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Rheumatoide Arthritis

Im Gegensatz zur , die auf degenerative, also verschleißbedingte Gelenksveränderungen zurückzuführen ist, liegen der rheumatoiden Arthritis komplexe Entzündungsprozesse zugrunde.

Aus noch unbekannter Ursache richtet sich das fehlgeleitete gegen körpereigenes Gewebe, im Fall der Arthritis gegen Schleimhäute der Gelenke und ihrer Nachbarschaft, wie zum Beispiel Schleimbeutel und Sehnenscheiden. Man spricht von einer Autoimmunerkrankung.

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Auf Basis einer genetischen Prädisposition kann es nach harmlosen viralen oder bakteriellen Infekten dazu kommen, dass unser eigenes Gewebe als fremd fehlinterpretiert und Abwehr- bzw. Zerstörungsmechanismen startet. Folge sind die typischen Kennzeichen einer Entzündung: Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerzen und Funktionseinschränkung im betroffenen Areal.

Zusätzlich werden beim Angriff auf die Gelenksschleimhäute auch knorpelschädigende Substanzen freigesetzt, das Schleimhautgewebe beginnt sich zu vermehren und überwuchert den Knorpel (Pannusbildung), - all dies führt zu dessen Zerstörung. Ohne adäquate Therapie etablieren sich somit im Krankheitsverlauf schwere Gelenksdestruktionen, Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen, bis hin zur Invalidität.

Symptome

  • unspezifische Allgemeinsymptome wie z.B. Abgeschlagenheit, nächtliches Schwitzen, erhöhte Temperatur oder Muskelschmerzen
  • symmetrische, teilweise prallelastische Schwellung von Gelenken, mit Überwärmung, Bewegungseinschränkung (besonders morgendliche Steifigkeit) und Schmerzen; Charakteristische Lokalisation: Kleine Gelenke (Fingergrund- und mittelgelenke, Handgelenke, aber niemals Fingerendgelenke; Zehengelenke)
  • Durchblutungsstörungen einzelner Finger
  • Nervale Einengungssyndrome (z.B. Karpaltunnelsyndrom) durch benachbarte Entzündungsherde
  • Rheumaknoten
  • Nagelveränderungen
  • trockene Schleimhäute

Komplikationen

  • Fehlstellungen, Deformitäten und verminderte bzw. fehlende Gelenksfunktion
  • Chronische Medikamenteneinnahme (u.a. Antirheumatika) und deren Nebenwirkungen
  • Mitbeteiligung innerer Organe (z.B. Herz, Lunge, Niere, Leber)

Diagnose

Die Diagnose wird durch das typische Erscheinungsbild und mit Hilfe von Laborwerten sowie bildgebenden Verfahren (Röntgen, Ultraschall, MR, Szintigrafie) gestellt.

Es gibt noch zahlreiche andere Erkrankungen, die ebenfalls mit arthritischen Gelenksveränderungen einhergehen. Beispielsweise können auch bei , oder schmerzhafte Gelenksschwellungen auftreten, ebenso müssen z.B. infekt-assoziierte Gelenksentzündungen abgegrenzt werden. Oft gelingt eine genaue Zuordnung erst durch Beobachtung des weiteren Krankheitsverlaufs und ergänzende Untersuchungen.

Therapie

Erfahrene Rheumatologen bieten eine "Kombinationsbehandlung" an, welche unmittelbar nach Diagnosestellung, so rasch als möglich beginnen sollte. Wesentliche Gelenksschäden werden schon in der Anfangsphase der Erkrankung gesetzt und sollen durch frühzeitige Gegenmaßnahmen eingedämmt werden.

Die derzeitigen Therapieformen versprechen eine Linderung der Beschwerden und Krankheitsaktivität, eine vollständige Heilung kann jedoch nicht erreicht werden.

Ziel ist es durch eine sogenannte Basistherapie das fehlreagierende zu bremsen, den Krankheitsverlauf langfristig günstig zu beeinflussen und weitere Medikamente (Kortisonpräparate, Antirheumatika) einzusparen. Eintritt der Wirkung nach etwa 2 Monaten. Goldstandard hierbei ist nach wie vor Methotrexat (MTX), welches in Tablettenform oder als subkutane Injektion (vom Patienten erlernbar) verabreicht wird. Bei leichteren Formen bzw. zu Beginn der Erkrankung werden alternativ Hydroxychloroquin (aus der Malariabehandlung bekannt), Sulfasalazin und - mittlerweile äußerst selten - Goldverbindungen eingesetzt. Bei Versagen der üblichen Medikamente kommt es in schwerwiegenden Fällen zum Einsatz von Zytostatika. In den letzten Jahren haben sich durch intensive Forschung neue, sehr wirkungsvolle Therapiemöglichkeiten aufgetan, welche in den Entzündungsprozess am Gelenk eingreifen: Biologika werden sie genannt und blockieren gezielt den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha, dessen Aufgabe es ist, die Entzündungsreaktion zu forcieren. Diese anti- TNF-alpha Substanzen können als Infusion alle 4 bis 6 Wochen gegeben (Infliximab/Remicade®) oder vom Patienten selbst ins Unterhautgewebe gespritzt werden (Adalimumab/Humira® : alle zwei Wochen, bei Etanercept/Enbrel® : zwei mal wöchentlich). Biologika werden als Reservemittel nur dann verabreicht, wenn die Erkrankung durch alleinige MTX-Therapie nicht ausreichend beherrschbar ist. Sie können und sollen bei Bedarf mit MTX kombiniert werden. Weitere Biologika mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus sind ebenso bereits in Verwendung.

Kortisonpräparate werden initial gemeinsam mit Basistherapeutika verabreicht. Sie beherrschen sehr gut das entzündliche Geschehen und überbrücken die Zeit bis zum Wirkungseintritt der Basismedikamente. Danach werden sie langsam ausgeschlichen. Bei schwerwiegenden Krankheitsverläufen werden sie auch langfristig (in niedriger Dosierung) verabreicht.

Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Diclofenac, Naproxen, Ibuprofen) beeinflussen zwar nicht den Krankheitsverlauf, werden allerdings kurzfristig zur Linderung der Symptome eingesetzt. Sie führen jedoch u.a. zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich: Speziell in Kombination mit Kortisonpräparaten ist bei langfristiger Anwendung das Risiko zur Geschwürbildung mit eventuell nachfolgender Blutung oder Perforation stark erhöht. Zusätzliche Verabreichung von Magenschutzpräparaten ist obligat.

Weiters: Physikalische Therapie (z.B. Kältetherapie in speziellen Kältekammern, Gymnastik, Massagen, usw.); cChirurgische Maßnahmen; Radiosynoviorthese (Injektion radioaktiver Substanzen in Gelenke) und regelmäßige Kontrollen, Patientenschulung, Selbsthilfegruppen.

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

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