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Gürtelrose *

Den Begriff Gürtelrose haben die meisten Österreicher:innen schon einmal gehört. Dennoch sind Ursache und Auswirkungen dieser Erkrankung selten bekannt. Vielfach wird Gürtelrose unterschätzt. Laut einer aktuellen IPSOS-Umfrage halten nur 15 Prozent der heimischen Befragten Gürtelrose für eine schwere Erkrankung.

Gürtelrose wird vom selben Erreger verursacht wie Windpocken (oft auch Feuchtblattern oder Schafblattern genannt) – dem Varizella-Zoster-Virus.

  • Fast alle Erwachsenen über 50 Jahre (über 99 Prozent) tragen das Virus in sich.
  • Nach dem Abheilen der Windpocken verbleibt es im Körper und wird bei jeder/jedem Dritten im Laufe des Lebens in Form einer Gürtelrose (medizinisch: Herpes Zoster) wieder aktiv.
  • In Deutschland erkranken jährlich mehr als 300.000 Personen an Gürtelrose. Umgerechnet sind das in Österreich etwa 30.000 Personen pro Jahr.

Gürtelrose / Herpes Zoster
Eine Impfung gegen Gürtelrosewird im österreichischen Impfplan für alle 50 empfohlen. Foto © Shutterstock (z.V.g..)

Menschen über 50 sind stärker gefährdet

Gürtelrose tritt in allen Altersgruppen auf. Am häufigsten sind aber Personen ab etwa 50 Jahre betroffen, da die Leistungsfähigkeit des Immunsystems im Alter abnimmt und es so leichter zu einer Virus-Reaktivierung kommen kann. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen stark an.

Schwerwiegende Komplikationen können Monate andauern

An vorderster Stelle nennen Mediziner:innen die Post-Zoster-Neuralgie – Nervenschmerzen, die bei bis zu 30 Prozent der Patient:innen auftreten und monate-, manchmal jahrelang anhalten können und die Lebensqualität massiv einschränken. Expert:innen zählen diese Schmerzen zu den stärksten in der Humanmedizin. Grund für die Nervenschmerzen: Die betroffenen Nerven wurden durch die Virus-Reaktivierung geschädigt. Dadurch können selbst leichte Berührungen gewisser Körperstellen starke Schmerzen auslösen.

Weitere Komplikationen sind der so genannte Post-Zoster-Pruritus (ein starker anhaltender Juckreiz), bakterielle Superinfektionen, eine Augenbeteiligung oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie beispielsweise eine Gehirnhautentzündung. Wenn ein Auge in Mitleidenschaft gezogen wird und der Sehnerv beteiligt ist, spricht man vom Herpes Zoster Ophtalmicus (HZO). Dies betrifft immerhin bis zu 25 Prozent aller Gürtelrose Patient:innen und kann in seltenen Fällen bis zur Erblindung führen. Studien haben außerdem gezeigt, dass es bei Gürtelrose Patient:innen zu einem Anstieg des Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfall kommt.

Zusammenhang zwischen Herpes-Viren und Alzheimer-Risiko?

Ein 2023 veröffentlichter Forschungsbericht des Oxford Institute of Population Ageing, der University of Manchester und der Tufts University in Massachusetts deutet darauf hin, dass Herpes-Viren eine begünstigen können. Bereits vor 30 Jahren fanden Forscher:innen das Herpes simplex-Virus Typ 1 in Gehirnzellen vieler älterer Menschen. Wird dieses reaktiviert – zum Beispiel durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das für Windpocken bzw. Gürtelrose verantwortlich ist – können Prozesse, die schließlich zu Alzheimer führen, in Gang gesetzt werden. Durch das aktive Herpes simplex-Virus Typ 1 können sich bei Patient:innen mit einer entsprechenden Prädisposition im Gehirn Proteine ansammeln, die mit Alzheimer in Zusammenhang stehen. Mehr Informationen unter .

Personen mit Grunderkrankungen haben erhöhtes Risiko

Patient:innen mit einem geschwächten Immunsystem haben altersunabhängig ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Das sind etwa Personen mit einer schweren Grunderkrankung oder Patient:innen, bei denen krankheits- oder therapiebedingt eine starke Immunsuppression besteht, also eine Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems.Eine Studie aus Deutschland hat nachgewiesen, dass Menschen mit einer der folgenden Grunderkrankungen ein um durchschnittlich 30 Prozent höheres Risiko haben an Gürtelrose zu erkranken:

Vorbeugung mit Impfung gegen Gürtelrose

Bei vielen Menschen heilt eine Gürtelrose folgenlos aus – die schwerwiegenden Komplikationen sind aber nicht zu unterschätzen. Deshalb raten Expert:innen, sich zu informieren und mit der Hausärztin bzw. mit dem Hausarzt über Vorbeugung zu sprechen. Eine Impfung gegen Gürtelrose kann eine Erkrankung und somit auch mögliche Komplikationen verhindern. Im Österreichischen Impfplan (PDF-Datei) ist eine Impfung gegen Gürtelrose empfohlen: für alle Personen ab 50 Jahren und für Personen mit besonders hohem Risiko für Gürtelrose bereits ab 18 Jahren.

  • Zusätzliche Informationen finden Interessierte auch auf der Website der Informationskampagne "Gürtelrose-Info.at – Impfen schützt" unter .
  • Für medizinischen Rat wenden Sie sich bitte an die Ärztin bzw. den Arzt Ihres Vertrauens.

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