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Reflux / GERD

Etwa 20 bis 30 Prozent aller ÖsterreicherInnen leiden unter Symptomen, die auf einen Reflux schließen lassen; also saurem Aufstoßen und , das gegebenenfalls mit Heiserkeit, Husten, , Halsschmerzen sowie Kiefer- und Ohrenschmerzen einhergehen kann. Ausgelöst wird dies durch einen Rückfluss von Magensäure, Gallenflüssigkeit und Nahrung in die Speiseröhre. Das ist sehr unangenehme und kann – in seltenen Fällen – auch zu Krebserkrankungen wie zum Beispiel dem führen.

Reflux bei Älteren: häufig und meist ohne Beschwerden

"Die menschliche Speiseröhre ist für das heutige Überangebot an zuckerreicher Nahrung nicht gebaut", hält Univ.-Prof. Dr. Martin Riegler vom ersten Reflux Medical Diagnose- und Therapiezentrum in Wien trocken fest. "Wir können davon ausgehen, dass unter den über 65-jährigen Menschen sehr viele unter einer Refluxerkrankung leiden."

Zu süß und zu viel – das sind die häufigsten Ernährungssünden, die zu einem unkontrollierten Rückfluss von Magensäure, Gallenflüssigkeit und Nahrungsbrei in die Speiseröhre führen. "Wenn der Magen regelmäßig durch zu üppige Mahlzeiten überdehnt wird, gibt das Antirefluxventil am Ende der Speiseröhre irgendwann einmal auf", weiß auch Riegler. Beim älteren Menschen kommt noch eine Reihe von Faktoren hinzu, die die Refluxerkrankung weiter verschlechtern kann. Dazu gehört die Einnahme bestimmter Medikamente, wie etwa Schmerzmittel. "Die sogenannten Nicht-steroidalen Antirheumatika, wie etwa Aspirin oder Ibuprofen können nicht nur Blutungen und Geschwüre im Magen verursachen, es kann auch zu Erosionen in der Speiseröhre verursachen und verschlechtern", so Riegler.

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Aber auch eine medikamentöse Behandlung der Refluxbeschwerden, wie Sodbrennen, Magendrücken und saures Aufstoßen kann beim älteren Menschen zum Problem werden. Denn die sehr häufig verordneten Protonenpumpenhemmer (PPI) haben Einfluss auf eine Reihe anderer Medikamente. So können sie etwa die Wirkung von Bisphosphonaten, die zur Therapie der Osteoporose eingesetzt werden, mindern, wie neueste Studienergebnisse zeigen.

"Diese und andere Faktoren machen die Refluxdiagnose und -behandlung bei älteren Menschen überaus diffizil", hält Riegler fest. Bei Menschen über 65 nimmt nämlich auch die Schmerzempfindlichkeit ab. Die Nerven in der Speiseröhre melden Schmerzsymptome durch Entzündungen nicht mehr ans Gehirn – Folge: "Der Patient merkt seine Refluxsymptome nicht mehr", so Riegler. Um die Refluxkrankheit beim Älteren zu entdecken und behandeln zu können, ist daher ein ausführliches Anamnesegespräch ebenso wichtig, wie die Durchführung aller verfügbaren diagnostischen Maßnahmen – von der aussagekräftigen Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms über die Reflux- bis zur Druckmessung in der Speiseröhre.

"Liegen keine anderen schweren Krankheitsbilder vor, ist die Wiederherstellung des Antirefluxventils auf operativem Wege, eine ausgezeichnete Therapiemaßnahme", erläutert Chirurg Martin Riegler. Dabei wird – mittels Schlüssellochchirurgie – der obere Teil des Magens um das beschädigte Antirefluxventil gewickelt um dessen Funktion wieder herzustellen. Um den Therapieerfolg langfristig zu gewährleisten ist aber unbedingt auch eine Umstellung der Ernährung erforderlich: "Vor allem sollte nicht zu viel auf einmal konsumiert werden", sagt Martin Riegler. "Generell sollte eine Behandlung angestrebt werden, die eine dauerhafte Verbesserung der Symptomatik ermöglicht und keine zusätzliche Medikamentenaufnahme erforderlich macht."

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Untersuchung an einer Spezialklinik

Besteht der Verdacht auf das Vorhandensein einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (abgekürzt GERD), empfiehlt sich eine Untersuchung an einer Spezialklinik. Am Beginn steht die Feststellung der Krankheitswertigkeit, ob also der Reflux durch die auftretenden Symptome die Lebensqualität beeinträchtigt, oder ob gar bereits ein Krebsrisiko vorhanden ist.

"In einem individuellen Beratungsgespräch werden die aktuellen Lebensumstände und der akute Gesundheitszustand analysiert", berichtet der Reflux-Spezialist Univ.-Prof. Dr. Martin Riegler, Leiter im Reflux Medical Diagnose- und Therapiezentrum in Wien. "Dabei legen wir großen Wert auf eine ganzheitliche Sichtweise auf den Patienten und seine Lebensumstände." Die Symptome werden mit Hilfe von Fragebögen quantifiziert und eingegrenzt. Erst dann werden weitere diagnostische Schritte gesetzt. Dazu gehört die Endoskopie der Speiseröhre ebenso wie die Messung des Drucks im Ösophagus und die Refluxmessung.

Liegt eine Gewebeveränderung mit Krebsrisiko in der Speiseröhre vor, so kann diese mittels Radiofrequenzablation entfernt werden. Dabei wird der Patient / die Patientin in einen Kurzschlaf versetzt. Über den Mund wird ein Ballonkatheter in die Speiseröhre eingeführt. Über Elektroden auf der Oberfläche des Ballons wird mittels Radiofrequenzenergie die erkrankte Schleimhaut zerstört.

Aber auch wenn kein sogenannter Barrett-Ösophagus vorliegt, sollte die Refluxkrankheit nicht ignoriert werden. In der Behandlung des Refluxes spielt die bereits erwähnte Lebensstiländerung eine ebenso große Rolle, wie die medikamentöse Behandlung oder operative Eingriffe zur "Reparatur" des Antireflexventils am Ausgang der Speiseröhre. So stellt etwa eine Fundoplicatio das Antirefluxventil wieder her. "Dieser und auch alle anderen Eingriffe zur Behandlung der Refluxkrankheit können mittlerweile minimalinvasiv durchgeführt werden", sagt Prof. Martin Riegler.

Eine andere Möglichkeit zur Wiederherstellung des Magenschließmuskels ist die Linx®-Methode. "Dabei wird ein magnetischer Ring aus Titanperlen um den Ausgang der Speiseröhre gelegt. Die Perlen ziehen sich im Ruhezustand zusammen und schließen den Oesophagus gegen den Magen, sodass keine Speisereste mehr in die Speiseröhre gelangen können. Sie öffnen den Ausgang der Speiseröhre nur zur Nahrungsaufnahme", berichtet Univ.-Prof. Dr. Luigi Bonavina, Vorstand der Abteilung für Allgemeinchirurgie an der Universität von Milan, der den "Linx®-Ring" entwickelt hat. In etwa 85 bis 90 Prozent aller Fälle besteht auch drei Jahre nach der Operation noch Beschwerdefreiheit. "Diese Methode ist eine ausgezeichnete Alternative zur – manchmal jahrelang notwendigen – medikamentösen Behandlung mit Protonenpumpenhemmern", hält Bonavina fest.

Oberstes Gebot bei Übergewicht: Abnehmen!

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Reduktion refluxbedingter Beschwerden ist die Gewichtsabnahme. Auch mäßiges Übergewicht belastet den ohnehin bereits überlasteten Magenschließmuskel. "Auch hier können wir ein neues, innovatives Konzept anbieten", freut sich Martin Riegler: "Im Zuge der RM-Methode können wir einen neuen Magenballon anbieten, mit dem man innerhalb von drei bis vier Monaten 40 bis 50 Prozent des Übergewichts abnehmen kann."

Dieser neue Magenballon sieht aus wie eine Weintraube mit einem fadendünnen Schlauch. Die "Traube" wird geschluckt und über den angebrachten winzigen Schlauch durch das Einbringen von Stickstoff im Magen entfaltet. Wenn der Ballon gefüllt ist, wird der Schlauch abgetrennt. Der Ballon enthält etwa 250 Milliliter Stickstoff. Er ist somit viel kleiner als bisher verwendete Modelle. "Das verhindert Übelkeit und Erbrechen der PatientInnen", so Riegler. Einmal geschluckt, dockt der Ballon am Fundus des Magens an und verringert über die Regulation des Hormons Ghrelin das Hungergefühl. Nach drei Monaten kann der Ballon endoskopisch wieder entfernt werden.

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