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Tschechische Loira / Schlösser in Orlice

Der Fluss Adler, das Adlergebirge und die Region mit dem Hauptort Hradec Králové / Königgrätz liegen in Ostböhmen, etwa vier Stunden mit dem Auto von Wien entfernt. In Ostböhmen am Fluss Divoká Orlice, wird der "Fluss der Geschichte, der Burgen und Schlösser" genannt. Es erwartet Sie sowohl eine große Vielzahl an historischen Denkmälern, Burgen und Schlösser, als auch die reizvolle und vielseitige Landschaft des Vorlands des Adlergebirges. Ein Gastbeitrag von Josef Kastl.

Im Tal des Divoká Orlice werden auf der Strecke von neun Kilometern zwei mittelalterliche Burgen und vier romantische Schlösser verbunden. Und die nächsten sind gleich in seiner Umgebung. Für den Besuch dieser Gegend sollte man auf jeden Fall mehrere Tage einplanen. Die meisten sind in den Händen der ursprünglichen adeligen Familien, die Sie auch vor Ort antreffen können. Die Gräfin Diana Phipps Sternberg wohnt auf Schloss Častolovice, genauso wie František Kinský in der Nachbarschaft auf Novy zámek in Kostelec nad Orlici oder die Familie Kolowrat in Rychnov nad Kněžnou. Fluss aufwärts treffen Sie auf Doudleby und am Fluss Divoká Orlice auf das Schloss Potštejn. Das Wahrzeichen des Ortes ist die uneinnehmbare Burg Potštein, 1280 erstmals erwähnt. In der Vergangenheit wurde sie nur einmal durch den damaligen tschechischen König und späteren Kaiser Karl IV. erobert. Die Burg wurde vor allem durch die Sage über den Schatz, den Ritter Mikuláš versteckte, berühmt. Jahrhundertelang wurde dieser immer wieder gesucht, aber nie gefunden. Heute ist sie eine Burgruine, teilweise aber sehr gut erhalten und renoviert (z.B. der Festsaal, der gerne für Hochzeiten oder Feierlichkeiten genutzt wird).

Tschechische Loira 11
Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Während der kommunistischen Zeit war das Schloss in Častolovice ein Internat, das Schloss Potštejn diente als Erholungszentrum, in Kostelec nad Orlicí war ein Forschungsinstitut für Schweinezucht untergebracht.

Tschechische Loira 03
Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Das ursprüngliche Schloss Častalovice am Fuße des Adlergebirges wurde vom Adelsgeschlecht der Herren von Sternberg mehrfach umgebaut. Das Schloss befand sich seit Ende des 17. Jahrhunderts bis heute – mit Ausnahme der Zeit während der Besatzung durch die Nationalsozialisten und der Zeit des Sozialismus – im Besitz des Adelgeschlechts. Das Schloss Častolovice empfängt Sie mit kostbarem Mobiliar. Zu den schönsten Innenräumen gehört der Rittersaal mit einer wertvollen Kassettendecke oder der Korridor mit feiner Blumendekoration. Bei jedem Schritt spürt und sieht man Stil, Sinn für Details und den Beruf der Gräfin, einer erfolgreichen Innenarchitektin.

Tschechische Loira 05
Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Kostelec nad Orlici wurde zum ersten Mal 1303 erwähnt und gehörte bis 1746 zur Herrschaft Pottenstein. 1358 diente es als Marktort, 1568 wurde es eine Stadt. Um diese Zeit erlangte man mit der Tuchherstellung einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1668 errichtete der damalige Besitzer der Herrschaft Pottenstein, Wenzel Zaruba von Hustiran, an der Stelle einer östlich des Stadtzentrums liegenden Festung ein Schloss, das später als Altes Schloss bezeichnet wurde. 1746 wurde Kostelec aus der Herrschaft Pottenstein gelöst und 1796 durch den Grafen Harbuval de Chamare´ an den Grafen Josef Kinsky aus der Chotzner Linie der Adelsfamilie Kinsky verkauft.

Tschechische Loira 04
Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Nový zámek (Neues Schloss) in Kostelec nad Orlicí wurde in den Jahren 1829 bis 1833 im Empire-Stil erbaut und diente bis 1948 den Kinskys als Herrschersitz. Nach der Enteignung wurden mehrere landwirtschaftliche Institutionen angesiedelt, was sich markant auf die bauliche Verfassung des Schlosses auswirkte. Im Jahr 1992 wurde es im Rahmen der Restitution der Familie Kinsky rücküberführt. Nach der Renovierung bekam es seinen festen Platz im Kulturbereich mit vielen bekannten Namen. Natürlich gibt es auch Ausstellungen, Konzerte und Festivals. František Kinsky der Besitzer des Schlosses, ist ein großer Kunstliebhaber und erzählt gerne über die Geschichte der Adeligen in Tschechien und über die Historie der Schlösser. Wenn Sie Glück haben, werden Sie durch das Schloss von ihm persönlich geführt. Er macht es ein paar Mal im Jahr und seine Führungen sind sehr begehrt. Unter den schönsten Räumlichkeiten gehört bestimmt die Schlossbücherei oder der Spiegelsaal, der besonders bei den Brautpaaren sehr beliebt ist, genauso wie der herrliche Schlosspark.

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Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Das Schloss Doudleby ist unübersehbar wegen seiner einzigartigen Sgraffito-Dekoration, die alle Außen- und Innenfassaden abdeckt, ergänzt durch toskanische Säulen und Renaissancearkaden. Es wurde 1588 erbaut und ist das Werk italienischer Renaissancekünstler. Zunächst diente es als Sommersitz der Adelsfamilie von Bubna und Lititz, später wurde es zu einem Jagdschloss umfunktioniert. Es befindet sich hier einer der größten Kachelöfen in der Tschechischen Republik, außerdem findet man in der Schlosskapelle eine große Madonnen-Sammlung. Heute kümmert sich um das Schloss Peter Dujka, Sohn von Eleonora Dujková, eine direkt Erbin der Familie Bubna-Litice.

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Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Das Ehepaar Novačkovi ist Schlossbesitzer des Schloss Potštejn. Es wurde 1749 erbaut und wurde in den letzten Jahren neu rekonstruiert da es in einem sehr schlechten Zustand war. Heute werden interessante Attraktionen und kulturelle Erlebnisse angeboten. Ein wunderbarer Schlosspark dient der Erbauung.

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Foto © 50plus.at / Josef Kastl

Nicht nur die kulturellen Angebote, kavasondern auch Spaziergänge durch weitläufige Parks und Wildparks oder Cafés und Restaurants locken die Besucher an. Zum Beispiel Toniova kavárna – das Café und Restaurant in Novámek in Kostele und Orlicic mit einer netten Terrasse. Um den Betrieb kümmert sich Františeks Sohn Kristian, der gleichzeitig in der Schlossküche tätig ist. Lassen Sie sich nicht seine Panna Cotta oder die Limettentorte entgehen.

Eine richtige Oase der Ruhe ist der Spaziergang durch den Wildpark in Častolovice mit Hirschen und weißen Damhirschen. Sehr beliebt ist der Mini-Zoo, wo vor allem die Kinder sehr viel Spaß haben. Jährlich kommen hierher etwa 80.000 Besucher. Natürlich gibt es auch den Rosengarten, um den sich die Besitzerin mit sehr viel Liebe kümmert. Die Rosensammlung ist absolut einzigartig. Manche der 200 Rosenarten hat die Prinzessin Diana aus England mitgebracht, wo sie eine längere Zeit ihres Lebens verbrachte. Im Innenhof entstand ein gemütliches Café mit einem Restaurant, in dem Sie die außergewöhnliche Atmosphäre beim Klang der klassischen Musik genießen können. Eine Erfrischung wird Ihnen auch direkt im Park im Altan Gloriet beim Wassergarten angeboten.

In Doudleby können Sie zur Abwechslung das Naturhistorische Museum besuchen. Die umfangreiche Sammlung von Hunderten bis Tausenden von Exponaten ist die größte in der Tschechischen Republik. Sie finden sie im ersten Stock des rekonstruierten Schlossspeichers gleich neben dem Schloss genauso wie den beliebten "Großmutters Hinterhof" mit exotischen Tieren und vielen Haustieren.

Beim Besuch des Schlosses von Potštejn (erbaut 1749-1755) sollten Sie sich mit köstlichen Desserts und Kaffee belohnen, welche Sie im Schlosscafé genießen und in der Vorburg finden können. Besuchen Sie auch die Handwerksbrauerei Clock, ein netter Ort um sich zu erholen und ein gutes Bier genießen zu können. Nach 100 Jahren wurde hier mit der Bierbrauerei wieder begonnen.

Im Vorland der Adlergebirge befinden sich mehrere Brauereien. Manche von denen verbindet eine Bierstraße in Podorlicko - ein Gebiet unter den Südhängen des Adlergebirges. Aus Potštejn auf den Spuren dieses leckeren Getränkes kommen Sie mit dem Fahrrad über die Brauerei in Rychnov nad Kněžnou bis zur altböhmischen Brauerei in Dobruška. Vom Schloss wandern Sie direkt zur Burg oder weiter entlang des Flusses zum Annenthal.

Podorlicko ist wirklich reich an adeligen Häusern. Nur wenige Kilometer von der tschechischen Loira entfernt findet man das Schloss zwar Kolowratin Rychnov nad Kněžnou. Das Schlossareal mit Santini's Dom der "Nejsvětější Trojice" zählt zu den schönsten Barockwerken in Tschechien. Der Glockenturm versteckt die drittgrößte Glocke des Landes. Ihr Klang zählt zu den schönsten Europas. Ein sehenswertes Ziel ist das Renaissanceschloss der Familie Collored-Mansfeld in Opočno. Es ist einzigartig für seine Arkaden und die umfangreiche Sammlung historischer Waffen und Rüstungen. Das Schloss ist von einem natürlichen Landschaftspark mit dem Tal des Goldenen Stroms umgeben, mit zahlreichen Biotopen und romantischen Bauten.

Untergebracht waren wir im Wirtshaus U Hubálkú in Kostelecká Lhota mit netten einfachen Zimmern. Es gibt eine hervorragende Küche mit ausgewählten regionalen Gerichten von Chefkoch Pavel Hubálek zubereitet.

Das Gebiet ist gut erschlossen. Man hat mit dem eigenen Fahrzeug die beste Möglichkeit, die vielen Schlösser, Burgen, Kirchen und Denkmäler zu erkunden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich die Bahn nach Prag an. Eine Bahnstrecke führt nach Königgrätz und weiter entlang der Adler. Ideal ist das Gebiet auch für Radfahrer – viele Radwege, Radfahrverleihe und Unterkünfte stehen zur Verfügung.

Zusatz-Informationen

Zusatzinformationen bekommen Sie bei der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism in 1140 Wien, Penzingerstraße 11-13; Telefonnummer: +43/1/8920299. E-Mail: wien@czechtourism.com. Internet: .

Hinweis

"EDEN" ist eine Initiative zur Förderung nachhaltiger Tourismusentwicklungsmodelle in der gesamten EU. Das Projekt "Tschechische Loira" wurde im Rahmen eines nationalen Wettbewerbes ausgewählt und als EU-Projekt "Europäische exzellente Destination des Jahres 2017" von der EU gefördert. Eine Reise, die zur Entstehung obenstehenden Beitrages geführt hat, wurde im Rahmen dieses Projektes finanziert. Webseite: .

Siehe auch

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