www.50plus.at

Blogs 50plus Facebook YouTube Suche E-Privacy Info Menü

MENU

Darmröntgen

Um Veränderungen der Darmschleimhaut wie Schleimhautwucherungen (Polypen; können Vorstufe zu Darmkrebs sein), Fisteln (unnatürlicher Verbindungsgang zwischen zwei Hohlorganen), Verengungen, Entzündungen usw. zu diagnostizieren, kann ein eine Röntgenuntersuchung nützlich sein. Da Weichteile normalerweise auf einem Röntgenbild nur schwer zu beurteilen sind, ist die vorherige Gabe eines Kontrastmittels erforderlich, das den Darm auskleidet und dadurch darstellbar macht. Bei der Untersuchung des Dickdarmes (Irrigoskopie) wird das Kontrastmittel in Kombination mit Luft als Einlauf verabreicht. Will man Speiseröhre, Magen und Dünndarm beurteilen, muss das Kontrastmittel geschluckt werden.

Zur Untersuchung müssen die Patienten "nüchtern" sein und der Darm vorbereitet, also entleert, werden. Dazu ist es erforderlich, schon am Vortag starke Abführmittel in Kombination mit viel klarer Flüssigkeit zu sich zu nehmen. "Nüchtern" hat in diesem Fall nichts mit Alkohol zu tun. Gemeint ist, dass zumindest ab Mitternacht vor dem Untersuchungstag nichts mehr gegessen werden soll.

In speziellen Fällen, z.B. bei Verdacht auf Darmverschluss oder Magen- / Darmperforation, Gallensteinen oder Nierensteinen wird die Röntgenuntersuchung auch ohne Kontrastmittel gemacht, hierfür bedarf es keiner Vorbereitung und man muss auch nicht nüchtern sein.

Will man den gesamten Bauchinhalt, also neben dem Darm auch die inneren Organe wie Leber, Nieren, Bachspeicheldrüse, Gebärmutter und Eierstöcke, Blase usw. beurteilen, wird eine Computertomographie (CT) gemacht. Auch hier wird zur besseren Beurteilung ein Kontrastmittel gegeben, diesmal jedoch über die Venen. Ein Nachteil der CT ist die relativ hohe Strahlenbelastung.

Erwähnt werden muss, dass seit der Einführung der Magenspiegelung und (Gastroskopie bzw. ) das Darmröntgen nicht mehr als diagnostische Maßnahme erster Wahl gilt. Bei der Gastroskopie bzw. Koloskopie kann nämlich von jeder auffälligen Schleimhautstelle gleich eine Probe entnommen werden und so schneller eine Diagnose gestellt werden. Darmpolypen werden gleich an Ort und Stelle entfernt, und so eine bösartige Entartung verhindert. Spiegelungen können daher auch als therapeutische Maßnahme eingesetzt werde, während Röntgenuntersuchungen allenfalls die Diagnose einengen. Eine Unterscheidung zwischen Geschwür und bösartiger Entartung ist hier nicht möglich. Darmröntgenuntersuchungen werden heutzutage also hauptsächlich dann gemacht, wenn eine Magenspiegelung oder Darmspiegelung nicht durchgeführt werden kann.

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

Siehe auch

Neu und aktuell

© Texte und Fotos (außer anders angegeben) sowie Datenschutz: Andreas Hollinek 1996-2022; www.50plus.at. Inhalte ohne Gewähr. Enthält ggf. PR, Werbung + Cookies, die Werbepartner wie Google (www.google.com) zur Nutzeranalyse verwenden (E-Privacy Info). Seite mit SSL-Sicherheitszertifikat. Impressum.