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Pflege Forum Blog
Blogger: + Gastbeiträge

In unserem Pflege Forum Blog möchten wir aktuelle Entwicklungen und Problemstellungen in der privaten und institutionalisierten Pflege diskutieren. Gerne bringen wir auch Stellungnahmen und Gastbeiträge von direkt oder indirekt Betroffenen sowie von politischen EntscheidungsträgerInnen. Die Beiträge richten Sie bitte an hollinek@50plus.at mit "Pflege Forum" in der Betreffzeile. Ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch. Davor aber drei Linktipps:

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28.11.2019. Der VSD Vorsorgedialog ® (VSD) ist ein wichtiges Instrument zur Erfassung des Willens der PatientInnen für Krisensituationen. Der VSD unterstützt PatientInnen und Betreuende in Alten- und Pflegeheimen und zu Hause. Leider fehlt noch die Finanzierung. Lösungswege aufzuzeigen war das Anliegen bei der sehr gut besuchten Fachtagung VSD Vorsorgedialog ®, zu der der Dachverband Hospiz Österreich gemeinsam mit dem Beirat Hospiz und Palliative Care (HPC) in der Grundversorgung am 26. November 2019 Fachleute aus der Betreuungspraxis und Entscheidungsträger eingeladen hatte. Neben einer szenischen Darstellung eines VSD Vorsorgedialogs ® gab es Impulse von Sektionschef Pallinger (BMASGK), Einblicke in das Konzept und die Finanzierung ganzheitlicher Versorgungsplanung in Deutschland, Berichte aus einer zweijährigen Praxis in einem Heim und aus einer Begleitforschung zur Implementierung des VSD in der Steiermark sowie ein ExpertInnengespräch. Alle betonten übereinstimmend, dass dieses Instrument für PatientInnen, ÄrztInnen, Betreuende und Angehörige sehr wertvoll ist. Noch fehlt die Entscheidung auf politischer Ebene, den zusätzlichen zeitlichen Aufwand für ÄrztInnen und Pflegekräfte auch zu finanzieren, aber auch hier zeigten sich die Anwesenden optimistisch.

Waltraud Klasnic führt aus: "Was ist den BewohnerInnen von Pflegeheimen für ein gutes Leben und ein würdevolles Sterben wichtig? Welche Wünsche und Bedürfnisse haben die PatientInnen, wenn sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert? Welche Maßnahmen befürworten sie, welche lehnen sie ab? Wir reden hier z.B. von Reanimation oder Krankenhauseinweisung. – Der Dachverband Hospiz Österreich hat gemeinsam mit dem Beirat HPC in der Grundversorgung und PraktikerInnen ein Instrument entwickelt, um die Wünsche der Menschen für mögliche Krisensituationen im Krankheitsverlauf festzuhalten."

Michael Lang, Leiter des Geriatrie-Referats der Österreichischen Ärztekammer, weist auf einen wesentlichen Punkt hin: "Dieser Gesprächsprozess zwischen PatientIn, Ärztin/Arzt, Pflegenden, und falls von der/dem PatientIn gewünscht, auch Angehörigen und Vertrauenspersonen, wird nachvollziehbar dokumentiert. Damit wird für Situationen vorgesorgt, in denen die PatientInnen ihren eigenen Willen nicht mehr äußern können. Betreuende, insbesondere NotärztInnen, können dann entsprechend dem Willen der PatientInnen handeln."

"Im Mittelpunkt des Gesprächs steht immer der Wille der BewohnerInnen", betont Hilde Menner, BAG Langzeit-Pflege-Management. "Sollten sie sich nicht mehr selbst dazu äußern können bzw. nicht mehr entscheidungsfähig sein, dann kann das Betreuungsteam versuchen, zusammen mit Angehörigen und Vertrauenspersonen den mutmaßlichen Willen zu erheben. Der mutmaßliche Wille ist etwas, das nur in dieser Form der vorausschauenden Planung berücksichtigt werden kann und in der Geriatrie eine wichtige Rolle spielt." Erste Ergebnisse aus der Praxis zeigen, dass Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen dieses Gesprächsangebot sehr gerne annehmen (60 bis 90 Prozent). [Beitrag DVHÖ – Dachverband HOSPIZ Österreich]

26.11.2019. Die Sicherstellung von Pflege- und Betreuungsleistungen zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Insbesondere die Pflege chronisch Kranker und von Menschen die an leiden, stellt umfangreiche Anforderungen an die Fachkompetenz der Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Zudem fordern pflegende Angehörige und Bezugspersonen vermehrt diese Fachkompetenz als notwendige Unterstützungsleistung ein. Gleichzeitig zeichnet sich ein immer größer werdender Personalmangel, insbesondere an gut ausgebildeten Pflegefachkräften, ab. Dies zeigt sich schon alleine durch die Tatsache, dass 2030 mehr als ein Drittel der heute tätigen Pflegekräfte in Pension gehen werden.

Grundlegender Reformbedarf besteht in mehreren Bereichen. Ein wesentlicher Ansatzpunkt ist die Erwartungshaltung der Gesellschaft an das Leistungsspektrum der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sowie an die Betreuungsleistungen. Wohl kaum ein Begriff wird so inflationär und beliebig eingesetzt wie der Begriff "Pflege". Obwohl der Gesetzgeber weitgehend klare Handlungsrahmen definiert, kommt es oftmals zur Vermischung der Bezeichnungen "Betreuung" und "Pflege". Dadurch werden Leistungen der Gesundheits- und Krankenpflege, insbesondere im Langzeitpflegebereich und bei der Versorgung chronisch Kranker, vielfach bagatellisiert. Ebenso kommt es zu einer Hierarchisierung notwendiger Pflegeinterventionen und Unterstützungsleistungen durch Sozialbetreuungsberufe. Dabei ist die entscheidende Frage, wie die jeweils individuell notwendige Fachkompetenz sowie der Unterstützungsbedarf für die Alltagbewältigung zu den Menschen kommt und ob sie diese auch in erforderlichen Ausmaß erhalten.

  • Klare Information über das zu erwartende Leistungsspektrum der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe und der Sozialbetreuungsberufe.
  • Aufheben der Leistungshierarchisierung mit dem Ziel bedarfsorientierter Versorgung, z.B. bei Weiterverordnungen von Verbandsmaterialien zur Wundversorgung durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen.
  • Nutzung des gesamten Fachwissens in der Versorgungpraxis – unabhängig vom Setting.
  • Adaptierung der Rahmenbedingungen für das Fachpersonal wie etwa die bessere Anerkennung der flexiblen Dienstzeiten.
  • Individuelle Beratung für Pflegebedürftige und deren Angehörige, um informierte Entscheidungen treffen zu können.
  • Bestehende Ausbildungsangebote der Sozialbetreuungsberufe auf weitere Kombinationsmöglichkeiten mit Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung prüfen.
  • Quereinsteiger, oder Berufsumsteiger durch gezielte Angebote für Pflege- und Betreuungsberufe gewinnen.
  • Nutzung von digitalen Angeboten zur Entlastung von Routinetätigkeiten.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass die vorhandenen Strukturen am Sektor Pflege und Betreuung immer weniger die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen im 21. Jahrhundert berücksichtigen. Daher kann der daraus abgeleitete Bedarf durch eine unreflektierte Fortführung bestehender Angebote zunehmend weniger gedeckt werden. [Beitrag Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband]

25.06.2019. Wie durchdacht ist eigentlich das neue Pflegekonzept der ÖVP? Viele üben daran – mehr oder weniger heftig – Kritik; so auch auch der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband. In einer Aussendung des ÖGKV heißt es: "In sieben Punkten werden eine Reihe von sinnvollen Maßnahmen, wie etwa ein verpflichtendes Gütesiegel für Vermittlungsagenturen von Betreuungskräften, aufgelistet. Auch soll künftig klarer zwischen Betreuung und Pflege unterschieden sowie in Form von One-Stop-Shops gezielt Informationen zur Verfügung gestellt werden. Die Gestaltung des Alltags nach der Erwerbstätigkeit klammert zumeist die Themen Pflege und Betreuung aus. Präventive Maßnahmen müssen jedoch bereits zu einem Zeitpunkt einsetzen, bevor ein tatsächlicher Bedarf eingetreten ist. Gezielte Beratung, etwa hinsichtlich des Wohnraums oder von sozialen Netzwerken ist unbedingt zu fördern und zu etablieren. Kritisch im Zusammenhang mit dem "Pflegegeld neu" ist die Option, künftig eine einzige Betreuungskraft für mindestens zwei oder mehr Personen einzusetzen. Da der Betreuungs- und Pflegebedarf in der Regel eher zunimmt, sind bei der Anwendung dieses Vorschlages verbunden mit dem gleichzeitig formulierten Qualitätsanspruch, Überforderungsszenarien vorprogrammiert. Betreuung und Pflege von Angehörigen ist nach wie vor Frauensache, ein verbindlicher Rechtanspruch auf Pflegekarenz mit voller Leistung und Anrechenbarkeit auf die Beitragsjahre, wäre zumindest ein Ansatz die Geschlechterrollen aufzuweichen."

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Foto © Image Source und Lizenznehmer

Und weiter: "Einmal mehr findet sich in diesem Konzept die Thematik des Ausbildungszugangs über die sogenannte Pflegelehre. Abgesehen davon, dass Experten dieses Angebot mehrfach als wenig sinnvoll erachtet haben, gibt es nach wie vor keine ernstzunehmenden Aussagen, wie Interessenten für den Pflegeberuf zu gewinnen wären. Bereits jetzt können bestehende Lehrlingsausbildungsplätze nicht gefüllt werden. Viel wichtiger und vor allem sinnvoller wäre es, bestehende Ausbildungsangebote etwa durch die Bezahlung von Praktika attraktiver zu gestalten, sowie ein adäquates System für Stipendien, und zwar für alle Qualifikationslevels der Pflegeberufe, zu Verfügung zu stellen. Notwendig ist es auch, endlich einen Zugang zur Ausbildung über die berufsbildendenden höheren Schulen zu ermöglichen. Die vorgeschlagene Finanzierung über eine Pflegeversicherung lässt unter anderem aktuell die Frage offen, wie gerade jene starken Geburtenjahrgänge rund um die Babyboomer, und somit in absehbarer Zeit eine Zielgruppe hinsichtlich Betreuungs- und Pflegebedarf, ihre Deckungsbeträge zur Leistungsfinanzierung erreichen können. Die aufgezeigten Maßnahmen werden jedoch nicht ausreichen, das brisante Thema Pflegebedarf anzugehen. Es ist zu hoffen, dass die Verantwortlichen bestrebt sind das Thema Betreuungs- und Pflegebedarf nachhaltig zu regeln und nicht lediglich auf den schnellen Effekt ausrichten."

23.05.2019. Irgendwann braucht jeder von uns einmal Pflege. Was PflegerInnen alles leisten und welche Gefühlswelten ihr Beruf mit sich bringt, zeigt dieser frisch-fröhlich-kritische und nachdenklich machende Film von Nicolas Philibert (schon 2007 mit seinem Film "Sein und Haben" sehr erfolgreich), der demnächst in die österreichischen Kinos kommt. Hier ein erster Einblick in "Zu jeder Zeit":

22.05.2019."Der Mangel wird zunehmend dramatisch werden", stellt Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, im neuen Ingo-Newsletter auf mit Blick auf die herrschende Pflegesituation klar. Dies sei darauf zurückzuführen, dass einerseits die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Beruf ausscheiden und andererseits die geburtenschwachen Jahrgänge zu arbeiten beginnen. Gleichzeitig steige die Anzahl pflegebedürftiger Menschen stark an. Am gravierendsten wird ihrem Befund nach der Mangel in der mobilen und in der Langzeitpflege ausfallen.

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Foto © Andreas Hollinek

"Deshalb müssen unsere Versorgungssysteme neu überdacht werden. Die Gesundheitsberufe insgesamt müssen sich die Tätigkeiten und die Versorgungsprozesse neu aufteilen", fordert Frohner. So soll der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege auch auf Visite fahren oder in der Allgemeinpraxis Aufgaben wie die Wundversorgung übernehmen. "Das, was im klinischen Bereich im Akutspital durch Pflege geleistet wird, das kann diese selbstverständlich auch im niedergelassenen Bereich", so die Expertin. Die Abgeltung dieser Leistungen sei durch die Versicherungsträger zu bezahlen und erfordere entsprechende Leistungskataloge. Frohner spricht sich im Info-Interview zudem für eine zielgruppenspezifische und niedrigschwellige Bedarfsplanung aus. An der Zulassung von Krankenpflegerinnen und -pflegern auch im niedergelassenen Bereich führe jedenfalls kein Weg vorbei, so die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes.

16.05.2019. Eine wichtige Sicherheitseinrichtung und Entlastung für PflegerInnen und Angehörige bei der Pflege daheim, ist ein Hausnotruf System mit Verbindung zu einer Service-Zentrale. In Notfällen kann von der betreuten Person ein Alarmknopf gedrückt werden, was sofort den Aufbau einer Sprechverbindung bewirkt und eine Rettungskette aktiviert. Trotz allem Engagement der Angehörigen kann in der Pflegepraxis nämlich nicht lückenlos eine 24-Stunden-Betreuung sichergestellt werden. Oft müssen Angehörige Besorgungen, Erledigungen oder andere Verantwortungen wahrnehmen und können daher nicht permanent bei der zu betreuenden Person vor Ort sein. Für diesen Zeitraum der Abwesenheit oder Nicht-Erreichbarkeit ist so ein Notrufsystem eine unverzichtbare Unterstützung und Entlastung bei der Pflege.

Und so läuft ein typischer Einsatz im Notfall ab: Die pflegebedürftige Person (oder auch ein Sensor) löst den Alarm aus, es entsteht eine Sprechverbindung zur Leitstelle. Die dort rund um die Uhr wachenden Menschen erkundigen sich nach dem Befinden und setzen im Notfall einen im Vorhinein vereinbarten Maßnahmenplan um: Wer ist zu informieren? Was ist in welcher Situation zu organisieren? Unter diesen Maßnahmen können auch "Kleinigkeiten" sein, wie z.B. die Nachbarn bitten Nachschau zu halten und gegebenenfalls zu helfen. Ist die Lage ernst, verständigt die Leitstelle die am schnellsten verfügbare Rettung (unabhängig von der Rettungsorganisation).

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Die Betreuung bzw. Pflege daheim kann mit modernen Notrufsystemen, wie z.B. "myStella" noch weiter unterstützt werden. So ist zum Beispiel auf Wunsch eine Ferntüröffnung durch die Zentrale oder mit Fernbedienung möglich; oder die Integration eines Sturzsensors, welcher im Fall eines Sturzes im überwachten Raum einen Alarm auslöst. "myStella" kann aber auch alarmieren, wenn in einem definierten Zeitraum keine Bewegung oder Aktivität stattgefunden hat – dann wird eine Sprechverbindung zur Stella-Leitstelle hergestellt und nachgefragt: "Geht es Ihnen gut?" In jedem Fall funktionieren Pflegenotrufsysteme heute so verlässlich, dass sie wertvolle Hilfsmittel bei der Pflege daheim darstellen. Details dazu und was solche Hilfsmittel kosten, finden Sie auf

12.05.2019. "Was gut für die Pflegebedürftigen ist, nützt auch den Pflegekräften", weist Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich anlässlich des heutigen "Internationalen Tages der Pflege" auf die dringend notwendigen Reformen im Pflegebereich hin. "Kleinere Einheiten in der stationären Pflege, mehr Gestaltungsspielraum in der Arbeitsorganisation und mehr Zeit – das sind wesentliche Faktoren, die zur Arbeitszufriedenheit und auch zur qualitätsvollen Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf beitragen", so Moser. Eine Befragung des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung zeigt auf, dass der Hauptgrund für den Ausstieg aus dem Pflegeberuf der persönliche Gesundheitszustand ist. Moser: "Menschen zu pflegen darf nicht krank machen. Genau hier müssen wir ansetzen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen."

Vor allem wünschen sich Pflegekräfte mehr Zeit für Betreuung und Kommunikation. Dies umfasst auch z.B. Begleitung bei Spaziergängen oder verschiedene Freizeit- und Beschäftigungsaktivitäten. Kommunikation zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften darf nicht ausschließlich "funktional" sein, meint die Diakonie-Direktorin: "Wieviel Flüssigkeit jemand heute schon zu sich genommen hat oder ob es im Raum warum genug ist, sind keine Gesprächsthemen, über die persönliche Beziehungen entstehen. Lebens- und Arbeitsqualität findet sich dort, wo Zeit und Raum ist, um dem Menschen in einem echten Gespräch mit Aufmerksamkeit und Zuwendung zu begegnen." Ausreichend Dienstbesprechungen und das Angebot von Supervisionen in den Teams sowie Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz helfen dabei, die psychische Belastung der in der Pflege Tätigen möglichst gering zu halten.

Das WIFO beziffert den Bedarf an Fachkräften in der Pflege mit etwa 24.000 fehlenden Personen bis 2030. "Österreich braucht eine umfassende Strategie gegen den Fachkräftemangel in der Pflege", betont Moser und sie fordert: "Neben der Verbesserung der Arbeitsbedingungen braucht es dringend auch eine Ausbildungsoffensive." Die Diakonie schlägt daher unter anderem eine österreichweite Schulgeldbefreiung für alle SchülerInnen der Schulen für Sozialbetreuungsberufe vor; außerdem die Aufnahme aller Pflegeberufe in die Mangelberufsliste sowie eine schnellere und einfachere Anerkennung von Berufsabschlüssen aus dem Ausland. "Viele Wege führen in die Pflege als Beruf. Die Herausforderung ist jetzt, dass wir für diesen anspruchsvollen, aber auch sinnstiftenden Beruf viele Menschen begeistern können", so Moser abschließend.

08.05.2019. Wer pflegt wen, in welchem Alter, wo und wie? Eine neue Studie liefert Antworten zur Situation in Deutschland. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse: Deutschland ist – genauso sie Österreich und die Schweiz – ein Land des langen Lebens. Das ist erfreulich, führt aber häufig dazu, dass immer mehr Menschen Pflege oder zumindest Unterstützung im Alltag benötigen. Diese Hilfe wird zu einem sehr großen Teil von Angehörigen und dem privaten Umfeld erbracht. Nun haben Ulrike Ehrlich und Nadiya Kelle, Wissenschaftlerinnen am Deutschen Zentrum für Altersfragen, erste Ergebnisse aus einem von ihnen entwickelten Fragenmodul für die Innovations-Stichprobe des Sozio-oekonomischen Panels vorgelegt. Auf dieser Grundlage vermittelt sich ein genaueres Bild der privat Pflegenden.

Fast jede zehnte Person ab 17 Jahren unterstützt oder pflegt jemanden. Besonders von den 55- bis 64-Jährigen wird Hilfe und Pflege erbracht, unter ihnen sind es 13 Prozent. Wer gepflegt wird, ist in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich. Im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter sind es vor allem die Eltern bzw. Schwiegereltern, die unterstützt werden. Ab 65 Jahren ist es dagegen häufiger der Partner bzw. die Partnerin, um die sich Personen kümmern. Auch über den Ort, an dem die Unterstützung erfolgt, lassen sich jetzt genauere Angaben machen: Die 17- bis 64-Jährigen helfen oder pflegen am häufigsten eine Person, die in einem anderen Haushalt lebt. Dagegen helfen oder pflegen Personen im höheren Alter in beinahe der Hälfte der Fälle ein Haushaltsmitglied. Der Zeitaufwand für Hilfe und Pflege ist am höchsten bei Pflegenden ab 65 Jahren, dicht gefolgt von der Altersgruppe 40 bis 54 Jahre. Hilfe und Pflege für Personen, die in einer betreuten Einrichtung, einer Altersresidenz oder einem Pflegeheim leben, werden am häufigsten von den 55- bis 64-Jährigen erbracht.

Die Analysen unterstreichen, dass auch Menschen, die in einer Pflegeeinrichtung leben, weiterhin auf Unterstützung aus ihrem privaten Umfeld angewiesen sind. Pflegetätigkeiten und Hilfeleistungen werden nicht unbedingt nur im engeren Familienkreis (für Eltern, Schwiegereltern, Partner/innen oder eigene Kinder) übernommen, sondern in vielen Fällen auch für andere verwandte und nicht-verwandte Personen. Die Ergebnisse basieren auf Daten der Innovations-Stichprobe des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP-IS) aus dem Befragungsjahr 2016. Die verwendeten Daten sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 17 Jahren und erlauben erstmals detaillierte Analysen zu Pflegeaktivitäten und -arrangements innerhalb und außerhalb des eigenen Haushalts sowie im institutionellen Kontext. Das ungekürzte FactSheet "Hilfe- und Pflegetätigkeiten im Lebensverlauf: Wer pflegt, für wen, wo und wie" steht auf zum Download bereit.

18.03.2019. Seit fünf Jahren befragt die imh GmbH (vormals IIR; Website: ) Krankenhauspersonal zu wichtigen Zukunftsthemen im Gesundheitswesen. Eine zentrale Fragestellung diesmal: Sind Österreichs Krankenhäuser für den demografischen Wandel gerüstet? Mehr als zwei Drittel sagen klar: Nein, das sind wir nicht. Nur 11,2 Prozent sind gegenteiliger Meinung; 18,8 Prozent haben kein klares Bild bzw. sind unentschlossen. Bei näherer Betrachtung wird auch klar, warum dieser negative Eindruck vorherrscht. Die Befragten geben an, dass die Betreuungsintensität steigt, während die Zeit, die für den einzelnen PatientInnen aufgewendet werden kann, immer kürzer wird.

Insbesondere das Personal, das direkt mit PatientInnen arbeitet, hat in den letzten Jahren zusätzliche Aufgaben administrativer Natur übernommen. Verschärft wird die Situation noch dadurch, dass insgesamt weniger Personal beschäftigt wird. Es müssen also weniger Personen mehr Leistungen erbringen. Dazu kommt, dass die Arbeit am Patienten, bedingt durch den demografischen Wandel, mehr wird und nicht weniger. Denn die PatientInnen werden im Durchschnitt älter und betreuungsintensiver. Es besteht die Gefahr, dass die Behandlungsqualität nicht aufrecht gehalten werden kann: Das sagen immerhin 27,5 Prozent der Befragten. Fast 43 Prozent sagen, dass dafür die Personalressourcen Fragen (Personal finden, Personal halten) maßgeblich sind.

Unter der Situation leiden insbesondere Pflegeeinrichtungen und Rehabilitationszentren. Akutspitäler sind derzeit noch nicht betroffen. Es stehen grundsätzlich genügend Betten zur Verfügung. Allerdings ist besonders bei den ÄrztInnen die Personalproblematik evident: 31 Prozent geben an, dass für sie die größte Zukunftsherausforderung sein wird, genügend Personal (ÄrztInnen) zu finden bzw. ÄrztInnen im Unternehmen zu halten (13 Prozent). Außerdem ist für 27 Prozent der ÄrztInnen die Frage, ob sich die Behandlungsqualität in Zukunft aufrecht halten lässt. Es stellt sich also die Frage, wie sich die Situation in den Akutspitälern entwickeln wird, sollten sich die Befürchtung der ÄrztInnen in Richtung Mangelversorgung bewahrheiten.

20.02.2019. Die flächendeckende medizinischen Versorgung in Österreich geht weiter den Bach hinunter. Nicht nur, dass es in vielen Landgemeinden einen eklatanten Ärztemangel gibt, jetzt hat auch der Verwaltungsgerichtshof die Verpflichtung aufgehoben, dass niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte verpflichtend einen Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen leisten müssen. Wenn jetzt die Politik nicht rasch reagiert, ist das Leben vieler Menschen in Gefahr!

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Foto © Andreas Hollinek

28.01.2019. Das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz sieht derzeit eine maximale tägliche Höchstarbeitszeit von 13 Stunden (bei verlängerten Diensten 29 Stunden) und eine wöchentliche durchschnittliche Arbeitszeit von 48 Stunden (als Opt Out bis 2021 bis zu 55 Stunden) für ÄrztInnen und PflegerInnen vor – das ist schon jetzt eine deutliche Mehrbelastung als in vielen anderen Branchen. Die aktuelle Regierung plant nun, die Arbeitsbedingungen für Ärzteschaft und Pflege weiter zu verschärfen. So sollen die durchgehenden Ruhezeiten von derzeit 11 bzw. 8 Stunden auf 5 Stunden gekürzt, während die Rufbereitschaften pro Monat auf 12 Tage erhöht werden. Für Anna Kreil, Obfrau der Ärztegewerkschaft Asklepios, ein inakzeptabler Plan: "Hier wird der ArbeitnehmerInnenschutz ausgehöhlt und zugleich billigend eine Verschlechterung der PatientInnenversorgung in Kauf genommen. Die Arbeitsverdichtung seit der Einführung der EU-Richtlinie vor vier Jahren hat schon jetzt viele KollegInnen an ihre Grenzen gebracht – diese Gesetzesänderung werten wir als nicht mehr zumutbar."

Für Helga Kien, Betriebsratsvorsitzende im Orthopädischen Spital Speising, liegt eine weitere Vermutung nahe: "Das Rufbereitschaftsmodell soll Personalengpässe, die durch die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie aufgetreten sind, verschleiern, und zwar unter Umgehung der gesetzlichen Arbeitszeitregeln." Und ergänzend: "Das eigentliche Problem – der eklatante Personalmangel und die strukturellen Defizite – sind damit nicht gelöst."

Darüber hinaus soll das bis 1. Juli 2021 geltende Opt-Out auf unbestimmte Zeit verlängert werden – auch das steht für Kreil außer Diskussion: "In Krisenfällen gibt es jetzt schon entsprechende Ausnahmen, hier weiter Druck auf MitarbeiterInnen ausüben zu können, ist abzulehnen. Dieser Entwurf bedeutet einen großen Rückschritt." Sollte die geplante Gesetzesänderung so kommen, so sehen Kreil und Kien unisono vor allem eine Gefahr: "Diese noch schlechteren Arbeitsbedingungen für Ärzteschaft und Pflege, deren Berufsstände schon jetzt mit Personalmangel, drohender Pensionierungswelle und enormer Belastung zu kämpfen hat, wird die Situation weiter verschärfen." Asklepios überlegt bei Bedarf eine entsprechende Überprüfung des Gesetzes durch eine Beschwerde bei der EU-Kommission zu veranlassen. Anna Kreil abschließend: "Letztendlich ist der Leidtragende der Patient, der sich mit einem immer schlechteren Gesundheitssystem und überlasteten Personal auf allen Ebenen konfrontiert sieht." [Beitrag Asklepios – Gewerkschaft für angestellte Ärztinnen und Ärzte]

24.01.2019. In Österreich beziehen aktuell etwa 460.000 Personen Pflegegeld. Ein siebenstufiges Modell reguliert die jeweilige Höhe des Pflegegeldes. Der Pflegebedarf wird, nach Antragstellung der Pflegebedürftigen, im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens definiert. Seit 2012 sind bei Erhöhungsanträgen zum Pflegegeld auch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, insbesondere ab der Pflegestufe 3, eingebunden. An dieser Reform war der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) von Beginn an wesentlich beteiligt. Der Nutzen von Pflegewissen in diesem Bereich liegt auf der Hand und kommt seither vielen Betroffenen zugute. Ein gezielter Blick bei der Begutachtung von Pflegebedürftigen durch Pflegefachpersonen hinsichtlich eventueller Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme oder bei der selbständigen Durchführung der Körperpflege, erhöht die Treffsicherheit der zuzuerkennenden Pflegestufe.

Die positiven Ergebnisse der Begutachtungen durch Pflegefachpersonen sind wohl auch einer der Gründe warum nun per Erlass des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) die Pensionsversicherungsanstalten (PVA) gebeten wurden, die Begutachtungen schon aber der Pflegestufe 1 auf den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege zu übertragen. Somit ist der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege von Beginn an in den Prozess der Pflegegeldeinstufung eingebunden. Dies ist ein wichtiger Schritt, wenn es darum geht Ressourcen nach Bedürfnis- und Bedarfsorientierung auszurichten. Durch diese Maßnahme wird aus der Sicht des ÖGKV die Bedeutung der Pflegefachkompetenz sichtbar und die Notwendigkeit der vermehrten Einbindung des Pflegewissens in den Systemen deutlich. [Beitrag Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband]

05.12.2018. Der von der Regierung angekündigte Masterplan Pflege liegt nun am Tisch und wurde vom Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) begutachtet. Über den ersten Entwurf lässt sich sagen, dass bekannte Problemfelder zwar beschrieben werden, konkrete Maßnahmenpakete aber immer noch offen bleiben. Etwa 2,6 Millionen chronisch Kranke, 460.000 PflegegeldbezieherInnen und rund 130.000 an leidende Menschen sowie ein jährlich Zuwachs von 4 Prozent an mobilen Pflegeleistungen illustrieren den zunehmenden Bedarf an Pflegeleistungen. Zwar unterstützen an die 947.000 Österreicher Pflegebedürftige im häuslichen Bereich, doch auch sie stoßen zunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Der Fokus der Regierung wird nun verstärkt auf die Pflege zu Hause und somit auf pflegende Angehörige gelegt. In den Vordergrund wird ebenso der Bereich der 24-Stunden-Betreuung, angesiedelt bei der Wirtschaftskammer, gerückt. Insgesamt ist eine Tendenz zur Deprofessionalisierung von Pflege- und Betreuungsleistungen nicht zu übersehen, was Anlass zur Sorge gibt. Unter diesen Gesichtspunkten wird das Ziel der Kostenoptimierung auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden. Dabei empfiehlt eine aktuelle Studie des Institutes für Pflegewissenschaft der Universität Wien, welche vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) in Auftrag gegeben wurde, unter anderem, Rahmenbedingungen für geteilte und sichtbare Pflegeverantwortung zu schaffen. Das bedeutet, dass genügend ausgebildetes Fachpflegepersonal zur Verfügung stehen muss. Genau dieser Punkt findet sich im Masterplan Pflege nicht.

Das wichtigste Ziel, das auch im Regierungsprogramm formuliert wurde, Pflege und Betreuung für alle Menschen in Österreich nachhaltig und qualitativ zu sichern, erfordert ein niedrigschwelliges und vor allem auch aufsuchendes Angebot an Beratung und Unterstützung. Dieses muss auf der individuellen Situation, sowie der Anleitung für pflegerische Interventionen durch die Fachpflege basieren. Der Ansatz, "Ausbau und Umsetzung der integrierten Versorgung unter Berücksichtigung der Verschränkung von Medizin und Pflege", geht in die richtige Richtung. Ebenso die "Erweiterung der Angebote von Hospiz- und Palliativbetreuung", sowie die angestrebte "Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung". Viele der beabsichtigten Punkte sind in zahlreichen Konzepten der Familiengesundheitspflege definiert und werden bereits in einigen europäischen Ländern seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Dies bedeutet aber auch, Pflege- und Betreuungsleistungen nicht länger durch das in den Vordergrund stellen der sozialen Kompetenz für diese Berufe zu bagatellisieren. Die Kompetenz der Pflegeberufe ist sichtbar zu verankern und zu honorieren. Das Image der Pflege zu heben, erfordert jedenfalls die ausreichende Finanzierung von Ausbildungsplätzen. Darüber hinaus ist die Pflegepraxis so zu gestalten, dass die Rahmenbedingungen die Umsetzung des Handlungsspektrums an Pflegeleistungen auch möglich macht, damit Pflege bei den Menschen ankommt. Es gilt nun abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen innerhalb des sehr ambitionierten Zeitplanes zur Bearbeitung der heute vorgestellten Punktation auch zu Boden kommen. [Beitrag Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband]

21.11.2018. Manchmal kann (Massen-) Protest tatsächlich etwas bewirken. Die mediale Kritik und die Entrüstung der betroffenen Berufsgruppen haben bewirkt, dass der Husch-Pfusch-Gesetzesantrag der Regierung abgeändert wurde. Die Passage, dass in Zukunft alle komplementär- und alternativmedizinischen Heilverfahren ausschließlich Ärzten vorbehalten sein sollen, wurde gestrichen. Es wäre vernünftig, bei kommenden Gesetzesänderungsvorhaben sich mehr Zeit zu lassen und die davon Betroffenen mit offenen Ohren und unbefangenem Geist anzuhören.

06.11.2018. Alle Vorhersagen gehen in den nächsten Jahren von einem eklatanten Ärztemangel in Österreich aus. Das wird alle Menschen in unserem Land treffen, ganz speziell aber betagte Menschen. Diese bedrohliche Entwicklung bekommt durch eine politische Parallelentwicklung zusätzliche Brisanz. Im Entwurf zum neuen Ärztegesetz ist nämlich vorgesehen, dass in Zukunft alle komplementär- und alternativmedizinischen Heilverfahren nun ausschließlich Ärzten vorbehalten sind. Das bedeutet nicht nur, dass eine Unzahl an selbständig tätigen Menschen mit einem Schlag ihren Job verlieren und vor dem persönlichen Ruin stehen, es bedeutet auch, dass sinnvolle Behandlungen wie z.B. die Osteopathie, Chiropraktik, (und andere Behandlungstechniken, die Körperberührungen in den Mittelpunkt stellen), , und kaum mehr angeboten werden können, da es viel zu wenige Ärzte und Ärztinnen gibt, die diese Behandlungstechniken beherrschen. Auch hätten diese kaum Lust noch Zeit, solche Behandlungsarten in ihr Angebotsspektrum aufzunehmen. Da aber gerade betagte Menschen sehr auf komplementär- und alternativmedizinische Heilverfahren ansprechen, hätten diese mit der Kombination aus "Ärztemangel" und "ärztlichem Heilbehandlungsmonopol" katastrophale Einschränkung bei der Gesundheitsversorgung zu beklagen.

27.08.2018. Kürzlich wurde eine von Institut für Pflegewissenschaft in Kooperation mit dem Institut für Soziologie der Universität Wien erstellte umfassende Studie zum Thema "Angehörigenpflege in Österreich" veröffentlicht. Der Behindertenanwalt Hansjörg Hofer begrüßt die vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie, da hiermit der wichtigen Arbeit pflegender Angehöriger Anerkennung und Beachtung zuteil wird. Laut der Studie gibt es in Österreich derzeit rund 450.000 pflegebedürftigen Personen und beinahe 1 Million (!) pflegende Menschen. Es wäre höchste Zeit, die Wünsche und Ängste dieser Menschen erst zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um eine psychische und finanzielle Überlastung dieser Menschen hinanzuhalten. Wichtig auch: Pflegende Angehörige benötigen dringen hin und wieder eine Auszeit von der Pflege!

Darüber hinaus weist Behindertenanwalt Hansjörg Hofer darauf hin, dass insbesondere pflegende Angehörige von Kindern, d.h. in vielen Fällen Eltern, bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben benötigen. Dazu zählt auch die Möglichkeit, kurzfristig Pflegeentlastung zu erhalten. Der Behindertenanwalt empfiehlt in diesem Zusammenhang auch eine dringende Anhebung des aller Stufen, um den sukzessiven Wertverlust der vergangenen Jahre von mindestens 30 Prozent auszugleichen. Eine jährliche Valorisierung ist unbedingt erforderlich, um pflegebedürftige Menschen und pflegende Angehörige zu unterstützen.

"Ein Grundgedanke bei der Einführung des Pflegegeldes war es, pflegebedürftigen Menschen im Hinblick auf Ihre Pflege mit höchstmöglicher Wahlfreiheit auszustatten. Diese ist ohne eine rückwirkende und zukünftig Wertanpassung des Pflegegeldes sowie Entlastungsmaßnahmen für pflegende Angehörige gefährdet. Die Konsequenz wäre ein wesentlicher Rückschritt in der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung, der mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unvereinbar ist", so Hofer.

10.08.2018. Durch die steigende Lebenserwartung werden gleichzeitig auch die altersbedingten Erkrankungen zunehmen – darunter auch der altersbedingte geistige Verfall. 120.000 Menschen sind in Österreich derzeit an erkrankt, bis zum Jahr 2050 sollen es Prognosen zufolge 270.000 sein. Laut Österreichischem Demenzbericht wird der größte Teil der Betroffenen zu Hause von Angehörigen betreut, in den meisten Fällen von Frauen. Nur in einem Viertel der Fälle wird dabei die professionelle Unterstützung mobiler Pflegedienste in Anspruch genommen, obwohl die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz neben physischen, sozialen und finanziellen Problemen eine enorme psychische und emotionale Belastung darstellt. Durch den hohen Zeitaufwand – oftmals rund um die Uhr – sind pflegende Angehörige oft isoliert.

Zeitliche Entlastung und psychosoziale Unterstützung der pflegenden Angehörigen waren darum die Ziele des Projekts "Treffpunkt Zeitreise", das von der Caritas der Erzdiözese Wien in den Wiener Bezirken Josefstadt und Hernals sowie im südlichen Niederösterreich durchgeführt wurde. Das jüngst abgeschlossene Projekt wurde vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) – der österreichischen Förder- und Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung – und durch Spendenmittel der Caritas finanziert. Klaus Ropin der Leiter des FGÖ: "Aufgrund der demografischen Entwicklung ist es von großer Bedeutung, in allen Lebenswelten Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gutes Leben mit Demenz möglich machen – sowohl für Menschen mit Demenz, als auch für deren pflegende An- und Zugehörige."

"Durch die Förderung des FGÖ konnten wir einen Beitrag zur Umsetzung der Österreichischen Demenzstrategie leisten. Vor allem mit dem 'Café Zeitreise', wie wir die 14-tägigen Treffen genannt haben, wurde ein spezifisches Modell zur Begleitung von Lebensgemeinschaften entwickelt, in denen eine Person von Demenz betroffen ist", so Norbert Partl, der Projektleiter bei der Caritas. Das "Café Zeitreise" ist ein alle zwei Wochen stattfindender Treffpunkt für Menschen mit sowie deren Angehörige. Fachkräfte moderieren die Gruppe und werden von geschulten Freiwilligen unterstützt. Die Demenzerkrankten erleben gemeinsame Aktivitäten wie Singen oder Kegeln. Bei der Beratung durch kompetente Fachkräfte können pflegende Angehörige Fragen und Sorgen besprechen und erhalten viele praktische Tipps. Auch die Möglichkeit, Erfahrungen mit Personen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind, bedeutet eine große Erleichterung. Speziell geschulte freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen wöchentlich oder 14-tägig für 1 bis 2 Stunden zur Unterstützung pflegender Angehöriger zu ihnen nach Hause. Diese können während dieser Zeit kleine Besorgungen erledigen oder kurz einmal alleine etwas unternehmen, damit ihnen "die Decke nicht auf den Kopf fällt". Auch die Möglichkeit, über ihre Situation zu reden, entlastet die Angehörigen.

Insgesamt haben über 500 Personen die Beratung, die Treffpunkte und die aufsuchenden Dienste des Projekts in Anspruch genommen. 130 verschiedene Personen haben an den Treffpunkt Nachmittagen teilgenommen. 60 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren beteiligt. Die beiden im Rahmen des Projektes entwickelten und erprobten Angebote werden von der Caritas fortgeführt, die Termine und Ansprechpersonen sind auf der Caritas-Pflege Website zu finden.

Welche wertvolle Unterstützung die "Café Zeitreise"-Treffen sind, schildern Peter und Monika K., die einen Elternteil versorgen: "Ich wär' nie auf die Idee gekommen, in eine Gruppe zu gehen und war skeptisch. Meine Frau überredete mich dann – und jetzt fahren wir seit bald zwei Jahren hin. Man bekommt viel Unterstützung und es werden untereinander gute Tipps ausgetauscht. Unsere Mama ist auch immer angetan. Inzwischen sind wir eine große Familie geworden. Das Dabeisein tut gut!" Auch Gusti B., die ihren an Demenz erkrankten Mann pflegt, erzählt: "Ich bin gemeinsam mit meinem Mann Gerhard seit der ersten Stunde dabei. Die Gespräche geben mir viel und ich kann auch anderen Menschen helfen. Da auch auf Spaß nicht vergessen wird, ist es Abwechslung in meinem Alltag, die ich nicht mehr missen möchte. Und der Gerhard ist auch gern dabei."

Auch die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleben berührende Situationen. Elisabeth S., freiwillige Mitarbeiterin im Projekt Zeitreise betreut Georg, der an Demenz erkrankt ist. Sie sagt: "Georg und ich teilten uns bei der Gesangsprobe für die Weihnachtslieder einen Text. Immer mehr war es ein gemeinsames in Stimmung kommen. Zum Schluss klopfte er mir auf die Schulter und sagte, so habe er noch nie gesungen. Auch ich nicht. Es war seit meiner Kindheit das schönste Weihnachtsfest."

  • Demenzfreundliche Organisationen können beim FGÖ um Förderung ansuchen.
  • Relevante Infos dazu auf oder über einen Gesprächstermin in der Geschäftsstelle des FGÖ.

06.08.2018. Niederösterreich bietet als einziges Bundesland zusätzliche Leistungen zu den Förderungen des Bundes. Ab Pflegegeldstufe 3 werden dem Land Niederösterreich 60 Prozent der ausbezahlten Fördergelder vom Bund ersetzt. Insgesamt wurde die 24-Stunden-Betreuung im Vorjahr mit 40,3 Millionen Euro gefördert. Mit Stand Ende Juli erhalten derzeit 7984 BezieherInnen die Landesförderung. Voraussetzung für ein Betreuungsverhältnis nach dem Hausbetreuungsgesetz des Bundes ist ein Pflegegeldbezug zumindest der Stufe 3. Bei nachgewiesener Demenz gibt es die Förderung bereits bei Pflegegeldbezug der Stufen 1 und 2. Über alle Fragen zu Pflege und Betreuung gibt die NÖ Pflegehotline unter der Telefonnummer 02742 / 9005 9095 Auskunft (kostenlos erreichbar von Montag bis Freitag, 8.00 bis 16.00 Uhr, oder per Mail unter post.pflegehotline@noel.gv.at.

Ausschlaggebend für die Wahl einer 24-Stunden-Betreuung ist eindeutig der Verbleib in den eigenen vier Wänden (95 Prozent), gefolgt vom Erhalt des sozialen Umfelds (61 Prozent) und der Privatsphäre der betreuten Person (57 Prozent). Finanzielle Gründe, weil die 24-Stunden-Betreuung günstiger als die stationäre Pflege ist, spielen eine deutlich geringere Rolle (8 Prozent). Quelle: Hilfswerk Österreich (aktuelle Befragung von 861 Personenbetreuerinnen und 885 eigenen Kunden; Presseaussendung vom 12. Juli 2018).

03.08.2018. Pflege ist ein beinharter Job, der im Normalfall nur sehr dürftig entlohnt wird. Da verwundert es nicht, dass sich im eigenen Land nicht genug Menschen finden, die bereit sind, diesen Beruf zu ihrer Berufung zu machen. Dass alles noch immer "so halbwegs" gut funktioniert, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass Menschen aus anderen Ländern diese Lücke füllen – aus was für Motiven auch immer. Ohne sie würde das System zusammenbrechen und wir hätten einen echten Pflegenotstand mit vielen tragischen persönlichen Schicksalen zu beklagen. Während die FPÖvp-Regierung in Österreich Pflegerinnen aus dem benachbarten EU-Ausland mit Vorteilskürzungen in andere Länder abdrängt, weiß Deutschland diese "human recources" weitaus mehr zu würdigen. Auf der Suche nach guten PflegerInnen und Pflegerinnen hat sich nun eine Kooperation mit China ergeben.

Die SeniVita Sozial gGmbH (mit ihrer Unternehmenstochter Dr. Wiesent Schulen; Website: ) baut zusammen mit der Medizinischen Universität Shenyang eine bilinguale Berufsfachschule für Pflegefachkräfte auf. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Verantwortlichen dieser Tage in Shenyang unterzeichnet. Bayreuth und Eggolsheim in Oberfranken sowie Shenyang im Nordosten Chinas sollen demnach die Stützpfeiler dieser wegweisenden deutsch-chinesischen "Pflegeallianz" werden. Bis zu 100 chinesische Pflegeschüler werden künftig jährlich – nach einer zweisprachigen theoretischen Ausbildung in China – nach Oberfranken kommen, um hier ihre Praxisphase und einen Zusatzunterricht an der Berufsfachschule für Altenpflege in Eggolsheim zu absolvieren. Bereits 2015 waren auf Bitten des Bayerischen Gesundheitsministeriums die ersten acht chinesischen Absolventinnen der Universität Shenyang mit dem Abschluss "Bachelor of Nurse" in die SeniVita Berufsfachschule für Pflege in Eggolsheim und die Pflegeeinrichtungen des gemeinnützigen Unternehmens aufgenommen worden, um sie erfolgreich zum deutschen Pflegeexamen zu führen. Im September können diese nun ihre Laufbahn als examinierte Pflegekräfte beginnen.

"Dieses internationale Projekt kann sicherlich eine gute Antwort auf den drohenden Pflegenotstand in beiden Ländern sein. Während es in Deutschland einfach zu wenig Pflegekräfte gibt, fehlt es in China vor allem an Ausbildungseinrichtungen. Beidem können wir mit diesem Projekt abhelfen. Unsere ersten Erfahrungen mit den Absolventinnen sind äußerst positiv. Wir haben mit ihnen sehr engagierte Pflegefachkräfte gewonnen, die auch bei den Bewohnern in den SeniVita-Einrichtungen sehr beliebt sind", erläutert SeniVita-Geschäftsführer Dr. Horst Wiesent.

06.06.2018. "Der aktuellen Diskussion um das österreichische Pflegesystem fehlt es an Tiefe und Weitblick", sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des . "Derzeit kreist die Debatte vor allem um die Kosten der stationären Langzeitpflege und die 24-Stunden-Betreuung. Dabei wird komplett übersehen, dass diese beiden Modelle nur 16 Prozent (stationäre Pflege) bzw. 5 Prozent (24-Stunden-Betreuung) aller Pflegebedürftigen betreffen", so Anselm weiter.

Faktum ist: In Österreich werden 84 Prozent aller Bedürftigen zuhause gepflegt – 45 Prozent ausschließlich von Angehörigen (informelle Pflege), 32 Prozent unterstützt von mobilen Pflegediensten, fünf Prozent entscheiden sich für eine 24-Stunden-Betreuung. An dieser Verteilung wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren wenig ändern. Alleine schon deshalb, weil eine überwältigende Mehrheit der Österreicher/innen sich ein Altwerden in den eigenen vier Wänden wünscht.

Ein Blick auf die Kosten der unterschiedlichen Pflegemodelle zeigt: Abgesehen von der Pflege ausschließlich durch Angehörige ist die Pflege zuhause – durch mobile Dienste allein oder gemeinsam mit Angehörigen – aus volkswirtschaftlicher Sicht die die mit Abstand günstigste Variante. Ein Pflegeheimplatz kostet im Durchschnitt 34.600,- Euro pro Kopf und Jahr, während mobile Dienste mit durchschnittlich 4.200,- Euro pro Kopf und Jahr zu Buche schlagen. Die Zahlen sind Gesamtkosten, sie beinhalten sowohl Bundes-, als auch Landeszuschüsse sowie die von den gepflegten Personen und ihren Angehörigen zu leistenden Aufwände.

Fragt man die Österreicherinnen und Österreicher, wie sie denn im Alter gepflegt werden wollen, fällt die Antwort recht eindeutig aus: zuhause, und zwar so lange wie möglich! Dass die Erfüllung dieses Wunsches auch volkswirtschaftlich begrüßenswert wäre, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die häusliche Pflege künftig mehr professionelle Unterstützung braucht. Je nach Definition dauert die Phase der Pflegebedürftigkeit einer Person im Schnitt etwa sieben Jahre. Es sind vorwiegend Angehörige, die zu sehr geringen volkswirtschaftlichen Kosten Pflegeaufgaben übernehmen. Die Zunahme komplexer Krankheitsbilder (z.B. ) sowie veränderte familiäre Strukturen und eine höhere Frauenerwerbsquote stellen die häusliche Pflege vor zusätzliche Herausforderungen.

Hier kommen die mobilen Dienste ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, den Verbleib in den eigenen vier Wänden trotz Betreuungs- und Pflegebedarfs möglich zu machen, auch wenn Angehörige nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, oder wenn pflegende Angehörige Unterstützung, fachlichen Beistand oder Entlastung brauchen. Die Herzstücke mobiler Dienste sind zum einen die Heimhilfe (im Bereich alltäglicher Verrichtungen wie Haushalt, Einkaufen und Besorgungen, Unterstützung bei der Körperpflege usw.), zum anderen die Hauskrankenpflege. Letztere umfasst professionelle pflegerische Tätigkeiten wie Verbandswechsel, Medikamentengabe, Kontrolle der Vitalwerte etc.

In den vergangenen Jahren mangelte es nicht an politischen Bekenntnissen zur Stärkung der Pflege zuhause und zum Ausbau mobiler Dienste. Dennoch stiegen zwischen 2011 und 2016 die Bruttoausgaben für stationäre Dienste um 400,9 Millionen Euro (plus 18,4 Prozent), jene für mobile Dienste um 126,2 Millionen Euro (plus 25,8 Prozent). Im selben Zeitraum nahm die Zahl der betreuten Personen um 19,3 Prozent bei mobilen Diensten, jene in stationären Einrichtungen dagegen nur um 3,3 Prozent zu. Zudem sind sowohl die Leistungsangebote im Bereich der mobilen Dienste, als auch der finanzielle Aufwand für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen nach wie vor von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Und das trotz bundesweit einheitlicher Steuerpflicht.

"Meinte es die Politik mit der Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause bzw. der mobilen Dienste ernst, hätte sie die – an sich berechtigte – Abschaffung des Pflegeregresses im Zuge einer Gesamtreform des Pflegesystems in Angriff genommen, und nicht als Einzelmaßnahme in die Landschaft gestellt", wundert sich Elisabeth Anselm. "Gemessen an dem, was uns in absehbarer Zeit durch die demografische Entwicklung droht, sind die aktuell diskutierten Herausforderungen allerdings ein volkswirtschaftlicher Sturm im Wasserglas", führt Anselm weiter aus. "Jene Generation, die aktuell der Pflege bedarf, stammt noch aus den geburtenschwachen und durch Kriegsopfer bzw. gefallene Soldaten dezimierten Jahrgängen vor 1938/39. In den nächsten Jahren kommen aber die geburtenstarken Jahrgänge ab 1939 ins Pflegealter. Eine zweite, noch deutlich größere Welle steht in rund 20 Jahren mit den zu pflegenden Babyboomern der 1950-er und 1960-er-Jahre ins Haus. Sie werden, eine entsprechende Lebensdauer vorausgesetzt, zwischen 2030 und 2040 zu 50 Prozent (Männer) bzw. zu 75 Prozent (Frauen) pflegebedürftig sein", rechnet Anselm auf Basis des Barmer Pflegereports 2016 vor.

Nur ein forcierter Ausbau der mobilen Dienste kann die volkswirtschaftliche Katastrophe eines Pflegnotstands verhindern. Derzeit kosten Pflege und Betreuung mit mobilen Diensten nur rund ein Achtel (!) der stationären Pflege. Der Ausbau der mobilen Dienste ist ein Gebot der Stunde. Es geht dabei um die österreichweite Harmonisierung des Angebots und der Eigenbeiträge und um eine Sicherstellung der Verfügbarkeit in allen Regionen. Darüber hinaus sollte die Angebotsstruktur so verfeinert werden, dass noch besser auf die Bedürfnisse der zu Pflegenden eingegangen werden kann. Wichtig wäre hier etwa die Forcierung des aktuell nur punktuell verfügbaren Angebots einer mehrstündigen Tagesbetreuung zu Hause. "Es ist zum Beispiel ungeheuer hilfreich und entlastend, wenn Angehörige demenzkranker älterer Menschen einen Nachmittag pro Woche guten Gewissens das Haus verlassen, Besorgungen erledigen können, oder einfach Zeit für sich haben", meint Anselm. "Keine Frage: Die Stärkung der häuslichen Pflege und Betreuung wird zusätzliche Kosten verursachen. Aber wer die Explosion der Pflegekosten verhindern will, muss in die mobile Betreuung und Pflege zuhause investieren – lieber heute als morgen", so Elisabeth Anselm abschließend.

04.05.2018. Unverzichtbar in der Pflege betagter Menschen: visuelle Stimulation. Sie ist Fenster und Ohr zur Innwenwelt der Menschen und schult das Achtsamkeitspotenzial aller, die beruflich oder privat mit älteren Menschen zu tun haben. Und wer es häufig praktiziert, kann sein eigenes Leben mit "Einsichten" bereichern.

Visuelle Stimulation 1
Foto © Andreas Hollinek

16.04.2018. Rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in werden zuhause betreut. Meist von Familienmitgliedern oder Freunden, die damit das öffentliche Gesundheitssystem erheblich entlasten. Trotzdem gibt es kaum Anerkennung für diese körperlich wie emotional belastende Arbeit, so die Kritik der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, die mehr Unterstützung von der Bundesregierung fordert. "Pflegende Angehörige sind von der Diskussion um die 24-Stunden-Betreuung und die Abschaffung des besonders betroffen. Wir fordern von der Politik die rasche Schaffung klarer Verhältnisse und keine weiteren Verunsicherungen", sagt die Präsidentin der , Birgit Meinhard-Schiebel. "Nur ein zuverlässiges und leistbares Angebot der Unterstützung macht die private Pflege möglich, ohne Angehörige und betroffene pflegebedürftige Menschen noch mehr zu belasten."

09.04.2018. Nach der Streichung der Fördermittel für arbeitslose Menschen über 50 und der Aushungerungspolitik bei der institutionellen Pflege, holt nun die FPÖvp-Regierung zum dritten Kahlschlag aus – wobei die Drohung in Richtung Abschaffung der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt () meines Erachtens nur eine Nebelbombe ist. In Wirklichkeit geht es für die rund 5 Millionen Versicherten darum, dass weniger Leistungen erbracht werden. In Anlehnung an den Norbert-Hofer-Sager aus dem Präsidentschaftswahlkampf werden wir uns also jetzt wundern, was nicht mehr alles möglich ist. Vor allem Unfälle, die außerhalb der Arbeitszeit passieren, will man nicht mehr mitversichern und an private Versicherungen auslagern. Und das triff vor allem jene, die arbeitslos bzw. in Pension sind. Motto: Hose runter, 50plus!

Hose runter 50plus
Foto © Andreas Hollinek

Im Bereich "Privat-Unfall" haben nämlich nicht etwa Extrem- und Aktiv-SportlerInnen den meisten Behandlungs- und Rehabilitationsbedarf, sondern vor allem ältere Menschen. Weit dahinter kommen dann Jugendliche und Kinder – also Menschen, die noch in Ausbildung stehen. Privatunfälle in den Bereich der Privat-Versicherungen auszulagern, mag zwar tatsächlich massiv die Pflichtversicherungen entlasten – wird aber entsprechend massiv die Geldbörsen aller ÖsterreicherInnen belasten. Offenbar will man sie handstreichartig dazu zwingen, mehr private Unfallversicherungen abzuschließen. Das alles erinnert an die Politik von Donald Trump. Beim Versicherungszerschlagen war America first, Austria ist nun second.

06.04.2018. Viele Menschen möchten so lange wie möglich selbstbestimmt und unabhängig in ihren eigenen vier Wänden leben. Technologien in Richtung "Active Assisted Living" (AAL) können dabei helfen. Im Rahmen der Salzburger Testregion für AAL-Technologien "ZentrAAL" wurde ein AAL-System für entwickelt und in einem Feldexperiment mit jeweils 60 Personen in Test- und Kontrollgruppe über 15 Monate evaluiert. Die Ergebnisse wurden nun in einem Sammelband veröffentlicht.

Active Assisted Living AAL
Foto © Andreas Hollinek

26.03.2018. Dass die Abschaffung des Pflegeregresses der Allgemeinheit erhebliche Kosten verursachen würde, stand von Anfang an fest. Nicht, jedoch, ob dafür die Gemeinden, das Land oder der Bund zur Kasse gebeten werden. Die FPÖ-ÖVP-Regierung macht es sich einfach. Das an die Gemeinden und das Land gerichtete Angebot von Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) ist so mickrig, dass diese praktisch keine zusätzlichen Aktivitäten setzen können, die institutionelle Pflege-Infrastruktur bedarfsgerecht aufzustocken.

Und wer sind die Opfer dieser Aushungertaktik? Sieht man sich die Praxis der Angehörigenpflege an, ist die Antwort auf diese Frage eindeutig: Frauen über 40. Diese bilden nämlich das Gros der Betreuerteams. Wer schon einmal seine Mutter oder seinen Vater pflegen musste, weiß, was Angehörigenpflege bedeutet: Rufbereitschaft rund um die Uhr, jede Menge Konflikte innerhalb der Familie, massive Einschränkungen bei der eigenen beruflichen Tätigkeit, nachteilige Auswirkungen auf die eigene Gesundheit (physisch und psychisch) und natürlich auch große finanzielle Einbußen – die durch das Pflegegeld nur zum geringen Teil ausgeglichen werden können. Lögers Formel: Wo kein Pflegeheim, da kein Pflegeplatz; wo kein Pflegeplatz, da kommt man um Angehörigenpflege nicht herum. Frauen zurück an den Herd, Brei kochen, Windeln wechseln und tschüss. Christlich-sozial sieht anders aus.

21.02.2018. Ich bin Jahrgang 1958 – zähle also zu jenen Jahrgängen, die die demographischen Speerspitzen der sind. Mit dem Eintritt dieser Generation ins Regelpensionsalter (derzeit sind dies vor allem Damen; die männlichen folgen dann 2020, die 2023) beginnt eine wirtschaftlich gesehen spannende Zeit für Österreich und weite Teile der "westlichen" Welt. In der Politik und in den Medien wird in diesem Zusammenhang oft von einer "Belastung" gesprochen. In Wirklichkeit jedoch wird der weitaus größte Teil der vielen PensionistInnen ihr monatliches Salär zur Gänze zurück in den Wirtschaftskreislauf pumpen müssen und auf die Arbeit von Menschen angewiesen sein, die ihnen durchs Leben helfen. Das schafft Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor – jenem Bereich also, der maßgeblich für das Wohlergehen der Menschen sein wird, während im Industriesektor immer mehr Maschinen und Roboter die Arbeit übernehmen. Außerdem zahlen sie weiterhin Einkommenssteuer und einen Krankenversicherungsbeitrag. Als Nachdenk-Grundlage habe ich recherchiert, wie teuer so ein öffentliches Seniorenheim ist:

15.02.2018. Die NEOS trauern der Abschaffung des nach. NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker: "Durch die überhastete Abschaffung des Pflegeregresses ist die qualitätsvolle Betreuung für ältere Menschen bedroht." Dass es gut sein soll, dass man pflegebedürftigen Menschen und deren Familien alles wegnehmen soll, was sie sich im Laufe ihres Lebens erarbeitet haben, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Auch die Haltung der ÖVP-FPÖ-Regierung finde ich unverantwortlich. Die Gemeinden jetzt einfach im Regen stehen zu lassen, bedeutet meines Erachtens eine klare Verletzung der verfassungsmäßig verankerten Pflicht zur Obsorge betagter Menschen. Mit der in den ÖVP-Statuten verankerten christlich-sozialen Welteinstellung hat das sowieso nichts mehr zu tun. Deshalbe finde ich es legitim und richtig, dass Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) den Bund in dieser Sache vor dem Verfassungsgerichtshof verklagen will.

Pflege und Armut
Foto © Andreas Hollinek

14.02.2018. "Die Abschaffung des Pflegeregresses war ein echter Fortschritt für die Betroffenen. Die Abschaffung droht jedoch zum Rückschritt zu werden, wenn sich Bund und Länder nun nicht rasch auf eine gemeinsame Finanzierung einigen", sagt Caritas-Präsident Michael Landau zur aktuellen Pflegedebatte. "Der Bund darf Länder, Träger, vor allem aber die zu pflegenden Menschen in Österreich jetzt nicht im Stich lassen. Wenn es um eine qualitätsvolle und für alle Menschen leistbare Pflege geht, benötigen die Betroffenen Sicherheiten und keine Fragezeichen." Im Vorjahr hatte der Nationalrat mit breiter Mehrheit für eine Abschaffung des Pflegeregresses gestimmt. Seit Jahresbeginn ist es den Ländern untersagt, auf das Vermögen von Personen, die in stationären Pflegeeinrichtungen betreut werden, zurückzugreifen.

Landau nutzte die aktuelle Debatte auch, um einmal mehr eine ganzheitliche Pflegereform einzufordern: "Die Abschaffung des Pflegeregresses kann eine Reform des Pflegebereiches in Österreich nicht ersetzen. Im Jahr 2050 werden in Österreich mehr als doppelt so viele Menschen wie heute über 80 Jahre alt sein – insgesamt rund eine Million Männer und Frauen. Vor diesem Hintergrund benötigen wir eine neue und solidarische Finanzierung der Pflege", so Landau. Und weiter: "Überführen wir den Pflegefonds ab 2021 in ein fixes Gesetz für dauerhafte Finanzierungssicherheit. Und machen wir den Pflegefonds zu einem starken Instrument der Steuerung, der Finanzierung und der Qualitätssicherung. Bis zum Jahr 2021 muss es auch möglich sein, Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzierungsstandards vom Boden- bis zum Neusiedlersee zu harmonisieren. Umfang, Qualität und Kosten der Pflege dürfen künftig nicht länger vom Wohnort abhängen. 450.000 PflegegeldbezieherInnen in Österreich warten hier auf Reformen. Wir müssen heute reagieren, um auch morgen eine an der Würde des Menschen Maß nehmende Pflege sicherzustellen!"

12.02.2018. Unter den Forderungen der "Lebenshilfe Niederösterreich" an die neue NÖ Landesregierung befinden sich "selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen", "finanzielle Sicherheit für alle" und "bedarfsgerechte Unterstützung im Alter. Wo, wie und mit wem man wohnt, sollte die freie und persönliche Entscheidung jedes und jeder Einzelnen sein. Diese Wahlfreiheit ist für Menschen mit Beeinträchtigung bisher jedoch (fast immer) ein unerfüllter Wunsch. Eine Situation, die sich in naher Zukunft ändern muss, betont Friederike Pospischil von der "Lebenshilfe NÖ": "Es sollte zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass die Klienten selbst entscheiden können, in welcher Form sie wohnen möchten, also etwa in einer kleineren WG oder einzeln betreut. Erstmals gibt es beispielsweise ein Pilotprojekt in Wiener Neustadt: Eine kleine Wohngruppe für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und 24-Stunden-Betreuung. Ein Angebot, das sehr nachgefragt wird. Das ist ein guter erster Schritt, dem viele weitere folgen müssen."

Arbeitsleistung muss als solche anerkannt und finanziell abgegolten werden. Dies gilt auch für die Jobs, die von Klienten in den Werkstätten Tag für Tag ausgeführt werden, fordert Friederike Pospischil: "Die nicht vorhandene finanzielle Absicherung ist für Betroffene und deren Familien eine Zumutung. Der Anerkennungsbeitrag von 62,- Euro pro Monat ist ein längst überholtes Modell. Die Menschen haben keine Sozialversicherung und keine Pensionsvorsorge, die meisten sind bei ihren Eltern mitversichert. Um gut in die Gesellschaft integriert zu sein, einen eigenen Beitrag auf dem Arbeitsmarkt zu leisten und für sich sorgen zu können, muss die Arbeit in den Werkstätten auch als solche anerkannt und adäquat abgegolten werden."

In einer vertrauten Umgebung alt werden zu können, ist der Wunsch fast jedes Menschen. Dieses Angebot soll daher auch für Menschen mit Beeinträchtigungen möglich sein, so die Präsidentin: "Eine entsprechende individuelle Unterstützung, um etwa in der eigenen Wohnung bleiben zu können und dort betreut zu werden, ist nicht nur eine menschlich notwendige, sondern vor allem auch gesellschaftspolitische Forderung."

09.02.2018. 75 Mitdenker von 25 Organisationen sowie Betroffene und pflegende Angehörige wollen Klosterneuburg zur Modellstadt für eine demenzfreundliche Gemeinde machen. Seit einem Jahr macht das Netzwerk für einen offenen Umgang mit dem Thema mobil. Nun stellte Landesrätin Mag. Barbara Schwarz gemeinsam mit der Stadtgemeinde , der Caritas und Netzwerkmitgliedern die Initiative einer breiteren Öffentlichkeit vor. Es gilt, Antworten auf folgende Hauptfragen zu finden: Wie ist ein gutes Leben für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Klosterneuburg möglich? Was können wir Alle tun, um ihnen – über die klassischen Unterstützungsangebote hinaus – ein Leben in unserer Mitte zu ermöglichen? Wie müssen wir dafür unsere Lebensräume gestalten?

Demenz 2
Foto / Collage © Andreas Hollinek und Hemera Techn. Inc.

"Wir müssen für Menschen mit Demenz Bewusstsein und mehr Verständnis für die Erkrankung in der Bevölkerung schaffen. Einerseits geht es uns darum, dass die Menschen auf Symptome der Vergesslichkeit bei sich oder bei ihren Angehörigen achten und bei Anzeichen rasch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Andererseits ist es wichtig, dass Menschen mit Demenz und deren Angehörige einen Platz in unserer Gesellschaft haben und ihnen Verständnis und Unterstützung zuteil wird. Daher ist die regionale Verankerung in Klosterneuburg durch das Netzwerk 'Gut leben mit Demenz' umso wichtiger", so Landesrätin Mag. Barbara Schwarz.

"Als Caritas geht es uns mit der Initiative um Austausch und Vernetzung aller Beteiligten, um Sensibilisierung und Enttabuisierung von demenziellen Erkrankungen, aber auch darum, im Umgang mit Betroffenen neue Maßstäbe zu setzen – etwa im Einzelhandel oder in öffentlichen Einrichtungen. Maßstäbe, die über Klosterneuburg hinaus auch für andere Gemeinden richtungsweisend sein können", betont Caritas Generalsekretär Mag (FH) Klaus Schwertner. "Klar ist auch: Keine Einzelorganisation alleine kann eine Gemeinde demenzfreundlich gestalten – das geht nur gemeinsam mit Vielen."

05.02.2018. "Der Idee eines Gütesiegels für Pflegeagenturen mit dem Angebot auf kann ich sehr viel abgewinnen, da diese personalisierten Betreuungsformen wichtige Faktoren im Pflegesystem darstellen", sagt Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, in einer ersten Stellungnahme zu den von Sozialministerin Hartinger-Klein heute vorgestellten Plänen für das Pflegesystem.

"Über 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wollen zuhause gepflegt werden und verdienen qualitativ hochwertige und einheitliche Standards", betont Korosec. "Ministerin Hartinger-Klein kündigte jedenfalls an, Standards festlegen zu wollen. Wichtig bei diesem Gütesiegel wird es sein, klare Rahmenbedingungen und überprüfbare Kriterien zu schaffen, damit die Menschen die beste Pflege erhalten können. Gerade wenn es darum geht, konkrete Konzepte auszuarbeiten, sind wir als Seniorenbund gerne bereit, uns einzubringen und unseren Teil als Vertretung für Seniorinnen und Senioren beizutragen."

06.12.2017. Von der eigenen Wohnung in eine Institution zu übersiedeln, ist keine leichte Sache. Das erfordert eine gehörige Portion (Lebens-) Mut und "Abenteuerbereitschaft". Um sich ein optimales Bild von der neuen Wohnumgebung machen zu können, helfen Fotos und Videos. Leider haben dies nur wenige Seniorenwohnheime und Pflegeheime in Österreich erkannt. Aber es gibt auch löbliche Ausnahmen; zum Beispiel die (privat geführte) Seniorenpension am Schlossberg in der Stadt Salzburg:

Angebot: Für Betreiber von Seniorenheimen und Pflegeheimen, die diesem Beispiel folgen wollen, bieten wir an, ein solches Info-Video zu produzieren und in einem eigene YouTube-Kanal ("Pflege") online zustellen. Ein öffentlich abrufbarer Einbettungs-Code macht es möglich, das Video in die eigene (oder auch externe) Websites einzubauen (ganz so wie in diesem Blog-Beitrag). Interessenten für Fotografien und Info-Videos werden gebeten, mit mir () Kontakt aufzunehmen: telefonisch unter 0043 660 / 5877783 oder per E-Mail an hollinek@50plus.at (bitte mit "Pflegevideo" in der Betreffzeile).

22.11.2017. Trotz steigender Lebenserwartung wird anteilsmäßig die Zahl der Menschen mit gesundheitlichen Langzeiteinschränkungen in in den kommenden dreißig Jahren nicht steigen – dies zeigt eine aktuelle Studie von WU-Wissenschafterin Daniela Weber vom Institut für Health Economics and Policy. Erstmals wurden dabei kulturelle Variablen, die bislang die Statistik verzerrten, bereinigt. Zwar wächst auch zukünftig aufgrund der demografischen Entwicklung die Gruppe der Menschen über 65 Jahren in Europa an, der Anteil an zu erwartenden Menschen mit längeren Gesundheitsproblemen wird aber laut der aktuellen Prognose bei rund 21 Prozent für Frauen und 17 Prozent bei Männern stagnieren.

Die Frage nach dem Trend von Langzeiteinschränkungen wird seit langem vor allem im Hinblick auf notwendige Ressourcenbereitstellung im Pflegebereich gestellt. Daniela Weber vom Institut für Health Economics and Policy an der WU und ihr Kollege Sergei Scherbov vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) untersuchten anhand der EU-SILC Daten, der Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen der Europäischen Union, wie sich die Zahlen schwerer gesundheitlicher Langzeiteinschränkungen von Frauen und Männern in 26 europäischen Ländern zukünftig verschieben werden. Laut Prognose werden im Jahr 2047 eine von fünf Frauen und einer von sechs Männern im Alter von 65 Jahren oder älter mit schwereren gesundheitlichen Einschränkungen im täglichen Leben konfrontiert sein. Durchschnittlich betrifft dies – zukünftig wie auch heute – rund 21 Prozent der Europäerinnen und 17 Prozent der Europäer 65+. Die EU-SILC-Daten zur Gesundheitsprognose wurden ermittelt, in dem die befragten Personen bei der Datenerhebung verschiedenste Auskünfte zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand gaben. Mittels dieser Angaben lässt sich die Prognose für die kommenden 30 Jahre erstellen.

Seitens der Wissenschaft galt ursprünglich die Annahme, dass der relative Anteil an von Langzeiteinschränkungen Betroffenen der Altersgruppe 65+ in den europäischen Ländern sehr unterschiedlich ausfallen würde. Daniela Weber und ihr Kollege konnten jedoch Gegenteiliges beweisen. "Auch wir fanden erst große Unterschiede zwischen den Nationalitäten bei der Selbsteinschätzung ihres Gesundheitszustandes. Auch die bereits bekannten Unterschiede zwischen Männern und Frauen wurden deutlich", erklärt Weber. "Sobald wir aber die diversen kulturellen und nationale Einflüsse in der Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes berücksichtigten, konnten wir kaum mehr Unterschiede zwischen den 26 europäischen Ländern feststellen." Kulturelle Unterschiede manifestierten sich beispielsweise darin, dass 27 Prozent der deutschen, über 65-jährigen Frauen von einem schlechten Langzeitgesundheitszustand berichteten, während nur 12 Prozent der niederländischen Befragten über Probleme klagten. Da beide Länder allerdings über ähnliche Gesundheitssysteme verfügen und auch die nahezu gleiche Lebenserwartung vorliegt, wird deutlich, dass die Unterschiede nicht einzig im tatsächlichen Gesundheitszustand der Frauen beider Länder liegen, sondern auch in der subjektiven Einschätzung und dem Gesundheitsbewusstsein.

Entgegen den Erwartungen werde in allen Ländern Europas der Durchschnitt der betroffenen Frauen bei rund 21 Prozent und der Männer bei rund 17 Prozent liegen, so die Wissenschafterin. Differenzen werde es jetzt und in Zukunft kaum geben. "Es hat sich gezeigt, dass sich der Anteil der Bevölkerung mit gesundheitlichen Einschränkungen in den nächsten 30 Jahren kaum ändern wird. Aber man darf hier auch nicht vergessen, dass die absoluten Zahlen der 65+ Bevölkerung steigen und man dadurch deutlich mehr Menschen mit gesundheitlichen Langzeiteinschränkungen erwarten muss. Hier ist die Politik also definitiv gefragt", so Weber. In Österreich wird die Zahl der Menschen mit Langzeiteinschränkung im Jahr 2017 bei etwa 193.000 Frauen und rund 117.000 Männern geschätzt. Bis 2047 soll diese Zahl laut Prognose auf zirka 308.700 Frauen und rund 212.000 Männer ansteigen. Für die 26 Untersuchungsländer gesamt wird die Anzahl der Betroffenen von rund 11,5 Millionen Frauen und 6,9 Millionen Männer im Jahr 2017 auf rund 16,9 Millionen Frauen sowie 11,1 Millionen Männer mit schweren Langzeitgesundheitsproblemen bis 2047 wachsen.

13.11.2017. Die Präsidentin der Volkshilfe Österreich, Barbara Gross, plädiert für einen Ausbau der Pflegeangebote in Österreich. "Knapp 53 Prozent werden ausschließlich durch Angehörige betreut. Hinzu kommen 25 Prozent, die zwar mobile Dienste in Anspruch nehmen, dies zum Teil aber ebenfalls in Kombination mit informeller Angehörigenpflege. 17 Prozent werden in Pflege- und Altersheimen betreut und 5 Prozent nehmen 24-Stunden-Betreuung in Anspruch." Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass der Großteil der informellen Pflegeleistung durch Frauen erbracht wird. Dies bedeutet in der Praxis eine körperliche und psychische Doppelbelastung für diese Frauen. Der Ausbau an mobilen Pflegeleistungen sowie alternativen Pflegeformen sei unumgänglich, betont sie: "Wir brauchen flexible und leistbare Angebote für stundenweise Betreuung, Wochenendbetreuung und ambulante Betreuung in der Nacht. Die mobile sowie die teilstationäre Pflege müssen stark ausgebaut werden. Diese Angebote müssen die Heterogenität der Zielgruppen berücksichtigen und es braucht Möglichkeiten für die Entwicklung und Erprobung neuer innovativer Modelle."

Ein dementsprechender Ausbau der Pflegeangebote würde sich nicht nur positiv auf das Pflegesystem, sondern auch auf die Arbeitslosigkeit auswirken: "Wird auf die in sich sehr heterogene Nachfrage in der Pflege mit einem bedürfnisorientierten Angebot geantwortet, wirkt sich das letztlich auf die gesamte Gesellschaft positiv aus. Gefordert sind die politischen VerantwortungsträgerInnen. Wir brauchen Maßnahmen, die den Lückenschluss zwischen stundenweiser Betreuung und der 24-Stunden-Betreuung ermöglichen, pflegende Angehörige entlasten und letztlich zu einem langfristig abgesicherten Pflegesystem in Österreich führen."

03.11.2017. Rund um den vor der Wahl vollmundig versprochenen legen sich nun die Gemeinden quer. Sie fürchten eine gewaltige finanzielle Mehrbelastung, zumal man sich bei den ersten Kostenschätzung offenbar gewaltig vertan hat. Statt der kolportierten 100 Millionen Euro Zusatzkosten sollen es 300 Millionen sein. Man darf gespannt sein, ob die neue Regierung die Gemeinden im Regen stehen lässt oder tatsächlich die Verantwortung gegenüber betagten BürgerInnen und ihren Familienangehörigen wahrnimmt.

31.10.2017. Tolles Service der Volkshilfe Niederösterreich: Auf kann man – abgestimmt auf die Höhe des persönlichen Einkommens – die Kosten und Landesförderungen für die mobile Pflege und Betreuung in Niederösterreich berechnen lassen. Der Präsident der Volkshilfe Niederösterreich, Prof. Ewald Sacher dazu: "Aus der Praxis wissen wir, dass für viele Betroffene die komplizierte Berechnung der Kosten und Förderung sehr verwirrend ist. Unser Online-Preisrechner als kostenloses Service ist eine wertvolle Hilfe. Die Kosten und Förderungen werden übersichtlich dargestellt und können so auch im Vorhinein kalkuliert werden."

Für Spezialfälle der Pflegekostenberechnung kann man sich aber auch weiterhin direkt an MitarbeiterInnen der Volkshilfe NÖ / Service Mensch GmbH richten. Falls noch kein Pflegegeld bezogen wird, helfen diese auch bei der Antragstellung, informieren über eine mögliche Erhöhung der Pflegegeldstufe und beantworten Fragen rund um Pflege und Betreuung. Sie sind telefonisch unter der Hotline 0676 / 8676 erreichbar.

04.10.2017. Die Diakonie Österreich () fordert eine breite Diskussion über den Umbau des Pflege- und Betreuungssystems. Generationenpolitik ist eine Querschnittsaufgabe – sie ist mehr als Sozial- und Gesundheitspolitik. Es geht genauso um Wohnen und Lebensräume, Mobilität, Bildung, Wirtschaft und Versogung (am besten Nahversorgung). Ältere Menschen sind nicht nur ein Kostenfaktor, sondern wichtiger Teil der Gesellschaft. "Der demographische Wandel und seine Folgen für das Zusammenleben der Generationen und für Pflege und Betreuung älterer Menschen müssen im Wahlkampf breit diskutiert werden. Einzelmaßnahmen wie die begrüßenswerte Abschaffung des Pflegeregresses sind zu wenig", meinte Michael Chalupka, der Direktor der Diakonie Österreich, vor drei Wochen auf einer Pressekonferenz zur Zukunft der Pflege.

Pflege Blog 2

28.09.2017. Die Vorkommnisse in einem Pflegeheim in Kirchstetten haben viele ÖsterreicherInnen tief erschüttert und verunsichert. Dazu die Sozialsprecherin der SPÖ Niederösterreich, Landtagsabgeordnete Christa Vladyka: "Gewalt in der Pflege muss bei der Überprüfung von Einrichtungen viel mehr berücksichtigt werden. Pflegeanbieter sollten darlegen, was sie aktiv zur Gewaltprävention unternehmen und wie sie mit problematischen Vorfällen umgehen. Die veröffentlichten Dokumente aus dem Pflegeheim in Kirchstetten sind Hinweise auf erschütternde Verbrechen. Wir fordern lückenlose Aufklärung, die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

27.09.2017. Um die Qualitätsansprüche bei der Pflege betagter Menschen möglichst hoch zu halten, muss auf die Attraktivität des Pflegeberufes ein hohes Augenmerk gelegt werden. Dazu der Markus Mattersberger, Präsident des "Bundesverbandes der Altenheime und Pflegeheime Österreichs": "Einerseits gilt es das derzeitige Pflegepersonal durch entsprechende Maßnahmen – wie z.B. Gesundheitsförderung – im Beruf zu halten, andererseits in die Aus- und Weiterbildung zu investieren, um einem Mangel an gut ausgebildetem Pflegepersonal entgegenzuwirken. Wichtig ist, dass in der Ausbildung auf die demografische Entwicklung Bedacht genommen wird. Ausbildung für den Akutbereich in den Krankenhäusern erfordert andere Schwerpunkte, als Ausbildung für die Betreuung von Hochaltrigen und oftmals an Demenz erkrankten Menschen. Genau für diese Menschen haben wir dringenden Bedarf an gut ausgebildetem Personal."

Sicherheit bei der Pflege daheim, bei Betreutem Wohnen und im Seniorenheim


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