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Umbalfälle

Die Isel ist der letzte frei fließende Gletscherfluss der Ostalpen. Die Urgewalt des Flusses kann man wandernderweise in allen Facetten genießen. Besonders beeindruckend sind die Umbalfälle nahe des Bergsteigerdorfs Prägraten. Hier stürzt die Isel, die ihren Ursprung im ewigen Eis der Hohen Tauern hat, tosend zu Tal. Auf dem Natur-Kraft-Weg Umbalfälle, der im vergangenen Jahr neu gestaltet wurde, erleben Gäste das faszinierende Schauspiel hautnah und gratis.

"Unser Ziel ist es, Besucher für die Umwelt zu sensibilisieren und Kraft der Natur nachhaltig erfahrbar zu machen", sagt Hermann Stotter, Direktor des . Über sieben Stationen schlängelt sich der Schaupfad an der beeindruckenden Schlucht und den Katarakten entlang von Ströden bis zur Blinig-Brücke, die man nach etwa anderthalb Stunden und 250 Höhenmetern erreicht.

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Schautafeln geben Auskunft über die Bedeutung der Isel als Lebensader Osttirols, während Plattformen zu spektakulären Erlebnissen einladen: Mal ragt die Konstruktion in 30 Metern Höhe in die Schlucht hinein und der Blick fällt auf die tosenden Gewalten tief unten, mal ist man so nah dran, dass die Gischt ins Gesicht spritzt. Dabei fügen sich die einzelnen Aussichtspunkte, die im rotbräunlichen Cortenstahl und in Lärchenholz gefertigt sind, harmonisch ins Landschaftsbild ein.

Umbalfälle
Fotos: © NPHT_Jurgeit (links), NPHT_Kurzthaler (rechts)

"Wir sind näher dran und tauchen tiefer ein, erhalten aber gleichzeitig den unverfälschten Gesamteindruck des Naturdenkmals", erklärt Hermann Stotter den neuen Wasserschaupfad. Denn der Prototyp wurde bereits 1976 angelegt, damals als erster seiner Art in ganz Europa, und nach der großen Flutwelle im Jahr 1985 modifiziert. Übrigens: Am spektakulärsten sind die Umbalfälle im Sommer, wenn die Sonne in der Mittagszeit besonders viel Eis und Schnee zum Schmelzen bringt und die Wassermassen sich in der Schlucht schier überstürzen.

Von ihrem Ursprung am Gletschertor im hintersten Umbaltal fließt die Isel auf knapp 60 Kilometern quer durch Osttirol hinab ins 1840 Meter tiefer gelegene Lienz, wo sie in die Drau mündet. Der ungezähmte Gletscherfluss, der auf seinem Weg 48 Seitenflüsse aufnimmt und je nach Jahreszeit Unmengen Schotter und Geröll transportiert, hat eine einzigartige Flusslandschaft mit außergewöhnlichen Biotopen geschaffen. Hier gedeiht das rosmarinblättrige Weidenröschen neben der Tamariske und die Gelbbauchunke, die längst auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht, fühlt sich noch immer genauso wohl wie der Flussuferläufer. Während im Oberlauf der Isel bis Matrei Regenbogenforellen ihr Revier gefunden haben, sind es im Unterlauf vorwiegend Äschen, Huchen und Forellen.

Angler und Fliegenfischer machen auf jeden Fall reiche Beute, wenn sie ihre Ruten auswerfen. Am besten, man fragt die Einheimischen nach den besten Plätzen. Viel Auswahl haben auch Familien, die den Tag auf natürlichen Kinder-Spielplätzen entlang der Isel verbringen möchten. Oder wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer entspannten Radeltour? Einfach in Lienz den Shuttle ins 27 Kilometer entfernte Matrei nehmen und am Fluss entlang talwärts radeln.

Vor allem an heißen Tagen steht die Isel hoch im Kurs, denn der kühlende Hauch des Gletscherwassers aus den Hohen Tauern klimatisiert den Uferbereich und das gesamte Tal auf natürliche Weise. Selten wird der Fluss wärmer als acht bis zehn Grad.

  • Tipp: Natursteinskulpturen, die das Ufer von Kienburg bis St. Johann säumen.

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