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Gelenkschmerzen
Gelenkbeschwerden / Gelenkprobleme

Mit zunehmendem Alter mehrt sich auch die Häufigkeit für Gelenkschmerzen. Vorrangig betroffen sind , , und Schultergelenke. Die Ursachen für das Auftreten der Beschwerden sind vielfältig, und es bedarf eingehender medizinischer Untersuchungen sowie der Auswertung von , damit eine zielführende Behandlungsstrategie der Gelenksschmerzen angegangen werden kann.

Gelenkschmerzen

Mythen und Irrtümer

Ob kurzweilig nach übermäßiger oder falscher Belastung oder längerfristig nach Verletzungen oder Operationen: Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung wird regelmäßig von Gelenkschmerzen geplagt (Quelle: , abgerufen am 09.11.2017). Über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ranken sich viele Mythen und Irrtümer. Orthopäde Dr. Max Böhler klärt über die wichtigsten Fakten auf:

Mythos Nummer 1: "Gelenkschmerzen werden durch Schädigungen des Gelenks ausgelöst." Die allgemeine Annahme, dass ein schmerzendes Gelenk auch zwingend beschädigt ist, stimmt so nicht. Denn: Bei akuten Schmerzen kann es sich auch um eine Gelenkentzündung handeln, ohne, dass das Gelenk dabei einen bleibenden Schaden davonträgt. "Es kann bei solchen Fällen zum Beispiel auch ein Hüftschnupfen sein, der den Schmerz verursacht. Dieser tritt plötzlich auf und verschwindet gewöhnlich innerhalb von fünf bis 14 Tagen wieder. Trotzdem sollte man für Gewissheit einen Arzt aufsuchen und die Herkunft und Behandlung der Schmerzen abklären", empfiehlt Dr. Böhler.


Foto © Dr. Max Böhler, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Mythos Nummer 2: "Sport schadet den Gelenken." Oft wird davon ausgegangen, dass sich Knorpel und Gelenke bei zu viel Sport abnutzen und zu Schmerzen führen. Diese Annahme ist jedoch falsch, da Knorpel Bewegungen für die Aufrechterhaltung ihrer Funktion brauchen und nur durch regelmäßige Belastung nötige Nährstoffe aufnehmen können. Sport ist nur dann schädigend für die Gelenke, wenn die falsche Sportart oder ungeeignete Sportgeräte oder Hilfsmittel verwendet werden – zum Beispiel das Laufen mit falschen Schuhen oder eine Fehlbelastung beim Muskeltraining.

Mythos Nummer 3: "Salben heilen Gelenkerkrankungen." Viele Patienten gehen davon aus, dass sie ihre Gelenkprobleme mit Salben wegschmieren können. Dem ist leider nicht so. Salben können zwar Symptome wie Schwellungen und deren Rückgang positiv beeinflussen, aber eine Gelenkerkrankung nicht heilen. Bei tatsächlichen Erkrankungen muss mit einem Arzt eine geeignete Therapie besprochen werden, anstatt sich auf selbsternannte Wundersalben zu verlassen.

Mythos Nummer 4: "Stärker geschädigte Gelenke schmerzen mehr." "Häufig wird davon ausgegangen, dass die Intensität von Gelenkschmerzen unmittelbar vom Gelenkschaden abhängt, das stimmt aber nicht immer", weiß Dr. Böhler. Oft sind Menschen mit nachweisbaren Gelenkschäden schmerzfrei, während andere Patienten mit Schmerzen ein intaktes Gelenk aufweisen. Nicht selten hängen Schmerzen in den Gelenken mit anderen Faktoren zusammen, als einem Gelenkschaden. Es spielen bei Gelenkschmerzen viele Faktoren mit, wie auch unter anderem mentaler Stress und Fehlbelastungen.

Mythos Nummer 5: "Gelenkschmerzen kommen im Alter." Die meisten Patienten mit Gelenkschmerzen gehören zwar zu den Best Agern, dennoch entscheidet nicht das Alter allein darüber, ob man Gelenkschmerzen hat oder nicht. Für die Schmerzintensität bei Arthrose spielen zusätzliche Faktoren wie Übergewicht, Verletzungen, Geschlecht und Hormone eine Rolle. "Selbst Hormone können Gelenkschmerzen beeinflussen. Nach einer Brustkrebsbehandlung wird zum Beispiel Östrogen blockiert, was zu Entzündungen in den Gelenken führen kann", erklärt Dr. Böhler.

Anmerkung: Dr. Max Böhler ist spezialisiert auf Endoprothetik und hat bereits über 9000 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Er führt zwei Ordinationen in Wien Favoriten und in Baden bei Wien. Neben seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universität Wien und als Konsiliarorthopäde am ist Dr. Böhler orthopädischer Fachgutachter der Ethikkomission der Gemeinde Wien und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Gerichtssachverständiger. Er war bereits in verschiedensten Spitälern, Krankenhäusern und Kliniken im In- und Ausland tätig (u.a. Wien, Amsterdam, Bern, Cleveland, Paris). Weitere Informationen unter .

Körpereigene Stammzellen zur Regeneration von Gelenken

Körpereigene Stammzellen zeigen bemerkenswerte Erfolge bei der Behandlung von Gelenksproblemen wie Arthrose und Sportverletzungen. Das belegen wissenschaftliche Studien an Patienten weltweit. Die für die Behandlung erforderlichen Stammzellen können aus Körperfett gewonnen werden. Bisher war nicht im Detail bekannt, auf welche Weise die Stammzellen zur Regeneration der Gelenke beitragen. Neue Forschungserkenntnisse geben nun eine Antwort.

Eine 2018 veröffentlichte Studie belegt am Tiermodell, dass transplantierte mesenchymale Stammzellen im geschädigten Gewebe die bereits vorhandenen Stammzellen zur Regeneration anregen. Dadurch können sich schadhafte Gelenksstrukturen, etwa abgenutzter Knorpel, bis zu einem gewissen Grad regenerieren. Im Idealfall klingen die Schmerzen ab und das betroffene Gelenk gewinnt wieder Beweglichkeit zurück.

"Die Transplantation körpereigener Fettstammzellen verstärkt einen natürlichen Heilungsmechanismus und hilft dem Körper, den Defekt selbst zu reparieren", erläutert DDr. Karl-Georg Heinrich, auf dem Gebiet der regenerativen und ästhetischen Medizin tätiger Arzt aus Wien. In seiner Praxis () werden Gewebeschäden wie Gelenksabnutzung, Sportverletzungen an Gelenken und Narben mit Stammzellen aus Eigenfett behandelt.

Bisher war es Wissenschaftlern nur unzureichend möglich, das Schicksal transplantierter Zellen im Körper über längere Zeit nachzuvollziehen. Die Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien markierten jetzt mit einem neu entwickelten Verfahren die Stammzellen vor der Transplantation. Dadurch konnte im Zeitverlauf über 6 Monate beobachtet werden, welche Rolle die Stammzellen bei den Regenerationsprozessen spielen.

Die regenerativen Fähigkeiten der Stammzellen werden heute bereits in der Humanmedizin genutzt: In der Ordination DDr. Heinrich erfolgt die Gelenksbehandlung mit körpereigenen Stammzellen als ambulanter Eingriff in örtlicher Betäubung. Zuerst wird eine kleine Menge Körperfett des Patienten entnommen. Aus dem Fett werden während des Eingriffs mesenchymale Stammzellen und andere vitale Zellen abgetrennt (Stromal Vascular Fraction, SVF). Die SVF wird unmittelbar darauf in Gelenksbereiche injiziert, an denen Regeneration benötigt wird.

"Stammzellen aus Eigenfett bieten vielen Patienten, für die eine Operation unter Vollnarkose oder ein künstlicher Gelenksersatz nicht infrage kommt, eine schonende Alternative", sagt DDr. Heinrich. Gelenkspatienten könnten so aufwendige Rehabilitation, Ausfallszeiten und die ständige Einnahme von Schmerzmedikamenten erspart werden. Weitere Informationen: .

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