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Theater Blog
Blogger: . Fotos: Stefan Smidt.

Ein Blog mit Theaterkritik zu aktuellen Produktionen und Beiträgen zur Theaterszene in Österreich. Spielsaison 2018-19.

13.09.2019. Neues Spiel, neues Theaterglück. Burgtheater-Intendant Martin Kušej hat seine Arbeit begonnen. Die erste Produktion kann sich sehen lassen – auch wenn sie dem Publikum und dem Ensemble Ausdauer und Bereitschaft für Lautstarkes abverlangt. "In 'Die Bakchen' versucht Pentheus, der Erosion des öffentlichen Lebens mit polizeilichen und militärischen Mitteln Einhalt zu gebieten. Als er sich selbst in die Nähe der Bakchen begibt, wird er von diesen in Stücke gerissen. In verblendetem Triumph zieht Agaue, den Kopf ihres Sohnes in den Händen, nach Theben ein. Doch das grausame Erwachen bleibt ihr und der Stadt nicht erspart." (aus dem Beschreibungstext zum Stück)

Burgtheater: 'Die Backchen' 1
Foto © Stefan Smidt, Bildautor der Theaterfoto-Serie "Theatermomente"

Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Rasche arbeitet übrigens zum ersten Mal am . Mit seinen monumentalen Bühnenmaschinen, dem konsequenten Einsatz von Musik und großen Chören, sowie der strengen Fokussierung seiner Inszenierungen auf die Sprache hat er in den letzten Jahren viel Aufmerksam erregt. In den Hauptrollen spielen Franz Pätzold (Dionysos), Felix Rech (Pentheus), (Agaue), (Kadmos), Hans Dieter Knebel (Teiresias) und (Chorführer).

Burgtheater: 'Die Backchen' 2
Foto © Stefan Smidt, Bildautor der Theaterfoto-Serie "Theatermomente"

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14.08.2019. Heute habe ich Post von der "DLS-Musical Group" bekommen. Diese Gruppe aus Wien-Strebersdorf hat Erstaunliches geleistet: die Produktion eines selbst komponierten, selbst getexteten und selbst erarbeiteten Musicals. Ein Making-of-Video gibt Einblicke, wie es dazu gekommen ist:

Die Gruppe, die sich als "bunter, wunderschöner Haufen junger Menschen" beschreibt, "der vor Kreativität, Liebe und Leidenschaft sprüht" lässt ihr Stück in einem Dorf spielen, in dem jeder Tag "genutzt" werden soll; kein Risiko und keine Abweichung von der Norm sind erlaubt. Mitten in diesem langweiligen Leben sind Liam und Marianne gefangen. Die Zeit von Marianne läuft ab. Lilith, Frau Tod, hat den Glauben an die Menschheit und die Liebe bereits verloren. Die spannende Frage für alle, die "Carpe Diem – das Musical" sehen möchten: Können Liam und Marianne sie vom Gegenteil überzeugen, bevor es für alle zu spät ist? Die Eintrittskarten sind übrigens kostenlos – die Veranstalter freuen sich aber über eine freie Spende nach den Aufführungen. Nach sehr erfolgreichen Aufführungen im vergangenen Februar dieses Jahres gibt es von 8. bis 30. November 2019 weitere Vorstellungen (meistens am Freitag und am Samstag; am 24.11. an einem Sonntag).

DLS Musical Group: Carpe Diem! Das Musical
Gruppenfoto © Jürgen Hammerschmid

05.08.2019. Heuer wieder bei den Salzburger Festspielen () gewesen. Im "Haus für Mozart" das Klavier-Genie Igor Levit gehört. Er spielte 6 Bagatellen und 33 Diabelli-Veränderungen über einen Walzer von Ludwig van Beethoven sowie das Adagio aus der Symphonie Nummer 10 von Gustav Mahler. Virtuosissimo!

Einen Tag später auf der Perner-Insel Gorkis "Sommergäste" gesehen. Ebenfalls top – speziell auch das Bühnenbild. Dem Erzählfluss der Handlung entsprechend, hatte es sich stetig verwandelt und dem Stück zusätzlichen Sinn verliehen. Die Inszinierung hätte möglicherweise noch besser sein können – gleichwohl es für Evgeny Titov offenbar schwierig gewesen war, die Vorstellungen der krankheitsbedingt ausgefallenen Regisseurin Mateja Koležnik zu übernehmen. Im Wissen um diesen Umstand zeigten sich da und dort "Ungereimtheiten", die wohl auch Resultat der gravierenden Textkürzungen waren.

Was mir an "Salzburg" besonders gut gefällt: Man fühlt sich dort während der Festspielzeit als Teil einer großen Welt-Familie. Immer wieder trifft man auf den Straßen und Plätzen der Stadt Mitwirkende – die ganz gemütlich und ohne erkennbaren Personenschutz plaudernd die Zeit genießen. Vor dem Levit-Konzert entdeckte ich (unverwechselbar!) den so sympathischen Peter Sellars:

Salzburger Festspiele 2019 Peter Sellars
Foto © Andreas Hollinek

Siehe auch

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