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Freiheit

Ein erfülltes Leben mit optimaler kann nur in einem Klima der Freiheit stattfinden. Dies gilt von der Zweier-Beziehung über Familien und Cliquen, bis hin zur Gesellschaft im Allgemeinen. Als Leitmotiv der Gesetzgebung und religiösen Regelwerke sollte daher der Grundsatz stehen, dass nur so viele Gesetze erlassen werden, wie dies für ein harmonisches und sicheres Zusammenleben notwendig ist. Bedeutungslos gewordene Vorschriften gehören ersatzlos gestrichen. Diskussionsbeiträge herzlich willkommen: hollinek@50plus.at.

Ingeborg Bachmann (1926-1973) zählte zu jenen Menschen, die sich zum Thema Freiheit besonders tiefe Gedanken gemacht haben. In Ihrer Erzählung "Das dreißigste Jahr" beklagt sie, dass die Menschen an freiheitsraubenden Systemen festhalten. Sie nennt den Grund dafür: "Weil wir so zäh festhalten an Gewohnheiten, aus Furcht vor einem Denken ohne Verbotstafeln und Gebotstafeln, aus Furcht vor der Freiheit. Die Menschen lieben die Freiheit nicht. Wo immer sie aufgekommen ist, haben sie sich verworfen mit ihr." Ihre Klage gilt auch dem persönlichen Verhalten und dem damit verbundenen Zwiespalt: "Ich liebe die Freiheit, die auch ich tausendmal verraten muss. Diese unwürdige Welt ist das Ergebnis eines ununterbrochenen Verwerfens der Freiheit." Sie plädiert dafür, "alle Formen aufzulösen, die moralischen zuerst, damit sich alle anderen auflösen können". Und weiter: "Der Verzicht auf jede überkommene Anschauung und jeden überkommenen Zustand: auf die Staaten, die Kirchen, die Organisationen, die Machtmittel, das Geld, die Waffen, die Erziehung."

Die bedingungslose Abschaffung von Normierendem ist jedoch keine ultimative Strategie für alle Lebensbereiche. Vielmehr ist die Definition von Freiheiten und Freiräumen ein immerwährender Prozess, der ohne Unterlass neu zu überdenken ist. Überraschenderweise waren es im 20. Jahrhundert katholische Bischöfe, die im Zweiten Vatikanischen Konzil zu einer Mehrheit fanden, die in moraltheologischen Beurteilungen den "Sitz im Leben" einforderten – also die Anpassung von Moralvorschreibungen an die jeweilige Neuzeit. Die meisten anderen orthodoxen Religionen konnten bislang noch nicht über diesen ihren Schatten springen.

Die stark erweiterten Möglichkeiten der Technik, der Chemie, der Medizin und des Internet haben darüber hinaus weitere ethische Verpflichtungen mit sich gebracht. Parallel zum Gesetzgeber und den Religionsgemeinschaften sind neue normgebende "Gremien" entstanden, die sich z.B. teilweise den traditionellen "Gerichten" entziehen konnten und nationale Gesetzgebungen de facto außer Kraft setzen. Heimlich, still und leise bestimmen nun Hollywood, Google, Facebook & Co., was "gut" und "böse" ist, wer was publizieren darf und wer gesperrt wird. Unterwerfen sich einzelne Individuen nicht den Spielregeln der Betreiber, bleiben ihnen maßgebende (und Wahlergebnisse beeinflussende!) Kommunikationskanäle verwehrt. "Vorauseilender Gehorsam" feiert wieder seine Auferstehung und limitiert das freie Denken.

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