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Herzinfarkt

Der Herzinfarkt stellt eine der gefährlichsten Gefäßverschlusserkrankungen im dar und ist Todesursache Nummer eins in Westeuropa. In Österreich erleiden innerhalb eines Jahres etwa 350 von 100.000 Menschen einen Herzinfarkt, Männer sind zweimal häufiger betroffen als Frauen. Auf Basis einer bereits bekannten Herzkrankheit, koronare (KHK), aber auch plötzlich und völlig unerwartet (bei Menschen ohne Herzbeschwerden in der Vergangenheit) kann es zu völligem bzw. hochgradigem Verschluss eines Herzkranzgefäßes und in Folge zur Minderversorgung eines Herzmuskelbereiches kommen.

Herzinfarkt
Foto © Andreas Hollinek

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Risikofaktoren

Beschwerdebild

  • plötzlicher Schmerz in der Brustmitte
  • Ausstrahlung des Schmerzes in den (meist) linken Arm, oder in die Hals/Unterkieferregion, den Oberbauch oder Rücken
  • Schwächegefühl
  • Angst
  • Atemnot
  • Übelkeit (eventuell mit Erbrechen)
  • Schwitzen
  • in schweren Fällen Bewusstlosigkeit

Achtung: Bis zu 20 Prozent aller Herzinfarkte sind "stumme" Infarkte, d.h. sie zeigen keinerlei Schmerzsymptomatik (häufig bei älteren Menschen und/oder Diabetikern). Eventuell ist lediglich Unwohlsein und Druckgefühl im Oberkörper bemerkbar. Auch kann sich ein Herzinfarkt völlig untypisch zeigen (insbesondere bei Frauen), d.h. ohne Symptome im Brustbereich zu verspüren, erleiden diese Menschen einen Infarkt – mögliche Hinweise: Rückenschmerzen, Übelkeit, Oberbauchbeschwerden, Schwäche- / Krankheitsgefühl.

Zunehmende Beschwerden im Rahmen einer bereits bekannten Angina-pectoris-Erkrankung, wie verstärkte Schmerzsymptomatik, verlängerte Anfallsdauer, Anstieg der Häufigkeit der Anfälle, Beschwerden bereits in Ruhe, bzw. schneller Verbrauch der entsprechenden Medikamente, aber auch jedes erstmalige Auftreten von Herzbeschwerden und/oder Atemnot müssen unverzüglich ärztlich abgeklärt bzw. behandelt werden.

Zögern sie nicht und rufen Sie bei entsprechenden Beschwerden sofort den Notarzt (Notrufnummer 144)! Je früher die medizinische Behandlung einsetzt, desto geringer wird das Herz nachhaltig geschädigt.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung
  • EKG
  • Blutabnahme und Laboranalyse diverser Marker
  • Herzultraschall
  • Herzkatheter
  • MRT

Therapie

  • Bei (Atem-) und Herzstillstand: Sofort mit der Reanimation beginnen! Siehe dazu:
  • Sicherung / Wiederherstellung / Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion
  • Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchblutung im betroffenen Areal
  • Schmerztherapie, Ruhigstellung
  • Therapie von Komplikationen (z.B. Herzrhythmusstörungen)
  • Medikamentöse Prophylaxe eines Wiederauftretens
  • Rehabilitation
  • Änderung des Lebensstils

Vorbeugung

Vermeidung bzw. Senkung oben genannter Risikofaktoren (falls möglich) mittels

  • körperlicher Aktivität (vor Trainingsbeginn: Hausarzt aufsuchen; Aktivität dem eigenen Körper und Gesundheitszustand angepasst – mindestens dreimal pro Woche für ca. 15-60 Minuten; Sport senkt das Herzinfarktrisiko bei Über-50-Jährigen um rund 30 Prozent)
  • gesunder Ernährung (wenig Fleisch, viel Fisch, viel Gemüse, essen, , Erdnüsse, rote Traubensäfte, am Abend und/oder zu Speisen ein Achterl (und nicht mehr davon), , usw.)
  • ausgewogenem Lebensstils (viel frische Luft, Stressminderung / Bewältigungsstrategien)
  • Optimaler Blutdruck- und Diabeteseinstellung

Frauen sterben häufiger als Männer mit vergleichbaren Risikofaktoren

Herzinfarkte sind für Frauen bedrohlicher als für Männer. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat jetzt herausgefunden, dass Frauen insbesondere im ersten Jahr nach einem Infarkt einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt sind, zu sterben, als Männer mit vergleichbarer Krankengeschichte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler appellieren deswegen an die behandelnden Ärzte, gerade in den ersten 365 Tagen Infarktpatientinnen besonders intensiv zu betreuen.

Herzinfarkte gelten nach wie vor als Männerkrankheit. Das stimmt insofern, als dass Männer ungefähr zwei Drittel der Patienten ausmachen, die wegen Infarkten stationär behandelt werden. Studien aus den vergangenen Jahren zeigen aber, dass Frauen öfter an Herzinfarkten und ihren Folgen sterben als Männer. Einer der Gründe dafür ist, dass Frauen "andere" Herzinfarkte bekommen: Zum Zeitpunkt des Infarkts sind sie statistisch gesehen 10 Jahre älter und haben häufiger Begleiterkrankungen wie . Zudem werden Infarkte bei Frauen seltener durch lokale Gefäßverengungen ausgelöst, die vergleichsweise leicht erweitert werden können. Stattdessen sind die Herzarterien häufiger diffus befallen; lokale Dehnungsversuche sind in diesen Fällen wenig aussichtsreich.

"Wir wollten herausfinden, ob die Gefahr, nach einem Herzinfarkt zu sterben für Frauen auch dann größer ist, wenn man solche Faktoren herausrechnet", beschreibt Erstautorin Dr. Romy Ubrich den Ansatz ihrer Untersuchung. Als Grundlage der Arbeit dienten Patientendaten, die in zwei Studien ("ISAR-RISK" und "ART") mit insgesamt rund 4100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesammelt wurden.

"Schaut man sich den gesamten Untersuchungszeitraum von 5 Jahren nach dem Herzinfarkt an, gibt es keine auffällig großen geschlechtsspezifischen Unterschiede, wenn man Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen und Art der Behandlung herausrechnet", sagt Romy Ubrich. "Überrascht haben uns aber die Daten für die ersten 365 Tage nach dem Infarkt: In diesem Zeitraum starben Frauen mehr als anderthalb mal so häufig wie Männer."

Dafür gibt es verschiedene mögliche Gründe. Prof. Georg Schmidt, Kardiologe in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des TUM-Universitätsklinikums rechts der Isar und Letztautor der Studie, vermutet, dass gesellschaftliche und psychische Gründe eine wichtige Rolle spielen. "Im Alltag werden nach einem Herzinfarkt oft andere Anforderungen an Frauen gestellt, als an Männer. Sie sollen schneller wieder 'funktionieren' und sind dadurch größeren Belastungen ausgesetzt", sagt Georg Schmidt. Ein weiterer wichtiger Faktor sind depressive Erkrankungen. Studien haben gezeigt, dass diese nicht nur für sich genommen gefährlich sind, sondern auch einen Risikofaktor bei anderen Erkrankungen darstellen.

In den Studien, aus denen die Daten für die aktuelle Untersuchung stammen, wurden sogenannte psychosoziale Faktoren allerdings nicht erfasst. Zukünftige Studien müssten zeigen, ob diese der Hauptgrund für die festgestellten Unterschiede sind, oder ob es andere, möglicherweise biologische Gründe gibt, sagt Georg Schmidt. In jedem Fall seien jetzt die Ärztinnen und Ärzte von betroffenen Frauen gefragt: "Unsere Studie zeigt, dass es im ersten Jahr nach einem Infarkt wichtig ist, sich besonders intensiv um Infarktpatientinnen zu kümmern."

Schmidts Appell richtet sich insbesondere an Hausarztpraxen: "Die Kolleginnen und Kollegen müssen in Hinblick auf die soziale Situation der Patientinnen aufmerksam sein und versuchen, Hilfestellungen zu geben. Gerade nach Anzeichen von Depressionen muss stärker Ausschau gehalten werden. Wenn man solche Anzeichen bemerkt, ist es wichtig, die Patientinnen schnell an Fachpraxen zu vermitteln, um gegebenenfalls möglichst bald mit einer Therapie beginnen zu können."

Publikation: R. Ubrich, P. Barthel, B. Haller, K. Hnatkova, K.M.Huster, A. Steger, A. Müller, M. Malik, G. Schmidt."Sex differences in long-term mortality among acute myocardial infarction patients: Results from the ISAR-RISK and ART studies". PLOS ONE 12(10): e0186783 (2017). DOI: 10.1371/journal.pone.0186783

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Lektorat dieser Seite durch
Dr. med. Simone Höfler-Speckner

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