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Galway

Galway ist mit über 70.000 EinwohnerInnen die drittgrößte Stadt von . Sie liegt an der Westküste der Insel (ungefähr auf derselben geografischen Breite wie an der Ostküste ) und hat Außergewöhnliches zu bieten. Siehe auch den . Mit der Errichtung einer Befestigungsanlage im Jahr 1124 begann sich ein kleines Fischerdorf an der Westküste Irlands in eine Stadt zu verwandeln. 1396 wurde es von Richard II. zur Stadt erhoben. 14 Adelsfamilien (12 davon englische) regierten die Stadt und verteidigten sie gegen den Clan von O'Flaherty. Ab dem 15. Jahrhundert schwand der Einfluss der englischen Adelsfamilien. 1473 zerstörte ein Brand den Großteil der Stadt. 1652 holte sich Oliver Cromwell das wiederaufgebaute Galway.

Links vom nördlichen Haupttor sind ein Galgen und ein Kreuz zu sehen. Dort war einst die Richt- und Hinrichtungsstätte. Heute befinden sich dort der Eyre Square (Park und "Hauptplatz" von Galway) und die Shop Street, die – wie der Name schon anzeigt – die Hauptgeschäftsstraße ist. In ihr befindet sich übrigens eine historische Produktionsstätte des legendären "Claddach Ring", bei dem das Herz für Liebe, die Hände für Freundschaft und die Krone für Loyalität stehen.

In der 1320 eingeweihten Kirche befindet sich eine Säule, die aus der Reihe schlägt. Während alle anderen tragenden Säulen der Kirche einen kreisrunden Grundriss haben, hat diese einen, der mit dem Kreuz des Tempelritterordens identisch ist. Hier hat wohl der Erbauer der Kirche seine Solidarität mit dem kurz zuvor von Papst Clemens V. verbotenen Ritterorden zum Ausdruck gebracht. Engelfiguren mit abgeschlagen Köpfen und Händen geben Zeugnis davon, dass es auf Barbarei kein Privileg gibt. Die Iren meinen, dass das die Engländer gewesen seien.

Die Kirche gehört zwar der anglikanisch-episkopalen Kirche von Irland, drei der Seitenkapellen dienen aber auch der rumänisch-orthodoxen Kirche, der russisch-orthodoxen Kirche und der Syrischen Kirche Malankara Mar Toma als Gebetsstätte – ein Beweis dafür, dass auch Toleranz ihren Platz haben kann. Eine Inschrift, die einerseits belegt, wie im 18. Jahrhundert soziales Denken eine Bestimmung bekam, und andererseits wie man damals eine "Idealfrau" definierte: als liebevolle und gehorsame Ehefrau, umsichtige und duldsame Mutter, höflich, umgänglich, klug, mit einer ausgeprägten sozialen Ader. Ein "ehrenwertes Exempel ihres Geschlechtes" eben. 2002 traute der Pfarrer von St. Nikolaus ein lesbisches Paar. Seine Zivilcourage konnte (noch) keine Zeitenwende einläuten. Der Bischof von Tuam schob dem wieder einen Riegel vor. Macht demonstriert auch die Katholische Kirche. In der 1958 erbauten Kathedrale wurde edelster Marmor (Boden) und hochwertigstes Holz (Sitzebänke und Decke) verarbeitet.

Galway hat einen Ruf als "junge" Stadt. Das ist deswegen, weil es hier viele Schulen, einige Hochschulen und die "National University of Ireland, Galway" gibt, dessen berühmtester Sohn George Johnstone Stoney ist, der sich nicht nur intensiv mit Elektronen beschäftigte, sondern ihnen auch ihren Namen gab. Und wo es viele Studenten und Studentinnen gibt, da gibt es auch viele Pubs und jede Menge Festivals. Eines der authentischsten Pubs liegt ein paar Gehminuten außerhalb des Stadtzentrums: die "Crane Bar" (2 Sea Road). Hier wird an vielen Abenden traditionelle irische Musik gespielt. An welchen Tagen und wann genau die "Trad Sessions" sind, steht im Event-Kalender auf .

Der River Corrib ist ein reißender Fluss, in dem sich alljährlich Tausende von Lachse immer noch stromaufwärts kämpfen dürfen, um zu ihren Laichplätzen zu gelangen. Das wissen auch die Fischer: Im Hafen von Galway liegen Fährschiffe, die einen zu den Aran Islands bringen. Dort beeindrucken die unglaublich vielen, mühsam über die Jahrhunderte aufgeschichteten Steinmauern, die nicht nur Zäune für Nutztiere sind, sondern die Gärten und Felder vor Wind und Bodenerosion schützen. Die InselbewohnerInnen sprechen vorwiegend Gälisch und pflegen mit Stolz ihre althergebrachte Lebensweise und das ihnen überlieferte Brauchtum – wobei Tourismus natürlich eine gewichtige Rolle spielt.

Übrigens war in jungen Jahren auch Christopher Columbus hier im Hafen. Man munkelt, dass er in einer der Seemannskneipen den entscheidenden Impuls für seine Entdeckungsfahrten bekommen hat. 300 Jahre später waren es dann Tausende von Iren, die es über den Antlantik zog, um Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger hinter sich zu lassen und in Nordamerika ihr Glück zu finden.

Und abschließend ein Tipp: In rund eineinhalb Stunden kommt von Galway aus in südwestlicher Richtung nach Lislorkan North im County Clare, wo sich die berühmten befinden.

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