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Sexualbegleitung / Sexualbegleiterin / Sexualbegleiter
Sexualassistenz / Sexualassistentin / Sexualassistent

"Schon immer habe ich mich gefragt, was Menschen tun, die in ihrem Alltag keine sinnlichen Berührungen bekommen. Alte, kranke, behinderte und einsame Menschen." Kali, eine der ersten ausgebildeten Sexualbegleiterinnen Österreichs drückt auf ihrer Homepage treffend aus, worum es bei Sexualbegleitung im Wesentlichen geht: die Erfüllung eines lebens-essentiellen Bedürfnisses für Menschen, denen diese Befriedigung – aus welchen Gründen auch immer – verwehrt ist.

In Österreich gibt es nun schon eine Weile das Berufsbild der Sexualassistentin bzw. Sexualassistent. Die BetreuerInnen lassen ihren KlientInnen angedeihen, wonach sie sich sehnen. Zum Kundenkreis zählen nicht nur Menschen mit körperlichem oder seelischem Handicap, sondern auch auch solche, denen fortgeschrittenes Alter ein erfülltes Sexualleben verwehrt. Siehe auch den Beitrag und .

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Foto © Andreas Hollinek

Allerdings: Es gibt hier klar festgelegte Grenzen. Nicht bei der Begleitung inkludiert sind Zungenküsse, Geschlechtsverkehr, und . Wäre das der Fall, handelte es sich nicht mehr um Sexualbegleitung, sondern um Prostitution. Und als Prostituierte verstehen sich SexualbegleiterInnen sicherlich nicht. Im Vordergrund stehen Zuwendung, Berührung, Nutzung der positiven Kräfte von Sexualität. Die Wertschätzung, die SexualbegleiterInnen durch ihre KundInnen erfahren, ist unvorstellbar groß; nicht selten ist es auch Liebe. Wir haben Kali, Sexualbegleiterin in Wien, interviewt, um dieses Spannungsfeld näher zu beleuchten.

Was hat Sie veranlasst, Sexualassistenz als Beruf zu wählen?

Seit meiner Pubertät entwickelte ich ein starkes Mitgefühl für Menschen, die ihre Sexualität aus verschiedenen Gründen nicht ausleben können. Auch in der Zeit, als ich als Yoga-Lehrerin arbeitete, kam das Thema Sexualität immer wieder zur Sprache. Als ich dann von einem Freund hörte, dass es in der Steiermark – erstmals in Österreich – eine Ausbildung für Sexualassistenz gibt, wusste ich sofort: Das will ich machen.

In Österreich gibt es jetzt eine Ausbildung zur Sexualassistentin / zum Sexualassistenten. Welche Ausbildungsinhalte werden dabei eigentlich vermittelt?

Am Anfang ging es vor allen Dingen um unsere Motivation, warum wir diese Ausbildung machen wollen, dann um sehr viel Selbsterfahrung. Wir mussten uns zuerst mit unserer eigenen Sexualität auseinandersetzen – was ich auch für sehr wichtig halte. Dann hatten wir schon während der Ausbildung Kontakt zu behinderten Menschen, mit denen wir sozusagen üben konnten – vom ersten Kennenlernen bis dann zu einem zweiten Treffen mit Kuscheleinheiten in verschiedenen Räumen.

Hat der Berufsalltag Ihre positiven Erwartungen erfüllt?

Ja, das hat es schon.

Welche Schattenseiten hat ihr Beruf?

Kaum. Ich muss aber schon dazu sagen, dass die Probleme, die auftraten, vorwiegend bei nichtbehinderten Menschen auftraten. Da merkte ich rasch, dass es für diese Männer besser wäre, sie sollten mit ihren fordernd vorgebrachten Wünschen eher zu einer Prostituierten gehen.

[Im Anschluss an das Interview erzählte Kali dann aber doch von unkontrollierbaren Begebenheiten, die vorwiegend sehr stark behinderten Menschen passierten.]

Wie verändern sich die Menschen, wenn sie eine Zeit lang Ihre Begleitung in Anspruch genommen haben?

Man kann es sich kaum vorstellen, wie sehr sich die Menschen nach Sexualbegleitung verändern. Das ist dann ganz wunderschön und ich bin dann immer unglaublich gerührt. Auch die Betreuer berichten mir, dass die Aggressivität ihrer Klienten allgemein deutlich abnimmt und dass sie nach der Sexualbegleitung nicht mehr übergriffig werden, d.h. sie belästigen ihre Betreuerinnen nicht mehr durch Antasten an sehr persönlichen Stellen. (Das war meistens auch der Grund warum ich gerufen wurde.)

Zählt es zu Ihren Zielen, Klienten zu einem Sexualleben zu begleiten, das auch ohne käufliche Zuwendung auskommt?

Ja. Ich bringe meinen Klienten bei, z.B. selbst zu onanieren und gebe Tipps für Hilfsmittel zur Eigenstimulation. Auch gebe ich ihnen Hinweise im Umgang mit Frauen; wie sie besser ankommen. Einige werden dann fähig, eine selbständige Liebesbeziehung zu führen.

Verlieben sich Klienten in Sie und wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Ja, es ist einmal vorgekommen, dass sich ein Klient in mich verliebt hat. Dann muss ich ganz klar kommunizieren: Ich bin nicht mit dir in einer Beziehung, werde auch nicht mit dir in einer Beziehung sein, und Sexualbegleitung ist eine Dienstleistung.

Internet-Tipp

Informationen zu Sexualassistenz / Sexualbegleitung erhalten Sie bei der "Fachstelle .hautnah." der alpha nova BetriebsgesmbH, Idlhofgasse 59-63, 8020 Graz; Homepage: www.alphanova.at.

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