Wenn Gemeinschaften keine Reue zeigen, ist das wie eine unüberwindbare Wand, gegen die man nicht ankommt. Der österreichische Schriftsteller Gerhard Fritsch (1924-1969) hat es dennoch versucht. In seinem Roman "Fasching" schildert er ein Schicksal, das in übertragenem Sinn so mancher "Desserteur" erfahren musste – und immer noch muss.
Inhalt: "Fasching" erzählt die Geschichte des Felix Golub, der sich als Wehrmachtsdesserteur nur dadurch vor der Hinrichtung bewahren kann, indem er sich als Dienstmädchen verkleidet in die Dienste einer adeligen Miedermacherin flüchtet. Als die Niederlage der Deutschen Wehrmacht absehbar ist und die Greueltaten einen letzten Höhepunkt erfahren, nutzt er geschickt die Avancen des deutschen Kommandanten aus, um ihn zu entwaffnen und zur Kapitulation zu zwingen. Er bewahrt das Städtchen dadurch vor Leid, Zerstörung und Tod durch die anrückenden russischen Soldaten, gerät aber selbst in Gefangenschaft.
Als Felix nach 12 Jahren russischer Kriegsgefangenschaft wiederkommt, wird er nicht als Heimkehrer oder Held begrüßt, sondern von den BewohnerIinnen verspottet. Felix verkennt jedoch die Vorzeichen und ordnet sie dem Umstand zu, dass gerade Faschingszeit ist. Die Aggressionen gegenüber dem "Feigling in Frauenkleidern" nehmen zu und entladen sich schließlich in Gewalt. Felix Golub ist verzweifelt und möchte sein Glück am liebsten ungeschehen machen.

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