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Theater Blog 2016-17
Blogger: . Fotos: Stefan Smidt.

Blog-Archiv mit Theaterkritik zu aktuellen Produktionen und Beiträgen zur Theaterszene in Österreich. Spielsaison 2014-15.

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03.06.2017. Das Volkstheater hat in der vergangenen Woche zwei seiner besten Schauspieler verloren: Kammerschauspielerin und . "Mit Hilde Sochor verliert das Volkstheater eine der größten Persönlichkeiten des Wiener Theaters", sagt Volkstheater-Intendantin Anna Badora. "Wie keine andere hat sie es verstanden, mit Herzenswärme, Witz und Klugheit in die Seelen ihrer Figuren einzutauchen. In der wechselvollen Geschichte des Volkstheaters nach dem Krieg hat wohl niemand den Ausdruck Volksschauspielerin so sehr verdient und so sehr zu einer Auszeichnung gemacht wie Hilde Sochor. Wien lag ihr zu Füßen und feierte sie bis ins hohe Alter. Ihre schauspielerischen Glanzleistungen waren stets begleitet von gesellschaftspolitischem Engagement. Mit ihrem ganzen Charme und ihrem einnehmenden Wesen diente sie auf der Bühne immer auch der Aufklärung und dem gegenseitigen Verstehen Ich bin sehr dankbar, dass ich durch die Freundschaft mit ihren Kindern die Gelegenheit hatte, diese große Schauspielerin auch privat etwas näher kennen lernen zu dürfen. Sie wird mir und uns allen fehlen. Hilde Sochors Kolleg/innen und WeggefährtInnen trauern um eine Ikone."

Hilde Sochor
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Auch die Nachricht vom Tod Rainer Friebs hat Intendantin Anna Badora sehr bewegt. "Mehr als zwei Jahrzehnte war er ein maßgeblicher Bestandteil des Volkstheater-Ensembles und hat das Publikum mit seiner unverwechselbaren Art stets berührt. Seinen KollegIinnen, WeggefährtIinnen und Angehörigen spreche ich mein herzliches Beileid aus."

15.05.2017. Die Komödienspiele Porcia () zählen zu den ältesten Sommerspielen Österreichs. Der Arkaden-Innenhof von Schloss Porcia in Spittal an der Drau wird seit 1961 bespielt. Seit 2015 stehen die Sommerspiele unter der Intendanz von Angelica Ladurner, die auch den ursprünglichen Namen Ensemble Porcia wieder einführte. Rund 20.000 Besucherinnen und Besucher locken die Sommerspiele jedes Jahr an. Das Ensemble Porcia tourt seit 2015 mit dem Theaterwagen durch Kärnten und benachbarte Bundesländer.

Komödienspiele Porcia 1 Komödienspiele Porcia 2
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

2017 wird im Theaterwagen Carl Sternheims Stück "Der Tenor" gespielt. Kurz zur Handlung: Knapp vor einem wichtigen Gesangswettbewerb (bei dem auch der Fürst anwesend sein wird) stirbt der Tenor. Auch in künstlerischer Hinsicht ein schwerer Schlag für die Kollegen – denn gute Tenöre sind kaum zu ersetzen. Was also tun, schon gar wenn der einzige Alternativ-Tenor ein Emporkömmling ist, mit dem man lieber nichts zu tun haben möchte? Weitere Beiträge zur Unterhaltung liefern die zauberhafte Schwester des Baritons und der Fürst, der unerwartet und durch einen Unfall verletzt auftaucht und "persönlich" betreut sein will. Mit: Florian Eisner, Dominik Kaschke, Michael Köhler, Charlotte Krempl, Stefan Moser, Isabella Szendzielorz und Anja Wohlfahrt; Inszenierung: Angelica Ladurner.

Die Theaterwagen Termine in Wien (Eintritt frei!):

  • 21. Mai (17.30 Uhr) beim Fest des Landeshauptmannes "Kärnten kommt nach Wien", Gironcoli-Kristall im STRABAG-Haus, Donau-City-Straße 9, 1220 Wien
  • 22. Mai (12.00 und 17.00 Uhr) vor der Mariahilfer Straße Nr. 70, 1070 Wien
  • 25. Mai (18.00 Uhr) am Karlsplatz (im Resselpark, beim Teich), 1040 Wien
  • 26. Mai (18.00 Uhr) am Karlspatz (im Resselpark beim Teich), 1040 Wien

05.05.2017. Früher mussten und auch eine Fechtausbildung machen. Ob das heute auch noch so ist? Wer wissen will, warum und den Degen mehr wie einen Säbel halten und damit herumfuchteln als wär's ein Staubwedel, muss ins Kasino des Wiener Burgtheaters, 1010 Wien, Schwarzenbergplatz 1. Termine und Karten-Bestellmöglichkeit auf .

Knaack Dolinski Shakespeare vergrößern
Foto © Stefan Smidt, Bildautor der Theaterfoto-Serie "Theatermomente"

24.04.2017. Am 25. April 1917 übermittelte Max Reinhardt seine "Denkschrift zur Errichtung eines Festspielhauses in Hellbrunn" von aus an die Generalintendanz der k.&k. Hoftheater in . Eindringlich warb er darin für "als erstes Friedenswerk". Er hob zudem deren ökonomische Möglichkeiten hervor, um auch jene als Unterstützer zu gewinnen, denen es weniger um die Kunst als um den wirtschaftlichen Aufschwung für eine ganze, darniederliegende Region ging.

Max Reinhardt

Und er forderte ein Programm auf breiter Basis. Auch das war ein kluger Schachzug, um die zerstrittenen Lager hinter der Festspielidee zu versammeln. Denn die einen wollten ein Bayreuth des Theaters, die anderen kämpften für reine Mozart-Festspiele. Max Reinhardt trat "für eine breitere Grundlage" ein, auf der alles Platz hatte. Und Hugo von Hofmannsthal ergänzte: "Oper und Theater von beiden das Höchste", in die heutige Sprache übersetzt "das Beste". Friedenswerk und Qualität als zeitlos aktueller Gründungsauftrag also.

Salzburger Festspiele Friedensprojekt 1 Salzburger Festspiele Friedensprojekt 2
Fotos ©

18.04.2017. Der Glaube an eine weltoffene, kosmopolitische Gesellschaft und der Respekt vor der Vielfalt ihrer Kulturen und Künste war immer schon der Kerngedanke von "Theater der Welt". Mit seiner 15. Ausgabe kehrt das Festival des Internationalen Theaterinstituts (ITI) an den Ort seiner Entstehung zurück und findet vom 25. Mai bis 11. Juni bereits zum dritten Mal in Hamburg statt. Mit über 330 Veranstaltungen ist es das größte internationale Theaterfestival Deutschlands.

Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda: "Das Festival zeigt uns die Vielfalt des zeitgenössischen Theaters, mit einem Programm, das gleich in mehrfacher Hinsicht Grenzen überschreitet: Grenzen von Genres und Sparten, Grenzen von Ländern und Regionen, Grenzen von Kunst und Kultur zu dem, was vermeintlich außerhalb dessen steht. Das Festival lädt die Welt ein, nach Hamburg zu kommen und uns zu zeigen, was sie bewegt, was wichtig ist, was uns vielleicht trennt, aber auch, was uns verbindet. Der Hafen als Ort des interkulturellen Austausches und der Verständigung könnte als Programmschwerpunkt nicht besser gewählt sein."

Das Gesamtprogramm vereint das Lokale und das Globale und präsentiert zugleich ein vielfältiges Spektrum weltweiter Theaterentwicklungen. Erstmals hat das Festival ein Thema: den Hafen. Der Hafen ist zugleich Spielort und Denkfigur des künstlerischen Programms. 18 Tage lang sind Zuschauer und Künstler aus aller Welt und Hamburg eingeladen, ein Gegenmodell zum gegenwärtigen Zeitgeist von Nationalisierung und Abschottung zu leben. Zugleich erinnert "Theater der Welt" wenige Wochen vor dem G 20 Gipfel mit künstlerischen Mitteln daran, dass eine gerechte Weltinnenpolitik nur im Respekt vor der Vielfalt der Kulturen möglich ist" ergänzen die künstlerische Leitung Amelie Deuflhard, Sandra Küpper, Joachim Lux und András Siebold.

Der Hamburger Hafen ist thematischer Ausgangspunkt: Er ist Ort von Ankunft und Aufbruch, Umschlagplatz für den weltweiten Verkehr von Menschen, Ideen und Waren, ein poetisch aufgeladener Ort – Untersuchungsraum und Denkfigur für die Künstler der Welt. Fragen von Globalisierung und Handel, von Flucht und Migration spielen im Programm eine erhebliche Rolle. Der Hafen ist aber nicht nur Thema, sondern neben den Mutterhäusern Thalia Theater und Kampnagel auch zentraler Spielort des Festivals. Bespielt wird das Areal um den Baakenhöft in der HafenCity mit dem Kakaospeicher am ehemaligen Afrikaterminal, dem Schiff MS Stubnitz, dem Thalia Zelt und dem Festivalzentrum HAVEN. Darüber hinaus sind die Elbphilharmonie, der Kulturort Oberhafen, verschiedene Orte in der HafenCity, und auch einige Wasserwege Locations des Festivals.

Die Höhepunkte auf einen Blick: Der Eröffnungsabend am 25. Mai bietet gleich zwei Highlights: Zum einen wird "Ishvara", ein modernes Musiktheater, von dem chinesischen Shootingstar der internationalen Kunstwelt Tianzhuo Chen aufgeführt. Zum anderen wird der samoanische Großregisseur Lemi Ponifasio sein Musiktheaterprojekt "Children of Gods" im Kakaospeicher aufführen. Ab dem 5. Juni zeigt der südafrikanische Regisseur Brett Bailey seine Installation "Santuary" über Schutzräume für Geflüchtete. Aber auch große Tanzproduktionen werden gezeigt, unter anderen von dem brasilianischen Hip-Hop Choreografen Bruno Beltrão ("Grupo de Rua", 4. bis 6. Juni, Kampnagel) oder die Inszenierung "Du Désir D'Horizons" von dem derzeit wichtigsten Choreografen Afrikas, Salia Sanou aus Burkina Faso. Das Sprechtheater bietet Highlights von dem belgischen Regisseur Ivo van Hove mit der französischen Version von Arthur Millers Klassiker "Blick von der Brücke" oder dem australischen Back to Back Theatre, das in "Lady Eats Apple" eine poetische Schöpfungsgeschichte inszeniert. Ein Theaterspaß für die ganze Familie ist die Revue "In 80 Tagen um die Welt" nach Jules Verne im Thalia-Zelt. In der Elbphilharmonie wird Haydns "Die Schöpfung" von der spanischen Performancegruppe La Fura dels Baus spektakulär in Szene gesetzt. Das komplette Programm und weitere Informationen unter www.theaterderwelt.de.

03.03.2017. Zwanzig Festspielbühnen in ganz bereiten heuer wieder ein einzigartiges Theaterfest (). 24 Premieren stehen auf dem Spielplan: die Festspielbühnen laden zu Oper, Schauspiel, Musical und Operette an stimmungsvollen Plätzen in Niederösterreich. Oft ist es auch das besondere Ambiente, das einen Festival-Besuch erstrebenswert macht: Burgen und Schlösser, romantische Theaterhäuser und stimmungsvolle Open-Air-Bühnen. Tickets für alle Spielorte des Theaterfest Niederösterreich sind unter der gemeinsamen Telefonnummer 0043 / (0)1 / 96 0 96 - 111 erhältlich. Die Broschüre mit allen Informationen kann man kostenlos über die Website bestellen.

01.02.2017. Die Fans von Daniel Kehlmann werden entzückt sein. Mit "Heilig Abend" hat er ein packendes Kammerspiel geschrieben. Bernhard Schir und Maria Köstlinger brillieren in diesem Countdown für einen möglichen terroristischen Anschlag.

Schir Köstlinger Heilig Abend 1 Maria Köstlinger Heilig Abend vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Ungewöhnlich auch das Bühnenbild: Das 90-minütige Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Ermittler und einer verdächtigen Philosophieprofessorin findet in einer Verhörkabine statt. Weiteres Spannungselement: eine Uhr im Hintergrund, die das nahende Ende anzeigt. Absolut Sehenswert! Derzeit am .

Schir Köstlinger Heilig Abend 2 Bernhard Schir Heilig Abend vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

27.01.2017. Some like it schrill. William Shakespeare's "Die Komödie der Irrungen" am . Stefans Kommentar: "Die total überdrehten Akteure befinden sich in grotesker Dauererregung, was gegen Ende des zwestündigen Stückes etwas ermüdet. Die Handlung wird stark verzerrt und mit Wortspielen auftoupiert. Tickets und weitere Infos auf .

Burgtheater: Komödie der Irrungen Harold und Maudevergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Mit , , , , Simon Jensen, Marta Kizyma, , , , , , Merlin Sandmeyer, . Regie: Herbert Fritsch.

26.01.2017. Mit 90 Jahren noch Rollen auswendig lernen, ihnen Leben einhauchen, die Mühen der Proben bewältigen, geistig rege und körperlich voll fit sein, sich den Herausforderungen von Live-Auftritten stellen – alles das wäre unvorstellbar, wenn es nicht eine gäbe, die das tatsächlich schafft: Erni Mangold. Mit "Harold und Maude" auf der Bühne der Kammerspiele der Josefstadt beschenkt sie sich selbst und ihr Publikum. Die Vorstellungen des Theaterklassikers von Colin Higgins sind jedoch schon fast alle ausverkauft; Restkarten siehe .

Harold und Maude Erni Mangold vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

28.11.2016. Michael Schottenberg ist zurück in der Stadt! Nach einem Jahr Pause dürfen sich Schottenberg-Fans auf Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt" freuen (am 1. Dezember ist Premiere). Möglich gemacht hat dies Herbert Föttinger, der den beliebten Regisseur ans eingeladen hat. Stefan war bei der Probe. Sein Kommentar: "Deshalb auch interessant, weil gestern im Fernsehen die Salzburger Aufführung aus dem Jahre 1986 lief. Die Zentralfigur des Winkelagenten 'Schnoferl', der die Fäden der Handlung zieht, war hier krasser und etwas schmierig angelegt. Otto Schenk war da seinerzeit 'sympathischer' gezeichnet. Echt gut: .

Michael Schottenberg Daniela Golpashin vergrößern

Insgesamt fand ich die Aufführung, in der der Nestroysche Wortwitz voll zur Geltung kommt, außerordentlich gut. Die Hauptdarsteller sind in Hochform. Die Näherinnen sind in dieser Inszenierung Mädchen des leichten Gewerbes, was in der textlichen Adaptierung durchaus plausibel wird." [Szenenfotos von Stefan Smidt, ]

Nestroy: Das Mädl aus der Vorstandt 3 Nestroy: Das Mädl aus der Vorstandt 4 vergrößern

Nestroy: Das Mädl aus der Vorstandt 1 Nestroy: Das Mädl aus der Vorstandt 2 vergrößern

19.11.2016. Die meisten von uns kennen Kammerschauspieler von den Aufführungen am , Gastspielen (z.B. am Schauspielhaus Graz), Soloaufführungen, aus Film, Fernsehen und seiner Regietätigkeit (z.B. in Deutschland und am ). Beeindruckend war, mit welcher Bravour und Sicherheit er vielfältigste Rollen darstellte. Er war mit Leib und Leben Schauspieler und Regisseur – und so verwunderte es nicht, dass er bis zu seinem Tod im Alter von 71 Jahren auf der Bühne stand. Sein letzter Auftritt war bei der Premiere von "Die Verdammten" als "Baron Joachim von Essenbeck" am . Hier unsere Hommage an einen der größten Schauspieler des deutschsprachigen Raums (Fotos von Stefan Smidt, ):

17.11.2016. Übermorgen ist es wieder soweit: Auf über 400 Bühnen in Europa wird die "Europäische Theaternacht" begangen. Natürlich ist auch wieder Österreich mit dabei. So manche Bühne kann sogar "rund um die Uhr" besucht werden. Überall gibt man sich Mühe, ein außergewöhnliches, speziell für diesen Anlass erstelltes Programm zu bieten, das von aktuellen Inszenierungen, über Backstage-Führungen, Workshops zum Mitmachen, bis zu offenen Performances und theatralischen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche reicht. Für das gesamte Angebot brauchen BesucherInnen nur so viel zu bezahlen, wie sie geben wollen. So bietet das Festival tatsächlich allen Interessierten die Möglichkeit, die Welt des Theaters neu oder auch erstmals für sich zu entdecken. Tiefe Einblicke in hintergründige Szenen, herzzerreißende Geschichten, wunderbare Klänge und nie gehörte Wortwechsel sind dabei garantiert. Kurzum: ein unvergessliches Abenteuer, das keine(r) verpassen sollte!

Team Europäische Theaternacht Europäische Theaternacht
Fotos © Europäische Theaternacht

Ins Leben bzw. auf die Bühne gerufen wurde die vor acht Jahren in Kroatien, mit dem Ziel den Vorhang zu öffnen und zum Entdecken und Erleben der ausdrucksstarken Vielfalt einzuladen, die die europäische Theaterszene bietet. Seither ist das Festival jeden dritten Samstag im November in zahlreichen Ländern Europas "on stage", von Italien bis Tschechien, von der Schweiz bis Bulgarien. Im Jahr 2011 wurde die "Europäische Theaternacht" von der IG Kultur Österreich und der IG Freie Theaterarbeit nach Österreich geholt. Über 70  Institutionen in allen Bundesländern bereichern das Programm, so ist heuer etwa das erstmals mit an Bord, während das Kosmos-Theater in Wien schon zum wiederholten Mal seine Pforten öffnet. Mit dabei sind auch das Schauspielhaus Graz, das Landestheater Vorarlberg, das Westbahntheater Innsbruck, das Landestheater Niederösterreich, das Stadttheater Klagenfurt und etliche andere Häuser. Gemeinsam wird daran gearbeitet, gesellschaftliche Barrieren abzubauen und in der Folge sowohl neue Publikumsschichten ins Theater zu holen als auch die regionale und europaweite Formenvielfalt der darstellenden Kunst zu fördern.

24.10.2016. Am Samstag, dem 5. November 2016, werden sich zum 6. Mal die Theaterhäuser und Kulturinstitutionen der oberösterreichischen Landeshauptstadt öffnen und ihr Angebot an Theater, Tanz, Performance und Musik in geballter Form einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Was den besonderen Reiz dabei ausmacht: Im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen anderer Städte, bietet die Linzer Lange nacht der Bühnen aber zusätzlich auch eine Fülle von Programmen der freien oberösterreichischen Theater-, Tanz - und Performance-Szene. Spielstätten und Programm siehe .

Lange Nacht der Bühnen Linz

16.10.2016. Heute im : "Die Wiedervereinigung der beiden Koreas" – 18 verschiedene Szenen, verfasst von Joël Pommerat. Allen 18 "Miniaturen" gemein: Versuche, die Liebe so zu leben, wie jeder der Beteiligten sich dies vorstellt. Desillusionierendes Fazit: Das ist nur schwer möglich – so schwer, wie die Wiedervereinigung der beiden Koreas. Eine gelungene Melang aus Skurrilität, Witz und Ernst!

Theater Blog 010 Theater Blog 011
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Es spielen: , , , , , , , und . Regie Peter Wittenberg. Bühnenbild: keines; nur Lichtstreifen, die über die Bühne wandern und deren Wechsel die 18 Szenen von einander abgrenzen.

03.10.2016. Nicht selten lohnt sich der Besuch einer "Derniere" mehr als der einer "Premiere". Gestern war die (vorerst?) letzte Aufführung von "John Gabriel Borkman", Henrik Ibsens Stück, das in der Fassung von Simon Stone von TheaterkritikerInnen mit viel Lob und Preisen bedacht wurde. Auch das Publikum war begeistert – ein Arbeitskollege meiner Frau hat es sich gleich fünfmal (!) angesehen. Koch, Wuttke, Minichmayr, Peters und Co. legten sich noch einmal ordentlich ins Zeug und spielten mit einem schauspielerischen Feuer, das man in dieser Intensität nicht alle Tage erlebt. Zur Erinnerung nochmals zwei Szenenfotos vom Beginn der Aufführungsserie am Wiener . Martin Wuttke hier noch mit Glatzkopf. Später trat er dann mit Langhaarperücke auf.

Borkman Akademietheater 1 vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Ein letztes Mal Schneeschieben nach dem Schlussapplaus:

John Gabriel Borkman Akademietheater

01.09.2016. Weltpremiere und Uraufführung des Stückes "Niemand" von Ödön von Horváth am . Stefans Eindrücke: "Eine nicht leicht verdauliche, aber durchwegs gelungene Horváth-Neuentdeckung. Ort der Handlung: ein Mietzinshaus, das stark an ein Gefängnis erinnert. Florian Teichtmeister als Zentralfigur spielt ungemein intensiv, Gerti Drassl besticht wieder einmal durch geniale und rollendeckende Einfachheit. Swintha Gersthofer und Josephine Bloéb sind in dem zahlreich auftretenden Ensemble vielversprechende Neuerwerbungen für das Josefstadttheater."

Ödön von Horváth: Niemand
Foto © Stefan Smidt, Bildautor der Theaterfoto-Serie "Theatermomente"

31.08.2016. Mit Spannung erwartet die deutschsprachige Theaterwelt die heute am stattfindende Premiere und Uraufführung des Ödön von Horváth Stückes "Niemand". Die Entdeckung dieses Werkes war eine spannende Sache: Mitte der 1990-er Jahre wurde in einem Pforzheimer Auktionshaus ein unscheinbares Typoskript angeboten. Ein Interessent erkannte dessen Bedeutung, erwarb es – weil er der einzige Bieter war – für wenig Geld und ließ es neuerlich versteigern. Dieserart gelangte es im März 2015 in den Bestand der Wienbibliothek; die Recht daran vertritt nun der Thomas Sessler Verlag.

Es spielen: Klein: Dominic Oley; Gilda: Martina Stilp; Ursula: Gerti Drassl; ein schwarz gekleideter Mann: Martin Zauner; ein schwarz gekleideter Mann: Wojo van Brouwer; ein schwarz gekleideter Mann: Gregor Kronthaler; ein schwarz gekleideter Mann: Patrick Seletzky; Hausmeisterin: Elfriede Schüsseleder; Konditor: André Pohl; Fürchtegott Lehmann: Florian Teichtmeister; Wladimir: Roman Schmelzer; Malermeister: Peter Scholz; Glasermeister: Thomas Kamper; Schreinermeister: Alexander Strobele; Kellnerin: Swintha Gersthofer; der große Wirt: Sasa Savic; die Nachfolgerin: Josephine Bloéb; Fremder: Raphael von Bargen; Uralter Stutzer: Heribert Sasse; erster Detektiv: Oliver Huether; zweiter Detektiv: Alexander Absenger; Backfisch: Antonia Jung; uralte Jungfrau: Marianne Nentwich; Betrunkener: Oliver Rosskopf. Regie führt Herbert Föttinger.

19.07.2016. Er brachte über viele Jahre fast jede Woche die Menschen in Österreich zum Lachen: Kammerschauspieler Ossy Kolmann. Gestern ist er im Alter von 88 Jahren in Wien verstorben. Danke für all die Sternstunden im Kabarett Wiener Werkl, im Kabarett Simpl, am Operettenhaus Hamburg, am Theater an der Wien, an der Wiener Volksoper, am Wiener Volkstheater, am Raimundtheater, am Theater in der Josefstadt, im Fernsehen und im Radio!

Ossy Kolmann vergrößern
Foto © Stefan Smidt, Bildautor der Theaterfoto-Serie "Theatermomente"

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