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Bodenverbrauch / Bodenversiegelung

Jeden Tag werden in durchschnittlich 11,5 Hektar Boden verbraucht – das ist mehr als vier Mal höher als das offizielle Nachhaltigkeitsziel. Der World Wildlife Fund (WWF) fordert, dass die Bodenschutz-Strategie eine verbindliche Obergrenze für den Flächenfraß und einen konkreten Maßnahmenkatalog beinhaltet. "Vor 20 Jahren hat die Bundesregierung beschlossen, den Bodenverbrauch zu begrenzen und seit 20 Jahren wird diese Grenze allen politischen Versprechen zum Trotz konsequent überschritten. Wenn wir weiter so respektlos mit der Natur umgehen, verspielen wir unsere eigenen Lebensgrundlagen", kritisierte Mitte März 2022 Maria Schachinger, Bodenschutz-Sprecherin der Naturschutzorganisation WWF Österreich.

Bodenverbrauch stoppen
Foto © Andreas Hollinek

Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als den Verlust biologisch produktiver Böden durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen. Knapp die Hälfte davon (41 Prozent) wird versiegelt, also mit einer wasserundurchlässigen Schicht überzogen.

"Mit jedem verbauten Quadratmeter verlieren wir noch mehr wichtige Bodenfunktionen. Der hohe Bodenverbrauch befeuert damit nicht nur die Klimakrise und das Artensterben, sondern gefährdet auch die langfristige Ernährungssicherheit Österreichs", warnt Schachinger. Seit der Einführung des Nachhaltigkeitsziels von 2,5 Hektar ist der Flächenfraß nahezu dreimal so schnell gewachsen wie die Bevölkerung. Insgesamt hat die Politik ihr selbst gestecktes Ziel in den letzten 20 Jahren um rund 45.000 Hektar verfehlt – das ist mehr als die Fläche Wiens. Da die Verbauung bereits so weit fortgeschritten ist, sollte das Nachhaltigkeitsziel nach Einschätzung des WWF wesentlich ambitionierter ausfallen und der Bodenverbrauch bis 2030 auf maximal 1 Hektar pro Tag reduziert werden. "Diese Schwelle ist umgerechnet sogar schon am 1. Februar unter neuen Straßen, Supermärkten, Parkplätzen und anderen Bodenfressern verschwunden. Deshalb muss die Politik, allen voran Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, den Bodenschutz endlich ernst nehmen", fordert WWF-Expertin Schachinger.

Schachinger kritisiert daher auch Aussagen von Bundesministerin Köstinger, wonach man neue Skipisten und Chaletdörfer vom Bodenschutz ausnehmen sollte. "Als Landwirtschaftsministerin hat Köstinger beim Bodenschutz-Gipfel im Oktober eine Reduktion des Flächenfraßes um 80 Prozent bis 2030 versprochen. Wenn sie touristische Megaprojekte, von denen nur einige Wenige profitieren, davon ausnehmen will, zeigt das nicht nur ein mangelndes Problembewusstsein, sondern auch, wie wenig ernst sie ihre eigenen Ziele nimmt", sagt Schachinger.

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