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Impfungen / Impfen / Impfpflicht

Schutzimpfungen zählen zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen, die Mediziner ihren Patienten anbieten können. Erwachsene sollten ihren Impfschutz regelmäßig überprüfen und ihn gegebenenfalls auffrischen lassen, denn altere Menschen sprechen im Gegensatz zu Jüngeren unter Umständen nicht mehr optimal auf Impfungen an. Das Ausmaß und die Dauer eines Impfschutzes kann somit reduziert sein. Dies betrifft vorwiegend Neuimmunisierungen (erstmalig durchgeführte Impfungen), aber auch spezielle Auffrischungsimpfungen, welche womöglich bereits nach einem kürzeren Intervall notwendig sein können. Viele Infektionserkrankungen zeigen darüber hinaus im höheren Lebensalter ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Es kann auch sein, dass Erwachsene möglicherweise im Kindesalter nicht oder nicht vollständig geimpft worden sind; bzw. konnten manche Impfungen früher noch nicht angeboten werden. Ihr Hausarzt wird Sie diesbezüglich gerne beraten, vergessen Sie dabei nicht, Ihren Impfpass (falls vorhanden) mitzunehmen.

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Foto © Andreas Hollinek

Empfohlene Impfungen

Im Erwachsenenalter empfehlen sich – bei abgeschlossener Grundimmunisierung – folgende Impfungen:

  • und : Personen über 60 Jahren wird empfohlen, alle 5 Jahre eine Auffrischungsimpfung durchführen zu lassen (Impfstoffkombination "dT" vorhanden); für Jüngere gilt: Auffrischung alle 10 Jahre
  • (Kinderlähmung): Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre (wird heute gespritzt; keine Schluckimpfung mehr)
  • Pertussis (Keuchhusten): Personen über 60 Jahren wird empfohlen, alle 5 Jahre eine Auffrischungsimpfung durchführen zu lassen; für Jüngere gilt: Auffrischung alle 10 Jahre. Engen Kontaktpersonen zu Säuglingen wird eine (rechtzeitige) Auffrischungsimpfung zum Schutz der Kinder dringend nahegelegt. Die Impfung wird in Kombination mit Tetanus und Diphtherie bzw. Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung verabreicht.

Für die oben genannten vier Impfungen stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Bei entsprechendem Risiko (diverse Grund- und Vorerkrankungen) sollte ab dem 60. Lebensjahr eine (Auffrischung alle 5 Jahre) verabreicht werden. Dies wäre auch im Zusammenhang mit der wichtig.

Zusätzlich empfohlene Impfungen

  • (sog. Zeckenimpfung): In Österreich wird ab dem 60. Lebensjahr alle 3 Jahre eine Auffrischung empfohlen, für Jüngere gilt: 1. Auffrischung nach erfolgter Grundimmunisierung nach 3 Jahren, alle weiteren in einem Abstand von 5 Jahren.
  • : Frühestens alle 10 Jahre eine Auffrischungsimpfung; speziell als Reiseimpfung und/oder für Risikogruppen empfohlen – am besten in Kombination mit einer Hepatitis-B-Impfung.
  • : Auffrischungsimpfung je nach Antikörperbestimmung mittels Blutabnahme (Kombinationsimpfstoff mit Hepatitis A steht zur Verfügung).
  • : Jährlich für jedermann empfohlen, besonders wichtig jedoch für ältere Menschen bzw. chronisch Kranke jeglichen Alters. Mit höherem Lebensalter steigt die Gefahr, nicht mehr genügend gegen Krankheitserreger zu entwickeln. Auch machen eventuell vorhandene Grunderkrankungen besonders anfällig für Komplikationen.
  • Varizellen (Windpocken): Ungeschützte Frauen im gebärfähigen Alter bzw. Personen mit erhöhtem Risiko.
  • Impfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose): Ab dem 50. Lebensjahr empfohlen.
  • Masern-Mumps-Röteln-Impfung: Nicht immunen Erwachsenen empfohlen.

Împfpflicht ja oder nein?

Die Impf-Debatte ist hierzulande omnipräsent. Dies bewiesen zuletzt die Diskussionen rund um eine Impfpflicht gegen Masern sowie die aktuellen Fortschritte in der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes in Russland. Dabei spaltet die Thematik die Gemüter und ist durchaus emotional behaftet, wie eine aktuelle Umfrage des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent zeigt. 501 Österreicherinnen und Österreicher standen darin Rede und Antwort zu verschiedensten Fragen rund um das Thema Impfen. Insgesamt ist den meisten Befragten die Relevanz von Impfungen bewusst, Sorgen vor möglichen negativen Folgen des Impfens bergen jedoch Potenzial für Verunsicherung. Einer Impfpflicht steht die heimische Bevölkerung insgesamt sehr gespalten gegenüber.

Aufgrund steigender Fallzahlen von Maserninfektionen und der Einführung der Masern-Impfpflicht in Deutschland im Frühjahr 2020 wurde auch hierzulande die Impf-Debatte aufs Neue angeheizt. „Insbesondere das Schlagwort „Impfpflicht“ ruft polarisierende Reaktionen hervor. Knapp ein Viertel befürwortet diese ohne Kompromisse, mehr als jeder Zweite plädiert jedoch für eine verhältnismäßige Regelung“, resümiert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent. Eine Impfpflicht sei also sinnvoll, aber nur für gefährliche Krankheiten wie Masern oder Diphterie. Gut ein Fünftel könnte dieser gar nichts abgewinnen.

Impfen – ja bitte!

Insgesamt sind die Impfbefürworter in Österreich aber klar in der Überzahl. Knapp drei Viertel der Befragten würden sich dieser Gruppe zuordnen (74%). Dem gegenüber steht jedoch ein Viertel der heimischen Bevölkerung, das sich tendenziell als Impfgegner positioniert (26%). Interessanterweise herrscht dabei unter den Österreicherinnen etwas mehr Skepsis (71%), während sich die Männer vermehrt für das Impfen aussprechen (76%).

Die Entwicklung von Impfstoffen führte bekanntermaßen zu einem Durchbruch in der Bekämpfung bis hin zur Ausrottung diverser gefährlicher Krankheiten. Dem stimmt der überwiegende Teil der Befragten zu (78%). Folglich teilen gut 7 von 10 Österreichern die Sorge, dass eine zu geringe Durchimpfungsrate zu einem erneuten bzw. verstärkten Auftreten dieser Erkrankungen führen könnte (72%). Impfungen seien außerdem wichtig, um Risikogruppen vor einer möglichen Ansteckung schützen zu können (70%). Dabei haben vor allem die Sicherheit und Gesundheit unserer jüngsten Gesellschaftsmitglieder höchste Priorität. Um diese zu gewährleisten, sprechen sich jeweils mehr als 7 von 10 Befragten für bestimmte verpflichtende Impfungen für den Kindergarten- (73%) und Schulbesuch (72%) aus. Mehr als 9 von 10 haben bzw. würden ihre Kinder aber ohnehin zumindest gegen das Wichtigste impfen lassen (94%).

Insgesamt zielen Impfungen sowie eine hohe Durchimpfungsrate speziell auf den Schutz schwächerer oder gefährdeter Personen ab. Wenig überraschend ist daher, dass das Thema durchaus mit starken Emotionen behaftet ist, wie mehr als 4 von 10 Befragten angeben (44%). Dies betrifft vor allem die weibliche Bevölkerung. Unter den Frauen ist jede zweite emotional in die Impf-Debatte involviert (50%), während Männer dies tendenziell etwas rationaler sehen (38%).

Sorgen rund ums Impfen

Das Impfen ruft allerdings nicht ausschließlich wohlwollende Reaktionen hervor. So zweifelt jeder dritte Befragte grundsätzlich an dessen Sinnhaftigkeit. Viele Erkrankungen seien so selten, dass es nicht nötig sei, sich dagegen zu impfen (33%). Ein Fünftel der Österreicher ist außerdem der Meinung, dass ungeimpfte Kinder ohnehin gesünder seien und ein stärkeres Immunsystem hätten (20%). Gleichzeitig triggert das Thema so manche Ängste und Sorgen innerhalb der Bevölkerung. Gut jeder Vierte befürchtet gefährlichere Nebenwirkungen durch den Impfstoff als durch die Krankheit selbst (27%) oder eine mögliche krebserregende Wirkung der Inhaltsstoffe (26%). Auch der Mythos, dass Impfungen zu Autismus führen könnten, hält sich wacker in den Köpfen von mehr als einem Zehntel der heimischen Bevölkerung (14%).

Schutzimpfung gegen Covid-19

Brandaktuell ist das Impf-Thema auch in Bezug auf die . Vor etwa einer Woche wurde in Russland der erste Impfstoff gegen Covid-19 zugelassen – wider Erwarten der Österreicherinnen und Österreicher. Nur gut 1 von 100 Personen hätte hierzulande so früh mit einer Impfung gerechnet. Knapp zwei Drittel der Befragten hätten die Einführung eines ersten Impfstoffes erst im Laufe des Jahres 2021 erwartet (65%), am wahrscheinlichsten erschien einem Viertel dabei das zweite Quartal 2021 (24%). Doch planen die Österreicher, die Impfung mit dem Impfstoff der 1. Generation auch sofort in Anspruch nehmen? Diese Frage spaltet die Bevölkerung. Knapp die Hälfte vertraut auf dessen Sicherheit und würde sich vermutlich impfen lassen (49%). 17% sind völlig überzeugt, unter den ersten Geimpften zu sein, sobald dies in Österreich möglich ist. Dabei treten klare Geschlechter- und Altersunterschiede zutage: Während sich unter den Männern und Personen ab 40 Jahren ein deutlich höherer Anteil impfen lassen würde, überlassen Frauen sowie Jugendliche und junge Erwachsene lieber anderen den Vortritt. Für die Impfung spricht für die Befragten einerseits der eigene Schutz vor einer Infektion (65%), andererseits aber auch der Beitrag zum Aufbau einer Herdenimmunität (52%). 45% sehen es als gesellschaftliche Verpflichtung an, sich impfen zu lassen und 43% wollen Personen der Risikogruppen nicht anstecken.

Dem gegenüber steht die andere Hälfte der heimischen Bevölkerung, die der Impfung zögerlicher sowie mit größerer Skepsis gegenübersteht und davon eher Abstand nehmen würde (51%). Der klare Hauptgrund ist dabei für knapp zwei Drittel das fehlende Vertrauen in einen Impfstoff, der derartig schnell entwickelt wurde (64%). Mögliche Nebenwirkungen werden befürchtet (32%), besonders Frauen äußern hier Bedenken (37%). Darüber hinaus ordnen sich 3 von 10 Befragten nicht als Teil der Risikogruppe ein und sehen demnach keinen Bedarf für eine Impfung (30%). Eine Ansteckung wird als nicht so tragisch (26%) oder gar unwahrscheinlich (21%) eingestuft.

Ein wirksamer Impfstoff gilt jedoch als der Hoffnungsträger im Kampf gegen Covid-19. Sollte die Impfung gegen Corona daher verpflichtend sein? Mehr als ein Drittel der heimischen Bevölkerung befürwortet dies (36%), darunter vor allem Männer (40%) und die Risikogruppe der 60- bis 75-Jährigen (46%). Ein Fünftel ist zwiegespalten (21%). Bei mehr als 4 von 10 Österreichern würde ein Impfzwang jedoch auf starken Widerstand stoßen (44%). Insgesamt ist die Impffreudigkeit in Bezug auf den Corona-Virus aber höher als gegen den „echten“ Grippevirus. Nur knapp 3 von 10 Befragten planen, sich 2020 gegen Influenza impfen zu lassen (29%). Quelle für alle hier genannten statistischen Daten: Marketagent.com online reSEARCH GmbH.

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