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Blogging-Bahnreise Schweiz, Teil 1
Ein Bahnreise Blog von Blogger Andreas Hollinek

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Samstag 14.07.2012. Wien, Westbahnhof. Da war es wieder, das Gefühl von damals, als wir einen Monat lang kreuz und quer mit der Bahn durch Europa fuhren. Bahnsteig 7 suchen. Der stand schon da. Die Sitzplätze hatten wir reserviert, und zwar im Wagen 036. Nur da war kein Wagen 036. Unsicherheit. Falscher Zug? Hat die ÖBB kurzfristig umdisponiert? Wenige Minuten später kam die Antwort von selbst: Noch ein fuhr am Bahnsteig ein. Und koppelte an. Diesmal war ein Wagen 036 dabei.

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Pünktlich um 9:14 setzten wir uns im Zug RJ 162 Richtung Westen in Bewegung. Tolles Ambiente. Sogar Tageszeitungen wurden uns angeboten – gratis und mehrere zur Auswahl. Wie im Flugzeug! Um von unterwegs aussichtsreich und bequem berichten zu können, hatten wir uns einen Fensterplatz geben lassen. Die Sitzplätze gegenüber, dazwischen ein Tischchen, dessen Fläche sich praktischerweise ausweiten lässt, damit der PC gut Platz findet. Rechts vom Sitz eine 230-Volt-Steckdose – also Blogging-Vergnügen ohne auf den Akku achten zu müssen. Büroarbeit bei 160 Kilometer pro Stunde. Ganz schön schnelllebig geworden, unsere Zeit! Ab dem Grenzbahnhof Buchs hatten wir dann das Wunder-Ticket. Ab jetzt mussten wir uns 8 Reisetage lang um keine Fahrkarten mehr kümmern!

In Sargans stiegen wir vom in den InterCity (IC 577) um. Wartezeit: null Minuten – einfach auf die andere Seite des Bahnsteiges wechseln und Platz nehmen. Die Schaufahrt durch eine der schönsten Landschaften dieser Erde kann beginnen. Ab Thusis fängt die 122,3 Kilometer lange UNESCO-Welterbe-Strecke der an. Vor der erste Höhepunkt: das Landwasserviadukt – so wie die gesamte Strecke des eine Meisterleistung der Bau- und Ingenieurskunst.

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Über das Viadukt und hinein in den Tunnel. Will man ein gutes Foto vom Zug aus machen, muss man schnell sein. Gleich nach dem Tunnel kommt der Bahnhof von . Wenige Meter daneben das Hotel Grischuna (Homepage: www.grischuna-filisur.ch). Wir hatten es über www.MySwitzerland.com/preiswert vorgebucht. Morgen werden wir uns das Landwasser-Viadukt von unten ansehen.

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Sonntag 15.07.2012. Die Nacht im Hotel Grischuna war überraschend ruhig. Züge hatten wir keine gehört. Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß zum "Landwasser Viadukt" auf. Wir folgten einem Schild "Landwasser Brücke". Unsicherheit, ob "Brücke" mit "Viadukt" gleichzusetzen ist. Wir hätten ruhig mit der Schweizer Präzision rechnen können. Die "Brücke" war tatsächlich nur eine Brücke über den Fluss "Landwasser". Das Viadukt war dann wesentlich imposanter. Apropos "Landwasser": Das (!) Landwasser ist einer der wenigen Flüsse, die keine Quelle hat. Es entsteht einfach durch Zulauf der vielen Wildbäche, die hier ins Tal fallen.

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Am Nachmittag machten wir uns nach auf. Die Fahrt bis Samedan (Betonung auf dem E, das A am Ende wird kaum "verschluck") ist einer der prächtigsten Abschnitte, auf der der verkehrt. Die Streckenführung ist unglaublich, unbeschreiblich unvergleichbar! Links und rechts Traumlandschaften. Viele Male würde man gern aussteigen, um zu wandern oder zu biken. Der pyramidenförmige Spitze am unteren Bild: möglicherweise der Piz Ela, Namensgeber für den Parc Ela, dem größten Naturpark der Schweiz.

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Apropos Namensgebung. Rhätoromanisch ist eine echte Herausforderung. Eine ältere Schweizerin fragte uns, ob der Zug in Tschinusch-Tschel-Breil (oder so ähnlich) halten würde. Er hielt: Mal links vom Zug, mal rechts, begleitet uns der Inn. Die Einheimischen nennen ihn En. Wer in aussteigen will, muss es per Knopfdruck verlangen. Sonst fährt der Zug noch einige Minuten bis zur Endstation Scual-Tarasp (Schkuol-Taraschp ausgesprochen) weiter.

Am späten Nachmittag kamen wir in an. Drei steile Gässchen hinauf. Sehr freundlicher Empfang. Die bisherigen Eindrücke des heutigen Tages gebloggt. Gedacht: "Alles war noch viel schöner, als es Worte und Bilder beschreiben können." Einen Abendspaziergang gemacht. Das möglicherweise schönste Sonnenuntergangsbänkli der Schweiz entdeckt; am Westrand des Burgfelsen von :

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Ein Museumsdorf, das lebt. Gäste sind hier mehr wie Dorfbewohner, Souvenirläden sieht man keine. Als Gesamt-Ensemble, das auf liebevolle Weise geschützt und für noch möglichst viele Generationen erhalten werden sollte!

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Montag 16.07.2012. Auch beim Verlassen von muss man sein Verlangen mit Knopfdruck äußern. Ist einem dieser Brauch unbekannt, saust der Regionalzug an einem vorbei und man steht dumm da.

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Zurück, diesmal Inn-aufwärts. In Pontresina stiegen wir dann wieder in den ein. Was nun kam, zählte zu den schönsten Reiseerlebnissen, die wir je gehabt haben. Und wer irgendwie kann, sollte sich die 1. Klasse leisten: bequem, viel Platz und weniger Passagiere pro Waggon.

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Die japanischen Mitreisenden quittierten die Ausblicke mit einem choralen "Ohhhh!", gefolgt vom "Wow!" der Amerikaner und unserem "Irre! Wahnsinn!". Die Gletscher zum Greifen nah. Wie lange noch? Wir sollten mehr auf das Klima unseres Planeten achten. Mehr zum Beispiel.

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Ganz oben schieden sich die Wasser und es ging nur noch bergab. 7 Prozent Gefälle, jede Menge Kurven, hin- und wieder in kompletten Spiralkreisen – sogar drinnen im Berg. Weiterer Höhepunkt dieser Bahnreise der Superlative: das Kreisviadukt kurz vor Tirano. In Tirano (das übrigens schon auf italienischem Staatsgebiet liegt) nahmen wir dann den Bernina Express Bus, kurz BEX genannt. In rund drei Stunden brachte er uns nach .

An den südseitig ausgerichteten Berghängen Tausende, in schmalen Terrassen angelegte Weingärten. Die Trauben unseres Grünen Veltliners haben hier ihren Ursprung. Neben der Straße viel Industrie, Gewerbe und Handel. Nach zu werden die Straßen immer enger. Kilometerlanger Verkehrsstau. Zentimeterarbeit für den Bus-Chauffeur; vor den engsten Kurven bläst er sein Dreitonhorn. Endlich angekommen. Abendessen neben Palmen mit Blick auf den Luganer See – bei Pontre Tresa, wo wir unser Quartier gebucht haben; wieder über www.MySwitzerland.com/preiswert.

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Dienstag 16.07.2012. Die Nacht hatten wir im Hotel Villa del Sole Garni (Homepage: www.villadelsole.ch), einem Frühstückshotel in Ponte Tresa verbracht. Es liegt 15 Bergauf-Gehminuten von der Endstation der Ponte-Tresa-Bahn (S60) entfernt.

Heute wollten wir einfach chillen: Vormittag am und im Hotel-Swimmingpool, ab Mittag in . Dort durchs Zentrum geschlendert, im Parco Civico die Blumenbeeten und die alten Bäume bewundert, mit dem Funicolare (eine Schienenseilbahn in zwei Etappen) auf den Monte Bré gefahren. Welch grandiose Aussicht!

Lugano, Monte Bré Lugano, Monte Bré

Mit dem Bus ins Zentrum zurück. Vor dem Rathaus (Municipio) einen Aperol Spritz getrunken. Wird mit Erdnüssen und Oliven serviert. Im Holen der Essensreste liefern sich Tauben und Kellner ein spannendes Match. Wenn nach dem Schließen der Geschäfte das elegante Treiben in Beschaulichkeit übergeht, ist die Piazza della Riforma ein echter Wohlfühlplatz.

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Mittwoch 16.07.2012. Wieder wolkenlos. Unser Plan für heute: kein Plan. Einfach auf uns wirken lassen. Und es wirkte. Zuerst in Richtung Geschäfte schauen. Mitbringsel gesehen; aber nicht gekauft. Uns vom schnöden Mammon abgewandt und in die Kirche gegenüber dem Laden von Herrn Louis Vuitton gegangen. Santa Maria degli Angioli am Ende der Via Nassa schien von außen eher unscheinbar. Im Inneren aber einer der bedeutendsten Kunstschätze der Schweiz: ein riesiges Wandfresko aus dem 16. Jahrhundert, gemalt von Bernardino Luini, einem Schüler von Leonardo da Vinci. Von links nach rechts zeigt es im Hintergrund den Lebensweg Jesu Christi von seiner Geburt bis zur Auferstehung, im Vordergrund, dem Wandgemälde Struktur und Perspektive verleihend, die Kreuzigungsgruppe.

Lugano, Bucherer Lugano, Santa Maria degli Angioli

Nach dem sakralen Kunstgenuss machten wir uns auf den "Heimweg" nach Ponte Tresa. Morgen werden wir den verlassen und ins (Kanton Wallis) fahren. Alles dazu lesen Sie auf

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