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Wiener Festwochen

Wohl wissend, dass sich die Intimität und der besondere Flair der nicht auf eine 2-Millionen-Stadt übertragen lassen, haben sich die Wiener Festwochen anders positioniert. Dem "Festcharakter" trägt man mit einem "mutigen" Programm Rechnung. Es kommen Stücke mit starkem aktuellen Gesellschaftsbezug zur Aufführung und Experimentells, Genre-Übergreifendes und Innovatives haben jede Menge Platz. Eine sehr spannende Sache also. Homepage: .

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Die Neger

Als Beispiel sei ein Stück vorgestellt, das beim den Wiener Festwochen 2014 im Theater Akzent (www.akzent.at) gezeigt wurde. Es stammt vom französischen Autor Jean Genet und wurde vom Niederländer Johan Simons neu inszeniert. Im Stück "Die Neger" prangert er mit beißendem Spott das rassistische Klischee vom Schwarzafrikaner, der eine weiße Frau sexuell missbraucht und sie dann tötet. Und er lässt "Kolonialisten" auftreten, die das Treiben der "Neger" kommentieren und dem Mord eine groteske Strafexpedition folgen lassen. "Die Farbe der Leute auf der Bühne oder im Zuschauerraum ist keine Spiegelung der Gesellschaft. Statt darüber zu jammern, möchte ich dieses Problem thematisieren. Die Verwandlung der weißen Schauspieler wird nicht in der Maske, sondern auf der Bühne stattfinden, sie soll etwas Gewalttätiges, etwas Schmerzhaftes haben. Die äußere Farbe soll eine innere Revolte spiegeln", erklärt Johan Simons. Hier Szenenfotos aus dem Stück, wobei ich anmerken möchte, dass das das über die gesamte Spieldauer präsente (nackte) weibliche Opfer nur eine Wachsfigur ist.

Coup fatal

Ein "Coup genial" ist den Programmverantwortlichen der Wiener Festwochen () mit "Coup fatal" gelungen. Eine Männer-Truppe, bestehend aus Countertenor Serge Kakudji, Rodriguez Vangama (E-Gitarre), Costa Pinto (akustische Gitarre), Angou Ingutu (Bassgitarre), Bouton Kalanda (Likembe), Erick Ngoya (Likembe), Silva Makengo (Likembe), Tister Ikomo (Xylophon), Deb’s Bukaka (Balafon), Cédrick Buya (Percussion), Jean-Marie Matoko (Percussion), 36 Seke (Percussion), Russell Tshiebua (Gesang) und Bule Mpanya (Gesang), faszinierten von der ersten bis zur letzten Minute das Publikum mit einer Mischung aus Show Dance, melodischen afrikanischen Melodien, berührenden Arien von Georg Friedrich Händel und Christoph Willibald Gluck.

Inhaltlich kam eher wenig Eindeutiges "herüber". Dass z.B. ein bronze glänzender, eine Hintergrund-Bühne abgrenzender Vorhang aus Patronenhülsen-Schnüren bestand, musste man vorher gelesen haben, um darin ein Sinnbild zu erkennen. Ansatzweise konnte man aus neobarocken Szenen Kritik an selbstüberschätzender Eitelkeit und Selbstverliebtheit vermuten. Die Zuschauer aber nahmen dies aber mit Humor. Eindeutiger waren die Partien, in denen es um Trauer, Einsamkeit, Lebensfreude, Liebe und Sexualität ging – Cheak-to-Cheak-Tänzchen mit zwei Damen aus dem Publikum inklusive. Am Schluss gab es jedenfalls stehende Ovationen und den eindeutigen Wunsch nach einem Da-capo. Dem konnten oder wollten die Künstler leider nicht nachkommen.

Germinal

"Germinal" von Halory Goerger und Antoine Defoort in einer kurzen Zusammenfassung zu beschreiben, wäre ein unmögliches Unterfangen. Das im Odeon im Rahmen der Wiener Festwochen aufgeführte Stück ist so vieldeutig, so anders, so poetisch und so philosophisch, dass ihm im günstigsten Fall die Summe aller Abhandlungen gerecht werden könnte.

Die wichtigsten Zutaten: 1 Raum, 3 Männer, 1 Frau, 1 Projektionsfläche, 1 imaginärer Computer, der Gedanken an die Wand projizieren kann, 1 imaginärer Computer, der via Mikrofon(e) Sprache an die Wand projizieren kann, 1 imaginärer Computer, der einfach so Sprache (bzw. verschiedene Sprachen) und Bilder an die Wand projizieren kann, 1 telefonische Fern-Bestellabteilung für gesellschaftliche Existenzmodelle, 1 imaginärer Computer, der laufend die Chronik menschlicher Kommunikation aufzeichnet hat und die Gegenwart und das Ende markiert. Die Aufgabe der Protagonisten: die Gestaltung des Raums, das Ermöglichen gedeihlicher Kommunikation, die Verwaltung der Vergangenheit, das Bewusstmachen der Gegenwart und die Sinngebung für die Zeitspanne von der Gegenwart bis zum Ende.

Gut und zweckdienlich dabei ist: wenn jeder Mensch für sich selbst denken und reden kann und dies in seinem eigenen Namen tut; wenn die "bestellten" Existenzmodelle welche sind, die friedlich sind und Freiräume gewähren; wenn die gewählte Sprache eine ist, die man verstehen kann; wenn in der Zeitspanne von der Gegenwart Platz für Lebensfreude ist. Was für ein tiefsinniger Meilenstein im Theatergeschehen!

Eröffnung der Wiener Festwochen

Die feierliche Eröffnung der Wiener Festwochen findet immer am Platz zwischen dem Rathaus und dem statt. Der Eintritt ist frei, das Geschehen wird ins Fernsehen und auf eine große Videowand übertragen.

Tageskassen

Die beiden über alle Festspielwochen offen haltenden Tageskassen sind in 1060 Wien, Lehárgasse 3a, und im Foyer der Halle E+G des MuseumsQuartiers, 1070 Wien, Museumsplatz 1. Achtung: unregelmäßige Öffnungszeiten; an Sonntagen geschlossen. Tickets können natürlich auch über das Internet bestellt werden.

Ein weitere Höhepunkt der Wiener Festwochen 2014

Ein besonderes Gustostück bei den Wiener Festwochen 2014 war die Aufführung "Tararabumbia" von Dmitry Krymov. Kurz zum Inhalt: Bei einem Hochzeitsfest in Moskau erschießt sich einer der Gäste. Das tragische Ereignis löst eine gespenstische Show aus. Ununterbrochen wechseln die Kulissen und Schauplätze. Eine Szenerie, deren Bilderflut in permanenter Bewegung ist. Auf einem 35 Meter langen Laufsteg lassen 80 Schauspieler, Musiker, Sänger, Tänzer und Puppenspieler mit mehr als 500 Kostümen ein Panorama russischer Geschichte an unseren Augen vorbeidefilieren. Ein phantastischer, sehr unterhaltsamer Reigen aus verschiedenen Stücken von Anton Tschechow. Blendend dargestellt, großer Jubel im Publikum. Josef Kastl

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