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Inkontinenz

Der Verlust der Kontrollfunktion von Blase und/oder Darm ist für sehr viele Menschen ein Problem – mehr als 10 Prozent aller Frauen und 5 Prozent aller Männer in Mitteleuropa sind davon betroffen. Zu den physiologischen Schwierigkeiten kommen meist auch noch psychische Belastungen. Das Thema wird von unserer Gesellschaft . Die Aussichten auf Heilung oder Besserung sind gut, für schwere Fälle hält die Industrie zahlreiche sehr wirkungsvolle Hilfen bereit (siehe Stichwort ). Fachkundige Infos zum Thema Inkontinenz finden Sie auf .

In Österreich kann etwa eine Million Menschen den Abgang von Harn oder Stuhl nicht kontrollieren. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass Blase oder Darm schwach werden – ab 80 ist bereits jede bzw. jeder Dritte inkontinent. Die Ausprägungen sind vielfältig: Manche verlieren Harn beim Husten, Lachen oder Stiegen steigen, manche müssen ständig zur Toilette – auch nachts, was zusätzlich belastet. Andere wiederum verlieren Darminhalt. "Erkrankungen des Beckenbodens, zu denen Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und die Senkung von Beckenorganen zählen, sind vor allem bei Frauen weit verbreitet. Etwa ein Viertel aller Frauen leidet an mindestens einem dieser Probleme. Schwangerschaft und vor allem ein schwieriger Geburtsverlauf sind ganz wesentliche Risikofaktoren, später eine Inkontinenz zu entwickeln", erklärt Gynäkologe Prof. Dr. Lothar Fuith, Präsident der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) der alljährliche stattfindenden Welt-Kontinenz-Woche.

Weniger als die Hälfte sucht Hilfe

Trotz des enormen Leidensdrucks leidet mehr als die Hälfte aller Betroffenen still und aus falschem Schamgefühl. Eine österreichische Befragung zeigte, dass knapp 70 Prozent der Patienten mit Harninkontinenz noch nie in ärztlicher Behandlung waren!1 „Inkontinenz ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Dennoch ist das Volksleiden ein Tabuthema", so Fuith. Aus diesem Grund wird die MKÖ anlässlich der internationalen Aktionswoche Betroffene informieren und ihnen konkrete Unterstützung anbieten. Die MKÖ lädt zu Informationsveranstaltungen, bei denen Experten Vorträge halten und kostenlose sowie vertrauliche Beratung anbieten, es werden kostenlose Info-Pakete verschickt und man kann sich von Experten per Telefon sowie E-Mail beraten lassen. Weiters wurden neue Infoblätter zu den Themen Sexualität sowie Verstopfung entwickelt und ein Selbsttest online gestellt, der die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer behandlungswürdigen Inkontinenz sichtbar macht und betroffenen Menschen Mut geben soll, den Hausarzt anzusprechen.

Hausarzt hat Schlüsselfunktion

Der Allgemeinmediziner nimmt häufig als erster Ansprechpartner eine Schlüsselrolle in der Erkennung einer Inkontinenz ein. "Als Familienarzt betreut der Arzt für Allgemeinmedizin seine Patienten über Jahre – manchmal ein Leben lang. Damit kennt er die Patienten und ihre gesundheitlichen Probleme und ist immer wieder auch mit dem Thema Inkontinenz konfrontiert", sagt Dr. Christoph Dachs, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM). Da sich Betroffene häufig nicht einmal ihrem Hausarzt anvertrauen, ist es wichtig, dass der Mediziner den ersten Schritt macht und seine Patienten nach der Kontinenz fragt. "Er kann das Thema zum Beispiel im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, aber auch bei seinen älteren, stark übergewichtigen oder schwangeren Patienten behutsam ansprechen, das erste Diagnosegespräch führen und eine Therapie einleiten. Ist die Fragestellung komplexer, koordiniert er in Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachdisziplinen die weiterführende Betreuung der Patienten."

Noch passiert dies deutlich zu selten. Um Allgemeinmediziner bei ihrer wichtigen Aufgabe zu unterstützen, stellt die MKÖ den neuen Leitfaden "Inkontinenz: Diagnose & Therapie von Blasen- und Darmschwäche" für die allgemeinmedizinische Praxis zur Verfügung. Er wurde gemeinsam mit der ÖGAM entwickelt und enthält die wichtigsten Informationen zur Diagnose und Therapie von Blasen- und Darmschwäche sowie Hinweise auf MKÖ-zertifizierte, spezialisierte Einrichtungen (Kontinenz- und Beckenbodenzentren) und Fachpersonen in ganz Österreich für die weiterführende Patientenversorgung.

Die schwache Blase des starken Geschlechts

Inkontinenz ist bei Frauen zwar insgesamt häufiger, sie ist jedoch nicht vorrangig ein Frauenleiden, auch wenn dies oft so wahrgenommen wird. Bei Frauen ist das Thema auch gesellschaftlich "akzeptierter", weil es mit dem positiven Faktor Geburt verknüpft wird. "Bei Männern ruft die Blasenschwäche nach Prostata-Operationen negative Assoziationen wie Krebsleiden und Impotenz hervor. Dazu reden sie noch weniger oft darüber als Frauen und isolieren sich sozial", weiß Urologe und MKÖ-Vorstandsmitglied Oberarzt Dr. Michael Rutkowski. "Etwa die Hälfte aller Männer wartet bis zu fünf Jahre, bis sie den Arzt wegen ihrer Inkontinenzprobleme kontaktieren." Die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen: Krankenstände und sinkende Produktivität beeinträchtigen das Berufsleben, Verringerung sozialer Interaktionen wie Reisen und das Privatleben. Beziehungen und der Selbstwert leiden. Rutkowski: "Dazu kommt die Angst, eine Belastung zu sein und dass Mitmenschen Harngeruch bemerken könnten. Das lässt viele mitunter in eine Depression schlittern."

Größtes Tabu Darmschwäche

Noch dramatischer ist die Situation, wenn unkontrolliert Darminhalt verloren wird. "Wenige Menschen mit Stuhlinkontinenz bitten ihren Arzt um Hilfe. Weil sie sich schämen, weil sie nicht wissen, welcher Arzt der richtige ist und/oder weil sie gar nicht wissen, dass Behandlung möglich ist", so die Chirurgin mit Spezialgebiet Proktologie und MKÖ-Vorstandsmitglied Oberärztin Dr. Michaela Lechner. "Doch auch hier kann der Hausarzt gut helfen – durch ein einfühlsames Gespräch, eine körperliche Untersuchung und eine konservative Therapie, das bedeutet Behandlung ohne Operation."

Welt-Kontinenz-Woche: Rat für Blase & Darm

Die alljährlich im Juni stattfindende "Welt-Kontinenz-Woche" veranlasst Fachgesellschaften und helfende Vereinigungen zu allerlei Aktivitäten. Auch die MKÖ ist dann besonders aktiv, um das schambesetzte Leiden ein Stück weit aus dem Tabu zu holen und Betroffenen konkrete Informationen über die Möglichkeiten der Vorbeugung sowie der Behandlung zu geben – wie immer unentgeltlich und mit höchster Diskretion. Denn Inkontinenz ist in vielen Fällen behandelbar! "Scham und mangelnde Information beziehungsweise der Irrglaube, dass Inkontinenz eine irreversible Folge des Alterns und somit unabwendbares Schicksal sei, verhindern häufig eine erfolgreiche Behandlung. Was viele betroffene Menschen nicht wissen: Für jede Form der Blasen- und Darmschwäche gibt es verschiedenste Hilfsmaßnahmen, mit denen Linderung und oft auch Heilung erzielt werden können", sind sich alle Experten einig.

Häufigste Formen der Inkontinenz

Häufigste Formen von Inkontinenz (einzeln und in Kombination): bzw. ; und . Blasenentzündungen können das Problem Blasenschwäche verstärken. Was Sie vorbeugend dagegen tun können:

Viel Trinken

Muskeltraining und Biofeedback

Inkontinenz und fortgeschrittenes Alter

In rund der Hälfte der Fälle ist Inkontinenz das entscheidende Kriterium bei der Entscheidung, ob man Angehörige der Betreuung durch ein anvertrauen möchte. Mangelndes Wissen um die Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz erschweren den Alltag von Betroffenen sowie deren Pflegepersonen und führt dadurch unter Umständen vorschnell zum – so sehr das Leben verändernden – Schritt zur Heimbetreuung.

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