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Schlösser und Gärten in Deutschland

Schon jetzt rangieren Schlösser, Parks und Gärten auf der Beliebtheitsskala der attraktivsten Reiseziele in Deutschland ganz oben: Rund 20 Millionen Gäste erleben pro Jahr die deutschen Schlösser und Parks. Ganz oben im Besucher-Ranking: . Als besondere Aushängeschilder für den Reichtum der deutschen Kulturlandschaft mit ihren Schlössern und Parks fungieren zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die als UNESCO Welterbestätten anerkannt sind.

Deutschlandreisende begeistern sich für Schlösser, Parks und Gärten aus allen Epochen: Barocke Anlagen zeugen vom Reichtum alter Fürstenhäuser und dokumentieren für die ausländischen Gäste historische Verbindungen zu den europäischen Königshäusern, zum Beispiel entlang der Oranier-Route. Zahlreiche Gartenreiche laden zu ausgedehnten Spaziergängen und zur Entspannung in kunstvoll arrangierter Umgebung ein: Bekannte Beispiele sind das Dessau-Wörlitzer Gartenreich – ebenso eine UNESCO-Welterbestätte wie der Fürst Pückler-Park in Bad Muskau – sowie der Schlosspark Belvedere in Weimar oder die Blumeninsel Mainau im Bodensee.

Schlösser, Parks und Gärten in Deutschland dienen aber nicht nur dem Blick in die Vergangenheit. Vielfach beherbergen sie Museen, sie dienen als attraktive Tagungsorte oder als Kulisse für die zahlreichen Festspiele mit Konzerten, Theatervorstellungen und Kleinkunstaufführungen. Viele Einrichtungen bieten als Hotels fürstliches Wohnen und Tafeln – und in Herrenhäusern fungiert häufig noch der Schlossherr persönlich als Gastgeber.

Deutschlands große Gartenarchitekten

Nicht nur ausländische Gartenarchitekten wie John Haverfield, Chefgärtner im Königlichen Garten von Kew, der einen der ersten englischen Gärten in Deutschland um das Schloss Friedenstein in Gotha anlegte, hatten Erfolg. Unter den großen Namen der Gartenkünstler Europas finden sich viele Deutsche. Zum Beispiel Karl Friedrich Schinkel, der den "Englischen Garten" in München und den von Schloss Nymphenburg schuf und Peter Joseph Lenné, der in Potsdam Schloss Sanssouci verschönerte. Gemeinschaftlich schufen sie den Park von Schloss Glienicke in Berlin-Zehlendorf, beauftragt von Prinz Carl von Preußen, Sohn von König Friedrich Wilhelm III. Selbst vor dem Ruin machte Hermann Fürst von Pückler-Muskau bei seiner Begeisterung für die Gartenkunst nicht halt.

Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau und die Schlossparks von Schloss Branitz, Schloss Babelsberg und Schloss Altenstein stellen bis heute beeindruckende Zeugnisse seiner Leidenschaft dar.

Einen der ersten großen Barock-Gärten Deutschlands legte ab 1637 der Botaniker Johannes Clodius für Herzog Friedrich III. um Schloss Gottorf im heutigen Schleswig-Holstein an. Terrassen, Kaskaden, Fontänen und über tausend Pflanzen fügen sich in eine perfekte symmetrische Struktur ein.

Unter den berühmten Persönlichkeiten, die sich der Landschaftsarchitektur widmeten, finden sich schon ab dem 18. Jahrhundert einige Frauen. Zählte doch die Beschäftigung mit Fragen der Ästhetik damals zu den wenigen gesellschaftlich akzeptierten Wirkungsbereichen des weiblichen Geschlechts. So war die Kurfürstin Sophie von Hannover die geistige Urheberin der königlichen Gärten von Herrenhausen in Hannover, die sie von dem Franzosen Martin Charbonnier verwirklichen ließ. 30.000 Sonnenblumen und eine Heerschar von schneeweißen Sandstein-Skulpturen sowie die mit 82 Metern höchste Fontäne Europas prägen ihr Werk.

Wilhelmine, Schwester Friedrichs II. und die Markgräfin von Bayreuth, vereinten im Garten ihres Sommersitzes Schloss Eremitage Glanzstücke des Rokokos mit ihrem Hang zum Exotismus. Ihre Tochter Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Württemberg erbte ihr Talent und benannte das Schloss in Donndorf in Schloss Fantaisie um.

Im 19. Jahrhundert entstanden unter Führung des erstarkten Bürgertums die großen "Volksparks" Deutschlands. Sie waren nicht mehr nur dem Adel vorbehalten, sondern alle Bürger einer Stadt konnten hier Erholung finden. Zu den wichtigsten zählen unter anderem der Bürgerpark Bremen nach einem Entwurf von Wilhelm Banques, der Palmengarten Frankfurt am Main, den Gartenbaumeister Heinrich Siesmeyer anlegte, und Planten & Blomen in der Innenstadt von Hamburg. Bis heute tragen die deutschen Volksparks viel zur Weiterentwicklung der internationalen Gartenbaukunst bei. In Planten & Blomen gibt es zum Beispiel seit 1985 einen Japanischen Garten des international berühmten Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki aus Osaka.

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