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Theater Blog 2012-13
Blogger: . Fotos: Stefan Smidt.

Blog-Archiv mit Theaterkritik zu aktuellen Produktionen und Beiträgen zur Theaterszene in Österreich. Spielsaison 2012-13.

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20.06.2013. "Herzallerliebste Gattin. Und alle meine Lieben, – heute sind es nun 4 Wochen, da wir uns zum letzten Mal auf dieser Welt gesehen. Heute früh um zirka halb 6 Uhr hieß es sofort anziehen, das Auto wartet schon, und mit mehreren Todeskandidaten ging dann die Fahrt hierher nach Brandenburg, was mit uns geschehen wird, wussten wir nicht. Erst zu Mittag teilte man mir mit, dass das Urteil am 14. bestätigt wurde und heute um 4 Uhr nachmittags vollstreckt wird. Will euch nun kurz einige Worte des Abschiedes schreiben. Liebste Gattin und Mutter. Bedanke mich nochmals herzlich für alles, das Ihr mir in meinem Leben für mich getan, für all die Liebe und Opfer, die Ihr für mich gebracht habt, und bitte Euch nochmals, verzeiht mir alles, was ich Euch beleidigt und gekränkt habe, sowie Euch auch von mir alles verziehen ist. Es war mir nicht möglich, Euch von diesen Schmerzen, die Ihr jetzt um meinetwegen zu leiden habt, zu befreien. Ich danke auch unsrem Heiland, dass ich für ihn leiden durfte und auch für ihn sterben darf. Und vertraue auch auf seine unendliche Barmherzigkeit, dass mir Gott alles verziehen hat und mich auch in der letzten Stunde nicht verlassen wird. Grüßet mir auch noch herzlich meine lieben Kinder, ich werde den lieben Gott schon bitten, wenn ich bald in den Himmel kommen darf, auch für Euch alle ein Plätzchen anzuschaffen. Und nun alle meine Lieben lebet alle wohl und vergesset meiner nicht im Gebet." – Franz an Franziska Jägerstätter; Brandenburg, 09.08.1943. Abschiedsbrief.

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Foto: © www.foto-smidt.at

Heute war im Theater in der Josefstadt die Uraufführung des neuen Stückes von Felix Mitterer: "Jägerstätter". Gesamteindruck: eines der wichtigsten Stücke der Gegenwart; Denkmal und Mahnmal zugleich; authentisch und packend: Gregor Bloéb als Franz Jägerstätter und als Franziska Jägerstätter. Rechts am Szenenfoto: Stefan Lasko als Bürgermeister. Tolle Regie von Stephanie Mohr! Übrigens: Der Bruder von Kardinal Schönborn, Michael Schönborn, spielt auch mit.

16.06.2013. Von heute bis zum 7. September 2013 gibt es wieder das . An 21 niederösterreichischen Festspielorten finden Opern, Komödien, Tragödien, Musicals und Operetten statt. Die Festspielorte sind Amstetten, Asparn, Baden, Berndorf, Gars, Gutenstein, Haag, Klosterneuburg, Langenlois, Laxenburg, Litschau, Melk, Mödling, Perchtoldsdorf, Reichenau, Retz, Rosenburg (siehe auch ), Schwechat, Staatz, Stockerau und Weißenkirchen. Am untenstehenden Foto: , im Vorjahr als der Narr Probstein in "Wie es euch gefällt" von William Shakespeare. Homepage des NÖ Theaterfestes: .

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Foto: © www.foto-smidt.at

14.06.2013. Wenn ich an den Film denke, muss ich – ein halbes Jahrhundert danach [huch!] – immer noch lachen. James Stewart als Elwood P. Dowd sprühte vor liebenswerter Skurrilität. Das Stück ist auch ganz amüsant: "Mein Freund Harvey" von Mary Chase. 69 Jahre nach seiner Uraufführung in New York kann man es am Wiener sehen. Für Stefan am besten: Roland Kuste als Dr. William R. Chumley, ein Psychiater (am untenstehenden Foto der zweite von rechts).

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16.05.2013. Ein in scheinbar wohlgeordneten Verhältnissen lebender vierzigjähriger Mann erschlägt mit einer Axt seine Frau und sein Kind; nicht in einer Affekthandlung, sondern nach Plan. Alle fragen nach dem Warum. Weil bislang keine Antworten darauf gefunden werden konnten, versuchte Peter Turrini eine dramaturgische Herangehensweise. Er recherchierte, was alles im Zusammenhang mit diesem Mord stattgefunden hat und machte daraus ein Theaterstück. Er will wissen, ob sich hinter der sichtbar gewordenen Tat eines Einzelnen die verborgenen Abgründe von Vielen befinden.

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Heute war am die Premiere von Turrinis "Aus Liebe". Regie: Herbert Föttinger. Gut gemacht und gut gespielt. Am obenstehenden Szenenfoto: Ulrich Reinthaller als Parlamentsmitarbeiter Michael Weber und Oliver Huether als Verkäufer in einem Baumarkt.

08.05.2013. Würde man sich alle 37 Theaterstücke von William Shakespeare ansehen, säße man fünf Tage und vier Nächte im Theatersessel. Die Volkstheater-Schauspieler Christoph Fälbl, Robert Prinzler und Günther Wiederschwinger haben das unter der Regie von Anselm Lipgens beinhart auf 2 Stunden gekürzt. Zugabe: 154 geraffte Sonette. Das theatralische Medley und all die improvisierten Veränderungen, Unstimmigkeiten und Improvisationen amüsieren. "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)" von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield gibt es ab heute in Wiener Volkshochschulen zu sehen. Spielorte und Termine auf .

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26.04.2013. "Die Kunst bildet, als ein Kind der Freiheit, eine Brücke zwischen Materiellem und Geistigem und schafft somit eine Balance, einen Ausgleich zwischen diesen Gegensätzen. Das macht sie zu einem der letzten Paradiese im Leben der Menschen." "PaRaDiSo", szenische Poesie des Serapions Ensembles unter der Leitung von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits zum 25-Jahr-Jubiläum des . Eine eindrucksvolle Performance, absolut sehenswert!

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17.04.2013. Rein optisch könnte man glauben, da spielt der Maximilian Schell. Ist aber Peter Simonischek. Hier mit Dorothee Hartinger als verzweifelte, vom Vater zu Unrecht verstoßene Marquise von O. Ferdinand Bruckner trug dick auf, Yannis Houvardis hat sich am Wiener des Stoffes angenommen, und wir dürfen uns fragen, was davon in die Gegenwart noch übertragbar ist. Übermorgen ist die Premiere.

14.04.2013. "Die Ahnfrau" von Franz Grillparzer im . Grandios gespielt! Aber kann wer erklären, warum Matthias Hartmann die Berta von einem vollbärtigen Mann spielen lässt? Horizont-erweiternde Hinweise durch Klick auf den KOMMENTAR-Button.

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Tochter mit Bart: Maik Solbach. Auf beiden Fotos mit Ignaz Kirchner, der den Grafen Zdenko von Borotin spielt.

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06.04.2013. Liliom () bringt sich durch die Beihilfe zu einem versuchten Raubmord in eine ausweglose Situation und nimmt sich das Leben. Er kommt vor das himmliche Selbstmördergericht und bekommt 16 Jahren Buße. Nach Ende der Bußzeit darf er einen Tag lang auf die Erde zurückkehren, um Gutes zu tun. Er sucht den Kontakt zu seiner nunmehr erwachsenen Tochter Luise (), gibt sich als Lilioms Freund aus und erzählt ihr die Wahrheit über sich selbst. Julie erträgt dies nicht und verweist ihn des Hauses. Liliom scheitert einmal mehr an der Wirklichkeit und schlägt ihr zornig auf die Hand. Zu ihrer eigenen Verwunderung empfindet sie jedoch statt Schmerz Zärtlichkeit. Verblüfft erzählt sie ihre Empfindung ihrer Mutter, Julie (). Die weiß, wovon sie spricht. und :

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und als Frau Muskat:

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und als Ficsur:

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Großartige Schauspielkunst von allen; auch von (Marie), (Frau Hollunder), (Wolf Beifeld), (Linzmann / Erster Polizist) und (Konzipist / Zweiter Polizist). Franz Molnárs Stück "Liliom" wird derzeit am gespielt.

22.03.2013. Im Beschreibungstext zu "Der Revisor" von Nikolaj Gogol am steht: "Korrupt sind sie alle, sogar die berechtigten Klagen über die Korruption stammen von Bittstellern, die durch Korruption reich geworden sind. Schlechtes Gewissen? Nein. Ihre fieberhaften Überlegungen gelten den Fragen: Wie kann man den Revisor täuschen? Ist er bestechlich? Alle finden den Betrug selbstverständlich." Man könnte meinen, Gogol kratzt mit seiner Feder in österreichischen Wunden von heute. Zum Stück: orignell, grotesk, flott; absolut sehenswert! Siehe auch das Foto auf www.50plus.at/fs/schrill/11.htm.

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02.03.2013. "Der Talismann" ist sicherlich eines der polulärsten Nestroy-Stücke. Die Aufführung am beeindruckt durch viele irrwitzige und skurrile Ideen. Auf den Szenenfotos: als Salome Pockerl (oberes Bild), als Plutzerkern (mittleres Bild) und als Flora Baumscher (mittleres und unteres Bild).

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16.02.2013. Abermals Top-Theater im : "Plotting Psycho" von Dominic Oley. Eine amüsante und aktionsreiche Farce. Am Bild und .

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26.01.2013. Tolle Inszenierung, tolle SchauspielerInnen, tolles Stück: "Letzter Aufruf Jedermann", auf die Bühne gebracht von Christian Himmelbauer. Ein klassisches Stoff in die Gegenwart geholt. Doch diesmal geht es nicht um eine Bekehrung im Glauben, sondern um die Seele eines sterbenden Börsenzockers. Am Szenenfoto: , Julia Schranz und Alexander Jagsch. Derzeit im in Wien.

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08.01.2013. Einige deutsche Theaterkritiker reagierten auf die Burgtheater-Aufführung von "Der Ignorant und der Wahnsinnige" als lebte der junge Bernhard noch und hätte hier ein brandneues Stück der Öffentlichkeit vorgestellt. Es aber anders als in dem gelebt habenden Bernhard, seinem Lebenswerk und seinem Schicksal aufgegangen zu erleben, wäre ein Fehler. Jan Bosse (Regie), (Königin der Nacht), (Vater), (Doktor) und (Frau Vargo und Kellner Winter) haben dem Meister hier ein grandioses Denkmal gesetzt. Alle, die bereits 222-mal oder öfter versucht haben, sich ihre Ängste, ihren Ehrgeiz, ihr Perfektionsstreben, ihre Projektionen und Über-Ichs bewusst zu machen, werden sich berühren lassen. Derzeit im zu sehen. Untenstehend zwei Szenen aus dem Stück. Herzlichen Dank an Stefan Smidt für die großartigen Fotos:

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30.12.2012."Die Alten warten und hoffen, dass die Jungen nicht kommen, um ihr Erbe schon jetzt und heute anzutreten. Aber die zukünftigen Generationen kommen – Karl und Franz, die Räuber – und sie wollen sich ihr Erbe holen, bevor es nichts mehr gibt." So die offizielle Beschreibung des Stückes auf der Homepage des Burg- bzw. Akademietheaters. Also, ich weiß nicht. Ob da der Mühlviertler Shooting-Star Ewald Palmetshofer nicht ein wenig vorschnell Schillers Räuber zu Zeitgenossen gemacht hat? In "räuber.schuldengenital" spielen , , , , , Christoph Luser und . Und sie tun es gut; sehr gut sogar. Derzeit am Spielplan des Wiener .

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15.12.2012. Ich habe mir "Einige Nachrichten an das All" nochmals angesehen (im Wiener ). Es gefällt mir noch besser als beim ersten Mal. Meine vier Lieblingsszenen:

1. Hirte: "Ihr werdet ein Kind finden, ein Kind, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt." 2. Hirte: "Das soll Euch als Zeichen dienen." 3. Hirte: "Das Kind soll Euch als Zeichen dienen, sagte der Engel." Pause. Sie schauen sich gegenseitig kurz an. [...] Caspar: "Da ist ja das Kind." Pause. 2. Hirte: "Das Kind ist ja da." Pause. Balthasar: "Hier liegt es ja, das Kind." Pause. 3. Hirte: "Das Kind, es liegt ja doch da." Pause. Melchior: "Es ist ja doch da. Das ist ja doch das Kind. Da ist es ja doch..." Sie stehen ratlos herum und blicken auf das Mullbündel. Nach einiger Zeit fängt einer von ihnen behutsam an, es an einem Ende abzuwickeln. Die anderen Kinder treten langsam näher, dann beteiligen sie sich nach und nach am Wickeln. Sie wickeln immer hastiger und hastiger. Dann gehen (einfach so) Feuerwerkskörper an der Decke des Foyers los: Leise knisternd lassen sie einen bunten Funkenregen auf die Szenerie herabfallen. Die Kinder stehen bei der Krippe und wickeln weiter und weiter.

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Lum (gespielt von ): "Was machen wir denn dann hier?" Purl Schweitzke (): "Na, wir sind eben hier." Lum: "Und was soll das heißen?" Purl Schweitzke: "Das heißt, dass wir sind und, naja, eben hier." Lum: "Und es gibt uns nur hier?" Purl Schweitzke: "Ja, wo soll es uns auch sonst geben..." Lum: "Ich weiß nicht. Und jetzt?" Purl Schweitzke: "Was und jetzt?" Lum: "Na, was geschieht jetzt?" Purl Schweitzke: "Keine Ahnung."

"Der Schlag meines Herzens, das Fernsehprogramm, meine sozialen Kompetenzen: Weltraumschrott! All unsere Schmerzen, das Hoffen und Leiden, das Zwitschern der Schwalben: Schrott! Schrott! Weltraumschrott!" Samuel Constantine Rafinesque (), der Leiter des Fortgangs () und Fußnoten () bekommen es mit der Lebensangst zu tun:

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Leiter des Fortgangs (): "Da habe ich so eine unendliche Angst bekommen, eine Angst vor dem Sterben, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll: Eine Angst davor, dass ich verschwinden muss im Universum, so eine Angst habe ich da bekommen, als ich da lag und dachte: Jetzt. Das war ganz schlimm. Da habe ich gespürt, dass ich mein Leben ändern muss, dass ich es irgendwie ändern muss, dass das nicht mehr vorkommen darf, dass so ein Augenblick nicht mehr vorkommen darf. Da habe ich angefangen mit Sportaerobik, ich habe Golf gespielt und Indiaca, ich habe Wildwasserrafting gemacht, Breakdance und Blitzschach, Skateboarding, Minigolf, Windsurfen, Baumstammwerfen und Curling, ich habe Squash gemacht, Ponyreiten, Freeclimbing, Öl-Ringkampf und Pétanque, ich habe Taubenschießen, Wokrodeln, Wasserball gemacht, Downhill-Radfahren, Garde- und Schautanz, Stierkampf, Tipp-Kick, Bogenschießen und Rhönradturnen. Ich war in Batikkursen, in einer Hardrock-Coverband, in einem Modellbauverein, bei einem freien Radio, in einem deutsch-türkischen Freundschaftsverein, bei der Jungen Union und bei den Jusos. Ich habe nach dem Abitur Kognitionswissenschaften studiert, ich habe Gebäudeklimatik studiert, Sprache und Kultur Tibets, Ökotrophologie, Iberoromanische Philologie, Verpackungsdesign und Aerospace Engineering habe ich studiert, Szenisches Schreiben an der Universität der Künste, Urban Management, Holz- und Kunststofftechnik, European Studies, Elementar- und Hortpädagogik, Bioprozesstechnik, Fagott, Wissenschaftsjournalismus sowie Psychology of Excellence in Business and Education (Letzteres auf Bachelor), ich habe Theoretischen Maschinenbau studiert, Englisch auf Lehramt für Primarstufe, Arts an Media Administration, Nanostrukturwissenschaften, Schiffsbetriebstechnik, Kulturwissenschaften mit Fachschwerpunkt Geschichte, Raumplanung, Sorbisch und Lernmitteldesign. Ich habe Praktika absolviert bei EADS in Friedrichshafen, beim Berliner Stadtmagazin Zitty, bei der Snogard Computer GmbH, im Stadttheater Chemnitz, bei FuP Kommunikation, in einem Call-Center der Deutschen Bahn in Koblenz, in der Redaktion der Zeitschrift Neon, im Pflegeheim St. Vincenz in Bad Rippoldsau, bei der Firma Hermansdorfer Industriemotoren und Ersatzteilhandel, bei Kopp’s Coiffure in Davos, ich habe Praktika gemacht im Fahrradhaus Sauerborn und bei der Firma CeNano GmbH & Co. KG, in Milla's Lebensmittellädchen und bei der BamS. Ich habe als Animateur in einem Robinsonclub auf Fuerteventura gejobbt, ich war Backpacking in Australien, Chile, im Sauerland und in Südfrankreich, ich war Smutje auf dem Clubschiff Aida, ich habe Auslandssemester absolviert in Lima und Salzburg, ich hatte ein Auslandsstipendium des DAAD für Wyoming, ein Arbeitsstipendium von der Kulturstiftung Sachsen für Fahrradtechnologie, ich habe den Hattinger Förderpreis für Querflöte erhalten und die Untergrundliteraturzeitschrift 'Serielle Tendenzen' herausgegeben, ich habe alle Möbel in meiner Wohnung abgeschliffen und selbst gebeizt und bin mit ihnen 14 Mal umgezogen, ich habe bei der Apfelernte im Saarland geholfen, ich habe Wohnwägen und Jet-Skis im Internet gekauft und dann weiterverkauft, ich habe ein Computerspiel programmiert, in dem man ein DJ ist und in einer Galaxie namens Ultrion Raubüberfälle organisiert, aber auch Geschlechtsverkehr hat, wobei man für Letzteres Wissensfragen beantworten muss, ich habe einen Kurzfilm gedreht mit dem Namen 'Frau Müller ist allein', in dem eine alte Frau in einer Berliner Altbauwohnung immer ihre studentischen Nachbarn darum bittet, für sie Kaffeebohnen einzukaufen, und dann am Ende stellt sich heraus, dass sie gar keinen Kaffee trinkt und das nur macht, um überhaupt mal mit jemandem reden zu können, ich habe gebloggt und getwittert und gebloggt, ich habe alternative Lebensformen ausprobiert, ich habe Leichen plastiniert und Cherrytomaten gezüchtet, und ich muss ehrlicherweise sagen: Ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil."

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10.12.2012. "Moorland – Eine gottverdammte Terroristenbande" im ist eine blendende, spannende und theatralisch effektvoll umgesetzte "Überschreibung" von Friedrich Schillers "Die Räuber" durch Gernot Plass. Die Inszenierung dieses klassischen Stoffes ist temporeich, optisch ergiebig und nicht zimperlich. Es spielen seit Anfang Dezember im : , , , Julian Loidl, und Georg Schubert.

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05.12.2012. und haben den Actors Award Austria 2012 gewonnen (Wahl der beliebtesten Schauspielerin / des beliebtesten Schauspielers der LeserInnen von 50plus.at). Ich gratuliere herzlich! Mehr dazu siehe .

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23.11.2012. Im wird die Liebe zu einem außerehelichen Geliebten / einer außerehelichen Geliebten als die höchste Form der Liebe angesehen. Allerdings eine, bei der beide das höchste Risiko tragen. Viel, sogar das eigene Leben steht auf dem Spiel. Das wusste auch Leo Tolstoj, schrieb "Anna Karenina" und kommt zum Schluss, dass individuelles Glück nicht möglich und irdische Liebe zum Scheitern verurteilt sei. Hm. Im kann man sich toll gespielte Gedankenanregungen dazu holen.

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23.11.2012. Für die einen der erfrischende Beginn einer neuen Ära des Theaters: mit tollem Bühnenbild, computeranimierten Projektionen und jeder Menge unkonventioneller Einfälle. Für die anderen geht das Performte zu stark in Richtung Kleinkunst: eine Mischung aus Otto Waalkes, Saintexupérys "Kleinem Prinzen" und Josef Hader. Thema: Was soll der ganze Scheiß hier auf der Erde? In "Einige Nachrichten an das All" von Wolfgang Lotz (Regie: Antú Romero Nunes) trifft krass auf poetisch, Tragik auf Humor. Das Publikum jedenfalls lässt sich einvernehmen, macht die Show mit – wie im wirklichen Leben. Und ist begeistert. Dieses Stück werde ich mir nochmals ansehen. Derzeit im Wiener .

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22.11.2012. Ein Werk der Erfolgsautorin Lily Brett kann man nun auch auf der Bühne sehen: Chuzpe (in einer Bühnenfassung von Dieter Berner und nach einer Dramatisierung von Eva Demski). Amüsant und mit Tiefgang! Der lebende Beweis, dass man sogar mit über 80 noch Großes leisten kann: . Das Schmunzeln und die Motivation für ein erfülltes Leben gibt's ab heute in den .

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08.11.2012. Keine leichte Situation: Drei Tage vor der Premiere erkrankt der Hauptdarsteller. Und noch dazu einer, der für diese Rolle perfekt gewesen wäre. So geschehen am . Michael Degen hätte "Der Mentor" sein sollen. Der Intendant und Regisseur zieht sich zurück, paukt drei Tage lang die Rolle und spielt selbst. Und wie! Alle Achtung! Da freuen sich (im Stück ein begabter Nachwuchsschriftsteller namens Martin Wegner)

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und Autor Daniel Kehlmann (der übrigens Anfang der Woche mit dem Nestroy-Autorenpreis ausgezeichnet wurde):

Daniel Kehlmann
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Zum Stück selbst: Ein altgedienter, anerkannter Schriftsteller (Benjamin Rubin, "Der Mentor") soll einen jungen, hoffnungsfrohen Schriftsteller unterstützen. Nur leider findet der Alte den Jungen mies. Weil aber Geld die beiden zusammenschweißt, muss die Zusammenarbeit trotzdem stattfinden. Klar, dass da allerlei ungute Gefühle entstehen. Eine spannende Sache mit unvermutetem Verlauf, sehr gut gespielt!

02.11.2012. "Onkel Wanja" von Anton Tschechow im zeichnet die Menschen als tragische Wesen, deren Schwächen und Passivität sie daran hindert, aus ihrem Leben ein erfüllteres zu machen und die Gesellschaft zu einer gerechteren zu verwandeln. Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann inszenierte diese Lähmung. Bezüglich der individuellen Darstellung der Schicksale ist ihm dies dank seiner hervorragenden SchauspielerInnen gut gelungen, die Gesellschaftskritik hat er weitgehend ausgespart. Das Bühnenbild hätte besser bzw. stimmiger sein können.

als Arzt Michail Ljwowitsch Astrow und als Elena Andrejewna, die junge Frau eines Professors im Ruhestand:

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als niedergehender Iwan Petrowitsch Wojnizkij und : kaum zu überbietend glaubwürdige Mimik und Gestik!

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und und : auch als Trio phänomenal.

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und die als unglücklich liebende Sofja Alexandrowna. Emotionen pur, berührend gespielt.

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als ekeliger und zugleich verzweifelter Alexander Wladimirowitsch Serebrjakow: standing ovations!

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25.10.2012. Elektra musste mitansehen, wie ihre Mutter und deren Geliebter den eigenen Vater umbrachten. Tiefer Hass und Rachgefühle treiben sie in eine Enge (genial symbolisiert durch einen schmalen Kasten auf der Bühne, der während der gesamten Aufführung das Geschehen umschließt und einziges Gestaltungselement im Dunkel der Bühne bleibt), während ihre Schwester Chrysothemis der Vergangenheit entrinnen will und sich nach einem normalen Familienleben sehnt.

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Michael Thalheimer hat Hugo von Hofmannsthals "Elektra" großartig inszeniert; die schauspielerische Leistung von (Elektra), (Klytämnestra), (Chrysothemis), (Ägisth) und (Orest) könnte beeindruckender nicht sein. Zu sehen im .

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19.10.2012. Um es vorweg zu sagen: Der "Urfaust" im Volkstheater verdient 5 Sterne. Aber Achtung: Enrico Lübbe inszenierte ihn als blutiges Spektakel mit Sex und Gewalt. Wenn Sie keine Nackten und/oder Blutverschmierten auf der Bühne sehen wollen, ist das nichts für Sie.

Goethe schrieb diese Urfassung bereits im Alter von 23 Jahren. Dabei konzentrierte er sich auf die Fatalität einer Beziehung zwischen Margarete (einer sich nach Liebe und Leben sehnenden unerfahrenen jungen Frau; eindrucksvoll dargestellt von ), und Faust (einem in sich zurückgezogenen Mann, der sich gedrängt fühlt, endlich einmal von der Welt da draußen zu kosten; gespielt von einem großartigen Denis Petkovic). Mephisto (; ebenfalls hervorragend) treibt Margaretes unglückseliges Verlangen nach genau dieser Liebe voran; bis zum Ende: Schuldgefühle, Verzweiflung und Tod.

Die hingerichtete Kindsmörderin Susanna Margarethe Brandt war 1771 ein aufsehenerregender Fall, den der junge Goethe mitverfolgt hat, ohne direkt beteiligt zu sein, und der ihn zum Urfaust inspirierte. Im Jahr 1783 war Goethe dann direkt in einen ähnlichen Fall involviert, und zwar als juristischer Berater, dessen Gutachen maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass die noch junge Anna Catharina Höhn hingerichtet wurde, weil sie aus Verzweiflung über die Schwangerschaft ihr Baby kurz nach der Geburt getötet hatte. Während Goethe im "Urfaust" die Magd noch unbarmherzig sieht, hat sich seine Sicht auf sie in Faust I (Endfassung 1808) entscheidend verändert.

der Fall Anna Catharina Höhn 1783 war derjenige, an dem Goethe beteiligt war und somit an ihrer Verurteilung schuldig wurde.

"Erbarme dich mein und lass mich leben! Ich bin so jung, so jung, und war schön und bin ein armes junges Mädchen. Sieh nur einmal die Blumen an, sieh nur einmal die Kron! Erbarme dich mein! Was hab ich dir getan? Hab dich mein Tage nicht gesehn."

Volkstheater, Urfaust 1
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"Mephistopheles erscheint: Auf, oder ihr seid verloren! Meine Pferde schaudern, der Morgen dämmert auf. Margarete: Der! Der! Lass ihn, schick ihn fort! Der will mich! Nein! Nein! Gericht Gottes, komm über mich, dein bin ich! Rette mich! Nimmer, nimmermehr! Auf ewig lebe wohl! Leb wohl, Heinrich! Faust, sie umfassend: Ich lasse dich nicht! Margarete: Ihr heiligen Engel, bewahret meine Seele! – Mir graut's vor dir, Heinrich!"

Volkstheater, Urfaust 2
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"Mephistopheles: Sie ist gerichtet! Er verschwindet mit Faust, die Türe rasselt zu, man hört verhallend: Heinrich! Heinrich!"

10.10.2012. Ein Pflichttermin für alle Theaterfreunde ist die in Bochum, Duisburg, Essen, Gladbeck und Bottrop. Rund 900 internationale Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Schweiz, Luxemburg, Großbritannien, Slowenien, Slowakei, Frankreich, USA, Kanada, Japan, China, Spanien, Belgien, Israel, Österreich, Niederlande, Neuseeland, Kuba, Brasilien, Italien und Serbien spielen sich die Seele aus dem Leib. In vielen Stücken Dramatik pur! Homepage der Ruhrtriennale: www.ruhrtriennale.de.

Theater Blog 011
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03.10.2012. In Tennessee Williams Stück "Die Glasmenagerie" geht es um Altlasten aus der Vergangenheit, um Illusionen, unerfüllte Hoffungen, Lebenslügen, belastende Abhängigkeiten und die Ohnmacht, sich nicht daraus befreien zu können. Kein fröhlicher Abend, aber ein großartiges Stück. Fantastisches Bühnenbild, traumhaftes Licht! Andrea Bröderbauer berührt. Derzeit in Wien zu sehen, und zwar im .

Volkstheater, Die Glasmenagerie
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29.09.2012. So mancher von uns fühlt sich hin und wieder von der Welt verraten, wird griesgrämig und zum Rappelkopf. Wohin das führt, zeigt uns Ferdinand Raimund in "Der Alpenkönig und der Menschenfeind"; derzeit eindrucksvoll in Szene gesetzt im . als Herr von Rappelkopf ist großartig. Er macht seinen Großeltern mütterlicherseits (Attila Hörbiger und Paula Wessely) und Eltern (Hans Obonya und ) alle Ehre! Ebenfalls überzeugend: (Astragalus, der Alpenkönig / Christian Glühwurm), (Sophie, seine Frau / Wallburgas Geist / Marthe, sein Weib), (Malchen, seine Tochter aus dritter Ehe/Salchen/Victorinens Geist), (August Dorn, ein junger Maler), (Herr von Silberkern, Sophies Bruder), (Lischen, Malchens Kammermädchen / Emerentias Geist) und (Habakuk, Bedienter bei Rappelkopf / Christian Glühwurms Großmutter).

Burgtheater, Der Alpenkönig und der Menschenfeind 01
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Burgtheater, Der Alpenkönig und der Menschenfeind 02
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20.09.2012. Manch gutes Stück Weltliteratur setzt sich erst nach Jahrzehnten durch. So erging es David Seidlers "The King's Speech", das er bereits in den frühen 1980-er Jahren als Theaterstück geschrieben hatte. Zuerst schaffte es als Film den Durchbruch und erhielt 2011 jede Menge Oscars und Golden Globes. Auch als Theaterstück kann man es ganz oben in der Hitliste der weltbesten Werke ansiedeln.

Kammerspiele, The Kings Speech 01
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Berührend menschlich, herzlich, humorvoll und ermutigend. So einfach die Story ist, kaum einer kann sich der subtilen Dramatik entziehen. Man lacht mit, lächelt mit, leidet mit und weint mit. Und zum Schluss, spätestens wenn der Vorhang gefallen ist, nimmt man eine Riesenportion Zuversicht mit nach Hause. Großartig inszeniert und gespielt in den . Ehrenvoll für die Wiener Theaterszene: David Seidler war bei der Österreich-Premiere seines Stückes höchst persönlich mit im Publikum.

Kammerspiele, The Kings Speech 02
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