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Achselschweiß, starker / übermäßiger

Ob Sommer oder Winter – rund zwei Prozent der Menschen leidet rund ums Jahr an übermäßigem Schwitzen (im Fachjargon als Hyperhidrose bezeichnet). Die Überaktivität der Schweißdrüsen fokussiert sich dabei zumeist auf bestimmte Körperregionen wie Hände, Füße (siehe auch das Stichwort ) und Achseln. Für viele Betroffene ist es wahrlich eine Qual, denn wer sichtbar schwitzt, gilt als nervös und unsicher.

Was also tun, wenn übermäßiges Schwitzen das (gesellschaftliche) Leben erschwert? Schließlich sind stets feuchte Hände, ob Sommer oder Winter, oder Schweißflecken unter den Achselhöhlen für Menschen mit krankhaftem Schwitzen Tag für Tag ein Problem. "Zunächst sollten organische Leiden wie etwa eine Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankung als Ursache ausgeschlossen werden", raten Internisten und Endokrinologen. Ist der Patient gesund und haben lokale Behandlungen versagt, löst ein kurzer, operativer Eingriff bei 9 von 10 Patienten das Problem.

Dabei lautet die Vorgangsweise der Wahl: Nerv blockieren statt durchtrennen! "Mit einer einfachen Blockade an einer Stelle des Sympathikus Nervs lässt sich übermäßiges Schwitzen in Handflächen und Achselhöhlen auf viel schonendere, nebenwirkungsärmere Weise als bisher eindämmen", erklärt Doz. Dr. Georg Bischof, . Bisher musste der Nerv an drei Stellen, wo Nervenfasern zu Achselhöhle und Hand wegführen, durchtrennt werden. Durch die stark verbesserte Technik (Endoskopisch thorakale Sympathikusblockade) wird der Sympathikus Nerv nur mehr an einem einzigen Ganglion mittels speziellem Titanclip abgeklemmt. Durch die Erhaltung des Nervs ist der Eingriff auch potenziell reversibel.

In einer Langzeitbeobachtung von P. Panhofer, C. Neumayer, G. Bischof (Dozent an der Medizinischen Universitätsklinik in Wien) und anderen (" Endoscopic sympathetic block at the T4 ganglion provides excellent long-term outcome and quality of life for upper limb hyperhidrosis") berichten 90 bis 95 Prozent der Patienten, die zuvor unter Achsel- oder/und Handschweiß gelitten hatten, von einem sehr zufriedenstellenden und anhaltenden Ergebnis.

Für viele Menschen mit stets feucht-nassen Händen ist dieser Eingriff ein Meilenstein zur Verbesserung der Lebensqualität. Denn im Gegensatz zur Achselhöhle gab es für die schweißnasse Handfläche bisher keine wirklich nachhaltige Lösung. Chirurg Georg Bischof: "Wie das Ergebnis der Studie zeigt, konnten wir durch diese Eingriffstechnik auch mögliche Nebenwirkungen, insbesondere kompensatorisches Schwitzen an anderen Körperstellen, auf ein Minimum reduzieren."

Weitere Therapiemethoden

Lokale Anwendungen: Aluminiumhaltige Salben: helfen in leichteren bis mittelschweren Fällen; Schwitzen kommt zurück, wenn Anwendung unterbrochen wird; permanenter Hautkontakt mit Aluminium wurde als problematisch eingestuft.

Iontophorese-Bäder: Die Wirkung der Schwachstrombehandlung ist wissenschaftlich nicht erwiesen, zeigt aber bei manchen Patienten gute Erfolge. Nachteile sind der hohe Zeitaufwand für die tägliche Anwendung sowie die Kosten eines Geräts für zuhause.

Botox-Injektionen: Botulinum Toxin (Botox) verhindert die Übertragung des Nervenimpulses, wodurch die Schweißdrüsen kein Signal zur Schweißproduktion mehr erhalten. Die Wirksamkeit von Botulinum Toxin ist bei Hyperhidrose wissenschaftlich bestätigt. Nachteil ist, dass die Wirkung nur 6-8 Monate anhält (an den Handflächen zumeist noch kürzer) und sehr schmerzhaft sein kann.

Anti-Schwitz-Laser: Neue und schonende, ambulante Methode zur Still-Legung überaktiver Schweißdrüsen. Drei-Jahres-Ergebnisse zeigen eine sehr hohe, anhaltende Wirksamkeit. Nachteil: Die Methode gibt es derzeit nur für Achselhöhlen.

Saugkürettage: Das Gewebe wird unter der Lederhaut mit den darin enthaltenen Schweißdrüsen oberflächlich abgesaugt; es kann zu Nebenwirkungen wie Taubheitsgefühlen oder zum Nachwachsen der Schweißdrüsen kommen.

Sympathikusblockade: Ausgezeichnete Ergebnisse in Langzeitbeobachtung; hohe Zufriedenheit, sehr geringe Rate an Nebenwirkungen. Wird nur an wenigen Zentren durchgeführt.

Sympathektomie: operatives Verfahren zur Durchtrennung oder punktuellen Zerstörung der für das Hand- und Fußschwitzen zuständigen Sympathikus-Nervenstränge (Ganglien). Der Eingriff ist nicht reversibel. Nachteil: Er kann bei schwitzenden Füßen nicht angewendet werden.

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