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Parkinson

Morbus Parkinson stellt eine neurologische Erkrankung dar, welche als Folge einer Degeneration von kleinen, Dopamin-produzierenden Zellen der Substantia nigra auftritt. Diese Substantia nigra entspricht einer dunkel gefärbten Stelle im obersten Hirnstammbereich und zählt zu den sogenannten "Basalganglien". Morbus Parkinson hat im Bereich aller Erkrankungen der Basalganglien die größte Bedeutung. Siehe auch den Beitrag .

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Foto © Andreas Hollinek

In Österreich leiden rund 30.000 Menschen an Morbus Parkinson, das Erkrankungsalter liegt meist zwischen 40 und 60 Jahren, Männer sind etwas häufiger als Frauen betroffen. Je älter man ist, umso höher muss das Risiko für eine Parkinsonerkrankung eingeschätzt werden. Wichtige Betreuungs, Kur- und Rehab-Einrichtung bei Morbus Parkinson sind sind.

Die Gründe, warum Menschen an Morbus Parkinson erkranken, liegen immer noch im Dunkeln. Fest steht lediglich, dass es zunehmend zum Absterben von dopaminergen Zellen der Substantia nigra kommt. Die Folge davon ist demnach ein Dopaminmangel, gleichzeitig sind jedoch auch andere Neurotransmitter in ihrer Konzentration vermindert. Die dadurch resultierende Dysbalance bezüglich hemmender und erregender Substanzen und deren Funktion im Bereich der Basalganglien führt zu den typischen Beschwerden dieser Erkrankung.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung stellen sich häufig Schmerzen in Armen oder Beinen ein, auch kann es bereits in diesem Stadium zu kommen, welche nicht als Reaktion auf vorhanden Beschwerden auftreten, sondern durch einen krankheitsbedingten Serotoninmangel verursacht werden.

Langsam fortschreitend entwickeln sich in Folge die vier Hauptsymptome eines M. Parkinsons, welche in ihrer Kombination das sogenannte Parkinson-Syndrom ergeben. Diese vier Symptome müssen jedoch nicht immer gleich stark ausgeprägt sein, auch betreffen sie anfangs meist nur eine Körperhälfte, breiten sich aber im weiteren Verlauf stets auf den gesamten Körper aus. Zu ihnen zählen:

Rigor: Erhöhter Muskeltonus, ein wachsener Widerstand der Muskulatur gegenüber passiven Bewegungen, welcher konstant während der Bewegungsausführung vorhanden ist, jedoch immer wieder ruckartig nachlässt (sogenanntes positives Zahnradphänomen).

Tremor: Zittern, welches in Ruhe auftritt und besonders gut an den Händen erkennbar ist. Es scheint, als ob die Patienten "Pillen drehen" oder "Geld zählen" würden.

Akinese: Verarmung von spontanen Bewegungen und Mitbewegungen, wie etwa das Pendeln der Arme beim Gehen. Reduktion der Mimik ("Maskengesicht") und Gestik, aber auch Verlangsamung des gesamten Bewegungsablaufes sind weitere typische Beschwerden. In Folge zeigen die Betroffenen einen kleinschrittigen Gang mit Start- bzw. Umkehrschwierigkeiten, ihre Körperhaltung ist starr und leicht vornübergebeugt, auch Arme und Beine werden im Ellenbogen- bzw. Kniegelenk gebeugt. Die Stimme wird heiser und leise, das Sprechbild monoton-leiernd und wenig betont, die Schrift zittrig und klein, letztlich wird auch das Schlucken erschwert, so dass Speichel aus dem Mund herauslaufen kann. Komplexe Bewegungsabläufe, wie etwa Anziehen, Waschen, oder das Umdrehen im Bett werden immer langsamer umgesetzt bzw. nach verzögertem Beginn nicht beendet.

Störung der gleichgewichtserhaltenden Reflexe: Die Betroffenen können sich z.B. nach einem Stoß nicht selbst auffangen und drohen zu stürzen. Es besteht eine erhöhte Fallneigung nach hinten, vorne und zur Seite.

Neben diesen vier Hauptsymptomen, treten noch weitere Beschwerden hinzu: Störungen im Bereich der Augenmotorik und des Blinkreflexes, Depressionen (wenn nicht schon von Beginn an vorhanden), verlangsamte Denkleistung, Aufmerksamkeitsschwäche, Störungen im Bereich des vegetativen Nervensystems (niedriger Blutdruck, Blasenentleerungsstörungen, , verminderte Schweißsekretion und Überwärmung, usw.), Neigung zu erhöhter Talgproduktion der Haut. Die Diagnose wird von einem Facharzt für Neurologie anhand typischer Beschwerden, CT, PET und Reflexmessungen gestellt. Das EEG ist bei Morbus Parkinson unverändert.

Behandlungsmöglichkeiten

Die medikamentöse Parkinson-Behandlung sollte – so früh wie möglich – als Kombinationstherapie begonnen und lebenslang durchgeführt werden. Eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzklassen stehen zur Verfügung:

  • MAO-B-Hemmer
  • Glutamat-Rezeptor-Antagonisten
  • Anticholinergika
  • Dopaminagonisten
  • Levo-Dopa und periphere Decarboxylasehemmer (L-Dopa so spät und so niedrig dosiert wie möglich)
  • COMT-Hemmer

Die Therapie wird mit Fortschreiten der Erkrankungsdauer immer schwieriger, so dass ständige Anpassungen notwendig sind. Auch kann es zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen (neurologische und psychische Beschwerdebilder, Verschlechterung einer Demenz, Magen-Darm-Beschwerden, Glaukomanfall, Mundtrockenheit und viele mehr), welche ebenso einer Therapieoptimierung und/oder zusätzlichen Behandlung bedürfen. Heilbar ist M. Parkinson nicht, jedoch ist es möglich, mit optimaler Behandlung den Krankheitsverlauf hinauszuzögern und eine annähernd normale Lebenserwartung zu erreichen.

Nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Rat, Hilfe und Beistand vermitteln zahlreiche Selbsthilfegruppen (beim behandelnden Arzt bzw. im Krankenhaus zu erfragen).

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

Befindlichkeit von Parkinson-Patienten

Eine 2017 ausgewertete Spectra-Umfrage im Auftrag der Parkinson Selbsthilfe Österreich und dem biopharmazeutischen Unternehmen AbbVie unter mehr als 360 Teilnehmern zeigt: Morbus Parkinson schlägt vielen Patienten aufs Gemüt und beeinträchtigt auch das Familienleben. Dennoch meistern Betroffene – oftmals mit der Unterstützung ihrer Angehörigen – den Alltag gut. Ein Drittel ist mit der aktuellen Behandlung mäßig bis nicht zufrieden, beinahe zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr Informationen zur Erkrankung. AbbVie General Manager Ingo Raimon zu der Umfrage: "Wir wollen Menschen mit Morbus Parkinson in der Öffentlichkeit eine Stimme geben. Die Ergebnisse bieten wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse der Betroffenen und zeigen wo man ansetzen muss, um ein besseres Verständnis für ihre Situation zu schaffen."

Nicht nur motorische Anzeichen wie langsame Bewegungen, angespannte Muskeln oder Zittern sind typisch für Morbus Parkinson. Die Erkrankung kann auch zu einem regelrechten Wechselbad der Gefühle führen, zeigt ein Ergebnis der im Frühjahr 2017 initiierten österreichweiten Umfrage unter Menschen mit Morbus Parkinson. Sieben von zehn Betroffenen fühlen sich müde, beinahe die Hälfte empfindet eine gewisse Antriebslosigkeit und ein Drittel der Befragten ist ängstlich. Dennoch gibt jeder dritte Befragte an, zufrieden zu sein. "Nicht-motorische Anzeichen wie die Müdigkeit und die Antriebslosigkeit sind auch wissenschaftlich in neueren Studien belegt, werden aber in der Praxis zu wenig erfragt. Dabei hilft es, Emotionen beim Arzt zum Thema zu machen", erklärt Dr. Karoline Wenzel, Oberärztin an der Grazer Universitätsklinik für Neurologie.

Trotz Einschränkungen durch die Erkrankung führt der Großteil der Befragten ein normales Alltagsleben und erledigt beispielsweise Einkäufe auch selbst. Knapp zwei Drittel können Hobbys wie der Gartenarbeit oder sportlichen Aktivitäten zumindest teilweise nachgehen. Auf die Unterstützung der Angehörigen können dennoch viele nicht verzichten: etwa die Hälfte der Befragten benötigt ab und zu Hilfe bei täglichen Routineaufgaben wie beispielsweise dem Kochen oder der Medikamenteneinnahme. Zudem geben auch zwei Drittel an, dass ihr Familienleben generell beeinträchtigt ist.

"Es ist erfreulich, dass Betroffene ihre Situation allgemein gut meistern", kommentiert Gabi Hafner, Obfrau des Dachverbandes der Parkinson Selbsthilfe Österreich die Umfrageergebnisse. "Angehörige sind eine wichtige Stütze, wenn sie ihren Betroffenen dabei helfen solange wie möglich selbstständig zu bleiben und nicht bei jeder Kleinigkeit aufspringen. Ein gutes Leben mit Morbus Parkinson ist nur dann möglich, wenn man auf sich achtet, aktiv bleibt, Verantwortung übernimmt und nicht abgibt", so Hafner.

Der Großteil der Befragten schätzt die eigene Rolle im Umgang mit der Erkrankung als gut oder zumindest mittelmäßig ein. Jeder kann also aktiv dazu beitragen, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit der Erkrankung zu führen. Bei Therapieentscheidungen darf mitgeredet werden – diese Aussage unterstützen ebenso knapp drei Viertel der befragten Betroffenen. Der Großteil der Befragten kann also aktiv an Therapieentscheidungen mitwirken. 65 Prozent sind mit ihrer aktuellen Behandlung zufrieden. Im Umkehrschluss: ein Drittel stellt der Behandlung ein mäßiges bis schlechtes Urteil aus und beinahe zwei Drittel wünscht mehr Aufklärung zur Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten. "Der Informationsstand ist noch nicht so hoch, wie wir uns das wünschen und es gibt noch viel zu tun", so Prim. Dr. Dieter Volc, Leiter der neurologischen Abteilung mit Parkinsonzentrum an der Privatklinik Confraternität.

Wollen die Befragten mehr zur Erkrankung erfahren, vertrauen sie auf ihren behandelnden Neurologen. Etwa die Hälfte informiert sich in Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Vor allem Befragte unter 60 Jahren suchen auch online nach Informationen. "Im Internet kursieren viele falsche Heilungsversprechen", so Prim. Dr. Volc, "Hier ist es besonders wichtig, den Absender kritisch zu prüfen."

Ein erfreuliches Zeugnis stellen Österreichs Befragte ihren Ärzten aus: denn mehr als drei Viertel sind mit der Beziehung zu ihren behandelnden Ärzten zufrieden. Fast alle, 93 Prozent, waren im letzten Jahr bei ihren behandelnden Neurologen in der Ordination oder im Krankenhaus. Für etwa die Hälfte der Befragten spielt auch der Hausarzt bei der Behandlung von Morbus Parkinson eine wichtige Rolle. "Schon bei Verdacht auf Parkinson, sollte frühzeitig ein Neurologe aufgesucht werden. Der Facharzt weiß am besten über die Erkrankung und wirksame Therapien Bescheid. Ein Hausarzt kann zusätzliche Unterstützung bieten. Der Austausch zwischen allen Parteien ist vor allem im fortgeschrittenen Stadium essenziell", so Dr. Wenzel. Vier von zehn Befragten nehmen auch eine Physiotherapie in Anspruch. Ergotherapie, Logopädie sowie Psychotherapie spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Von Rehabilitation kann jeder Parkinson-Patient profitieren – sowohl im Früh- als auch im späteren Stadium. Etwa die Hälfte der Befragten war bereits auf Reha. Ein verbesserter Gesundheitszustand, mehr Wohlbefinden und das Erlernen neuer Therapien sind die meistgenannten Argumente für einen Reha-Aufenthalt. Es gibt auch nachhaltige Erfolge: "Betroffene sind beispielsweise ein Jahr nach ihrem Reha-Aufenthalt nachweislich aktiver und müssen weniger Medikamente einnehmen", so Dr. Volker Tomantschger, Oberarzt der Abteilung Neurologische Rehabilitation an der Gailtal-Klinik in Kärnten. Die Umfrage zeigt aber auch, dass etwa jeder fünfte Befragte, der noch nicht auf Reha war, zu wenig über diese Möglichkeiten informiert ist.

Ob Gymnastik, Tanzen oder gemeinsame Spaziergänge: Mehr Lebensqualität verspricht vor allem Bewegung. Die Parkinson Selbsthilfe Österreich organisiert für Betroffene unterschiedliche Angebote. Mehr Informationen, Beratung und Hilfestellung unter: .

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