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Selbstbefriedigung / Masturbation

Die moralische Sicht zum Thema sexuelle Selbstbefriedigung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend geändert. Geprägt durch jüdisch-christliche Moraleinstellungen, wurde – und wird (!) – Selbstbefriedigung als Sünde verdammt. Der Absatz 2352 des 1993 vom Papst Johannes Paul II. approbierten und von weiter beworbenen "Katechismus der Katholischen Kirche" brandmarkt Masturbation als "eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung".

Aus der Kirchengeschichte stammt auch die alternative Bezeichnung Onanieren und die mit dieser Art von Lustbefriedigung einhergehende negative Einstellung der Kirche. "Da sagte Juda zu Onan: 'Gehe mit der Frau deines Bruders die Schwagerehe ein und verschaffe deinem Bruder Nachkommen!' Onan wusste also, dass die Nachkommen nicht ihm gehören würden. Sooft er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat, missfiel dem Herrn und so ließ er auch ihn sterben." Dass das Verwerfliche an Onans "Tat" nicht die Selbstbefriedigung war, sondern die Gehorsamsverweigerung gegenüber Gott, wurde viele Jahrhunderte lang nicht ausreichend ignoriert bzw. nicht ausreichend kommuniziert.

Immerhin werden im nachfolgenden Absatz jedoch Milderungsgründe angeführt, die man gegenüber Masturbationssündern und -sünderinnen bezüglich einer moralischen Beurteilung geltend machen kann: "affektive Unreife, die Macht eingefleischter Gewohnheiten, Angstzustände und weitere psychische oder gesellschaftliche Faktoren".

Onanieren ist gesund und erhält die Manneskraft

Im krassen Gegensatz dazu sehen Sexualtherapeuten und Ärzte in der Selbstbefriedigung sogar ein wichtiges Instrument zum Abbau von Spannungen und ein geeignetes Mittel, um den zu regulieren und so zum körperlichen Wohlbefinden beizutragen (siehe auch Stichwort ).

Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass regelmäßige Selbstbefriedigung das Risiko senkt, an zu erkranken. Weiters hilft Masturbation bei der Vermeidung von bzw. ; kurfristig und nur "oberflächlich" bei . Menschen, die es gewohnt sind, sich selbst zu befriedigen, haben im Alter keine oder deutlich weniger Probleme mit diesbezüglichen Dysfunktionen. Rund 40 Prozent aller Frauen und über 90 Prozent der Männer befriedigen sich regelmäßig selbst.

In Partnerschaften, in denen bezüglich Quantität des Sexualverkehrs Ungleichheit herrscht, ist das "Gestatten" von Selbstbefriedigung ein Faktor, der hilft, sich diesbezüglich ergebende Spannungen und Konflikte abzubauen. Dieses Gestatten bezieht sich a) auf sich selbst (manchmal entgegen einem besonders von männlicher Seite tradierten "Image"-Verlust) und b) auf den Partner (sollte mit Akzeptanz und Gelassenheit reagieren und dies nicht als Vorwurf mangelnde sexueller "Fürsorglichkeit" interpretieren).

Hygiene

Bei jeder Art der Selbstbefriedigung sollte auf Hygiene geachtet werden: Die eiweißhältigen Körperflüssigkeiten sind Nährmedium für (Geruchs-)Bakterien. Bei Mitverwendung von Gegenständen sollten Verletzungen im Genital- oder Analbereich tunlichst vermieden werden, da sich die sensible Haut dort leicht entzündet und in der Folge ein Gang zum Arzt unvermeidbar wird (Verwendung eines als Schutzhülle erwägen!). "Entspannter" wird die hygienische Aufgabenstellung für Männer nach einer Prostataoperation (Ausschälung der Prostata; TURP). Bedingt durch die damit einhergehende dringt beim kaum mehr Ejakulat außen.

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