Das an der Loire, etwa 20 Kilometer von Tours gelegene Amboise blickt auf viele Jahrhunderte bewegter Geschichte zurück: Hauptstadt der Kelten, Festung der Gallier, dann der Römer; 503 schlossen hier Chlodwig I. (König der Franken) und Alarich II. (König der Goten) hier ein Friedensabkommen; 1214 nimmt Philipp-August, König von Frankreich, die Touraine ein. 1431 bringt Karl VII. auf Schloss Amboise seine Freischützen unter; im ausgehenden 15. Jahrhundert Sitz von Ludwig XI. und Karl VIII. (1470 hier geboren); 1560 Verschwörung am Schloss von Amboise; 1563 Unterzeichnung des Edikts von Amboise durch Katharina von Medici, das eine eingeschränkte Ausübung des protestantischen Glaubens gestattete.
Foto © Andreas Hollinek
Das die Stadt dominierende Schloss wurde 1490 von König Karl VIII. beauftragt und ist ein frühes Beispiel für die italienische Architektur der Renaissance in Frankreich. Nach der Einnahme Neapels wurden die Arbeiten 1495 unter Einbeziehung italienischer Künstler fortgeführt. Franz I. berief 1516 das Universalgenie Leonardo da Vinci an seinen Hof. Mehr zum Aufenthalt und Tod Leonardos in Amboise siehe das Stichwort Château Clos Lucé. Seit dem 17. Jahrhundert dienten Teile des Schlosses als Staatsgefängnis. So wurde hier unter anderen der algerische Freiheitskämpfer Abd-el-Kader samt Gefolge vier Jahre lang gefangen gehalten. Seine in Gefangenschaft zu Tode gekommenen Weggefährten sind im Garten oberhalb des Schlosses begraben. Ein Gedenkstein erinnert an diese grausame Zeit.
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Hier gibt es nicht nur 45 Modelle von Schlössern zu bewundern (wahre Meisterwerke der Kunstfertigkeit), sondern auch – einzigartig in Europa – rund 9000 Bonsais.
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