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Hofburg / Wiener Hofburg

Die Wiener Hofburg (1. Wiener Gemeindebezirk, Eingang unter der Michaelerkuppel) war über 600 Jahre Residenz der Habsburger. Die ursprüngliche Burganlage wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und zu einem wahrlich imposanten Gebäudekomplex mit insgesamt 18 Trakten und nahezu 2600 Räumen erweitert.

Dem Hofzeremoniell entsprechend verfügte jedes Mitglied der kaiserlichen Familie über ein eigenes Appartement. Zudem gab es in der Wiener Hofburg zahlreiche Räumlichkeiten für das Personal, die Hofsilber- und Tafelkammer, die Wäschekammer, mehrere Küchensäle, Weinkeller, Festsäle und Ämter. Heute sind im Großteil des Gebäudes Ministerien, Ämter, Museen und die Präsidentschaftskanzlei untergebracht.

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Von den ehemaligen Kaiserappartements können heute die 19 Amts- und Wohnräume besichtigt werden, in denen und seine Gemahlin lebten (siehe auch Stichwort ). Diese befinden sich im Reichskanzleitrakt und in der Amalienburg und wurden hauptsächlich während der Wintermonate genutzt. Den Sommer verbrachte das Kaiserpaar in Schönbrunn und verschiedenen anderen Landsitzen.

bezog sein Appartement 1857, drei Jahre nach der Hochzeit mit Elisabeth, und bewohnte es bis zu seinem Tod im Jahre 1916. In der Ausstattung der Privatgemächer spiegelt sich die Bescheidenheit des Kaisers wider. Sie sind sparsam eingerichtet, vermitteln zwar imperialen Glanz aber nicht verschwenderischen Prunk.

Franz Joseph verstand sich als erster Beamter seines Staates. Er war aber auch ein Familienmensch und umgab sich mit zahlreichen Bildern und Andenken. Im Rahmen intensiver Recherchen und reger Sammlungstätigkeit gelang es der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft, den Räumen Kaiser Franz Josephs wieder ihren ursprünglichen Charakter zu geben und dem Besucher einen authentischen Eindruck vom Lebensumfeld und Alltag des Kaisers zu vermitteln.

Im Appartement des Kaisers sind die beiden weltberühmten Porträts Kaiserin Elisabeths von Franz Xaver Winterhalter zu bewundern. Das eine zeigt die Kaiserin im Ballkleid mit diamantbesetzten Sternen im Haar, das andere stellt Sisi mit offenem Haar dar und war eines der Lieblingsporträts des Kaisers von seiner "Engels-Sisi", wie er seine über alles geliebte Frau zu nennen pflegte.

Der Audienzwartesaal des Kaisers wurde mit Figurinen in den Landestrachten der ehemaligen Kronländer ausgestattet. Eine Toninstallation verdeutlicht zudem die Sprachenvielfalt der Monarchie.

Kaiserin Elisabeths Appartement befand sich im Hauptgeschoss der Amalienburg, das unmittelbar an das Appartement des Kaisers anschloss. Durch das Wohn- und Schlafzimmer der Kaiserin gelangt man in das sehr persönlich ausgestattete Turn- und Toilettezimmer, in dem die schönheitsbewusste Herrscherin viele Stunden ihres Lebens zubrachte. Eine Sprossenwand und Turnringe zeugen noch von ihrer sportlichen Natur und ihrem Bemühen, sich ihre jungmädchenhafte Figur zu bewahren.

Als erstes Mitglied der kaiserlichen Familie ließ sich Elisabeth ein eigenes Badezimmer nach heutigen Maßstäben einrichten. Die Toilette, das Badezimmer und die dahinter liegenden Berglzimmer, die 1760 von Johann Bergl mit exotischen Landschaften und üppigen Pflanzen- und Tierdarstellungen bemalt wurden, sind nach ihrer Restaurierung nun ebenfalls zu besichtigen.

Ein weiterer Höhepunkt beim Rundgang ist der Speisesaal, der für Galadiners im kleineren Kreise genutzt wurde. Die Tafel ist mit Porzellan, Silber und Glas aus Beständen der Hofsilber- und Tafelkammer gedeckt und legt Zeugnis ab vom hohen Stellenwert der Tafelkultur am Wiener Kaiserhof.

Silberkammer

Die ehemalige Hofsilber- und Tafelkammer ist das weltweit größte Museum, das sich ausschließlich der Kultur eines höfischen Haushalts widmet.

Die Bestände der Silberkammer vermitteln dem Besucher einen Einblick in die kaiserliche Haushaltung, das höfische Zeremoniell und die Tafelkultur am Hof der Habsburger. Bis heute ist eine erstaunliche Vielfalt an Gebrauchsgegenständen und Kunstwerken erhalten geblieben: Kochtöpfe aus der Hofküche, Backformen aus der Hofzuckerbäckerei, Tischwäsche aus der Hofwäschekammer, Glasservice, Tafelsilber, Porzellangeschirr und Tafelaufsätze aus vergoldeter Bronze.

Die Sammlungsschwerpunkte liegen im 18. und 19. Jahrhundert, wobei einige Meisterstücke der Wiener Porzellanmanufaktur wie die Blumenteller, die Panoramateller, das Gold- bzw. Weinlaubservice und der in romantisch-gotischem Stil ausgeführte Habsburger Tafelaufsatz besonders herausragen.

Von unschätzbarem Wert sind weiters Tafelservice der Manufakturen Meissen, Sevres und ein umfangreiches Service der Manufaktur Herend, das im ostasiatischen Geschmack für Kaiser Maximilian von Mexico angefertigt wurde. Ein historisches Dessertservice der Manufaktur Minton gelangte als Geschenk in die Silberkammer. Kaiser Franz Joseph erhielt es anlässlich der ersten Weltausstellung 1851 in von Queen Victoria.

Ein weiteres Glanzstück der Sammlung ist das Grand Vermeil Service aus vergoldetem Silber, das ursprünglich für Napoleon entworfen und später für den Wiener Hof ergänzt wurde. Bemerkenswert ist auch der 30 Meter lange Mailänder Tafelaufsatz, der Ägyptische Tafelaufsatz und der 1850 in der Formenwelt des Neorokoko gestaltete Tafelaufsatz für Kaiser Franz Joseph.

Hervorzuheben sind vor allem jene Objekte, die aus dem persönlichen Besitz von Mitgliedern des Kaiserhauses stammen und deren Geschmack und Vorlieben dokumentieren. Ein goldenes Mundzeug erinnert an die den leiblichen Genüssen nicht abgeneigte Kaiserin Maria Theresia, ein silbernes Reiseservice an die reisefreudige Kaiserin Elisabeth.

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