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Verstopfung / Obstipation

Welche Stuhlfrequenz sich normalerweise einstellt, ist individuell und situationsbedingt höchst unterschiedlich und schwankt im Durchschnitt zwischen dreimal pro Tag bis einmal jeden dritten Tag. Längere Perioden ohne Stuhlgang werden als Verstopfung bezeichnet. Siehe dazu auch den Beitrag . Rund 30 Prozent der älteren Bevölkerung Mitteleuropas leiden an diesen Stuhlunregelmäßigkeiten, wobei Frauen zirka doppelt so häufig betroffen sind als Männer. Zu den möglichen Anzeichen und Begleiterscheinungen einer Obstipation zählen die untenstehenden Beschwerden – insbesondere dann, wenn sie mehr als 25 Prozent der Defäkationen betreffen:

  • Stuhlfrequenz weniger als dreimal pro Woche
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang notwendig
  • Mühsames Stuhlabsetzen
  • Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung
  • Völlegefühl
  • Stuhldrang kann fehlen oder aber auch (unproduktiv) ständig vorhanden sein
  • Harter, trockener oder knolliger Stuhl
  • Weiche Stuhlqualität nur unter Therapie möglich

Ratgeber der MKÖ

Bis zu 15 Prozent der europäischen Bevölkerung leidet unter Verstopfung. Frauen, über 65-Jährige und Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status sind häufiger betroffen. "Für die meisten Menschen ist die tägliche Darmentleerung selbstverständlich. Manche leiden nur im Urlaub unter einem trägen Darm oder während der Schwangerschaft unter einer Verstopfung. Andere haben allerdings permanent Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang, was die Lebensqualität der Betroffenen durch eine Vielzahl an Beschwerden dramatisch beeinträchtigt", weiß Oberärztin Dr. Urszula Prunner, Chirurgin mit Spezialgebiet Proktologie.

Von chronischer Obstipation spricht man, wenn eine unbefriedigende Stuhlentleerung seit mindestens drei Monaten besteht und zwei oder mehr der typischen Symptome wie starkes Pressen, klumpiger oder harter Stuhl, subjektives Gefühl der inkompletten Entleerung bei mehr als einem Viertel der Stuhlentleerungen vorliegen. Die gute Nachricht: "In den meisten Fällen kann eine chronische Verstopfung gut in den Griff bekommen werden. Betroffene Menschen können selbst sehr viel dazu beitragen, dass es Ihnen wieder besser geht." Operative Therapien sind, wenn überhaupt, erst dann sinnvoll, wenn die konservative Therapie vollständig versagt hat und der Leidensdruck sehr hoch ist. „Wann immer eine Operation vorgeschlagen wird, sollte man unbedingt eine zweite Meinung von einem Spezialisten einholen", so der Rat der Expertin.

Tipp: Urszula Prunner hat anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche 2018 wichtige Informationen zum Thema Verstopfung als Ratgeber der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreichs (MKÖ) veröffentlicht. Die Broschüre "Rat für Blase & Darm" kann kostenlos über die MKÖ bestellt werden; telefonisch unter den beiden Telefonnummern 01/4020928 und 0810/100455, per E-Mail an info@kontinenzgesellschaft.at oder zum Download auf .

Gründe für Verstopfung

  • Ernährung
  • bzw.
  • Zu wenig Trinken
  • Bewegungsmangel
  • Bettlägerigkeit
  • Wiederholtes Unterdrücken des einsetzenden Defäkationsreizes
  • Missliche hygienische Zustände bzw. mangelnder Geräuschschutz von Toiletten
  • Schwermütigkeit bzw.
  • Umstellung auf Reisen (fremde Speisen; siehe auch Stichwort )
  • Schwangerschaft
  • Reizdarmsyndrom
  • Schmerzhafte anale Erkrankungen (z.B. , Verletzungen oder Wundstellen im Analbereich, Abszesse)
  • Verengung des Darmausgangs (Geschwülste, Narben, Entzündungen usw.)
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Medikamente (Codeinpräparate, Anti-Parkinsonmittel, Opiate und vieles mehr)
  • Kaliummangel im Blut (auch durch Abführmittel entstehend)
  • Kalziumüberschuss im Blut
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Rückenmarksverletzungen, spinale Tumoren, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Morbus Hirschsprung

Diagnostik

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl
  • Laboranalysen
  • Ultraschall
  • Koloskopie
  • Eventuell weiterführende Untersuchungen (Röntgen, Druckmessungen der Anus-Schließmuskulatur usw.)

Therapie

  • Behandlung einer eventuell vorliegenden Grunderkrankung
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Viel trinken
  • Bewegung/Sport
  • Defäkationsdrang nicht aufschieben
  • Bauchdeckenmassage

Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen bzw. zur Überbrückung bis zu deren Wirkung, können kurzfristig Abführmittel (Laxantien) eingesetzt werden, welche etwa das Stuhlvolumen erhöhen, die Darmtätigkeit anregen oder osmotisch wirksam sind und somit ein leichtes Absetzen von Stuhl ermöglichen sollen.

Beispiele

Füll- und Quellstoffe, welche das Kotvolumen erhöhen; Nachteil: Bei Darmverengungen nicht geeignet. Osmotische Laxantien auf Zuckerbasis (z.B. Laktulose); setzen im Dickdarm unter Mitwirkung von Darmbakterien Milchsäure und osmotisch aktive Teilchen frei; Nachteil: Fermentationsgase verursachen Blähungen. Nicht geeignet bei bestehender . Salinische Laxantien (Bitter-, Glaubersalz); Nicht geeignet bei Bluthochdruck, Herz- und Nierenerkrankungen. Stimulatorisch wirksame Laxantien; führen zu verstärkter Flüssigkeits- und Elektrolytabgabe in den Dickdarm und fördern gleichzeitig dessen Motorik; Nachteil: Können zu Kaliummangel im Blut führen, welcher wiederum eine Verstopfung aufrecht erhalten kann. Nur kurzfristig einsetzen.

Zäpfchen/Einläufe bei harten Kotballen

Wichtig

Tritt Verstopfung häufig in Abwechslung mit auf, bzw. ändert sich plötzlich das Stuhlverhalten auffällig, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren. Sollten Sie häufig Abführmittel (Laxantien) gebrauchen, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Langfristiger Missbrauch führt einerseits dazu, dass sich die Darmfunktion daran gewöhnt und kaum selbstständig tätig wird, andererseits erlernt der Betroffene nicht, durch entsprechende Verhaltensmaßnahmen und Umstellung von Lebensgewohnheiten (siehe oben) sein Problem in den Griff zu bekommen. Zusätzlich bergen manche Laxantien zu beachtende Nebenwirkungen, etwa der bereits erwähnte Kaliummangel im Blut, welcher – zusätzlich zu anderen möglichen Folgen – eine Verstopfung fördert, sodass ein Teufelskreis entsteht.

Hilfe bei Verstopfung

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