www.50plus.at

Blogs 50plus Facebook YouTube Twitter Suche E-Privacy Info Menü

MENU

Hormonersatzbehandlung und Brustkrebsrisiko

Prim. Dr. Ewald Boschitsch, Facharzt für Gynäkologie und Ärztlicher Leiter des Ambulatorium Klimax, schreibt zum Thema "Hormonersatzbehandlung" und einem etwaigen damit verbundenen Brustkrebsrisiko (aus einer Patienteninformation des Ambulatorium Klimax).

"In den vergangenen Monaten [2003, Anm. d. Red.] wurde der Zusammenhang zwischen Hormonersatzbehandlung und oft missverständlich dargestellt. Anlass dafür war ein Artikel in einer britischen Fachzeitschrift mit dem Titel 'The Million Women Study'. Dort wurden die Ergebnisse von knapp 829.000 Frauen veröffentlicht, die an einer Umfrage im Rahmen der Brustkrebs-Vorsorge teilgenommen hatten.

Bahnreise Blog Bahnreise Blog Bücher Blog und Buchbesprechungen www.oesterreich-info.at

Diese Frauen wurden anlässlich der in Großbritannien alle 3 Jahre üblichen Einladung zur Mammographie ersucht einen Fragebogen auszufüllen. Darin waren unter anderem Fragen über eine eventuell durchgeführte Hormonersatztherapie (HRT) enthalten: z.B. welche Präparate sie, ihrer Erinnerung nach, wie lange und in welcher Dosierung eingenommen hatten. Die Zahl jener Frauen, die während oder nach einer HRT an Brustkrebs erkrankt waren, wurden mit Frauen in so genannten 'entwickelten Ländern', die nie eine HRT erhalten hatten, verglichen. Da die Zahl der Brustkrebserkrankungen in den 'entwickelten Ländern' unterschiedlich hoch ist, hätte selbstverständlich nur der Vergleich mit den britischen Frauen ohne HRT Sinn gemacht.

Dem Trend nach sind jedoch auch trotz, oder eher wegen, der von den Autoren angewendeten Methode schon längst bekannte Erkenntnisse bestätigt worden: z.B. dass in der Altersgruppe der 65-Jährigen während einer seit 5 Jahren durchgeführten Behandlung mit Östrogenen allein unter 1000 Frauen durchschnittlich um 1,5 Brustkrebsfälle mehr entdeckt werden, nämlich 51,5 statt 50 Fälle, die ohne diese Behandlung auftreten. Bei einer mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen durchgeführten Behandlung sind laut Schätzung der Autoren um 6 Fälle pro 1000 Frauen mehr, also 56, statt 50 Karzinome ohne HRT, zu erwarten. Zu dem sehr großen Risiko ohne HRT an Brustkrebs zu erkranken, kommt also mit HRT ein sehr kleines Risiko dazu. Der Grund dafür ist, neben den vielen positiven Eigenschaften dieser Hormone, ihre Fähigkeit das Wachstum bestehender Tumoren im Brustdrüsengewebe zu fördern. Die Entstehung neuer Tumoren scheinen sie nicht auszulösen. Das kann man daran erkennen, dass nach Absetzen einer HRT das Risiko wieder gleich hoch ist wie vor der Einnahme, so als hätte man nie eine HRT genommen. Auch andere, sehr häufige Risikofaktoren, wie Übergewicht oder regelmäßiger Alkoholkonsum, führen zu einem zusätzlichen Auftreten von Brustkrebserkrankungen in ähnlicher Größenordnung.

Der überwiegende Teil des zusätzlichen Risikos im Zusammenhang mit Hormonen scheint also weniger durch Östrogene sondern durch bestimmte Gestagene hervorgerufen zu werden. Gestagene sind künstliche, dem Gelbkörperhormon ähnliche Wirkstoffe. Wie man aus einer französischen Studie weiß, hat das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron, das ebenfalls zur HRT verwendet werden kann, diese negativen Eigenschaften nicht.

Neben den Gestagenen kann allerdings auch eine zu hohe Dosierung der Östrogene, die ohne Kontrolle nicht selten unbemerkt bleibt, das erhöhen. In jedem Fall sollen Sie, liebe Patientin, während der Anwendung einer HRT die Gründe für Ihre Behandlung mindestens einmal pro Jahr mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt besprechen und die notwendigen Kontrolluntersuchungen regelmäßig durchführen lassen. Wenden Sie sich an die dafür zuständigen Fachleute, die Ihre eventuellen Risikofaktoren erkennen und Sie ausführlich beraten und individuell betreuen. Damit können Sie Ihr persönliches Risiko so gering wie möglich halten und weiterhin die Vorzüge einer HRT genießen."

Als Gründe und Voraussetzungen für eine HRT gibt das Ambulatorium Klimax an:

  • Ursächliche Behandlungsgründe wie die Behandlung von Hitzewallungen, , Stimmungsschwankungen (), usw., sowie Rückbildungserscheinungen der Schleimhäute und des Bindegewebes im Genitalbereich und der Harnblase (, ; , )
  • Relative Behandlungsgründe wie der Schutz vor , und Krebserkrankungen des Dickdarms.
  • Die Gründe für eine HRT müssen unter Beachtung folgender Befunde genau definiert werden: medizinische Vorgeschichte, gynäkologische, eventuell internistische, bildgebende (vaginaler Ultraschall, Mammographie, ) und Laborbefunde (Hormone der Eierstöcke, Hirnanhangsdrüse und Schilddrüse, Knochenumbaumarker usw.).
  • Ärztliches Gespräch: detaillierte Aufklärung, Nutzen und Risiko (einzelner Wirkstoffe) abwägen. Achtung: bei Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: früher Behandlungsbeginn (zur Zeit der ); verabreichen (wegen des Risikos der Blutdruckssteigerung und der Blutgerinnselbildung), verschiedene Gestagene beeinflussen die Blutgefäße unterschiedlich; eventuell Behandlung nur mit .

Als Kontrolluntersuchungen während einer HRT empfiehlt das Ambulatorium Klimax:

  • Gynäkologische Untersuchung und vaginale Ultraschalluntersuchung (zur Beurteilung der Gebärmutter-Schleimhaut und der Eierstöcke): Kontrollen halbjährlich bis jährlich.
  • Mammographie und Ultraschalluntersuchung der : jährliche Kontrollen.
  • Östrogen- und eventuelle andere Hormon-Blutspiegel halbjährlich kontrollieren. Der Durchschnitt mehrerer Werte über einen längeren Zeitraum ist wegen der normalen Schwankungen aussagekräftiger als Einzelwerte. Achtung: zur fachgerechten Beurteilung sind die Unterschiede der einzelnen Präparate, der Zeitabstand von der Verabreichung des Präparates zur Blutabnahme, die Vergleichbarkeit der Laborreagenzien und anderes zu berücksichtigen.
  • und Knochenumbaumarker (vom Krankheitsverlauf abhängig).
  • Ärztliches Gespräch: Befundbesprechung und Überprüfung der Behandlungsgründe, eventuell notwendige Änderung der Therapie (Dosisanpassung, Präparatewechsel) anlässlich der gynäkologischen Kontrolle.

aktuelle Medienliste bei Amazon

Siehe auch

Bahnreise Blog Englisch Sprachkurs

Neu & aktuell

Social Network 50plus

Facebook YouTube Twitter Deutschland Oesterreich Schweiz Amazon E-Privacy Info

© Texte und Fotos (außer anders angegeben) sowie Datenschutz: Andreas Hollinek 2020; www.50plus.at. Inhalte ohne Gewähr. Enthält ggf. PR, Werbung + Cookies, die Werbepartner wie Google (www.google.com) zur Nutzeranalyse verwenden (E-Privacy Info). Seite mit SSL-Sicherheitszertifikat. Impressum.

22 Jahre 50plus.at Content Seeding in 50plus.at neu und aktualisiert bei 50plus.at