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Liebe

Liebe und Zuneigung sind uns Menschen von der ersten Sekunde des Seins lebenswichtig. Wie in zahlreichen Untersuchungen belegt werden konnte, bewirkt ein Mangel in diese Richtung körperliche, geistige und seelische Verkümmerung. Liebesmangel macht verbittert, und/oder ; macht in der Folge auch körperlich krank.

Der Bedarf an liebevoller Zuwendung ist in allen Altersstufen gleich bedeutend. Während jedoch in der aktiven Lebensphase (Ausbildung und Beruf) und Ersatzformen von Liebe (Erwerb materieller Güter, Anerkennung, Lob, Selbstbestätigung, Status, Verehrung [siehe auch weiter unten] usw.) vielen Menschen ein hohes Maß an Befriedigung verschaffen, ist das Stillen des Liebesbedürfnisses bei Kindern und älteren Menschen mehr auf persönliche Zuwendung angewiesen. Was im noch dazu kommt: Nicht Teilaspekte sind wichtig, sondern die Gesamtheit der selbst erfahrenen Liebesbezeugungen.

Wer Liebe erfährt, ist eher bereit, Liebe zu geben. Der berühmte Arzt, Naturforscher und Philosoph Philippus Aureolus Theophrastus Paracelsus (eigentlich Theophrastus Bombastus von Hohenheim; geb. 1493 in Einsiedeln, gest. 1541 in Salzburg) strich schon früh die medizinische Bedeutung von liebevoller Zuwendung hervor: "Der Arzneien höchste aber ist die Liebe." Die Erscheinungsformen von Liebe und Zuneigung sind vielfältig und finden ihre Hauptausdrucksformen in

  • Gespräch und Gesang
  • Streicheln und Hautkontakt
  • Körper-Fremdpflege
  • orales Empfinden (Stillen, Essen, Küssen usw.)
  • rhythmisches Empfinden (Herzschlag, Musik, Tanz usw.)
  • visuelles Empfinden (z.B. "einen zärtlichen Blick zuwerfen", Kunst)
  • seelisches Empfinden (Verbundenheit, Religion)
  • Gemeinsamkeiten mit Nahestehenden (z.B. )

Verehrung (Religion, Sektenführer- und Star-Kult usw.) ist ebenfalls eine Form des Geliebt-werden-Wollens. Überwiegt dabei der Ersatzcharakter der Liebesbedürfnisbefriedigung und nehmen Verehrungshandlungen ein eher belastendes Übermaß an, liegt es nahe, dies als Ersatzform einzustufen.

Mangels an Bezugspersonen "erwählen" ältere Menschen oft Ärzte und/oder Pflegepersonal zu jenen Personen, von denen sie sich ein Stillen ihres natürlichen Liebesbedürfnisses erwarten. Dies wird um so verständlicher aus der Tatsache, dass genau diese beiden Berufsgruppen ein großes Spektrum oben angeführte Erscheinungsformen bedienen können. Dass Berufspflicht und "wahre Liebe" hier in einem gewissen Spannungsfeld stehen und dass es hier zu vielen Missverständnissen und Falscheinschätzungen kommen kann, liegt auf der Hand. Krankheit als Mittel der Liebesbedürfnisbefriedigung ist ein Problem, das gut bekannt ist. Es erscheint deshalb besonders wichtig, dass Ärzte und Pflegepersonal sehr bewusst dieses Thema über- und bedenken und dass deren Ausbildung ein Schwergewicht auf diesen so wichtigen psychologischen Bereich legt.

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