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Jahwe / Gott / Allah

Juden, Christen und Muslime glauben an denselben Gott (jüdisch Jahwe [innerhalb des JHWH geschrieben], arabisch Allah). Einige Vorstellungen, was Gott ist, was er will, kann und mit uns Menschen vor hat, gehen auseinander. Die grundlegenden Verbindlichkeiten aber überwiegen.

Dazu gehört der Glaube, dass er der Schöpfer der Welt ist (siehe auch Stichwort ), dass er die Freiheit des Menschen will (uns aus jeglichem Sklavenhaus herausführt), dass er einer ist, den man um Hilfe anrufen und im Glück lobpreisen kann; weiters der Glaube an die Sinnhaftigkeit von Gottesdienst, die Pflicht zu karitativem Handeln gegenüber den Mitmenschen und der Glaube an ein Seelenleben nach dem Tod. Warum die geistlichen Oberhäupter und die gutgesinnten Gläubigen dieser drei Weltreligionen es zulassen, dass PolitikerInnen den jeweiligen Glauben missbrauchen, um die eigene Macht zu vermehren, und sich daran nach wie vor blutrünstigste Konflikte entzünden, zählt zu den permanenten Unverständlichkeiten der vergangenen Jahrhunderte und der Gegenwart.

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Und so grenzte es an ein kleines Wunder, dass den israelischen Präsidenten Schimon Peres und den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas dazu bewegen konnte, zu 2014 gemeinsam für den Frieden im Nahen Osten zu beten. Sein Schlussplädoyer damals war: "So möge nun der triumphieren und mögen die Wörter 'Teilung', 'Hass' und 'Krieg' aus den Herzen eines jeden Mannes und einer jeden Frau verbannt werden. Gott, vertreibe die Gewalttätigkeit unserer Zungen und Hände! Erneuere unsere Herzen und unseren Sinn, damit das uns allezeit vereinende Wort 'Bruder" sein möge, und unser Lebensweg immerzu: Shalom, Friede, Salaam! Amen."

Es wäre längst an der Zeit, dass auch die ReligionsführerInnen in der Welt ihre Brücken bauen und einträchtig der Sehnsucht nach Gott nachgehen. Vielleicht wird es einmal ein Zeit geben, in der es keine Tempel, Kirchen und Moscheen mehr gibt, sondern nur noch Gotteshäuser, in die Gläubige aller Glaubensrichtungen Zutritt haben, weise Schriften lesen und darüber wohlgesonnen diskutieren, Beten, Meditieren, Begegnungen suchen und sich darüber Gedanken machen, wie das Zusammenleben von Menschen am besten funktionieren kann. Arabische Inschrift auf einer Säule der christlichen Kirche " Santa Maria dell' Ammiraglio" ("Admiralskirche"; auch "La Martorana" genannt) in Palermo, Sizilien: "Es gibt keine [andere] Gottheit, außer Gott!"

Foto: Multimedia A. Hollinek

Gottesbeweise

Manchen Menschen ist es ein Bedürfnis oder ein Anliegen, einen Beweis für die Existenz Gottes zu finden. Glaube basiert aber seiner Wesen und seiner Wortbestimmung nach nicht auf Basis von Beweisbarem. Der Pater Boris Repschinski (ein ) schreibt in "JESUITEN – Mitteilungen der Österreichischen Jesuiten", Nr. 4, vom Dezember 2010: "Wir können uns nicht vorstellen, was vor dem Urknall war, oder wie unser Universum aus dem Urknall entstanden ist. Aber wenn man dann einfach sagt, da war Gott, dann ist dies an Fundamentalismus grenzende Naivität. Gott ist nicht einfach das letzte Glied in einer Kette von Ursachen. Man kann Gott nicht dadurch 'beweisen', dass man auf von Naturwissenschaft nicht erklärbare Phänomene zeigt. [...] Die Aufgabe der Theologie ist vielmehr die Frage nach der Art und Weise, wie der Glaube an Gott und das Reden von Erlösung und Gnade in unserer Welt überhaupt Sinn macht."

Al asmaa al husnaa – die im menschlichen Sinn positiven Eigenschaften von Gott

Eine schöne Sammlung, wie Gott (auch und möglicherweise) ist, überlieferte Abu Hurairah. Jenem / jener, der sie alle aus dem Gedächtnis aufsagen kann, ist das Paradies versprochen. Anmerkung: Bezüglich der korrekten, treffenden und im ursprünglichen Sinn gemeinten Übersetzung gibt es starke Unterschiedlichkeiten. Gerne nehmen wir Ihre diesbezüglichen Verbesserungsvorschlag an (bitte E-Mail an hollinek@50plus.at).

  • der Mächtige
  • der Allmächtige
  • der uns führt
  • der uns Sicherheit durch den Glauben garantiert
  • Quelle und Geber von Frieden
  • der Reinste und Heiligste
  • der alles besitzt und regelt
  • der Barmherzigste
  • der Gnädigste
  • der einzige Gott
  • der alles weiß
  • der um alle Schwierigkeiten weiß und diese beseitigt
  • der uns ewig gibt
  • der uns alles gibt
  • der über alles bestimmt
  • der uns für immer vergibt
  • der Form gibt
  • der Macher
  • der Schöpfer
  • der Königliche
  • der Gerechte
  • der Richter
  • der alles sieht
  • der alles hört
  • der Demütiger der Unterdrücker ihrer Mitmenschen
  • der Ehre verleiht
  • der uns erhöht
  • der uns demütig werden lässt
  • der Erlöser
  • der uns Schranken setzt
  • der uns nährt
  • der uns schützt
  • der Größte
  • der Höchste
  • der uns Gutes dankt
  • der uns alles vergibt
  • der Großartige
  • der Dulder
  • der alles bemerkt
  • der Sanfte
  • der neues Leben erweckt
  • der Glorreichste
  • der die Liebe ist
  • der Weiseste
  • der Allumfassende
  • der uns Antworten auf unsere Fragen gibt
  • der Aufmerksame
  • der Freigiebige
  • der zu verehrende
  • der zu urteilen weiß
  • der alles wieder gut macht
  • die Quelle von allem
  • der Richter
  • der Verehrenswürdigste von allen
  • der Helfer in der Not
  • der Starke
  • der Stärkste
  • der für alles zuständig ist
  • die Wahrheit
  • der Zeuge
  • die absolute Autorität
  • der ewig ist und in sich glücklich ist / sich selbst genügt
  • der alles in allem ist
  • der einzig und einzigartig ist
  • der Noble
  • der alles findet
  • der ohne allem auskommende Geber
  • der Ewige
  • der uns das Leben nimmt
  • der uns das Leben schenkt
  • die Quelle aller Mitmenschlichkeit
  • der über alles Erhöhte
  • der Fürst
  • der zugleich Verborgene und zugleich Offenbarte
  • der Siegreiche
  • der Letzte
  • der Erste
  • der Aufschub gewährt
  • der voran schreitet
  • der mit der meisten Energie
  • der alles wertvoll macht
  • der von nichts abhängig ist
  • der alles zusammen hält
  • der Gerechtigkeit durchsetzt
  • der Reiche, der niemanden braucht
  • der Majestätsvolle
  • der Inhaber aller Reichtümer
  • der mit uns mitfühlt
  • der uns vergibt
  • der Böses rächt
  • der unsere Buße annimmt
  • der Unvergleichliche
  • der uns den Weg weist
  • das Licht
  • der Segen bringt
  • der Leid zulässt
  • der für alles Vorsorge trifft

Leserbrief

Frau Brigitte Gadnik-Jiskra schrieb uns am 11.06.2012 eine E-Mail zu obenstehendem Beitrag:

"Auf der Suche der Beschreibung des Wortes Jahwe bin ich zufällig auf Ihre Seite gestoßen. Ebenso wie Sie, finde ich es auch sehr bedenklich, dass die PolitikerInnen dieser Welt in keiner Weise die ursprünglichsten Grundregeln der Nächstenliebe praktizieren. Die unendliche Gier und der Narzissmus sind prägend für unsere Epoche. Die Grundregel, die in allen Religionen der wesentlichste Leitsatz ist: 'Behandle deinen Nächsten so, wie du selbst behandelt werden möchtest.' – Dazu möchte ich bemerken, dass ich keiner Religionsgemeinschaft angehöre.

Die lange Liste auf Ihrer Seite zur Wortfindung Gottes hat mich nachdenklich gestimmt. Alle Namensvorschläge haben einen männlichen Artikel! Wenn ich mit dem Göttlichen kommuniziere, so fällt es mir aufgrund meiner (leider) katholischen Erziehung immer noch schwer, den alten, bärtigen Mann zu verdrängen, dem ich mich niemals anvertrauen würde. Für mich hat Gott weibliche Wesenszüge wie: die Geborgenheit, die Mutterliebe, das Verständnis, die Vergebung, die Geduld, die Güte usw.

Der männliche Gott auf unseren Kirchenfresken steht als Symbol der Überheblichkeit, der Strafe, der Zurechtweisung, der Verstoßung, der Verdammnis, der Angsteinflößung, der Macht – und dies ganz bewusst – um uns klein und demütig zu halten um uns von den Herrschenden noch besser unterdrücken zu lassen. Diese Gottesdarstellung rührt noch aus einer Zeit, in der die Kirche und der Staat gemeinsam über das Volk regierten. Und dies wird ohne zu hinterfragen bis zum heutigen Tag unreflektiert übernommen. Wir stecken noch im Mittelalter.

Mein Gott hätte einen Namen wie zum Beispiel die Beschützung, die Liebe, die Geborgenheit, die Kraft ...

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