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Einsamkeit aus der Sicht des Zen-Buddhismus

Oft werden praktizierende Menschen gefragt, warum sie eigentlich täglich meditieren; was der eigentliche der Zweck der Praxis der Meditation sei. Das ist eine Frage, auf die es – falls sie aufrichtig gemeint ist – viele Antworten geben kann: weil es für die geistige und körperliche Gesundheit förderlich ist; weil man dadurch Verständnis und Empathie für alle Dinge entwickelt; weil man durch die Meditation deutlich sieht, dass jede noch so schmerzhafte Erfahrung in sich auch eine tiefe Lehre verbirgt, oder einfach, um mehr Ausgeglichenheit zu erlangen. Alles gute Beweggründe, warum jemand Zazen praktizieren kann. Gründe, die aber nicht erklären können, was manche Menschen bewegt, täglich und ein Leben lang Zazen zu praktizieren.

Was ist es also, was Menschen, sogar trotz großer Schwierigkeiten, dazu bringen kann, ihr Leben aus der täglichen Meditation heraus zu leben? Vielleicht ist es die Erkenntnis, dass Zazen jenseits aller positiven Auswirkungen auf die eigene Gesundheit und auf unser Umfeld einfach eine Notwendigkeit ist. Eine Notwendigkeit, weil wir erst durch Zazen erfahren können, dass die Wirklichkeit und das, was wir denken, dass die Wirklichkeit ist, nicht ein und dasselbe sind. Eine Notwendigkeit, da wir aus Zazen heraus tief erkennen können, dass die Wirklichkeit etwas anderes ist als die Welt der Gedanken, der Gefühle und Empfindungen. Denn es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Welt der Gedanken und der reellen Welt. Dieser ist nämlich, dass die Realität sich konkret Hier und Jetzt abspielt, während die Gedanken die Realität beschreiben wollen, ohne sie aber jemals komplett erfassen zu können.

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Dass die Gedanken die Realität nie komplett erfassen können, ist eine Tatsache, die sich auf alle Phänomene der Gedankenwelt, Begriffe und Empfindungen, die unser Sein betreffen, übertragen und verifizieren lässt. So zum Beispiel auch am Phänomen der , das in unserer Gesellschaft weit verbreitetet ist, und das sich nicht nur auf Menschen beschränkt, die allein leben, sondern durchaus auch dann empfunden werden kann, wenn jemand im familiären Leben integriert ist oder in Partnerschaft lebt. So präsentiert sich die Einsamkeit in unserer Gesellschaft oft als ein Ausdruck einer Depression, die auf vielfältige Weise erklärt werden kann. Sei es, weil es an einen Glauben oder einer Gemeinschaft mangelt, die einen in einer schwierigen Situation stärkt, oder als Folge der Wettbewerbsgesellschaft, wo jene, die nicht am Wettbewerb teilnehmen wollen oder können, sich ausgegrenzt fühlen. Ein soziales und psychisches Phänomen also, das jene Menschen besonders trifft, die anfälliger für die Ausgrenzung in der Gesellschaft sind: kranke, ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderung und andere Gruppen.

Um jetzt besser zu erklären, warum Zazen eine Notwendigkeit ist und warum manche Menschen beschließen, ihr Leben auf der Grundlage von Zazen zu leben, schauen wir uns an, wie sich das Gefühl der Einsamkeit aus der Sicht von Zazen, aus dem Prozess des Loslassens der Gedankenwelt, präsentiert. Aus Zazen heraus können wir zunächst beobachten, wie wir unsere Existenz immer über etwas definieren, was außerhalb von uns liegt. Wir definieren unsere Identität über unsere Eltern, über unsere Freunde, über unseren Beruf oder über das, was wir zu besitzen denken: Ich bin der Sohn, oder die Tochter von… Ich bin der Freund oder die Freundin von… Von Beruf bin ich… Doch was geschieht, wenn wir diese außerhalb liegende Selbst-Identifikation loslassen und als Folge dieser Loslösung das Wesen unseres Ichs und dessen Existenz hinterfragen?

Paramitas

Als Shakyamuni Buda die Wahrheit verwirklichte und aus Zazen aufstand sagte er: "Gemeinsam mit der großen Erde und allen fühlenden Wesen vollende ich den Weg."

Es war also Zazen, was Buddha mit Körper und Geist verstehen ließ, dass das, was wir "Ich" nennen unweigerlich in Verbindung mit allen Existenzen dieser Erde ist. Indem der Buddha erkannte, dass die Wahrheit unserer Existenz sich noch bevor das menschliche Bewusstsein die Daseinsformen erkennt abspielt, verstand er, dass es nur unser konditioniertes Bewusstsein ist, das eine Identität bildet, die unabhängig von allen Dingen dieser Welt zu existieren scheint.

Durch Zazen erkennen wir also deutlich, was uns mit allen Dingen verbindet, und wir verstehen, dass wir in Wahrheit nie einsam sein können. Und darüber hinaus erkennen wir, wie wir mit allen Dingen verbunden sind, wie alles zusammenhängt, beginnen wir auf natürlicher Art und Weise Empathie und Verständnis für alle Dinge zu entwickeln, denn alle Dinge sind Teil von uns und wir sind Teil aller Dinge. Unsere Sicht weitet sich. Wir erkennen, dass alle Dinge, sogar die Einsamkeit, die Wahrheit lehren. Und wir verstehen tief, dass Zazen eine Notwendigkeit ist. Eine Notwendigkeit, die unabhängig vom Glauben ist.

Meiyo Pedro Perez Vargas

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