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Migräne

Unter Migräne versteht man typischerweise halbseitige, anfallsartige , welche periodisch wiederkehren und von diversen Zusatzsymptomen begleitet werden können. Bis zu 15 Prozent der Österreicher leiden an Migräne, wobei Frauen doppelt so häufig als Männer betroffen sind. Die Krankheit beginnt in den meisten Fällen im Pubertäts- bzw. jungen Erwachsenenalter. Eine familiäre Migränehäufung ist bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen nachweisbar.

Mögliche Auslöser von Migräneattacken (individuell sehr unterschiedlich)

Migräneformen

  • Migräne ohne Aura (80 Prozent)
    Attackenartiger, halbseitiger Kopfschmerz, pulsierend oder bohrend, welcher sich in der Regel bei körperlicher Anstrengung verstärkt. Die Betroffenen zeigen ein großes Ruhebedürfnis und meiden Licht und Lärm. Erhöhte Geruchsempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Blässe, Tränenfluss, vermehrtes Harnlassen, aber auch Durchfall sind mögliche Begleitsymptome. Eine Attacke dauert zwischen 2 bis 72 Stunden, verschwindet aber meist spätestens nach dem Nachtschlaf. Mehr als die Hälfte der Betroffenen leiden unter 1 bis 6 Anfälle pro Monat.
  • Migräne mit Aura
    Unter Aura versteht man neurologische Reiz- oder Ausfallsymptome, welche meist dem Migränekopfschmerz vorausgehen und etwa 5 bis 25 Minuten, maximal 60 Minuten, andauern. Am häufigsten beobachten Patienten visuelle Symptome, wie Augenflimmern oder Gesichtsfeldausfälle (blinde Flecken). Seltener kann es zu Schwindel, Ameisenkribbeln, Muskelschwäche oder Wortfindungsstörungen kommen.
  • Migräne-Sonderformen (sehr selten)
    Dazu zählen u.a. Migräneattacken mit prolongierter Aura (dauert mehr als 1 Stunde), Anfälle mit Augenmuskellähmungen oder anderen, intensiven neurologischen Symptomen.

Komplikationen

  • Status migraenosus: Die Migräneattacke dauert, trotz Therapiemaßnahmen, länger als 72 Stunden oder es kommt zu Anfällen, welche sich ständig wiederholen – mit jeweils nur kurzen, symptomfreien Intervallen (weniger als 4 Stunden).
  • Migränöser Schlaganfall (selten)

Diagnose

Grundsätzlich gilt, dass jedes neu auftretende Kopfschmerzleiden oder jeder – sich im Laufe des Lebens verändernde – Kopfschmerz medizinisch abgeklärt werden sollte. Genaue Anamnese, das Führen eines Kopfschmerzkalenders und ausführliche neurologische Untersuchung stellen die Basisdiagnostik dar. Ergänzende Untersuchungen, wie Schädel-CT, EEG, Nasennebenhöhlenröntgen, augenfachärztliche und internistische Abklärung (z.B. Blutdruck) dienen zur Abklärung eventuell vorhandener Kopfschmerz-Ursachen.

Therapie im Abfall

  • Reizabschirmung
  • Medikament gegen Übelkeit/Erbrechen (Metoclopramid), etwa 20 Minuten vor Schmerzmitteleinnahme
  • Schmerzmittel (Aspirin-Brausetablette, Paracetamol, Ibuprofen); bei schweren Anfällen werden alternativ sogenannte Triptane verabreicht (Achtung: Nicht geeignet bei Vorerkrankungen des Herzens). Zu Beginn eines Anfalls können auch Ergotaminpräparate hilfreich sein, jedoch dürfen sie nicht gemeinsam oder im kurzen Abstand zu Triptanen eingenommen werden.
  • Versagen oben genannte Migränemittel bzw. sind sie für den Patienten nicht geeignet, so stehen in schweren Fällen, besonders im Status migraenosus, schmerzstillende Kurzinfusionen zur Verfügung.
  • Achtung: Medikamente zur Behandlung von Migräne können bewirken, auch ist die Gefahr gegeben, dass häufiger Gebrauch schmerzstillender Medikamente erneut zu Kopfwehattacken führt. Besprechen Sie Ihre persönliche Migränetherapie stets mit Ihrem Arzt.

Vorbeugung

Eine Prophylaxe erscheint sinnvoll bei

  • mehr als 3 Attacken pro Monat
  • mehr als 48 Stunden Attackendauer
  • starken neurologischen Symptomen

Als Mittel der Wahl wird Erwachsenen Propranolol verabreicht, es stehen jedoch auch andere Substanzklassen zur Verfügung. Ergänzend sollen Entspannungstechniken, Biofeedback, Änderung des Lebensstils, TCM und die Meidung individueller Auslöser die Anfallshäufigkeit und -intensität mindern. Siehe dazu auch

Verlauf

Oft beobachten Frauen eine Linderung ihres Migräneleidens während der Schwangerschaft bzw. ab der Menopause. Generell wird, auch bei Männern, häufig eine Besserung im beobachtet.

Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

Siehe auch

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