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Ermüdungsbruch

Knochenbrüche entstehen nicht immer nur durch äußere Einwirkungen. Auch eine wiederholte Überbelastung, zum Beispiel durch intensives Training, kann zu Rissen im Knochen führen, die im schlimmsten Fall einen Bruch zur Folge haben. Man spricht hier von einem Ermüdungsbruch, von dem verstärkt Sportler, Frauen und Kinder betroffen sind. Der Orthopäde Dr. Max Böhler klärt über die wichtigsten Faktoren auf. Bricht ein Knochen aufgrund von hoher Belastung, ohne Unfall – also ohne starken, plötzlichen Einfluss von außen – spricht man von einem Ermüdungsbruch. Da nicht jeder Ermüdungsbruch durch die gleichen Faktoren ausgelöst wird, unterscheidet man zwei Arten der Verletzung. Beide müssen rechtzeitig erkannt werden, um den Betroffenen möglichst früh die richtige Behandlung bieten zu können. Dr. Max Böhler, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, klärt über die Unterschiede, Anzeichen und Behandlungsmethoden auf.

Bruch ist nicht gleich Bruch

Es gibt zwei Arten des Ermüdungsbruchs: die Stressfraktur und die Insuffizienzfraktur. Die Stressfraktur entsteht durch die anhaltende Überbelastung von gesunden Knochen. Etwa 70 Prozent aller Stressfrakturen treten bei Leistungs- und Laufsportarten auf und machen rund ein Fünftel aller Verletzungen in der Sportmedizin aus. Nicht nur dauerhafte Überbelastung ist ein Auslöser für eine Stressfraktur, auch die häufige, lange oder falsche Belastung kann zu einem Ermüdungsbruch führen. Die zweite Art, die Insuffizienzfraktur, entsteht durch die Überbelastung bereits erkrankter Knochen wie bei Osteoporose. Die Grunderkrankung greift die Knochen an, sodass diese porös werden und bereits bei normalen Belastungen brechen.

Zeichen rechtzeitig deuten

Bei beiden Arten des Ermüdungsbruchs sind plötzliche Schmerzen bei Belastung erste Anzeichen, meist tauchen diese gemeinsam mit Rötungen und spürbaren Schwellungen auf. In fortgeschrittenen Stadien sind die Schmerzen auch in Ruhephasen zu spüren. "Am gefährdetsten für die Stressfraktur sind Leistungssportler und Läufer, da diese ihre Knochen kontinuierlich stark belasten. Zusätzlich gefährdet sind Sportler über 40 Jahren, die ihr Training erhöhen – vor allem, wenn sie vorher lange Zeit kaum Sport betrieben haben. Da sollte man vorsichtig sein und das Training nur sehr langsam erhöhen", empfiehlt Dr. Böhler. Oft kommen zur Überbelastung noch orthopädische Probleme hinzu, wie angeborene Fehlstellungen der Füße oder Beine, welche zu einer Fehlbelastung des Knochens zusätzlich beitragen. Belastungsbrüche sind aber nicht nur im höheren Alter eine Gefahr, oft erleiden auch Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase eine Stressfraktur, da die Knochen noch sehr sensibel sind. Ebenso sind Frauen, da sie häufiger unter Osteoporose und hormonellen Störungen leiden, rund zehnmal häufiger betroffen als Männer.

Richtige Behandlung

"Bemerkt man die ersten Anzeichen einer Überbelastung, sollten die betroffenen Knochen unbedingt entlastet und sportliche Aktivitäten umgehend eingestellt werden. Die Ruhephase sollte im besten Fall sechs bis acht Wochen dauern, damit sich die Knochen vollständig erholen können. Die genaue Dauer und Art der Behandlung muss aber unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden", rät Dr. Böhler. Am häufigsten kommen Ermüdungsbrüche im unteren Körperbereich vor, vorwiegend an Schienbein, Fuß, Oberschenkel und Wadenbein, aber auch die Knochen des Beckengürtels sind oft betroffen.

Wichtig ist, dass man die Symptome nicht als Prellung, Stauchung oder Sehnenscheidenentzündung abstempelt. Für die richtige Diagnose ist essenziell, dass man den Zusammenhang mit dem verstärkten Training mit einem Orthopäden abklärt, damit eine richtige Behandlung empfohlen werden kann. "Gegebenenfalls kann man mit Hilfe einer Kernspintomografie eine Schwellung im Knochen oder eine Flüssigkeitsansammlung in der Knochenhaut, mit der der Körper versucht, den Schaden zu reparieren, frühzeitig erkennen, bevor der Knochen tatsächlich bricht. Eine Absprache mit einem Orthopäden ist allenfalls notwendig und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden", so Dr. Böhler.

Dr. Max Böhler ist spezialisiert auf Endoprothetik und hat bereits über 9.000 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Er führt zwei Ordinationen in Wien Favoriten und in Baden bei Wien. Neben seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universität Wien und als Konsiliarorthopäde am ist Dr. Böhler orthopädischer Fachgutachter der Ethikkommission der Gemeinde Wien und allgemein beeideter & gerichtlich zertifizierter Gerichtssachverständiger. Er war bereits in verschiedensten Spitälern, Krankenhäusern und Kliniken im In- und Ausland tätig (u. a. Wien, Amsterdam, Bern, Cleveland, Paris). Weitere Informationen unter: .

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