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Zen im Alltag

"Form und Leerheit offenbaren sich in den hundert konkreten Dingen und den zehntausend Phänomenen", lehrte Eihei Dogen. Im großen Ozean der Wirklichkeit haben wir Menschen, abhängig vom , unterschiedliche Gründe, warum wir zu einer bestimmten Religion Zuflucht nehmen. Fällt unsere Wahl auf den , lernen wir, dass die absolute Wahrheit die ist, dass es keine unabhängige Existenz gibt und alles einem kontinuierlichen Wandel ausgesetzt ist.

Wie aber lässt sich diese absolute Wahrheit mit unserem Alltag mit Arbeit, sozialer Verantwortung und Freizeit vereinbaren? Wie lassen sich Buddhas Worte "Alle Wesen, die große Erde und ich sind gleichzeitig zur Wahrheit erwacht" mit meinem konkreten Leben hier und jetzt vereinbaren? Fragen, die sich jeder Zen-Praktizierende, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, früher oder später stellt. Fragen, die wie alle Fragen selbstverständlich legitim sind, die aber einem gewissen Missverständnis dessen unterliegen, was ist. Dem Missverständnis nämlich, dass und , die absolute Wahrheit und das Leben im Alltag, wir und alle Dinge dieser Welt, seien voneinander getrennt.

Leerheit ist Form, Form ist Leerheit. Das ist die Hauptbotschaft des Sutra der großen Weisheit, und erinnert uns damit, dass es zwischen der Leerheit und der Form keine Trennung geben kann. Eine Botschaft, die vor Augen führt, welche zentrale Bedeutung das Verständnis von für die richtige Deutung der wichtigsten Lehren des hat. Sunayata bedeutet, dass alle Dinge ohne ein fixes Selbst sind, ohne eigene Existenz und vergänglich sind und deshalb Leerheit sind.

Für Meister Dogen, der von China nach Japan brachte, hat die Lehre, dass Form Leerheit ist und Leerheit Form, umfassende Konsequenzen für die buddhistische Sicht der Realität. Denn weil die Leerheit Form ist und die Form Leerheit, sind alle Phänomene Prajna (sankrit) Weisheit. Nach Dogen ist Prajna die große umfassende Weisheit, die alle Dinge und Phänomene im ganzen Universum durchdringt. Prajna existiert bereits bevor das menschliche Bewusstsein die Daseinsformen wahrnimmt und in Begriffe und Konzepte verwandelt. Dogen zufolge ist jede Existenz geistiger oder physischer Art, im Hier und Jetzt, Form und Leerheit zugleich und deshalb Prajna. Alle Erscheinungen so wie sie sind, also auch unsere Arbeit und unsere Probleme sind Prajna und stellen für uns eine Möglichkeit zur Realität dieses Augenblicks zu erwachen dar und den Weg durch unser Tun und Handeln zu verwirklichen.

Doch wie können wir den Weg durch unser Tun und Handeln auch im alltäglichen Leben verwirklichen? Der stützt sich auf die Lehren des Lotus-Sutra und gibt folgende Anleitungen:

  • Dana – grozügig geben
  • Priya-akhyana – gütig und wohlwollend reden
  • Artha-carya – hilfreich handeln und
  • Samana-arthata – mit anderen gut zusammenarbeiten

Die Realität im Buddhismus trennt also nicht zwischen religiöser Praxis und Alltagsleben, weil alles, dem wir begegnen Prajna ist und die absolute Wahrheit lehrt. Eine Einsicht, die wir während immer wieder aktualisieren. Denn durch Zazen, indem wir unsere Aufmerksamkeit auf die Körperhaltung, die Atmung und den Geist legen, werden wir uns immer wieder des Prozesses der mentalen Aktivität gewahr: Erinnerungen, Hoffnungen und andere selbstbezogene Meinungen kommen und vergehen wieder; die Gedanken stehen in enger Verbindung mit unseren Sinnen, und unsere Sinne reagieren wiederum auf unser unmittelbares Umfeld; verwirklichte Einheit von Innen- und Außenwelt. Eine Einsicht, die uns lehrt, dass es ein relative und eine absolute Sicht der Wirklichkeit gibt: Aus der relativen Sicht müssen wir in unseren Leben Ziele erreichen, Leistung erbringen, Schwierigkeiten erdulden, oder sind zufrieden und glücklich, so wie alles ist. Aus der absoluten Sicht der Wirklichkeit sind alle Aspekte unseres Lebens eigene Facette des grenzenlosen Ozeans der Wirklichkeit.

Meiyo Pedro Perez Vargas

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