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Tollwut Mensch

Unter Tollwut (Rabies, Lyssa) versteht man eine weltweit vorhandene, virale Infektionserkrankung, ausgelöst durch das Rabies-Virus, aus der Gruppe der Rhabdoviren. Global gesehen, werden etwa 60.000 Tollwutfälle des Menschen innerhalb eines Jahres diagnostiziert, wobei Asien und Osteuropa zu den Hauptrisikogebieten zählen. Österreich ist nahezu frei von Tollwut.

Infektion

Die Infektion erfolgt über den Speichel von Tieren (meist Biss, aber auch "nur" Speichelkontakt als Infektionsquelle möglich). Ausgehend von seiner Eintrittspforte, wandert das Virus über Nervenbahnen in das Rückenmark und Gehirn ein und verursacht dort eine Entzündung. Die Infektionsrate ist relativ gering, ebenso der Manifestationsindex: Etwa 20 Prozent der Infizierten erkranken an Tollwut, wobei hauptsächlich Bisse im Bereich von Hals, Gesicht und Kopf als risikoreich anzusehen sind. Meldepflichtig sind: jeder Kontakt (Biss, aber auch allein die Berührung) mit einem tollwutverdächtigem Tier (abnormes Verhalten – jedoch nicht obligat; meist Hund), Krankheitsverdacht, Tollwuterkrankung und Tod durch Tollwut.

Krankheitszeichen (Inkubationszeit: ca. 3 bis 8 Wochen)

Unspezifische Beschwerden

  • Verspätetes Auftreten von Beschwerden an der ehemaligen Biss-Stelle (Rötung, Jucken, Brennen)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Erhöhte Reizbarkeit, Aggression
  • Angstzustände

Akutes Exzitationsstadium ("Rasende Wut")

  • Starke Erregung und Überempfindlichkeit auf äußere Reize mit Krampfanfällen in Folge
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Schluckbeschwerden durch Krämpfe im Rachenbereich
  • Wasserscheu (Angst vor Trinken)
  • Krämpfe der Kehlkopf- und Atemmuskeln führen zu Atemnot und dem Gefühl des Erstickens
  • Wesensänderung (Wutanfälle)

Endstadium ("Stille Wut")

  • Nachlassen der Krämpfe, dafür:
  • Auftreten von Lähmungen, bis hin zum
  • Atem- bzw. Herz-Kreislaufstillstand

Diagnose

  • Anamnese (Tierkontakt, Verhalten von Tier, usw.)
  • Körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchung (Tier; beim Menschen positive Laborwerte erst nach Ausbruch der Erkrankung möglich: Dies ist für optimalen Therapiebeginn zu spät)
  • Liquoruntersuchung
  • Sektion des verdächtigen Tieres

Therapie

  • So früh als möglich, d.h. noch in der Inkubationszeit – bevor erste Krankheitssymptome einsetzen
  • Postexpositionelle Tollwut-Impfung (aktiv; ev. aktiv und passiv, nach vorgegebenem Zeitschema. Ziel ist es, noch vor Ablauf der Inkubationszeit einen Schutz zu etablieren. Es wird bereits bei Verdacht auf Tollwutinfektion geimpft)
  • Wundsanierung (Wunde großzügig ausschneiden, auswaschen und offen versorgen)
  • Gleichzeitig Tetanusimpfschutz überprüfen
  • Bei Krankheitsausbruch: Intensivmedizinische Betreuung, sehr ernste Prognose

Impfung

  • Für Risikogruppen (Tierärzte, Förster, Jäger, Rucksacktouristen in Risikogebieten, usw.): Grundimmunisierung (3 Teilimpfungen im Abstand von 4 Wochen und 12 Monaten) sowie Auffrischung alle 3 bis 5 Jahre
  • Impfung von Hunden und Füchsen durch Impfstoff-Köder

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

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