarterie nach vorangegangener Doppler-Ultraschalluntersuchung der Gefäßregion)
  • Augenfachärztliche Untersuchung
  • Bei gleichzeitigem Vorhandensein von Polymyalgia rheumatica: Ergänzende Untersuchung von Muskelkraft und Beweglichkeit des Patienten, Muskelbiopsie, EMG

Therapie

  • Kortisontherapie Schneller Beginn mit hoher Dosierung, nach etwa 2 Wochen Minderung auf eine sogenannte Erhaltungsdosis, welche meist über mehrere Jahre hinweg (eventuell lebenslang) eingenommen werden muss. Kortison hilft optimal und schnell, auch bei eventuell vorhandener Polymyalgia rheumatica und Wiederauftreten von Arteriitis-Schüben (Rezidiven)
  • Immunsuppressiva sind alternativ oder als Ergänzung zur Kortisontherapie möglich (helfen jedoch nicht bei Polymyalgie)
  • Magenschutzpräparat

Prognose

Bei rechtzeitig einsetzender Kortisontherapie zeigt die Arteriitis temporalis Horton eine relativ günstige Prognose. Wird jedoch nicht (rechtzeitig) behandelt, so erblinden 30 Prozent der Betroffenen, da bei einsetzender akuter Beteiligung der Augengefäße auch eine dann schnell eingeleitete Kortisontherapie nicht mehr hilft, das Augenlicht zu retten. Da allerdings in etwa 75 Prozent der Fälle das zweite Auge innerhalb weniger Stunden ebenfalls Symptome zeigen würde, schützt die sofortige Kortisongabe zumindest dieses Auge und bewahrt den Patienten vor einer vollständigen Erblindung.

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

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