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Spitalskeime / Krankenhauskeime

Spitalskeime zählen zum größten Problem des Gesundheitswesens. Dabei handelt es sich um Krankheitserreger, die sich an Stellen ansiedeln, die für Hygienemaßnahmen schlecht oder nicht zugänglich sind. Zusatproblem: Erregermutationen machen es schwierig, wirksame Medikamente gegen sie zu entwickeln. Pro Jahr sterben in Europa rund 37.000 Menschen an den Folgen einer im Spital erworbenen Infektion. Mit der Dauer des Aufenthaltes, dem Grad der Geschwächtheit durch die Krankheit und/oder die Operation und dem Alter steigt das Infektionsrisiko. Die Rate an Infektionen durch Spitalskeimen ist – aus verschiedenen Gründen – von Spital zu Spital unterschiedlich. Jedes Spital ist im Rahmen des Qualitätsmanagements verpflichtet, bezüglich der Infektionsraten durch Spitalskeime Aufzeichnungen zu führen.

Tipp: Fragen Sie danach und besprechen Sie die Ergebnisse Ihrer Recherche mit dem Arzt / der Ärztin Ihres Vertrauens. Da es diesbezüglich um Ihre ganz persönliche Gesundheit geht, haben Sie prinzipiell ein Recht darauf. Aber Achtung: Sie können mit unsensiblen Fragen bzw. einem Überagieren hier auch "anecken" und auf Widerstand stoßen – zumal Spitäler mit ungünstigen Infektionsraten möglicherweise kein Interesse daran haben, dass diese Werte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zu den persönliche Maßnahmen der Risikoreduzierung zählen eine allgemeine Stärkung des und optimale persönliche Hygiene. Bei lang im Voraus festgelegten Spitalsaufenthalten empfiehlt es sich auch aus diesem Grund, ganz bewusst die persönlichen Abwehrkräfte zu trainieren. Lässt sich das Fenster des Spitalzimmers öffnen, sollte man es – vor allem während der warmen Jahreszeit – möglichst oft bzw. möglichst lange öffnen. Gibt es eine Klimaanlage im Zimmer, sollte man diese ausschalten bzw. auf ein Minimum reduzieren.

Anmerkung: Das medizinische Person in Krankenhäusern ist gegen Krankenhauskeime weitgehend immun. Das Immunsystem der dort arbeitenden Personen kann sich offenbar gut darauf einstellen.

Krankenhauskeime 1
Foto © Andreas Hollinek

Internationaler Tag der Händehygiene: 5. Mai

Alljährlich am 5. Mai ist der "Internationale Tag der Händehygiene". Er soll besonders für die unerlässliche Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen sensibilisieren. Jährlich erkranken in Europa laut Hochrechnungen der ECDC (European Center for Disease Prevention and Control) nämlich mehr als 4 Millionen Patienten an Krankenhausinfektionen. Viele der Spitalskeime, die Krankheiten auslösen oder sogar zum Tod führen können, wären durch Händehygiene des Klinikpersonals einfach zu verhindern.

Unter dem Motto "Save Lives: Clean Your Hands" ruft die World Health Organisation (WHO) zum Kampf gegen Antibiotika-Resistenz durch Händehygiene und Infektionsprävention auf. An der dazugehörigen Kampagne nehmen viele Gesundheitseinrichtungen weltweit teil. Auch die unabhängige, österreichische Non-Profit-Organisation Semmelweis Foundation, hat sich zum Ziel gesetzt, Krankenhaushygiene und Patientensicherheit öffentlich zu thematisieren, wobei Händehygiene eine der wichtigsten Grundlagen für Infektionsprävention darstellt. Im Zentrum der Bewusstseinsbildung stehen "die fünf Momente der Händehygiene", die beschreiben, wann Desinfektion erforderlich ist, um eine Verbreitung von Keimen einzudämmen (Details unter: ).

Internationales Umdenken bewirken

Der externe Leiter des WHO-Programms "Clean Care is Safer Care" und Ehrenpräsident der Semmelweis Foundation, Didier Pittet, gilt mittlerweile als weltweit bekannte Koryphäe auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene und setzt sich als Botschafter international für ein Umdenken ein.

Didier Pittet zum Thema Krankenhauskeime

"Wir müssen Bewusstsein für Krankenhaushygiene schaffen und politische Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken. Nosokomiale Infektionen, ausgelöst durch Spitalskeime, lassen sich durch professionelle Händehygiene drastisch reduzieren. Krankenhausinfektionen und deren Folgen können verhindert werden - also tun wir etwas dagegen! Clean your hands – Save Lives!", betont Pittet, der Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesundheit in die Verantwortung nimmt.

Leitlinie und Patientenbroschüre

Weltweit steigt die Resistenz von Krankheitserregern gegenüber Antiinfektiva, also Medikamenten, die zur Heilung von Infektionen bei Mensch und Tier eingesetzt werden. Die mit Abstand größte Gefahr sind Antibiotikaresistenzen: Wenn Bakterien durch Antibiotika nicht abgetötet werden können, verliert die Medizin eine ihrer stärksten Waffen gegen eine Vielzahl von weit verbreiteten und potenziell tödlichen Infektionserkrankungen.

Die WHO hatte schon 1998 auf diese Gefahr hingewiesen und 2015 einen globalen Aktionsplan beschlossen, dem viele nationale gefolgt sind. Selbst in der Abschlusserklärung des G7-Gipfels 2015 bekennt man sich zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen – schließlich stellen diese auch eine volkswirtschaftliche Herausforderung dar. Im Rahmen der Initiative Arznei & Vernunft (A&V) haben nun namhafte Experten die Antiinfektiva-Leitlinie für Ärzte und Apotheker sowie die entsprechende Patienteninformation auf Basis aktuellster wissenschaftlicher Erkenntnisse komplett neu überarbeitet. Beides ist unter abrufbar, die Patienteninformation liegt auch in Arztpraxen und Apotheken auf.

"Eine Aktualisierung der A&V-Leitlinie zu diesem Thema war angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse dringend notwendig", sagte der Leiter der Expertengruppe Arznei & Vernunft, Univ.-Prof. Dr. Ernst Singer. "Wir haben bei dieser Leitlinie besonders darauf geachtet, dass sie im Praxisalltag gut einsetzbar ist. Schließlich stellen Infektionen im ambulanten Bereich eine der häufigsten Krankheitsformen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen dar." Die Empfehlungen basieren auf aktuellen Studienergebnissen und internationalen Leitlinien und geben einen Überblick über die Resistenz-Situation in Österreich sowie über moderne Diagnose- und Therapiemethoden. "Patienteninformation und Leitlinie sind wie gewohnt auf der A&V-Homepage kostenlos downloadbar. Die Leitlinie ist so aufgebaut, dass man gezielt und effizient nach kompakten Basis- oder vertiefenden Spezialinformationen suchen kann."

"Die erfreuliche Nachricht ist, dass in Österreich die Gesamtmenge an verbrauchten Antibiotika pro Einwohner im europäischen Vergleich sehr niedrig ist. Entsprechend niedrig sind auch die Resistenzraten", erklärte Dr. Alexander Biach, Verbandsvorsitzender des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. "Antibiotika werden in Österreich jedoch im Winter überdurchschnittlich häufig verschrieben. In anderen Ländern wie Dänemark, Schweden oder Norwegen sind derartige saisonale Schwankungen kaum zu finden. Im Jahr 2017 lag die Verordnungszahl im ersten Quartal um 16 Prozent über dem Gesamtjahresdurchschnitt der letzten drei Jahre, im dritten Quartal hingegen 19 Prozent darunter. Besonders stark ausgeprägt waren diese Unterschiede bei Kindern im Alter bis zu 14 Jahren. Hier lag die Verordnungszahl im ersten Quartal um 23 Prozent über dem Durchschnitt, im dritten Quartal um 37 Prozent unter diesem", so Biach weiter. "Mit der vorliegenden Neuauflage der Antiinfektiva-Patientenbroschüre und -Leitlinie ist uns gemeinsam wieder eine wirklich gute, pragmatische Informationsgrundlage gelungen."

"Die Erforschung neuer Antibiotika ist extrem aufwändig und risikoreich wie kaum eine andere: nicht einmal ein Prozent aller Forschungsansätze schafft es bis zum Markt", sagte der Präsident des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs, Pharmig, Mag. Martin Munte. "Umso größer ist die Hoffnung, dass die zehn neuen Antibiotika, die derzeit weltweit in späten Phasen der klinischen Forschung stehen, erfolgreich sein mögen. Erfreulich ist, dass auch an 13 klinischen bakteriellen Impfstoffkandidaten, an 18 Diagnostika für die Feststellung einer eventuell bereits vorhandenen Antibiotikaresistenz oder auch an präventiven Therapien geforscht wird. Jedenfalls müssen wir vor allem am richtigen Einsatz der vorhandenen Therapien arbeiten, damit Resistenzen nicht noch weiter voranschreiten. Als zentral erachte ich hier eine bessere Vernetzung des niedergelassenen mit dem Spitalsbereich. Das Thema der Antibiotikaresistenzen lässt sich nur gemeinsam managen."

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Prof. Dr. Thomas Szekeres, betonte, es müsse vor allem darum gehen, dass Infektionen erst gar nicht ausbrechen. Vorbeugung sei daher eine der wirkungsvollsten Waffen gegen Antiinfektiva-Resistenzen. Allen voran spielten Impfungen eine immens wichtige Rolle. Allein durch höhere Durchimpfungsraten würde es weniger Infektionen geben und es müssten weniger antibiotische oder antivirale Medikamente eingesetzt werden. "Dessen ungeachtet sind Antibiotika bei vielen Erkrankungen ein wahrer Segen", erklärte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Deshalb sei es wichtig, sie korrekt anzuwenden, um die Entwicklung von Resistenzen einzudämmen. "Ich bin sicher, dass die neue Leitlinie und auch das demnächst verfügbare e-Learning für Ärztinnen und Ärzte sowie der Patienten-Informationsfolder eine gute Unterstützung sind."

"In der Beratung von Kunden und Patienten durch Apothekerinnen und Apotheker zeigt sich, dass die genaue Einnahme von Antibiotika oft nochmals erklärt werden muss", sagte die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr. "Das ist im Hinblick auf mögliche Neben- bzw. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln besonders wichtig. Dabei wird uns auch die flächendeckende Einführung der e-Medikation bis Jahresende 2019 unterstützen, da wir dadurch alle vom Patienten verwendeten Arzneimittel überblicken können. Mit unserer täglichen Beratungsleistung und der neuen Patientenbroschüre, die in allen 1.400 Apotheken österreichweit aufliegt, leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu einer Verbesserung des Therapieerfolges. Der niederschwellige Zugang ermöglicht uns Apothekerinnen und Apothekern, den Umgang mit Antiinfektiva zu thematisieren und die für die Patienten notwendigen Schritte einzuleiten", so Mursch-Edlmayer.

Die Initiative "Arznei & Vernunft" ist ein gemeinsames Projekt von: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pharmig, Österreichischer Ärztekammer und Österreichischer Apothekerkammer. Ziel der Initiative ist ein vernünftiger Umgang mit Arzneimitteln. Alle Informationen zur Initiative unter .

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