www.50plus.at

Blogs 50plus Facebook YouTube Suche E-Privacy Info Menü

MENU

Coronavirus / Covid-19 / SARS-CoV-2

Zur Gruppe der Coronaviren (CoV) gehören die Varianten (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), MERS (Middle East Respiratory Syndrome) und der Covid-19. Das Ansteckungspotenzial von SARS, MERS und SARS-CoV-2 ist deutlich höher als bei der Grippe / Influenza. Einige Mutationen des Coronavirus sind überaus ansteckend und lösen innerhalb kurzer Zeit einen aggressiven Krankheitsverlauf aus. Die Ansteckung erfolgt meist über die Atemluft, bei vollem Epidemieausbruch auch über Gegenstände (sogenannte Schmierinfektion). Um sich vor einer Infektion durch das Coronavirus zu schützen, muss man sich a) impfen lassen und b) mit Auffrischungsimpfungen die Abwehrkräfte hoch halten. Spricht man aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend auf eine Impfung an, gibt es seit Mitte November 2021 die von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassene Möglichkeit einer "passiven Impfung", die einer Antikörpertherapie entspricht.

Wichtig wäre es auch, würde sich bei möglichst vielen Menschen eine Schleimhautbarriere gegen das Virus bilden. Dies kann bzw. könnte a) nach mehreren durchgemachten Infektionen oder b) durch (derzeit in Entwicklung befindliche) Impfstoff-Nasensprays erreicht werden. Die schlechte Nachricht: Zukünftige Virusmutationen könnten bewirken, dass die Beschaffenheit bestehender Impfstoffe entsprechend modifiziert werden muss.

Coronavirus 1
Stilisierte Darstellung von Coronaviren. Grafik © Andreas Hollinek

Neue Empfehlungen

Die Empfehlungen, wie man sich am klügsten vor Coronaviren schützt, haben sich im Laufe der Pandemie verändert. Derzeit setzt sich immer mehr folgende Empfehlung durch (bitte diesbezüglich immer vorher mit dem eigenen Arzt / der eigenen Ärztin Rücksprache halten):

  • 3 Impfungen im vom Arzt / von der Ärztin empfohlenen Abstand (beim Impfstoff von Johnson & Johnson einmal weniger).
  • Nach Erreichen der maximalen Schutzwirkung kann eine Ansteckung vorkommen, diese verläuft aber meist harmlos.

Schutzimpfung

Bei den meisten Menschen verläuft eine Covid-Erkrankung harmlos bis moderat. Bei rund 10 Prozent gehen die Symptome in Richtung einer echten Grippe (inklusive Lungenentzündung). Bei dieser Gruppe sind auch Folgeschäden (ggf. auch Dauerschäden) möglich. Durch immer bessere, das Entzündungsgeschehen eindämmende (z.B. Glucocorticoide), die Virenvermehrung hemmende, überschießenden Reaktionen des Immunsystems vermeidende (z.B. Histamin), das Herz-Kreislaufsystem stärkende und die Antigenproduktion unterstützende Behandlungsmethoden konnte die Mortalitätsrate auf unter 1 Prozent gesenkt werden. Seit Ende 2020 gibt es eine Reihe unterschiedlicher .

Spricht man aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend auf eine Schutzimpfung an, gibt es seit Mitte November 2021 die von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassene Möglichkeit einer "passiven Impfung". "Im Labor hergestellte neutralisierende Antikörper können das Virus SARS-CoV-2 inaktivieren, also de facto schachmatt setzen", erläutert der Infektiologe und Pandemiebeauftragter des Universitätsklinikums, Privatdozent Christoph Spinner (Quelle: Deutsches GesundheitsPortal).

Corona zuhause auskurieren

In den meisten Fällen genügt es, eine Infektion mit SARS-CoV-2 zuhause auszukurieren. Das Spektrum reicht von symptomlos bis hin zum Symptomspektrum einer schweren Grippe. Steigt die persönliche Atemfrequenz von etwa 15 pro Minute auf über 20 Atemzüge pro Minute, ist Gefahr im Verzug. Hat sich nämlich eine Lungenentzündung zu entwickeln begonnen, benötigt man eine ärztliche Betreuung. Ob man beim Auskurieren von Corona zuhause auch laufend einen Eigentest der Sauerstoffsättigung machen soll, ist deshalb umstritten, da herkömmliche Testgeräte für den Hausgebrauch oder wie sie SportlerInnen haben, in den unteren Messbereichen sehr ungenau sind. Was man noch tun könnte, bevor man zum Spitalspatienten wird: eine niedrige Dosis (etwa 80 mg) Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen. Aspirin ® bzw. ein anderes Medikament mit ASS. Das hilft gegen entstehende Entzündungen und vermindert das Risiko für thrombotische Komplikationen.

Schwerer Verlauf zu erwarten?

ForscherInnen der Universität Zürich fanden heraus, dass die Anzahl an Killer-T-Zellen im Blut von Coronapatienten einen Rückschluss auf den zu erwartenden Krankheitsverlauf zulässt. Je weniger Killer-T-Zellen unter den weißen Blutkörperchen zu finden sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf. Ungeimpfte Personen haben ein 10-fach höheres Risiko für einen schweren Verlauf aus geimpfte Personen.

Re-Infektion

Wie Berichte aus verschiedenen Ländern zeigen, können sich Menschen auch ein zweites Mal (und mutmaßlich auch öfter) mit SARS-Covid-19 anstecken – und das bereits nach durchschnittlich viereinhalb Monaten. Das Risiko für eine erneute Ansteckung ist für ältere Menschen deutlich höher als jenes für jüngere Menschen. Wie lange man vor einer neuerlichen Ansteckung gefeit ist, hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Menschen mit harmlosen Krankheitsverlauf haben ein höheres Risiko für eine neuerliche Ansteckung als Menschen mit starken Krankheitssymptomen.

Das Heimtückische am Coronavirus: Das größte Risiko von einem anderen Menschen angesteckt zu werden besteht dann, wenn die erkrankte Person noch gar nicht weiß, dass sie "Corona" hat (zwei bis drei Tage vor, einen Tag nach und am Tag des Auftretens von Symptomen). Durchschnittlich 10 Tage nach dem Auftreten von Symptomen ist eine erkrankte Person kaum mehr ansteckend (ausgenommen der Krankheitsverlauf ist unverändert stark oder gar verschlimmert).

Nach einer CoV-Erkrankung hat die Mehrheit der Genesenen Antikörper im Blut, die einem für einige Zeit davor schützen, nochmals an derselben Ausprägung des Coronavirus zu erkranken. Wie lange die Schutzwirkung anhält, ist noch nicht erforscht. Ein überraschend großer Teil der Genesenen (vor allem bei milden Verlaufsformen) hat jedoch keine Antikörper – d.h. sie können jederzeit wieder an Covid erkranken. Darüber hinaus hat kann das Virus – ähnlich den Grippeviren – relativ rasch mutieren. Die Mutationen können zu milderen oder aber auch aggressiveren Krankheitsausprägungen führen.

Therapie

Mittlerweile gibt es schon eine Reihe von Medikamenten, die – rechtzeitig verarbreicht – die Reproduktion von Viren im Körper hemmen bzw. stoppen. Bei rund der Häfte der Patienten sprechen diese Medikamente ausreichend an. Mit ihrer Hilfe schafft es der Körper, die Krankheit weitgehend zu besiegen. Gegebenenfalls bleiben jedoch mittel- bis langfristige Probleme bestehen ("Long-Covid").

Komplikationen

  • Atemnot
  • Lungenentzündung
  • Probleme mit den Nieren (Albuminurie)
  • Multiorganversagen

Prognose

  • Krankheitsdauer: ähnlich wie bei einer Grippe (10 bis 14 Tage; bei Komplikationen auch länger).
  • Etwa 80 Prozent der Infizierten dürfen mit einem harmlosen Verlauf der Krankheit rechnen (häusliche Quarantäne genügt).
  • Zirka 15 Prozent der Patienten werden beatmungspflichtig.
  • Mortalität / Sterblichkeitsrate weltweit: rund 10 Prozent.
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben die niedrigsten Komplikations- und Todesraten; ab 40 kann man – Tendenz mit jedem Lebensjahr steigend – durchaus damit Rechnung, dass mit der Erkrankung eine (auch schwere) Lungenentzündung einhergeht..
  • Rund 80 Prozent der tödlich endenden Krankheitsverläufe traten bislang bei Menschen über 60 Jahre auf.
  • Männer haben höhere Todesraten als Frauen (etwa im Verhältnis 3:2).
  • Gravierende Langzeitfolgen ("Long-Covid").

Krankheitsverlauf und Mortalitätsrate

Der Krankheitsverlauf bei Covid-19 kann bei geschwächten und/oder betagten Menschen so unglücklich verlaufen, dass er letal endet. Die Sterblichkeitsrate gesamt beträgt weltweit etwa 1 Prozent. Bei zögerlichen Gegenmaßnahmen kann die Sterblichkeitsrate auf rund 10 Prozent ansteigen. Gesunde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene verkraften die Erkrankung recht gut. Menschen mit Vorerkrankungen, stark übergewichtige Personen und betagte Menschen haben ein höheres Risiko, im Zuge einer Covid-Erkrankung Komplikationen zu bekommen, die einen Spitalsaufenthalt notwendig machen.

Langzeitfolgen

Mehr als die Hälfte aller Covid-Erkrankten klagen – unabhängig von der Schwere ihrer Erkrankung – über wochenlange Abgeschlagenheit (Quelle: Trinity College, Dublin, Irland). Je schwerer die Covid-Erkrankung ist, umso häufiger laboriert man an den Folgeschäden (vor allem Lunge, Nieren, Herz). Am ehesten erholt sich die Lunge von den Covid-Schädigungen.

Meldepflicht und Einhaltung von Quarantänevorschriften

Eine Erkrankung mit dem Covid-19 ist meldepflichtig (inklusive Verdachtsfälle). Ein Nichtmelden oder eine Verletzung der Quarantänevorschriften kann empfindliche Geldstrafen bis hin zu juristischer Verfolgung wegen grober Fahrlässigkeit zur Folge haben.

  • Vorgangsweise bei Erkrankungssymptomen: daheim bleiben und die Telefonnummer 1450 anrufen; bei Nichtmelden mit dem eigenen Hausarzt / der eigenen Hausärztin telefonischen Kontakt aufnehmen.
  • ORF:

Haupt-Ansteckungsquellen

Am häufigsten steckt man sich in der eigenen Familie, am Arbeitsplatz, im Schul-, Ausbildungs- bzw. Universitätsbetrieb, bei Gottesdiensten mit Gesang und bei dichtgedrängten Freizeitbeschäftigungen (z.B. Chor, gemeinsames Musizieren, Fitnesscenter) an. In großvolumigen Gebäuden und im Freien ist die Ansteckungsgefahr am geringsten. Selten, aber doch möglich: Schmierinfektionen, d.h. Virenaufnahme über die Hände oder den Mund (Essen plus Virenkontakt, Getränke + Virenkontakt usw.).

Coronavirus und Nutztiere bzw. Haustiere

Das Coronavirus kann vom Menschen auf Tiere übertragen werden. Für Nerze, Hunde und Katzen gibt es dafür wissenschaftliche Belege.

Inkubationszeit

  • durchschnittlich 5 bis 6 Tage; Spannweite 2 bis 12 Tage
  • bis zu 3 Tage vor und bis zu 11 Tage nach dem Auftreten erster Symptome kann man andere mit dem Virus anstecken

Krankheitszeichen, Diagnostik und Dauer

  • angangs Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gliederschmerzen und/oder Frösteln bzw. leichter Schüttelfrost
  • meist (aber nicht immer) Fieber (eher langsam ansteigend, etwa 10 Tage lang)
  • trockener Husten (ggf. mit Katarrh) und/oder Kurzatmigkeit bzw. Beschwerden beim Atmen
  • bei manchen Erkrankten auch Halsschmerzen, rinnende Nase und Durchfall
  • Verlust oder starke Beeinträchtigung des Geruchs- und oder des Geschmackssinns
  • Anmerkung: Niesen zählt eher nicht zu den typischen Symptomen
  • Kontakt mit Covid-19-Patienten bzw. Aufenthalt in einem Covid-19-Verbreitungsgebiet
  • Nachweis des Covid-19-Erregers im Labor (Blutbild, CRP, Leberwerte usw.)
  • Erregernachweis aus Rachenspülwasser, Nasenabstrich / Rachenabstrich, Speichel
  • Serologie (Antikörpernachweis bzw. Titeranstieg im Blut)

Anmerkung zum Thema "Allergie oder Covid?"

Da viele Menschen unter einer Allergie leiden, erscheint Folgendes beachtenswert: Da Niesen nicht zu den typischen CoV-Symptomen zählt, muss man sich nicht bei jeder fremden oder eigenen Niesattacke fürchten, dass das nun Zeichen einer CoV-Erkrankung ist. Jedoch sollte man bedenken, dass Niesen die 1-Meter-Abstand-Regel gleichsam außer Kraft setzt. Niesen kann nämlich eine Tröpfcheninfektion auf 15 Meter und mehr bewirken. D.h. sollte eine Person CoV haben und während der CoV-symptomlosen Zeit z.B. in einem geschlossenen Raum niesen, ist das Ansteckungsrisiko deutlich erhöht. Deshalb die dringende Bitte an Allergiker: Falls möglich, das Niesen durch rechtzeitiges Schneuzen "unnötig" machen oder nur in ein Taschentuch oder in die Ellenbeuge Niesen.

Immunität nach erfolgter Erkrankung?

Nach derzeitigem Wissensstand (Mitte November 2020) sind die allermeisten Personen, die eine CoV-Erkrankung hatten, für einige Zeit immun (einige Monate bzw. für die Dauer einer aktuellen Pandemie). Ob diese Immunität auch längere Zeit anhält, ist eher unwahrscheinlich.

Risikofaktoren Alter und medizinisches Betreuungspotenzial

Während Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein sehr geringes Mortalitätsrisiko zu befürchten haben, sieht es in den Altersgruppen ab 50 anders aus. 1 bis 2 Prozent der 50- bis 59-jährigen Menschen müssen mit einem fatalen Ausgang der Infektion rechnen. 60 bis 69: 3 bis 5 Prozent. 70 bis 79: 7 bis 9 Prozent. 80 und älter: 10 bis 20 Prozent. Die Mortalitätsraten sind jedoch stark von der Qualität der medizinischen Behandlung abhängig. Dort, wo die Spitäler und Arztpraxen überfordert sind, gibt es auch deutlich höhere Mortalitätsraten.

Öffentliche Schutzmaßnahmen

Wie sehr öffentliche Schutzmaßnahmen im wahrsten Sinn "Not-wendig" sind, zeigt eine Statistik, die den Verseuchungsgrad pro 1 Millionen Einwohner ersichtlich macht: .

Ausgangssperre
Foto © Andreas Hollinek

Siehe auch

Neu und aktuell

© Texte und Fotos (außer anders angegeben) sowie Datenschutz: Andreas Hollinek 1996-2021; www.50plus.at. Inhalte ohne Gewähr. Enthält ggf. PR, Werbung + Cookies, die Werbepartner wie Google (www.google.com) zur Nutzeranalyse verwenden (E-Privacy Info). Seite mit SSL-Sicherheitszertifikat. Impressum.