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Bücher Blog & Buchbesprechungen
Blogger: Andreas Hollinek

Buchhandlungen sind – zumindest in ländlichen Region – ziemlich rar geworden. Zum Glück gibt es aber auch die vielen Bestellmöglichkeiten über das Internet. Vor dem Online-Kauf lohnt es sich aber, Buchvorstellungen, Buchbesprechungen, LeserInnen-Bewertungen und Buchrezensionen durchzulesen. Das gibt Sicherheit für den Kauf.

09.11.2020. Derzeit ist eine recht gute Zeit, die wichtigen Dinge des Lebens zu reflektieren. Wenn man dies zusätzlich mit einer guten Portion Humor tut, bringt das die positiven Lebensgeister in Schwung. Michael Horowitz und Heinz Marecek singen in ihrem Buch nicht nur ein hohes Lied auf die Freundschaft, sie reflektieren auch die Themen Liebe und Beziehungen, Erfolg und Geld, Macht und Politik, Glück, Genuss, Alter und Weisheit sowie Böswilliges. Zwischen ihren – unnötigerweise in sehr kleiner Schrift abgedruckten – Texten bringen sie jede Menge Zitate – die dann dafür in teilweise sehr großer Schrift. Gute Laune ausströmendes Kompendium; gut auch als Geschenk geeignet.

03.11.2020. An-der-Macht-sein kostet Geld. Viel Geld. Die drei "unverzichtbaren" Machterhalt-Strategien neben dem Eintreiben von Steuern: a) Aneignungen aller Art und bei jeder Gelegenheit, b) mit eigenen Produkten und Dienstleistungen Geld scheffeln und c) b) das "erwirkte" Geld gewinnbringend veranlagen. In der Ausgaben-Liste ganz oben stehen die Posten "Krieg", "Pomp" und "Privates". Die Habsburger beherrschten dies Handwerk gut. Wie gut und wie stark dies die Geschichte der k.u.k. Monarchie beeinflusste, das beschreibt die (Kunst-) Historikerin Katrin Unterreiner in ihrem neuen Buch auf überaus spannende und Staunen machende Weise.

Katrin Unterreiner: Habsburgs verschollene Schätze
Foto © Andreas Hollinek

Unter den vielen Kapiteln (das Buch hat 200 Seiten) gefielen mir auch die Porträts der armen und reichen Erzherzöge Otto (der "Lebemann"), Ludwig Salvator (der "Intellektuelle"), Ludwig Victor (der "Bonvivant"), Friedrich (der "Rahmreiche"), Ernst (der "Spieler"), Franz Ferdinand (der "heimlich vermögende") und der "roten Erzherzogin" Elisabeth Fürstin Windisch-Graetz. Dass Kaiser Franz Joseph sehr genügsam war, plötzlich reich wurde und zwei viel Geld verschlingende "Fixsterne am pekuniären Horizonte" hatte, amüsiert. Bezüglich der Tatsache, dass Kaiserin Elisabeth mondäne Luxusreisen von Irland bis Marokko unternahm, sich eine bunte Entourage gönnte und über geheime Bankdepots verfügte, wären heute gute Gründe für das Volk gewesen, not so amused gewesen zu sein. Aber heute ist ja alles ganz anders. Oder?

Apropos geheim: Auch der Krimi um die verschwundenen Kronjuwelen wird in Unterreiners Buch gelöst. Alles in allem eine faszinierendes Buch – eines, das sich Geschichtsinteressierte unbedingt kaufen oder unter den Weihnachtsbaum legen lassen sollten!

Zur Autorin: Katrin Unterreiner studierte Kunstgeschichte sowie Geschichte an der Universität Wien und war langjährige wissenschaftliche Leiterin der Schloss Schönbrunn GmbH und Kuratorin des 2004 eröffneten Sisi-Museums in der Wiener Hofburg. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher über die Habsburger und die Kulturgeschichte der k.u.k. Monarchie. Katrin Unterreiner lebt und arbeitet in Wien und ist auch als Kuratorin zahlreicher Ausstellungen, Vortragende und wissenschaftliche Beraterin historischer Dokumentationen, u.a. für ORF, ZDF und Arte tätig.

20.10.2020. Der in den Alpenregionen so beliebte "Reimmichl Volkskalender" erscheint in seiner 100. Auflage! Begründet wurde er vom Priester und Schriftsteller Sebastian Rieger (1867-1953). Riegers Bücher, die er unter dem Pseudonym "Reimmichl" veröffentlichte, erreichten Millionenauflagen. Für das Jahr 1920 gab er erstmals einen Volkskalender heraus, der seit 1925 seinen Namen trägt. Der Tyrolia-Verlag führt unter der Leitung von Birgit Drewes Riegers Tradition fort und präsentiert der treuen Leserschaft zum 100-er eine besonders schöne, 240-Seiten (!) umfassende Ausgabe. Jahresthema: Tirol.

Reimmichl Kalender
Foto © Andreas Hollinek

In der heuer zu 240 Seiten gebundenen Jubiläumsausgabe kommt die junge Kletter-Legende Angela Eiter zu Wort, es gibt Beiträge zur Euthanasie in Tirol, zur neuen Friedensglocke am Hochstein, Artikel über Wallfahrten, die Verehrung der 14 NothelferInnen oder die Kapellen in den Alpenvereinshütten. Und natürlich werden auch die Jahresjubilare Reinhold Stecher (der 2021 seinen 100. Geburtstag feiern würde) sowie der faszinierende – vor 500 Jahren geborene – Innsbrucker Diözesanpatron Pertrus Canisius gewürdigt. Versierte Autorinnen und Autoren schreiben über Sternenkinder, das Waldklassenzimmer oder ihre Arbeit in der Krisenintervention, berichten von ihrer Krebserkrankung, dem Abenteuer Schafzucht und über Persönlichkeiten wie den Missionar Leonhard Wiedemayr oder den Engel von Auschwitz Angela Autsch. Und neben all diesen Themen punktet der Kalender 2021 in gewohnter Manier mit seinem ausführlichen Kalendarium inklusive liturgischer, bäuerlicher und bürgerlicher Daten, Wettersprüche, Lostage, Himmelserscheinungen und Bräuchen – einer hilfreichen und vielseitigen Begleitung durch das ganze Jahr!

01.10.2020. Bei der 16. Kriminacht im Kaffeehaus am 6. Oktober können wieder fast alle Stars der heimischen Krimi- und Thrillerszene wie Claudia Rossbacher, Kurt Palm, Manfred Rebhandl, Andreas Pittler, Edith Kneifl, Christian Klinger oder Eva Rossmann live erlebt werden. Und so ist es logisch, dass der von der Stadt Wien und dem Hauptverband des österreichischen Buchhandels ausgerichtete Leo-Perutz-Preis (Preisgeld: 5.000,- Euro) heuer beim Auftakt der Kriminacht im Hotel Imperial vergeben wird. Nominiert sind heuer: Johann Allacher ("Wiener Blues"), El Awadalla ("Zu viele Putzfrauen"), Ursula Poznanski ("Vanitas – Grau wie Asche"), Stefan Slupetzky ("Im Netz des Lemming") und Bastian Zach ("Donaumelodien – Praterblut"). Alle Nominierten werden bei der Kriminacht lesen, Bestsellerautorin Ursula Poznanski natürlich am Zentralfriedhof (Aufbahrungshalle 2), denn ihre Thrillerreihe "Vanitas" ist ebendort angesiedelt. Insgesamt sind heuer 34 Autorinnen und Autoren dabei, ebenso wie alle namhaften Kaffeehäuser – vom Café Museum und dem Frauenhuber in der Innenstadt bis zum Café Ritter in Ottakring oder dem Jonas in Floridsdorf.

Neben den österreichischen Stars besucht auch der Italiener Massimo Carlotto die Kriminacht. Als Sympathisant der Linken wurde er in den 1970er-Jahren in einem umstrittenen Gerichtsverfahren wegen Mordes verurteilt. Nach fünfjähriger Flucht und einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren wurde er 1993 begnadigt. Seither schreibt er Bestseller. Er wird bei der Kriminacht-Außenstelle in der Hauptbücherei am Gürtel lesen. Beliebt ist seit vielen Jahren auch die Sonderlocation 48er-Tandler, wo heuer Johann Allacher und Michael Horvath lesen werden. Die Veranstalter versichern, dass selbstverständlich alle Coronabestimmungen genau eingehalten werden: Registrier- und Maskenpflicht (wobei man am Sitzplatz dann die Maske abnehmen darf).

08.09.2020."Toilettenpapier. Denken Sie darüber nach. Sicher, es ist eine Notwendigkeit, aber wie viel davon braucht jeder Einzelne?" (T.C. Boyle). Im März 2020, als die Corona-Pandemie das öffentliche Leben zum Stillstand brachte und Toilettenpapier zum scheinbar überlebenswichtigsten Gut überhaupt avancierte, initiierte das Aargauer Literaturhaus verschiedene Online-Projekte. Entstanden sind literarisch hochwertige Zeugnisse einer aussergewöhnlichen Zeit. Die Tagebücher von Monica Cantieni, Peter Stamm und Dorothee Elmiger dokumentieren Befindlichkeit und Lage in der Zeit des Lockdowns im Frühling 2020. Der Teil "Corona einmal um die Welt" umfasst 23 Essays internationaler AutorInnen wie Zsófia Bán, Alejandro Zambra, A. L. Kennedy, Judith Schalansky, Etgar Keret, Cécile Wajsbrot u.a. lenkt den Blick über die Landesgrenzen hinaus an Orte wie New York, Budapest, Mexiko City, Großbritannien, Kalifornien, Berlin, Tel Aviv oder Paris. Und last but not least haben sich 20 SchriftstellerInnen, unter ihnen Ruth Schweikert, Michael Stavaric, Simone Meier und Stephan Pörtner, auf das Experiment eines Fortsetzungsromans eingelassen. Das Resultat ist eine höchst unterhaltsame Geschichte mit viel schrägem Personal. Mit Beiträgen von Peter Stamm, T.C. Boyle, A.L. Kennedy, Judith Schalansky, Jan Konnefke, Katja Petrowskaja, Kendel Hippolyte, Monica Cantieni, Robert Cohen, Ruth Schweikert und anderen.


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  • Bibliografische Angaben: Bettina Spoerri / Anne Wieser (Hrsg): Schwellenzeit – 44 Autoren schreiben zur Corona-Zeit. 240 Seiten, Euro (D) 22,- | Euro (A) 22.50 | CHF 28,-. ISBN 978-3-03876-184-6 (Midas Collection).

15.08.2020. Der Besitzer einer Hotelkette wird in einem Badeort in der Nähe von Athen tot aufgefunden. Ein Bekennerschreiben bezichtigt ihn der Heuchelei – unterschrieben mit "Das Heer der Nationalen Idioten". Es ist der erste Mord einer rätselhaften Serie. Die Anklage lautet immer gleich, die Opfer jedoch könnten unterschiedlicher nicht sein. Kostas Charitos, seit neuestem stolzer Großvater, ermittelt und versucht, den obskuren Fanatikern auf die Spur zu kommen. Der Autor bringt uns mit seinen Romanen neben der kriminellen Handlung auch immer ein Stück Griechenland näher – mit all seinen politischen, sozialen und kulturellen Hintergründen. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

14.08.2020. Ein friedlicher, sonniger Sonntagmorgen im Kannenfeldpark in Basel. Plötzlich schreckt ein Schrei Peter Hunkeler bei seinem ersten Kaffee auf: Ein Spaziergänger hat hinter den Büschen einen Toten entdeckt. Auch wenn er inzwischen in Rente ist, ein Polizist bleibt ein Polizist, zumindest für seine Mitmenschen. Wohl oder übel muss Hunkeler nachsehen und merkt, dass er den Toten kennt: ein bekannter Journalist und Kunstkritiker. Er forscht nach und erlangt folgende Erkenntnis: Egal, ob in den elsässischen Wäldern oder mitten in der Stadt Basel, überall lauert die Wildnis. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

12.08.2020. Allmen und Carlos geraten an einen Schatz wertvoller Porzellanfigürchen für Liebhaber der expliziten erotischen Darstellung. Ein Fall, der sie gehörig ins Schwitzen bringt – denn sie ermitteln nicht ganz freiwillig. Ein erpresserischer Komplize hat sie in der Hand. Einer der besten Krimis dieser Reihe. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

10.08.2020. Bruno wurde in einer Wein- und Trüffelgilde als Mitglied neu aufgenommen; eine große Ehre. Lange kann er die pâtés und anderen Köstlichkeiten jedoch nicht verkosten, denn er wird an einen Unfallort gerufen. Auf dem Anwesen des ältesten Gildenmitgliedes ist eine Studentin namens Claudia, die in dessen Gemäldesammlung recherchiert hatte, nach einem nächtlichen Rendezvous zu Tode gestürzt. Oder war es ein Mord? Eine Spur führt Bruno zum Schloss einer berühmten Tänzerin und ehemaligen Résistance-Mitgliedes. Doch nicht nur die Bilder sind nicht die, die sie zu sein scheinen, auch die Menschen, denen Claudia hier im Périgord begegnet sind. Vergnüglich zu lesen und mit vollem Verlangen auch einmal die Köstlichkeiten der Region zu verkosten. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

28.05.2020. Auch wenn wir nun in eine neue Art von Normalität zurückkehren, können wir uns nur zaghaft mit dem Gedanken anfreunden, wieder auf Reisen zu gehen. Was wir aber jetzt schon tun können: uns Lust darauf zu machen – zum Beispiel auf eine Studienreise auf den Spuren des Hauses Habsburg. Ein neuer Reiseführer der Verlagsanstalt Tyrolia bietet mit interessanten Texten und wunderschönen Bildern die perfekte Grundlage dafür. Entsprechend der europäischen Bedeutung der Habsburger Dynastie führt die Reise über eine europäische Kulturstraße durch vier Länder und sechs Regionen. Über Jahrhunderte lenkten die Persönlichkeiten dieser großen Herrscherfamilie entscheidend die Geschicke Europas. Ihre 800 Jahre alte Geschichte wird an Orten bewahrt, die auf Tausenden von Quadratkilometern in West- und Mitteleuropa verstreut sind. Schlösser, Burgen, prächtige Kirchen, Klöster, Abteien und hervorragende Museen stellen ihren großen Einfluss auf Geschichte und Kunst unter Beweis. Die "Via Habsburg" wurde 2014 vom Europarat zur 29. Europäischen Kulturstraße ernannt und ist damit zu einem interkulturell verbindenden Element und einem Modell europäischer Einheit in der (jeweiligen staatlichen) Vielfalt geworden.

Bereits seit einigen Jahren können Interessierte diese Orte mittels einer Reise auf der Via Habsburg ideal kennenlernen. 1992 hatten sich gut 70 Städte und Orte im Verein "Auf den Spuren der Habsburger" zusammengeschlossen, um das noch sichtbare Erbe der Dynastie für Kulturinteressierte besser und auch qualitativ anspruchsvoll zugänglich zu machen. Nicht nostalgisches Interesse an vergangenen dynastischen Herrschaftsformen oder gar die Verklärung einer "guten alten Zeit" – die beileibe nicht von Not und kriegerischen Auseinandersetzungen frei war – stehen dabei im Vordergrund, sondern die Anregung zu einer grenzüberschreitenden Entdeckung der eigenen und unter den Habsburgern eben gemeinsamen Geschichte. Verbindet diese doch noch heute die Länder Frankreich, Deutschland, die Schweiz und Österreich, besonders aber auch die Regionen Lothringen / Elsass, Schwarzwald, Oberschwaben / Bodensee, Hochrhein / Aargau, Vorarlberg und Tirol.

Hofer / Rudigier: Die vierzehn Nothelfer. Tyrolia Verlag
Fotos © Tyrolia Verlagsanstalt (Buch-Cover) und Andreas Hollinek (linkes Foto) [Werbung/PR]

Der Autor Hubert Matt-Willmatt und der Fotograf Heinz Linke haben über zwei Jahre lang alle Orte und Städte entlang dieser "Europäischen Kulturstraße" von Nancy in Frankreich, über die Schweiz und Deutschland bis ins österreichische Schwaz besucht und legen nun einen umfassenden Reiseführer zum Thema vor. Über 70 Orte und 150 touristische Ziele warten darauf, entdeckt zu werden. Entstanden ist ein kulturhistorischer Reiseführer und hilfreicher Begleiter auf dem Weg zu den Habsburgern und ihrer Geschichte.

27.05.2020. Sie waren die praktische Rundumversicherung für alle Lebenslagen wie Krieg und Halsweh, Hagel und Eheprobleme. Zu Ende des Mittelalters verbreiteten sie sich von Bayern aus in mehr als 800 Kultstätten im gesamten deutschen Sprachraum und wurden in vielen weiteren Ländern verehrt. Die 14 , vorwiegend frühchristliche MärtyrerInnen, faszinierten mit schaurigen Leidensgeschichten, glorreichen Glaubenssiegen und wirkmächtiger Fürsprache in einer Zeit, die von großer Unsicherheit geprägt war. Spannend und amüsant erzählt der Theologe Markus Hofer in unserer Neuerscheinung "Die vierzehn Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket", erschienen in der Verlagsanstalt Tyrolia, Innbruck. Durch die über uns hereingebrochene hat dieses Werk "über Nacht" eine dramatische Aktualität erfahren.

Hofer / Rudigier: Die vierzehn Nothelfer. Tyrolia Verlag
Fotos © Tyrolia Verlagsanstalt (Buch-Cover) und Andreas Hollinek (rechtes Foto) [Werbung/PR]

Schaurige Drachen oder magische Türme, übermenschliche Kräfte, Feuer, Blut, Qualen und Heldenmut – das alles begleitet die Legenden um die vierzehn sehr unterschiedlichen Heiligen, die seit dem Spätmittelalter zu einer Art himmlischer Bündelversicherung zusammengeschlossen, gemeinsam angerufen und verehrt wurden. Kein Wunder, dass sie die mittelalterlichen Menschen faszinierten und ihre Geschichten ihnen von Bayern ausgehend in vielen europäischen Ländern große Popularität einbrachten. Vor allem verkörperten sie aber in einer unsicheren Welt die Gewissheit, dass das Gute alle Übel überwinden und siegen kann und es für jede Krise im Leben den richtigen Fürsprecher gab – und im Zweifelsfalle eben auch ein ganzes Paket an Nothelfern. So wurde die Anrufung von Achatius, Ägidius, Barbara, Blasius, Christophorus, Cyriacus, Dionysius, Erasmus, Eustachius, Georg, Katharina, Margareta, Pantaleon und Vitus zu einem zentralen Bestandteil der damaligen Lebensbewältigung.

Der Theologe Markus Hofer erläutert in diesem Buch spannend und auch mit einigem Humor Geschichte, Entwicklung und Praxis der Heiligenverehrung und stellt anschließend die einzelnen Heiligen und ihre Eigenheiten vor. Kunsthistoriker Andreas Rudigier zeigt anhand verschiedener Beispiele in Vorarlberg, wie die religiöse Praxis der 14 Nothelfer Gestalt annahm und sich die Nöte der Betenden in den ansprechenden Bildern konkretisierte.

Zu den beiden Autoren: Markhus Hofer, geboren 1957, Studium der Philosophie, Theologie, Germanistik und Kunstgeschichte, langjähriger Leiter des Männerbüros der Katholischen Kirche Vorarlberg, mehrere Publikationen u.a. "Die zweite Halbzeit entscheidet. Strategien für Männer ab 40" (bereits in vierte Auflage erschienen), zuletzt "Glauben und das Leben genießen. Lebenskunst aus der Bibel". Seit 2014 ist er an der Fachstelle Glaubensästhetik in Feldkirch tätig und arbeitet an Konzepten, die Kirchenräume als Orte des Rückzugs und der Besinnung erlebbar machen. Andreas Rudigier, geboren 1965, Studium der Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften, von 2000 bis 2011 Leiter der Montafoner Museen, seit 2011 Direktor des Vorarlberg Museum in Bregenz, zahlreiche kunsthistorische Publikationen.

18.03.2020. Tipp für alle, die in Lesepausen eine Herausforderung brauchen (als ob die Ausgangsbeschränkung nicht schon genug Herausforderung und Geduldsprobe wäre): Puzzles. Besonders gut in Viruszeiten sind solche, die 1000 Teile und mehr haben. Da ist man schon eine ganze Weile abgelenkt und kommt im Optimalfall in einen Entspannungs-Flow. Hier eine Vorschlagsliste bei Amazon:

Ravensburger Puzzle 1000 Teile

17.03.2020. Auch Buchläden sind seit gestern wegen des CoV-Erlasses geschlossen. Aus diesem Grund haben alle Buchhändlerinnen und Buchhändler in Österreich einen Telefondienst für Buchbestellungen eingerichtet – und selbstverständlich können Bücher auch online in allen regionalen Buchhandlungen bestellt werden. Die Zustellung erfolgt umgehend an die Wohnadresse der BestellerInnen. Das wissen vor allem all jene zu schätzen, die weiterhin "vor Ort" ihre Bücher kaufen möchten. Laut dem Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels ist die Nachfrage schon gut angelaufen. Vor allem schätzen die telefonischen Buch-Interessierten die fachkundige Auskunft, speziell bei Büchern für Kinder und Jugendliche. Es bleibt zu hoffen, dass es mit dieser Initiative den österreichischen BuchhändlerInnen gelingt, dass selbst in Zeiten der Isolation nicht allzu viel Kaufkraft an internationale Online-Konzerne abfließt und KundInnen weiterhin bei heimischen BuchhändlerInnen einkaufen. Mein Tipp: die Buchhandlung Bestseller in Wien Hietzing (Ekazent):


Foto / Collage © Andreas Hollinek / Hemera Tech. Inc.

06.03.2020. Vielleicht ist es Ihnen schon passiert, vielleicht auch mehrmals in Ihrem Leben: Sie lesen eine Geschichte, und es ist wird Ihnen bewusst: Das habe ich auch erlebt. Oder Sie sind in einer Landschaft, einer Stadt, einem Dorf, in einem Geschehnis und vermuten, das schon gesehen zu haben. So erging es mir, als ich mit dem Lesen des Romans "Das kann uns keiner nehmen" von Matthias Politycki begonnen hatte. Sicher nicht deckungsgleich mit dem eigenen Erleben, aber mit vielen kleinen Details, die mir auch so ähnlich passiert sind; Gott-sei-Dank nicht mit einem tödlichen Ausgang, aber einige Male dramatisch genug.

Der Roman schildert eine Reise nach Afrika, die Besteigung des Kilimandscharo, dem dramatischen Übernachten im Vulkankrater, das Leben in einer Trekking-Gruppe. Das Kennenlernen von zwei Männern unterschiedlichen Charakters, die das Schicksal zufällig (oder doch vorherbestimmt?) zusammenbringt. Bis zum bitteren Ende, dem Tod des einen Mannes. Neben den vielen Reisedetails lernt man die wichtigsten und entscheidenden zwei Erlebnisse im Leben der beiden Protagonisten kennen, die ausdrücken, wie man trotz bzw. in Ausnahmesituationen zusammen wachsen kann. In wunderschöner Sprache – wie bei Matthias Politycki gewohnt – wird das Abenteuer und das schicksalshafte Ende detailgetreu geschildert. Ein eindrucksvoller Roman – berührend und aufwühlend bis zum Schluss. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

05.03.2020. Kostas Charitos und seine Frau Adriana machen Urlaub in Epirus. Dort lernen sie die "drei Grazien" kennen, die nichts aufregender finden, als einen echten Kommissar. Er selbst weiß aber, dass seine Arbeit vor allem eines ist: aufreibend. Zurück in Athen, erwartet Charitos – wie zum Beweis des Gedachten – ein brutaler Fall. Ein Universitätsprofessor wurde vergiftet, und mörderische Intrigen verunsichern den akademischen Betrieb. Wie bei allen Markaris-Krimis: ein Eindringen in griechische Lebensart, griechische Kulinarik und griechische Kriminalistik. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

04.03.2020. Als Jim Sams – klug, doch beileibe nicht tiefgründig – an diesem Morgen aus unruhigen Träumen erwacht, fand er sich in eine ungeheure Kreatur verwandelt. Eben noch eine Kakerlake, die im Westminster-Palast mit unzähligen Artgenossen hinter der Täfelung gelebt hat, ist Jim nun als Mensch aufgewacht. Und zwar nicht als irgendein Mensch: als der britische Premierminister! Auch wenn das Leben mit zwei statt mit sechs Beinen am Anfang seltsam ist, weiß Jim relativ schnell, wie man sich in Downing Street Nr. 10 und in der britischen Politik zurechtfindet. Und er weiß auch, dass er eine Mission hat: Er muss den Willen des Volkes durchsetzen – koste es, was es wolle. In dieser bitterbösen politischen Satire in alter Tradition verneigt sich der große englische Erzähler vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die kopfsteht. [Gastbeitrag von Josef Kastl]

24.02.2020. Ein betagter Zahnarzt wird ermordet. Der Kriminalbeamte Zedlnitzky übernimmt den Fall, der mehr als verworren ist. Niemand aus dem privaten Umfeld des Ermordeten scheint ein Motiv zu haben. Da bleibt Zedlnitzky nur noch die Patientenkartei. Seine Aufmerksamkeit wird immer wieder nachhaltig gestört, denn aus dem vermeintlich "fernen" Osten kommen beunruhigende Nachrichten aus Tschernobyl, und Zedlnitzkys Vater, ein strammer Sozialist, mokiert sich über den Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim. Da bekommt Zedlnitzky endlich eine erste Spur. Sie führt ihn in die NS-Vergangenheit. Dort stößt er auf ein unglaubliches Schicksal, das Täter und Opfer verbindet: das Massaker im Zuchthaus Stein im April 1945. Andreas Pittler lässt seinen neuen Krimi im Wien der 1980-er Jahre spielen. Zwischen Waldheim-Skandal und Tschernobyl stößt der Ermittler Paul Zedlnitzky auf einen Mordfall, dessen ungewöhnliche Umstände ihn in die Zeit des Nationalsozialismus katapultieren.

Andreas Pittler: Schatten aus Stein. Verlag Ueberreuter
Collage © Andreas Hollinek [Werbung/PR]

Zum Autor: Andreas Pittler, geboren 1964 in Wien, studierte Geschichte und Politikwissenschaften. 1985 erschien sein erstes Buch, dem bislang 57 (!) weitere folgten. Veröffentlichte er anfangs primär historische Sachbücher, so verschob sich sein Schwerpunkt seit dem Jahr 2000 in Richtung Roman und Krimi. Besondere Bekanntheit erlangte Pittler auch in Deutschland mit der Krimiserie rund um David Bronstein. Seine Werke wurden bisher in sechs Sprachen übersetzt. Er war mehrfach für Literaturpreise nominiert und erhielt 2006 das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich". 2016 wurde ihm der Berufstitel "Professor" verliehen.

03.02.2020. Einst war das Dirndl die Bekleidung der einfachen Leute, heute ist Tracht in allen Schichten wieder in. Wer mag, die Zeit dazu hat und im Nähen geschickt ist, kann sich sein Dirndl auch selbst nähen. Wie das geht, beschreibt nun das Buch "Mein selbstgenähtes Dirndl", das am 20. Februar 2020 bei Servus erscheinen wird. Anhand vieler Bilder erklären die Autorinnen Schritt für Schritt, wie man sein eigenes maßgeschneidertes Dirndl näht. Enthalten sind zwei bewährte Dirndl-Schnittmuster der Schnittdirektrice Katharina Jung von "Dirndl Schnitte" auf einem Papierschnittbogen. Mit Anleitungen zum Enger- oder Weitermachen, Kürzen und umfangreichen Informationen zu Stoff- und Farbwahl sowie Nähtechniken wie Froschgoscherl und Stifteln. Die beiden Autorinnen Dorothea und Birgitt Wilhelm sind das Mutter-Tochter-Duo hinter dem Blog "Dirndlschleifchen". Dorothea ist echte Münchnerin und an einem Wies'n-Eröffnungssamstag geboren. Ihre Mutter Birgitt Wilhelm ist begeisterte Hobbyschneiderin und weiß die besten Nähtipps für alles rund ums Dirndl.

Dorothea und Birgitt Wilhlem: Mein selbstgenähtes Dirndl
Foto © Servus [Werbung/PR]

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