https://www.50plus.at
Blogs 50plus Facebook Google plus Gesundheitstipps Gesundheitstipps Suche Menü

MENU

Theater Blog
Blogger: . Fotos: Stefan Smidt.

Ein Blog mit Theaterkritik zu aktuellen Produktionen und Beiträgen zur Theaterszene in Österreich. Spielsaison 2015-16. Tipp: Wählen Sie Ihre Lieblings-Schauspielerin / Ihren Lieblings-Schauspieler: .

[Werbung/PR]

23.09.2017. Premiere von Nestroys "Höllenangst" am . Eine überaus schwungvolle Produktion! Die SchauspielerInnen vollführen auf der an das Innere eines Schiffsrumpfes oder an einen Verteidigungswall gemahnenden Bühne geradezu artistische Leistungen, um empor zu kommen, in die Handlung zu plumpsen und durch Luken unvermutet auf- bzw. abzutreten. Im Ensemble sticht vor allem hervor. als Wendelin Pfriem kommt erst nach und nach in Schwung, erhält nach zwei sehr guten Szenen Zwischenapplaus, erfüllt für mich aber nicht meine Erwartung an Hauptdarsteller Nestroyscher Genialitäten. Die beiden weiblichen Neuzugänge Laura Laufenberg und Isabelle Knöll strotzen vor Spielfreude. Auch Luka Vlatković (als "Ignaz") und Valentin Postlmayr (als "Johann") haben sich beeindruckend ins Rampenlicht der großen Wiener Bühnen gespielt.

Nestroy: Höllenangst Volkstheater 1 Nestroy: Höllenangst Volkstheater 2 vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Nestroy setzt seine 1849 uraufgeführten Posse in eine Zeit des politischen Umbruchs. Die gewöhnlichen Leute finden sich in den Machtspielen der alten und der neuen Herrschaften gefangen; Freiheiten gibt es nur in der Liebe und im Wirtshaus. Da stellt sich schon die Frage, ob es den Teufel denn wirklich gibt. Der Schustersohn Wendelin Pfriem fordert ihn heraus, zu erscheinen. Und bekommt ihn – aber nur vermeintlich. Vom seinem Pakt mit ihm erhoffen sich er und sein Vater zumindest für eine Zeitspanne ihres kärglichen Lebens ein Stück von Reichtum und Macht, enden aber am Bußweg nach Rom – im Nacken die Malaise, vor sich die Sehnsucht nach einer strahlende Zukunft. Gespickt wird die Handlung mit unterhaltsame Verwicklungen, Verbrechen aus der Vergangenheit, Missetaten hoher Amtspersonen, politischen Rivalitäten und geheimnisvollen nächtlichen Handlungen. Alles mit dem Nestroyschen Augenzwinkern und ins Jetzt transferierten Couplets.

Nestroy: Höllenangst Volkstheater 3 Nestroy: Höllenangst Volkstheater 4 vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Apropos Couplets. Diese wurden vom Kabarettisten und Willkommen-Österreich-Autor Peter Klien der Zeitbezug gegeben; Musik und Sound sind von Clemens Wenger, einem Mitglied der Wiener Soul-Band 5/8erl in Ehr'n. Das Ensemble: Gábor Biedermann (Freiherr von Reichthal), Thomas Frank (Wendelin), Günter Franzmeier (Pfrim), Isabella Knöll (Rosalie), Laura Laufenberg (Baronesse Adele von Stromberg), Kaspar Locher (von Arnstedt), Valentin Postlmayr (Johann), Christoph Rothenbuchner (von Thurming), Claudia Sabitzer (Eva), Mario Schober (Gendarm), Stefan Suske (Freiherr von Stromberg) und Luka Vlatkovic (Ignaz). Die Regie führte Felix Hafner, der mit seinen 25 Lebensjahren die Kronjuwelen österreichischer Literaturgeschichte entstaubte und zu Hochglanz brachte. Das freute bei der Premierenfeier auch Hannibal Scheutz, Clemens Wenger und Max Gaier (3 der 5 Achterl in Ehr'n):

vergrößern

06.09.2017. Eine Premiere absagen zu müssen, zählt zu den Alpträumen von Theaterintendanten. Karin Bergmann war bestimmt nicht "amused", dass genau das nun passierte. Die heutige Vorstellung von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" wurde verschoben. Als Grund nannte man, dass das Ensemble noch weitere Probentage benötige, um das Regiekonzept von Leander Haußmann "final" umzusetzen. Mal sehen, was das werden wird – Haußmann hat ja bei seinem bisherigen Wirken nicht nur Zustimmung erfahren.

Burgtheater: Ein Sommernachtstraum 1 Burgtheater: Ein Sommernachtstraum 2
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

03.09.2017. Gelungener Beginn der Wiener Theatersaison: "Der Engel mit der Posaune" von Ernst Lothar im Theater in der Josefstadt (). Ein Pflichttermin für alle, die sich für österreichische Geschichte interessieren (Ende der Monarchie, Kollaps der Ersten Republik, Bürgerkrieg, Anschluss an Nazi-Deutschland).

Der Engel mit der Posaune 2 Der Engel mit der Posaune 1
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Stefan Smidt: "Gelungene Umsetzung des Romanes mit guten Regieeinfällen und geschickten Rückblenden. Bühnenbild und Darsteller in gediegener Josefstadt-Qualität." Zusatztipp für alle Cineasten: die Verfilmung von 1948 mit Paula Wessely, Attila Hörbiger, Hans Holt, Erni Mangold und anderen Film- und Bühnenstars der österreichischen Theaterszene.

Der Engel mit der Posaune 3 vergrößern
Foto © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

04.07.2017. Nein, auf dem Domplatz ist er heuer noch nicht gewesen, verrät Jedermann-Darsteller . Das hebe er sich für einen ganz besonderen, einen intimen Moment auf: "Ich möchte allein sein mit dem Domplatz" – vielleicht gehe ich in der Nacht hin.". Viel Zeit hat er nicht mehr, denn die Proben sind im vollen Gange. Drei Proben-Wochen liegen bereits hinter ihm und seinen Schauspielkolleginnen und Schauspielkollegen und drei Wochen haben sie noch vor sich bis zur Premiere. "Befruchtend, gut und von Neugier beseelt", beschreibt Moretti die bisheri Arbeit an der Neuinszenierung des Jedermann. Im kleinen Rahmen – sprich auf der Probebühne – funktioniere das, was da im Vorhinein "herumgekopft" wurde bereits sehr gut, sagt er. Nun sei er gespannt, ob das, was in diesem intimen Rahmen zwischen den Figuren geschaffen werden konnte, sich auch am Domplatz umsetzen lasse und vielleicht sogar potenziert werde.

Ob er ein Motto für die Proben benennen könne, möchte Schauspielleiterin Bettina Hering wissen, die die Moderation der Pressekonferenz übernimmt. "Nackt und bloß", antwortet Regisseur Michael Sturminger, er empfinde dieses großartige Ensemble als Geschenk. Alleine Edith Clever in der Rolle der Mutter des Jedermann zu erleben, das sei den Besuch des Stückes wert. "Ich bin sehr guten Mutes, dass uns der Sprung auf den Domplatz gelingen wird", sagt Michael Sturminger. "Der Dom, das ist ein großartiges Ungeheuer für mich. Die Fassade ist Architektur gewordene Rhetorik und für mich eine faszinierende Vorgabe", sagt der Regisseur. Der Domplatz sei für ihn übersetzte Macht, Schönheit und Transzendenz. "Alles Themen, die im Jedermann zentral sind." Wenn er vor dem Domplatz stehe und nach oben schaue, werde ihm schon ein wenig schwindelig. Wie winzig klein die Menschen vor dieser Kulisse wirken. Umso faszinierender finde er es, dass im Zentrum des Stückes ein einziger Mann stehe, der sein Schicksal im Spiegel dieser unglaublichen Größe vertreten muss.

Michael Sturminger Salzburg
Foto © Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

Die Buhlschaft ist "die größte kleinste Rolle der Welt". Sie wird in der Neuinszenierung des "Jedermann" von besetzt. Die Bedienung eines Klischees darf man also diesmal nicht erwarten – und das ist gut so! Reinsperger und Moretti übereinstimmend: "Die Buhlschaft ist mehr als nur die Tradition des Klischees der bürgerlichen Vorstellung von Sinnlichkeit." – "Ich verstehe manchmal gar nicht, wo dieses Denken her kommt. Da ist so viel zwischen den beiden. Sonst würde er sie nicht ernsthaft fragen, ob sie mit ihm in den Tod kommt. Gerade das Spiel zwischen ihr als Freigeist, die nicht abhängig ist von einem Mann, aber auch die Gemeinsamkeiten: das macht für mich den Reiz, die Erotik und die Anziehungskraft aus", so Reinsperger. Bin schon total gespannt, wie diese Inszenierung werden wird. Sturminger: "modern." Bin gespannt!

Reinsperger Moretti Salzburg
Foto © Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

  • Premiere: 21. Juli, 21.30 Uhr, Domplatz
  • Weitere Vorstellungen: 23., 28., 29. Juli; 3., 7., 8., 12., 14., 18., 20., 24., 26., 28. August
  • Website Salzburger Festspiele:

02.07.2017. Kommenden Dienstag (4. Juli) ist Premiere bei den . Gezeigt wird "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist (in einer Fassung, die Werner Prinz für die Schloss-Spiele Kobersdorf geschrieben hat). Die Proben waren vielversprechend, das gesamte Ensemble zeigte sich in Bestform. Es spielen Alexander Strömer (Walter, Gerichtsrat), Wolfgang Böck (Adam, Dorfrichter), Hannes Gastinger (Licht, Schreiber), Hannah Hohloch (Frau Marthe Rull), Saskia Klar (Eve, ihre Tochter), Michael Reiter (Veit Tümpel, ein Großbauer), Béla Emanuel Bufe (Ruprecht, sein Sohn), Erich Schleyer (Frau Brigitte), Andrea Köhler (Grete, Magd), Sophie Gutstein (Liese, Magd). Vorstellungsbeginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Weitere Spieltage: 6., 7., 8., 9., 13., 14., 15., 16., 20., 21., 22., 23., 27., 28., 29., 30. Juli 2017.

Kobersdorf 1 Kobersdorf 2 vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Inhalt (Beschreibung von Werner Prinz): Eigentlich hat es sich der Dorfrichter Adam ganz gut eingerichtet. Sein Zuhause und seine Amtsstube sind eins. Der Übergang vom Privaten zum Öffentlichen ist fließend. In seinem etwas heruntergekommenen Paradies versucht man, sich zu vertragen. Man kennt einander und achtet darauf, miteinander auszukommen. Recht gesprochen wird vielleicht nicht ganz nach dem Gesetz, aber doch so, dass jede und jeder damit irgendwie leben kann. Böse Zungen würden vielleicht von Korruption sprechen. Dieses System funktioniert aber zur Zufriedenheit aller, solange auch alle – auf mehr oder wenige gleiche Weise – davon profitieren.

Kobersdorf 3 Kobersdorf 4 vergrößern
Fotos © Stefan Smidt, www.foto-smidt.at

Doch nun geht der alte Genießer Adam einen Schritt zu weit und stürzt über seine Begierde. Die Lust treibt ihn nicht nur dazu, der jungen Eve nachzustellen. Er erpresst sie auch. Seine vermeintliche Macht macht das Mädchen erst einmal mundtot. Dass er selbst bei seinem überstürzten Sprung aus ihrem Fenster jenen Krug zu Fall gebracht hat, über dessen "Zerscherben" er nun zu Gericht sitzen muss, lässt ihn allerdings zu spielerischer Höchstform auflaufen. Vermutlich wäre die Sache auch schnell geregelt, stünde die Verhandlung nicht unter der Beobachtung des visitierenden Gerichtsrats. So aber muss Adam alle Tricks der Lüge, der Drohung und der Schmeichelei aufbieten, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Blitzschnell und mit bewundernswerter Unverfrorenheit erfindet er aus dem Augenblick heraus eine Finte nach der anderen. Der Richter redet sich um Kopf und Kragen. Das ist zutiefst menschlich, zutiefst komisch – und tieftraurig.

Siehe auch

[Werbung/PR]

Schaulust & Fotowettbewerb

Fotowettbewerb

Sicherheitstüren Thermen Wellness oesterreich-info.at Englisch Sprachkurs

Neu & aktuell

Social Network 50plus

Facebook Google plus YouTube Instagram Twitter Pinterest Flickr Veranstaltungen Deutschland Oesterreich Schweiz E-Privacy Info Amazon

© Texte + Fotos außer anders angegeben Andreas Hollinek 2017; www.50plus.at. Inhalte ohne Gewähr. Enthält ggf. PR, Werbung + Cookies, die Werbepartner wie Google (www.google.com) zur Nutzeranalyse verwenden (E-Privacy Info). SSL-Sicherheitszertifikat von Thawte. . Google+ Publisher. Impressum. Siehe auch unser Pressetext Service für Unternehmen.

Content Seeding in 50plus.at neu und aktualisiert bei 50plus.at