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Tetanus / Tetanusimpfung

Als Tetanus (Wundstarrkrampf) bezeichnet man eine weltweit vorkommende Infektionserkrankung, ausgelöst durch besonders robuste, anaerobe Bakterien, namens Clostridium tetani.

In Österreich auf Grund einer möglichen Schutzimpfung nur selten gesehen, kommt es weltweit, insbesondere in den Entwicklungsländern, häufig zu Wundstarrkrampf, man schätzt bis zu 1 Million Erkrankungsfälle pro Jahr.

Hauptinfektionsquellen

Grundsätzlich gilt: Jede Wunde kann eine Eintrittspforte für die Erreger darstellen. Besonders gefährdet sind allerdings tiefe Wunden bzw. solche mit Fremdkörpern, Nekrosen und Taschenausbildungen sowie Verbrennungen.

Die Infektion erfolgt durch Verletzung im Kontakt mit bakterien- /sporenhältigem Material, wie z.B. feuchter Erde, faulem Holz, rostigem Nagel, Mist, Tierkot und Pflanzen.

Nach erfolgtem Eintritt in den menschlichen Körper wandern von den Erregern produzierte Giftstoffe (Neurotoxine) in Teile des zentralen Nervensystems (Rückenmark, Hirnstamm) ein und blockieren dort hemmende Nervenzellen. Die Folge ist eine erhöhte motorische Aktivität, welche schon bei kleinsten Reizen zu schmerzhaften Muskelkrämpfen führt.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit für Tetanus beträgt 4 bis 14 Tage. In einigen wenigen Fällen wurden auch Inkubationszeiten von mehreren Monaten beobachtet (Spättetanus).

Anzeichen einer Infektion

  • Müdigkeit, , Schwitzen, , Schlaflosigkeit
  • (bis > 40 Grad Celsius)
  • Kribbelgefühl im Wundbereich
  • Schmerzhafte Muskelkrämpfe, welche vor allem durch äußere Reize verstärkt werden: Gesichtskrämpfe, Kieferklemme, unwillkürliche Rückbeugung des Kopfes mit Überstreckung des Rumpfes, Krämpfe der Kiefer-, Zungen-, Rachen-, Rücken- und Bauchmuskulatur, Beugekrämpfe an den Armen sowie Streckkrämpfe im Bereich der Beine
  • Krämpfe des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskeln führen in Folge zur Etablierung einer Ateminsuffizienz
  • Schluckbeschwerden
  • Erhöhtes Speichel- und Bronchialsekretvolumen
  • Hyperreflexie
  • Epileptische Anfälle
  • Labile Kreislaufsituation
  • Blutdruckanstieg und Herzrhythmusstörungen möglich (bedingt durch das Toxin)

Das Bewusstsein des Betroffenen bleibt jedoch stets erhalten.

Komplikationen

  • Knochenbruch
  • Fettembolie
  • Lungenentzündung
  • Nierenfunktionsstörung
  • Atemstillstand
  • Herzstillstand

Diagnose

  • Anamnese (Verletzung?, Impfstatus?)
  • Körperliche Untersuchung (z.B. Beweglichkeit des Kiefers)
  • Erregernachweis aus dem Wundbereich (gelingt in der Regel nur selten)
  • Laboruntersuchung
  • Muskeluntersuchung (EMG)

Therapie

  • Gegen den Erreger als Giftquelle: Penicillingabe, Wundexzision und offene Wundbehandlung
  • Gegen das Gift selbst: Gabe von Tetanustoxoid und Tetanus-Immunglobulin
  • Kortisonpräparate zur Milderung der Toxinwirkung auf die Nervenzellen
  • Gegen Komplikationen: Präparate zur Behandlung der Muskelkrämpfe, Sedierung bzw. Muskelrelaxation und kontrollierte Beatmung
  • Allgemeine Maßnahmen, wie Überwachung auf der Intensivstation, Reizabschirmung, Sicherung der Herz/Kreislauf- und Atemfunktion, Thromboseschutz, usw.

Unbehandelt endet eine Tetanus-Infektion meist .

Impfung

Ein ausreichender Impfschutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) ist auch im äußerst wichtig. Eine Innsbrucker Studie hat ergeben, dass ein Drittel aller österreichischen Senioren keine Tetanus-Antikörper im Blut aufweisen und somit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
Bei abgeschlossener Grundimmunisierung (3malige Injektion) wird generell eine Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen, wofür spezielle Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung stehen, welche praktischerweise gleichzeitig den Schutz vor Diphtherie (eventuell plus Kinderlähmung oder Keuchhusten) erneuern.

Personen über 60 Jahren wird empfohlen, bereits alle 5 Jahre eine Auffrischungsimpfung durchführen zu lassen, da zunehmendes Lebensalter mit einem Nachlassen der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems einhergeht. Wird nicht regelmäßig aufgefrischt, besteht – gegenüber Jüngeren – ein mehrfach erhöhtes Risiko, an Tetanus zu erkranken.

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

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