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Poetry Slam

Autor: Andreas Hollinek

Meine Frau meinte, ich möge der Welt diese Peinlichkeit ersparen. Tu's nicht, die slammen dich. Es wird dich verletzen. Aber die ritzen sich ja auch ihre Innenseiten auf, damit sie sich spüren, oder? Und sie machen gern Witze; über Alte, über Dicke, über Schwule, über Frauen. Stellen das dann auch noch ins Internet. Eine Schlammschlacht, eine Poetry Schlamm Schlacht. Nur nicht mit nasser Erde, sondern mit Worten. Oder, noch schlimmer, sie ignorieren dich. Dann stirbst du eben einen stillen Tod.

Ich mach's trotzdem. Es ist eh nicht die Welt – es ist nur Purkersdorf. Googelte erstmal, was "poetry slam" überhaupt bedeutet. "Dichtung" schrieb mir die künstliche Intelligenz. Dichtung? hinterfragte ich sie, die KI. Also irgendwie genau das Gegenteil von dem, was Poetry-Slam-Leute so erwarten. Ihr wollt ja eigentlich nicht wirklich, dass ich dicht halte, oder? Jedenfalls nicht, was all die Worte und Wörter betrifft. Und "slam"? Was oder wen slamt man hier? Am besten anders als sonst: sich.

Hier mitmachen bedeutet offenbar, dass man nicht ganz dicht ist. Und schon gar nicht ein Dichter. Aber was soll's – da ist ja sowieso ein Riss im Überall. Und irgendetwas kommt immer durch. Gut, ich stehe also da, mit einem Mikrophon in der Hand; angesteckt (oh my god, nicht schon wieder), eingeschaltet und online. Nicht wissend, vielleicht aber fühlend, was ich sagen will. Vielleicht ein Witz? Ich starte mit einem Witz – wie damals die Bee Gees. Liest man deren lyrics, ist man versucht zu denken, dass das tatsächlich nicht gut ausging. Aber kommerziell gesehen, war's ein Erfolg. Meine Frau hat also wieder einmal recht.

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