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Leerheit / Sunyata

"Wenn die zehntausend Dharmas ohne (fixes) Selbst sind, gibt es weder Illusion noch Verwirklichung, weder Buddhas noch fühlende Wesen, weder Leben noch Sterben", lehrte Meister Dogen. Laut Gautama Buddha ist nämlich die Essenz jedes Phänomens Sunyata. Im Deutschen wird für "Sunyata" meist das Wort "Leerheit" verwendet; eine aus buddhistischer Sicht legitime Interpretation, der jedoch ständig die Erklärung hinzufügt werden muss, dass die buddhistische Leerheit keine nihilistische Leerheit ist, die Nichts enthält. Aber wenn Sunyata im buddhistischen Sinn die Abwesenheit einer eigenen unabhängigen Identität der Phänomene bedeutet, was unterscheidet Sunyata vom nihilistischen Nichts?

Vielleicht, dass der Nihilismus doch noch an etwas festhält. Nämlich am "Ich", das geboren wird und stirbt, welches das Ergebnis seines Erbmaterials und seiner Erfahrungen ist, und das sich selbst und seine Umwelt wahrnehmen und analysieren kann. Doch was geschieht, wenn auch die Vorstellung an das "Ich" losgelassen wird, und wenn nach jeder Ausatmung nur noch die Einatmung folgt?

Zen, Bodhisattva Avalokiteshvara
Foto: © Meiyo Pedro Perez Vargas

Nach der Lehre Buddhas, wenn wir die Vorstellung an die Existenz des von allen Wesen unabhängigen "Ich" loslassen, verwirklichen wir das wahre Selbst. Das wahre Selbst, das so lange wie wir an die illusorischen Vorstellungen eines getrennten Ich anhaften, durch das Zusammenspiel der fünf Skandhas (Agregate) – Form, Materielle Erscheinung, Empfindungen, mentale Erscheinungen und Bewusstsein – verdeck bleibt. Illusorische Vorstellungen, weil die fünf Skandhas weder festen Bestand haben, noch dauerhaft sind. Eine Feststellung von zentraler Bedeutung für den , welche bereits im ersten Satz des Herzsutras mit folgenden Worten festgehalten wird:

"Der Bodhisattva der wahren Freiheit (Avalokiteshvara) übt sich tief und gründlich in der höchsten Weisheit und versteht so, dass der Körper mit den fünf Skandhas nur Leerheit ist, Sunyata, und durch diese Erkenntnis befreit er alle Wesen vom Leiden."

Nagarjuna, einer der wichtigsten Meister in der Geschichte des Mahayana, prägte den Begriff von Sunyata, indem er alle Phänomene einer tiefen Analyse unterzog und feststellte, dass nur, weil alle Phänomene Leerheit sind, diese entstehen und vergehen können; und weil es nichts gibt, das eine fixe und unabhängige Existenz hat, gibt es nichts, das nicht Leerheit sein könnte. Dies bedeutet für uns konkret, dass alles Lebende oder Existierende eine Sammlung unterschiedlicher Elemente ist, die sich ständig und kontinuierlich verändern, und dass auch unser Leben von Wesen und Elementen abhängig ist, die uns erlauben, als die Personen zu leben, die wir in diesem Moment sind.

Schlussfolgerungen, die Nagarjuna wie folgt zusammenfasst: Alle Dinge sind ohne ein fixes Selbst (nairātmya), ohne eigener Existenz (asvabhāva) leer (śūnya) und begründet durch ihre Abhängigkeit von äußeren Faktoren (svabhāva). Eine Lehre, die im Herzsutra mit den mit den Worten "Leerheit ist Form. Form ist Leerheit" bestätigt wird.

Im Shobogenzo-Genjokoan, dem Schlüsselwerk von Meister Dogen, der von China nach Japan brachte und Gründer der Soto-Zen-Schule ist, greift Dogen die Lehre der Leerheit auf. Dabei stellt er fest, dass der Glaube, dass das Erwachen zur Wirklichkeit aus der Befreiung vom Karma resultiere, nicht mehr als ein Konzept ist; der zwischen und unterscheidet und deshalb dualistisch ist. Die Wahrheit der Leerheit liegt aber jenseits jeglichen Konzepts und Dualismus, was Dogen im dritten Satz des Genjokoans wie folgt ausdrückt: "Wenn die zehntausend Dharmas ohne (fixes) Selbst sind, gibt es weder Illusion noch Verwirklichung, weder Buddhas noch fühlende Wesen, weder Leben noch Sterben." Etwas, das, mit anderen Worten ausgedrückt, so viel heißt wie: Weil alles Leerheit ist, geht die Lehre des Buddhas, das Dharma, jenseits von jedem Konzept. Und weil die Lehre des Buddhas jenseits von jedem Konzept führt, ist die Leerheit die Wirklichkeit selbst.

Meiyo Pedro Perez Vargas

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