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Parodontitis

Als Parodontitis werden Entzündungen im Bereich des Zahnhalteapparates (Parodont) bezeichnet (siehe dazu Stichwort ), welche akut oder chronisch verlaufen und apikal oder marginal lokalisiert sein können. Es ist möglich, dass eine chronisch vorhandene, in der Regel symptomlose, Parodontitis akut exazerbiert, d.h. in einen aktiven Entzündungsherd übergeht und zu diversen Beschwerden führt, wie etwa heftige, ausstrahlende Schmerzen und Druck- bzw. Berührungsempfindlichkeit des Zahnes.

Mögliche Folgen einer akuten, apikalen Parodontitis können sein: Abszessbildung, Beteiligung von Knochengewebe (Osteomyelitis des Kiefers), Fistelbildung, Logeneiterung, Venenentzündungen, Thrombosen, Phlegmone, Nasennebenhöhlenerkrankungen (dentogene Sinusitis), lokale Lynphknotenentzündung, Meningitis und Sepsis.

Eine sogenannte Parodontitis marginalis entwickelt sich in der Regel aus einer isolierten Mundschleimhautentzündung und schreitet langsam voran. Im weiteren Krankheitsverlauf zieht sich der Kieferknochen zurück und es kommt zur Ausbildung echter Parodontaltaschen. Schreitet diese Entwicklung fort, finden die Zähne der betroffenen Region keinen Halt mehr und werden locker. Zahnverlust ist zwar nicht zwingend, aber eine durchaus mögliche Auswirkung dieser Erkrankung in ihrem Spätstadium.

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Verlaufsformen des Parodontitis marginalis

  • Langsam verlaufende Form des Erwachsenen (95 Prozent aller Fälle): Beginn meist im mittleren Erwachsenenalter, ein Zahnverlust stellt sich gar nicht oder erst sehr spät im hohen Alter ein.
  • Schnell verlaufende Form des jungen Erwachsenen: Beginn bereits im jungen Erwachsenenalter, akute Entzündungsschübe vorhanden, früher Zahnverlust
  • Lokalisierte Form der Jugendlichen: Beginn in der Pubertät, wahrscheinlich immunologisch bedingt, schweres entzündliches Geschehen, Zahnverlust innerhalb weniger Jahre möglich

Erste Anzeichen einer Parodontalerkrankung

  • Mundschleimhaut-Rötungen
  • Mundschleimhaut-Schwellungen
  • Häufiges Zahnfleischbluten beim Zähneputzen

Behandlung und vorbeugende Maßnahmen

  • Die Parodontitis ist, ebenso wie Karies, eine Erkrankung, welche meist durch mangelnde Mundhygiene verursacht wird. Ab dem 30. Lebensjahr werden mehr Zähne durch Parodontitis als durch Karies verloren. Von größter Wichtigkeit ist demnach das Erlernen einer gründlichen und richtig durchgeführten Reinigung der Zähne und – wichtig! – der Zahnzwischenräume (mit Zahnseide)
  • Erfolgskontrolle mit Färbetabletten (zeigen an, ob der bakterielle Zahnbelag nicht adäquat entfernt wurde)
  • Professionelle Mundhygiene
  • Zahnsanierung/Wurzelreinigung/Regeneration von Knochengewebe/Taschenfüllung mit Knochentransplantat bzw. Knochenersatz (Osteoplastik)
  • Regelmäßige zahnärztliche Kontrolle bzw. Nachsorge
  • Event. Chlorhexidin-Anwendung (nur vorübergehend; bei längerfristigem Gebrauch führt Chlorhexidin zu Nebenwirkungen, wie z.B. Zahnverfärbung, Geschmacksbeeinträchtigung oder Schleimhautabschuppung)
  • Event. Gabe eines Antibiotikums (selten – nur in schwerwiegenden Fällen)
  • Erweiterte parodontalchirurgische Eingriffe, implantologische Behandlungen

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

Siehe auch

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