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Polio / Kinderlähmung

Die durch Polioviren Typ I-III (Enteroviren) ausgelöste, sogenannte Kinderlähmung, ist eine von Mensch zu Mensch übertragene Infektionserkrankung, welche bei einem kleinen Prozentsatz der Betroffenen zu einer Mitbeteiligung des Zentralnervensystems und zu Lähmungen führt.

Seit Einführung der Polio-Schutzimpfung (früher eine Schluckimpfung, heute wird sie gespritzt) ist die Anzahl der Neuerkrankten in den westlichen Industrieländern zwar deutlich zurückgegangen, allerdings stellt Polio in Gegenden mit fehlenden Massenimpfungen (vor allem in Teilen Afrikas und Asiens) auch heute noch ein großes Problem dar und kann durch Reisende aus diesen Gebieten eingeschleppt werden. Durch nachlassende Impfbereitschaft kam es in den letzten Jahren zu einem leichten Anstieg der Neuerkrankungen auch in Mitteleuropa. Ein bestehender Impfschutz ist demnach, unabhängig von individuellen Reiseaktivitäten, stets von großer Bedeutung.

Übertragung

Polioviren sind hoch ansteckend und werden durch Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion übertragen. Sie gelangen über die Mundhöhle zunächst in die Rachenschleimhaut und Darmschleimhaut, ehe sie bei etwa 1 Prozent der Patienten über den Blutweg das zentrale Nervensystem befallen (vor allem Rückenmark und Hirnstamm). Die Bezeichnung "Kinderlähmung" kann irreführend sein: Obwohl besonders Kinder mit keinem bzw. unzureichendem Impfschutz gefährdet sind, können auch Erwachsene an Poliomyelitis erkranken.

Krankheitsanzeichen und Komplikationen

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 14 Tage. Meist bleibt die Infektion unbemerkt, der Betroffene erkrankt also nicht, scheidet das Virus jedoch aus und ist somit für andere ansteckend. Etabliert sich allerdings das Vollbild der Erkrankung, so erkennt man einen typisch zweiphasigen Verlauf:

Phase 1

  • Unwohlsein
  • "Grippe-artige", katarrhalische Symptome
  • Fieber
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kurzfristige Besserung der Beschwerden

Phase 2

  • Neuerlicher Fieberanstieg
  • Krankheitsgefühl
  • Schlaffe Lähmungen der Arme und (meist stärker) der Beine
  • Reflexabschwächung

Mögliche Komplikationen

  • Augenmuskellähmungen
  • Schluckstörungen
  • Sprechstörungen
  • Atmungsschwierigkeiten
  • Kreislauffunktionsstörungen
  • Adynamie
  • Bewusstseinsstörungen
  • Epileptische Anfälle

Etwa 10 Prozent der Patienten mit neurologischer Symptomatik müssen beatmet werden, tödliche Ausgänge sind leider auch heute noch möglich.

Diagnose

  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Liquorpunktion
  • Virusnachweis im Stuhl
  • Serologie

Therapie

  • Isolierung
  • Bettruhe
  • Gabe von Gammaglobulinen
  • Intensivmedizinische Behandlung der jeweils vorhandenen Komplikationen (z.B. Unterstützung der Atmung, Überwachung der Kreislauffunktionen)
  • Krankengymnastik
  • Logopädie

Prognose

Wird die akute Krankheitsphase überstanden, erholen sich die meisten Patienten meist recht schnell. Lähmungen, welche sich innerhalb eines halben Jahres nicht zurückgebildet haben, bleiben jedoch in der Regel aufrecht. Bei Kindern ist in Folge ein vermindertes Wachstum der Arme und Beine möglich. Zeigen Patienten eine besonders starke Beteiligung der Rumpfmuskulatur, können sich im weiteren Krankheitsverlauf schwere Wirbelsäulendeformitäten bilden. Nach Jahren oder Jahrzehnten ist ein erneutes Auftreten von zusätzlichen Lähmungen möglich ("Postpoliosyndrom").

Impfung

Bei abgeschlossener Grundimmunisierung wird eine Auffrischung der Poliomyelitis-Impfung alle zehn Jahre empfohlen. Meist wird ein Kombinationsimpfstoff verabreicht, welcher gleichzeitig auch einen Tetanus- und Diphtherieimpfschutz inkludiert.

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

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